Konsequent öko 
Mittwoch, 27. Juni 2012 - Studien
Eine Studie des Change Center Meerbusch zeigt, dass der Wechsel zu Ökostrom weder Mode noch Alibi zur Gewissensberuhigung zu sein scheint, denn bei den in der Befragung untersuchten 5.500 Ökostromnutzern zeigte sich ein konsequentes ökologisches Verhalten in vielen alltäglichen Fragen. So nutzen die Strom-Ökos auch den öffentlichen Nah-Verkehr und Car-Sharing, versorgen sich mit saisonalen und lokalen Lebensmitteln, nutzen energiesparende Haushaltsgeräte, vermeiden Einwegartikel und üben sich in Abfallvermeidung. Zudem zeigt die Studie, dass ein nennenswerter Anteil der Ökostromkunden auch selbst Energie produziert oder sich für Öko-Energie engagiert. Jeder vierte Befragte nutzt Solarkollektoren für die Warmwasserbereitung, an zweiter Stelle wurden Photovoltaik-Anlagen genannt. 17 Prozent sind an Umweltfonds beteiligt, etwas weniger an Bürgersolar- oder -windparks. Die Studie kommt deshalb zu dem Schluss, dass die Risiken der Energiewende weniger auf der Produktions- oder Nachfrageseite zu sehen sind, sondern eher in den Kontroversen um Energietransport und -speicherung. So raten die Studienautoren dazu, künftig stärker auf die Chancen dezentraler Energiekonzepte zu setzen. Wie viele Ökostromnutzer es in Deutschland gegenwärtig gibt, ist schwer zu sagen, denn viele Tarife mischen nur Ökostrom bei und aus Gründen der sozialen Erwünschtheit geben bei Umfragen regelmäßig mehr Menschen an, Ökostrom zu nutzen, als es tatsächlich tun. Das Change Center hatte neben der reinen Befragung von Ökostromkunden auch ein Repräsentativsample von rund 1.000 Personen befragt, unter denen sich etwa 25 Prozent als Ökostromkunden outeten - eine Zahl, die wahrscheinlich überhöht ist, denn andere Studien gehen von einer Quote von 7,5 Prozent oder drei Millionen Haushalten aus.
Pressemitteilung Change Center, 14.6.12


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Wir sind dick und depressiv 
Dienstag, 26. Juni 2012 - Studien
Wie das Leben in westlichen Industriestaaten krank machen kann, zeigt eine große Repräsentativstudie des Robert-Koch-Instituts über den Gesundheitszustand der Nation, für die 7.200 Deutsche befragt wurden. Vor allem Übergewicht wird hierzulande immer mehr zum Thema, denn der Untersuchung zufolge sind 67,1 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen inzwischen übergewichtig. Die Zahl stagniert zwar insgesamt, doch liegt krankhafte Fettleibigkeit bei inzwischen knapp einem Viertel der Bevölkerung vor. Forscher sehen hier vor allem junge Männer unter 35 Jahren mit niedrigem sozioökonomischen Status gefährdet, was zeigt, dass Gesundheit nicht nur eine Frage individueller Faktoren, sondern auch der persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse ist. Auch bei den psychosozialen Gesundheitsfakten sieht es nicht rosig aus. Jeder vierte Befragte gab an, mindestens dreimal pro Woche mit Schlafstörungen zu kämpfen. 4,2 Prozent der Befragten wiesen ein Burn-out-Syndrom auf und 8,1 Prozent eine Depression. Wir scheinen also immer mehr zu einer kranken Gesellschaft zu werden.
Depressiv, fett und überzuckert, taz 14.6.12


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Jeder vierte Deutsche fühlt sich im Job unterfordert 
Montag, 25. Juni 2012 - Studien
Nicht das leisten zu können, was man eigentlich möchte, das ist für jeden vierten deutschen Arbeitnehmer eine alltägliche Erfahrung, so eine Studie der OECD. In der Schweiz fühlt sich gar schon jeder dritte Arbeitnehmer unterfordert, und in Griechenland trauen sich fast 48 Prozent mehr zu, als sie an ihrem gegenwärtigen Arbeitsplatz ausrichten können. Die OECD zieht aus ihrer Untersuchung den Schluss, dass die Fähigkeiten der Mitarbeiter besser mit den Erfordernissen der unterschiedlichen Arbeitsplätze in Unternehmen abgeglichen werden müssten. Auch sollten Führungskräfte darin geschult werden, die Fertigkeiten ihrer Mitarbeiter besser zu erkennen und dann gezielter einzusetzen. Denn nur so könnten Firmen die Motivation ihrer Angestellten fördern.
Wenn der Job unterfordert, FTD 13.6.12


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Überstunden ohne Ende 
Freitag, 22. Juni 2012 - Studien
Eine Umfrage des Karriereportals Monster.de zeigt, dass Überstunden längst der Normalfall sind. Unter den 600 Befragten gaben lediglich vier Prozent an, überhaupt keine Überstunden zu leisten. 55 Prozent der Arbeitnehmer bekommen diese Mehrarbeit nicht vergütet. Gut 30 Prozent können die Überstunden immerhin abfeiern, zwei Prozent erhalten eine anderweitige Kompensation. Lediglich neun Prozent werden für ihre Überstunden regulär bezahlt. Experten gehen davon aus, dass 2010 in Deutschland 2,5 Milliarden Überstunden geleistet wurden. Für 2011 geht das Institut der Deutschen Wirtschaft von rund 1,25 Milliarden Stunden aus.
Eine Milliarde Überstunden sind unbezahlt, FTD 5.6.12


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Schöne Karriere 
Donnerstag, 21. Juni 2012 - Studien
Den Antidiskriminierungsgesetzen zum Trotz spielt Schönheit eine wichtige Rolle für die Karriere. So hat der US-Ökonom Daniel Hamermesh ermittelt, dass gut aussehende Menschen bei gleicher Qualifikation bis zu fünf Prozent mehr verdienen als durchschnittlich aussehende Kollegen. Seiner Erhebung zufolge erwirtschaften Unternehmen mit besonders attraktiven Mitarbeitern auch höhere Umsätze. Auch das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit geht davon aus, dass gutes Aussehen den wirtschaftlichen Erfolg steigert - und sich damit auch positiv auf die individuelle Lebenszufriedenheit auswirke. Eine deutsche Studie untermauert den Schönheitstrend: Fanden 1986 nur fünf Prozent der Führungskräfte das äußere Erscheinungsbild von Mitarbeitern wichtig, sind es mittlerweile mehr als ein Drittel.
Schöne Menschen machen häufiger Karriere, WiWo 5.6.12

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Burn-out-Risiko wird oft verharmlost 
Donnerstag, 14. Juni 2012 - Studien
Eine Studie des Deutschen Führungskräfteverbands (ULA) unter 360 Fach- und Führungskräften illustriert, wie zweischneidig der Umgang mit dem Thema Burn-out in deutschen Unternehmen ist. Mehr als drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass in ihrem Umfeld beruflich bedingte Burn-outs in der letzten zugenommen hätten, doch 87 Prozent sehen auch, dass diese Risiken immer noch unterschätzt oder verharmlost werden. Gut jeder Dritte meint sogar, dass die Diskussion "übertrieben" bzw. "überbewertet" sei. Zentrale Faktoren des Burn-out-Risikos sind in den Augen der Führungskräfte die eigene exponierte Position, wachsende Arbeitsverdichtung, Termindruck und fehlende menschliche, soziale, aber auch fachliche Anerkennung. 97 Prozent der Befragten fühlen sich für ihre eigene Gesundheit verantwortlich, doch scheint diese Einsicht wenig Einfluss auf die allgemeine Unternehmenspolitik zu haben. Das Bewusstsein der Unternehmensleitung über eine Grenze der Belastbarkeit von Fach- und Führungskräften wird nämlich mit der Schulnote 3,7 bewertet - es ist also gerade einmal ausreichend. Das Bewusstsein der persönlichen Vorgesetzten ist mit 3,2 nur unwesentlich stärker ausgeprägt. Betriebliche Präventionsangebote werden gerade einmal mit 3,5 bewertet.
Wenn schlechte Chefs stresskrank machen, Spiegel online 31.5.12


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(Un)Befristeter Dauerstress 
Dienstag, 12. Juni 2012 - Studien
Eine Repräsentativumfrage des DGB unter mehr als 1.200 Arbeitnehmern unter 35 Jahren zeigt, dass die junge Arbeitnehmergeneration in Gefahr ist, "verheizt" zu werden. 40 Prozent der Befragten müssen häufig abends zwischen 18 und 23 Uhr arbeiten, fast genau so viele auch am Wochenende und jeder Achte sogar nachts. Für mehr als zwei Drittel der Befragten sind Überstunden die Regel, jeder fünfte leistet regelmäßig mehr als zehn Überstunden. Gut jeder Zweite ist der Ansicht, in den letzten Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten zu müssen. Und das mit eingeschränkter Sicherheit auf eine dauerhafte Beschäftigung, denn lediglich knapp die Hälfte der Befragten ist unbefristet beschäftigt. In der Studie zeigt sich auch das Gehaltsgefälle zwischen Männern und Frauen. Während das Durchschnitts-Bruttoeinkommen der Befragten bei 1.960 Euro liegt, haben 47 Prozent der Männer einen unbefristeten Arbeitsplatz mit einem Verdienst von mehr als 2.000 Euro, aber nur 25 Prozent der Frauen.
Junge Arbeitnehmer klagen über Stress, SZ 24.5.12


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Hohe Fluktuation in Vorständen 
Freitag, 8. Juni 2012 - Studien
Wie unsicher Vorstands-Jobs sind, zeigt die Untersuchung von Booz & Company, die seit Jahren die jährlichen Wechsel der Chief Executive Officers der 2.500 weltgrößten Börsenunternehmen betrachtet. Die Langzeitbetrachtung illustriert, dass vor allem in Krisenzeiten die Rotation zunimmt. 2011 wechselten 16,7 Prozent der Vorstandschefs der 300 größten Unternehmen im deutschsprachigen Raum - eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, denn 2010 lag die Wechselquote mit 8,7 Prozent auf einem Rekordtief seit 2003. Global betrachtet lag die Wechselquote 2011 bei 14,2 Prozent - nur in Brasilien, Russland und Indien wurden mit rund 22 Prozent deutlich mehr Wechsel verbucht. Im Krisenjahr 2009 hingegen war dies nahezu der Standard, denn damals lag die weltweite CEO-Wechselquote auf einem Rekordhoch von 21,3 Prozent.
Das große Stühlerücken hat begonnen, HB 24.5.12


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