Die Großen positionieren sich nachhaltig 
Freitag, 29. Juni 2012 - Management
Die Investmentgesellschaft SAM-Group hat ihre diesjährigen Sustainability Awards verliehen. In der Liste der Gold-Awards finden sich ausschließlich Großunternehmen, die nicht für komplexe Nachhaltigkeitsstrategien, wohl aber für aussichtsreiche Projekte geehrt wurden. Adidas beispielsweise erhielt die Auszeichnung, weil das Unternehmen für die Olympiade Sportbekleidung aus recycelten Plastikflaschen entwickelt hat. Die Allianz bemüht sich mit einem Pilotprojekt um die Erhaltung von Wäldern in Entwicklungsländern. SAP reihte sich unter die Gewinner, weil man bemüht ist, den Energieverbrauch großer Server zu reduzieren. Die weiteren Nachhaltigkeitsbegründungen auf der n-tv Webseite wirken hingegen sehr oberflächlich. So wird BMW, Henkel, Siemens, Volkswagen, Daimler und TUI lediglich ein allgemeines Bemühen um eine nachhaltigere Produktion zugesprochen. Zwar sind einige der Preisträger auf ihren eigenen Webseiten etwas auskunftsfreudiger, aber wirkliche Details über den Impact der belobigten Maßnahmen sucht man vergeblich und kann sich so des Eindrucks nur schwer erwehren, dass es hier eher um Nachhaltigkeits-Marketing geht.
SAM Sustainability Awards verliehen, n-tv 15.6.12


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Würde und Wertschätzung 
Donnerstag, 28. Juni 2012 - Management
In seinem Editorial für das Kundenmagazin alverde widmet sich der Gründer der Drogeriekette dm diesen Monat der Frage des Sinn, der Würde und der Wertschätzung. In einer hektischen Zeit, die uns durch permanente Krisendiskussionen paralysiert, wirkt es sehr wohltuend, wenn Werner darauf verweist, dass es gelte, dem einzelnen Menschen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben und zu fragen, was für jedes Individuum sinnstiftend ist. Im Verweis auf die Menschenwürde führt Werner an, dass es wichtig sei, unterschiedliche Standpunkte und Weltanschauungen zu erkennen und zu verstehen: "Bei jedem Zusammenkommen mit anderen für andere ist es heute wesentlich, die Belange seines Gegenübers wahrzunehmen, einander zu verstehen und wertzuschätzen." Ein guter Anfang, möchte man meinen ...
Götz Werner in der Juni-Ausgabe von alverde

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Digital Natives - selbstbewusst und anspruchsvoll 
Mittwoch, 20. Juni 2012 - Management
Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt Henkel-Personalvorstand Kathrin Menges, was Firmen im Umgang mit den so genannten Digital Natives beachten müssen. "Sie wissen genau, was sie können und was sie wollen. Sie sind sehr anspruchsvoll gegenüber Arbeitgebern, verlangen interessante Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten. ... Arbeitgeber müssen noch viel individueller auf den Einzelnen und seine Interessen eingehen. Sonst verlieren sie die besten Leute", beschreibt Menges die Herausforderung, denen sich die Firmen stellen müssten. Der Nachwuchs will Verantwortung übernehmen und gestalten können. So nehmen Hierarchien in Unternehmen zunehmend ab, weil Projektarbeit und weltweite Vernetzung mehr Miteinander erfordern. Hinzu kommt: Ein Aufstieg allein mit Blick auf Hierarchien steht für die junge Generation häufig gar nicht im Vordergrund, denn wichtiger ist dem Nachwuchs Freude bei der Arbeit und Anerkennung der eigenen Leistung. Menges rät Firmen deshalb, die Karrierepfade abwechslungsreicher zu gestalten durch reizvolle Projekte, Weiterbildungen oder internationale Einsätze.
"Mit dem Laptop auf der Parkbank - davon träumt nicht jeder", HB 5.6.12


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Charisma kann man lernen 
Dienstag, 19. Juni 2012 - Management
Kompetenzen sind im Arbeitsleben das A und O für berufliche Erfolge, doch reichen sie nicht aus, um wirklich etwas zu bewirken. So wirft Welt online einen Blick auf die Frage, wie wichtig das Charisma in diesem Kontext ist und wie man es entwickeln kann. Das Wichtigste vorab: Charisma ist nicht zu verwechseln mit Unfehlbarkeit. Im Gegenteil - wer auch zu seinen Schwächen stehen kann und nicht versucht, über die hinwegzutäuschen, wirkt sympathisch und damit überzeugend. Über sich selbst lachen zu können, schafft eine gute Beziehung zu anderen Menschen. Auch ein gesundes Selbstbewusstsein fördert die eigene Wirkung und damit Wirksamkeit. Dabei geht es nicht um Angeberei oder Arroganz, sondern darum, im rechten Augenblick mit den eigenen Qualitäten zu punkten. Im Zweifel setzt die Entwicklung dieser Fähigkeiten einiges an Übung voraus, denn sie müssen wirklich aus dem Inneren eines Menschen heraus gelebt und verkörpert werden - wer sich nur in Pose wirft, wird nämlich schnell als unecht erlebt.
So werden Sie zu einer überzeugenden Persönlichkeit, Welt online 5.6.12


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Von Bewegungen fürs Business lernen 
Mittwoch, 13. Juni 2012 - Management
Die Agentur Ketchum Pleon erklärt auf ihrem Blog, wie Firmen von zivilgesellschaftlichen Bewegungen etwas für ihre Markenführung lernen können. So stehe im Zentrum von "Movements" immer ein Grundgefühl und -bedürfnis von bzw. nach Sinnstiftung, das Marken adaptieren könnten, wenn es ihnen gelinge, ihre Produkte so aufzuladen, dass der Kauf ebenfalls als sinnstiftend erfahren werde. Auch das Wechselspiel von Zugehörigkeit nach innen und Abgrenzung nach außen, das sich in zivilgesellschaftlichen Bewegungen manifestiere, lasse sich für die Markenführung nutzen. Als Beispiele für das Prinzip führt der Beitrag "Bekennermarken" wie Apple oder Porsche an. Strategisch ist das sicherlich smart gedacht, wirft aber auch die Frage auf, ob Kunden sich wirklich längerfristig in diesem Sinne instrumentalisieren lassen, denn viele gesellschaftliche Bewegungen leben letztlich von einer Kritik des Systems, dem Unternehmen und ihre Marken angehören. Bei eher hedonistisch eingestellten Zielgruppen mag die Rechnung aufgehen, bei postmodernen Weltverbesserern dürfte dann eher Kritik am Versuch des Greenwashings die Folge sein. Andererseits: Die Produkte von Apple sind auch in den Kreisen der Gesellschaftskritiker sehr beliebt, obwohl die zum Teil menschenverachtenden Produktionsbedingungen allgemein bekannt sind (auch dieser Blogbeitrag ist auf einem Mac geschrieben ...). Diese vermeintliche Inkonsequenz kann allerdings auch eine Folge der immer noch extrem intransparenten Marktbedingungen sein, denn gerade im IT-Bereich gibt es meines Wissens bisher keinen Hersteller, der eine faire, ökologisch angemessene Produktion über die gesamte Herstellungs- und Lieferkette nachweisen kann, so dass Kunden, so sie nicht vollständig analog leben möchten, die Wahl zwischen Pest und Cholera haben. Letztlich mögen Strategien wie diese vorübergehend aufgehen, doch sollten Unternehmen auch bedenken, dass ihre Kunden und deren Bewusstsein sich stetig weiterentwickelt. Die Sinnstiftung von heute kann so, wenn der Tipping Point erreicht ist, auch in die Selbstzerstörung einer Marke umschlagen.
Was können Marken von Movements lernen? Ketchum Pleon 24.5.12

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Offen auch bei Niederlagen 
Mittwoch, 30. Mai 2012 - Management
Die Wirtschaftswoche geht in einem Interview mit der Trainerin Anja Gräfin von Kanitz der Frage nach, wie man am besten mit Niederlagen umgehen sollte. Die Beraterin rät zu einer angemessen emotionalen Aufarbeitung im Kreise Vertrauter als ersten Schritt, um dann eine nüchterne Analyse zu machen. "Als Verantwortungsträger muss man lernen, so ein Geschehen nüchtern aufzuarbeiten und zu dem zu stehen, was man gemacht oder unterlassen hat. Allerdings hat nicht jede Niederlage mit Schuld zu tun. Manchmal sind auch einfach unglückliche Umstände oder Pech im Spiel", so von Kanitz. So kann es durchaus sein, dass man auch nach der Analyse wieder ähnliche Ziele anpeile und eine Strategie beibehalte. Erkenne man hingegen, dass die Grundeinschätzungen bereits falsch waren, helfe es nur, sich diesen Tatsachen zu stellen und umzudenken. Die Beraterin weist darauf hin, dass manche Führungsträger dazu neigen, sich in unreife Verarbeitungsmuster zu flüchten, in dem sie bei anderen oder den Umständen die Schuld suchen. Das verurteile die Betroffenen dazu, immer wieder die gleichen Fehler zu machen. Ein wichtiger Punkt: Business bedeute immer Risiko - auch wenn man sich vor Entscheidungen drücke, denn auch dies ist eine Entscheidung. "Wichtig ist, dass man Entscheidungen bewusst trifft und Alleingänge vermeidet. Man sollte einen Kreis an kritischen Vertrauten haben, mit denen man gezielt verschiedene Szenarien durchdenken. Dann kann man sich auch im Zweifel gegen die Meinung eines Experten entscheiden. Der Manager muss aber für sich wissen, wieso, weshalb und warum er eine Entscheidung trifft. Er trägt die Verantwortung. Dann kann er eine Niederlage, im Falle einer Fehlentscheidung, aufrechten Hauptes tragen", so von Kanitz.
Wie man mit Niederlagen umgeht, WiWo 21.5.12


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Business in Zeiten des Postwachstums 
Freitag, 25. Mai 2012 - Management
Spiegel Online geht in einem Beitrag der Frage nach, wie Unternehmen sich unter den sich ankündigenden Vorzeichen einer Postwachstumsgesellschaft positionieren könnten. Am Beispiel von Firmen, die sich mit der Thematik bereits auseinandersetzen, benennt das Magazin erste Prinzipien, die zielführend sein könnten, nämlich Qualität, Effizienz und Service. Wo Waren hochwertiger und damit haltbarer werden, rechtfertigen sie höhere Preise. Wo Produktionssysteme immer weiter auf Effizienz getrimmt werden und Innovationen zusätzlich die Produktivität erhöhen bzw. den Ressourceneinsatz reduzieren, verdienen Firmen gut, auch wenn sie nicht durch äußeres Wachstum ihre Umsätze erhöhen. Und wo sie mit Dienstleistungen rund um die Produkte zusätzliche Einnahmequellen schaffen, ist nicht mehr das Produkt allein die Basis des Unternehmenserfolgs. Am Beispiel von Carsharing zeigt der Artikel, dass die Autoindustrie mit diesem Modell 98 Prozent ihrer Bruttowertschöpfung sichern könne, wobei sich die Zahl der Autos in Deutschland um fast ein Viertel verringern ließe, bei 50 Prozent höherer Effizienz und der Chance, das von der Regierung geforderte CO2-Limit einzuhalten. Wissenschaftler betrachten es zudem als wichtige Basis, den Verbrauch von Gemeingütern künftig durch Gesetze zu regulieren, denn wo Firmen nicht länger auf Kosten der Allgemeinheit die natürlichen Ressourcen übernutzen könnten, stelle sich automatisch ein Verhalten ein, dass nicht mehr die Grenzenlosigkeit zum Maß mache.
Vielen Dank, dass Sie nicht bei uns kaufen, Spiegel online 14.5.12


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Strategie und Soft Skills sind gefragt 
Donnerstag, 24. Mai 2012 - Management
Je komplexer die Welt, umso größer die Herausforderungen im Beratungsmarkt, möchte man meinen. Die Wirtschaftswoche hat einen umfangreichen Artikel der Entwicklung gewidmet, dass immer mehr Führungskräfte nicht nur strategische Beratung suchen, sondern auch typische Coaching-Leistungen im Bereich der Soft Skills nachfragen. Wo den klassischen Unternehmensberater nur allzu oft nachgesagt wird, dass ihnen bisweilen das zwischenmenschliche Know-how abgehe, sind Coaches meist allein auf Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung fokussiert und haben kein unternehmerisches Wissen. Doch die Komplexität der Führungsaufgaben lässt immer mehr Chefs nach einer Beratung in beiden Bereichen suchen. Ein bisschen Strategie-Sparring mit dem Berater, der auch noch bei der Entwicklung der für die Umsetzung notwendigen Soft Skills hilft - das könnte schon bald für viele Chefs zum neuen Anforderungsprofil an Berater werden. Gegenwärtig sind solche Berater mit Doppelrolle am Markt allerdings noch Mangelware. Die Diagnose der Wirtschaftswoche legt nahe, dass vor allem zwei Personengruppe die Lücke am besten füllen könnten: Klassische Managementberater, die über eine zusätzliche Coaching-Ausbildung verfügen, oder ehemalige Executives, die eine entsprechende Ausbildung draufsetzen, um beratend tätig zu werden. Eine unternehmerische Weiterbildung von Coaches erachtet das Wirtschaftsmagazin hingegen als weniger zielführend, schlicht weil komplexes Businesswissen sich am besten in der Praxis lernen lässt.
Wie Berater und Coaches sich ähnlicher werden, WiWo 10.5.12


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