Gestaltungsfreiheit und Sicherheit 
Montag, 18. Juni 2012 - Arbeit
Im Gespräch mit dem Berater Winfried Rauter eruiert Zeit online, wie Firmen zu einer motivierenden Unternehmenskultur kommen können. "Die Arbeitsbedingungen müssen so gestaltet werden, dass sich die Mitarbeiter nicht langweilen, aber auch nicht permanent überfordert fühlen. Sie sollten einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen und sich nicht fremdbestimmt fühlen. Kontrolle und Teilhabe sind wichtig. Der Chef sollte versuchen, alle mit ins Boot zu holen, und die Unternehmensziele verständlich kommunizieren. Die Mitarbeiter brauchen aber auch Perspektiven und Aufstiegschancen – und das Gefühl, mit ihren Kollegen und dem Vorgesetzten auch bei Schwierigkeiten sprechen zu können. Deshalb ist Feedback so wichtig", skizziert Rauter die wichtigsten Motivationsanreize. In den Augen des Unternehmensberaters ist ein Sicherheitsgefühl der Mitarbeiter wesentlich, denn wenn sie sich Sorgen um ihren Job machen müssen oder die konkreten Arbeitsbedingungen Risiken bergen, untergrabe das das Betriebsklima. Widerstand gegenüber Veränderungen resultiere häufig daraus, dass Führungskräfte oder Teamleiter Angst vor Fehlern hätten, die ihnen angekreidet würden. Wo es keine Fehler- und Feedbackkultur gebe, werden beispielsweise Messungen zum Betriebsklima als Bedrohung erfahren, da Kritik dann leicht auf einzelne Führungskräfte projeziert werden könne. Rauter glaubt allerdings auch, dass temporäre und nicht zu stark ausgeprägte Unzufriedenheit ein Motivationstreiber sein könne, wenn sich daraus ein gemeinschaftliches Gefühl, zusammen noch mehr bewirken zu können, ergebe.
"Unzufriedenheit erhöht die Motivation", Zeit online 1.6.12


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Einen klaren Kopf behalten 
Freitag, 15. Juni 2012 - Arbeit
Die Financial Times Deutschland geht in einem Beitrag der Frage nach, wie Arbeitende im Berufsleben konstruktiver mit Stress umgehen können. Ein Tipp für mehr Gelassenheit: Sich bewusst machen, dass äußere Reize, auf die der Mensch mit Stress reagiert, nur Reize sind. Das kann man üben, indem man sich Situationen, in denen man sich gestresst gefühlt hat oder negative Gedanken aufgestiegen sind, wieder ins Gedächtnis ruft und sich, sobald man die emotionale Reaktion wieder spürt, auf den eigenen Atem konzentriert. So wird erlebbar, dass Stress und Emotionen nicht untrennbar miteinander verbunden sind - und das erleichtert es dann in Stresssituationen, eine gesunde Distanz zu gewinnen. Ein weiterer Tipp der Experten: Sich auf die eigenen Ziele und Stärken besinnen und sich nicht allein von äußeren Impulsen leiten lassen. Wer seine Aufmerksamkeit auf das richtet, was er kann und will, fühlt sich weniger getrieben.
Gelassenheit durch Gedankenkontrolle, FTD 30.5.12


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Frauen und ihr innerer Antrieb 
Montag, 4. Juni 2012 - Arbeit
Zeit online geht in einem Interview mit der Familienforscherin Gisela Erler der Frage nach, warum die berufliche Gleichberechtigung von Frauen immer noch nicht wirklich funktioniert. Für Erler, die inzwischen in der Regierung von Baden-Württemberg tätig ist, ist klar, dass ein wesentlicher Grund darin liegt, dass Frauen einem völlig anderen inneren Antrieb folgen als Männer. "Viele Frauen wollen aufsteigen – aber nicht, und das ist anders als bei Männern, wenn dabei Nähe und Teamgeist verloren gehen. Frauen schätzen Gleichheit mehr als Männer. Hierarchien aller Art liegen ihnen weniger, und sie gehen anders mit ihnen um. ... Schauen Sie mal, wie Gruppen von Frauen oder Mädchen sich selbst organisieren. Da übernimmt zwar mal eine die Führung und genießt Ansehen – aber immer nur auf Zeit. Ihre Autorität entsteht nicht, wie bei Männern, mit einer Beförderung, sondern wird immer wieder hinterfragt und muss neu verdient werden", erklärt Erler. Die Wissenschaftlerin spricht sich für die Schaffung von "Kreativräumen" in Unternehmen aus, in denen Frauen zumindest partiell auch unter sich arbeiten können: "Frauen müssen ihren eigenen kulturellen Raum haben und brauchen Mitstreiterinnen, um sich weniger allein fühlen." Eine Forderung, die leicht als Diskriminierung missverstanden werden könne, doch Erler wendet ein: "Mich erinnert die Situation an die Energiewende: Im Moment gibt es alte Energien und erneuerbare Energien nebeneinander, in Strukturen, die manchmal zusammenpassen, oft aber auch nicht. So ist es auch mit den Männern und den Frauen in den Unternehmen, sie müssen so zusammengebracht werden, dass sie sich nicht blockieren. Und am Ende entscheidet der Markt: Einige Unternehmen werden den Energiemix der Zukunft nicht hinbekommen, manche werden deswegen vielleicht sogar verschwinden. Aber andere werden wachsen."
"Frauen schätzen Gleichheit", Zeit online 23.5.12


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Es lebe das Kollektiv 
Montag, 21. Mai 2012 - Arbeit
In einem Interview mit dem Fotograf Florian Manz geht Zeit online der Frage nach, welche Vorteile die Zusammenarbeit in Kollektiven mit sich bringen kann. Manz hat gemeinsam mit drei Fotografen-Kollegen ein Team gegründet, das sich intern bei der beruflichen Entwicklung unterstützt und nach außen gemeinsam auftritt. Die Selbstkritik innerhalb der Gruppe, das Teilen von Erfahrungen, aber auch die Bündelung der unterschiedlichen Expertise bei größeren Projekten sind für Manz wichtige Vorteile dieser Form der Zusammenarbeit. Hinzu komme: "Wenn man zusammenhält, ist man dem Markt nicht so ausgesetzt." Für den Fotografen ist es dabei besonders wichtig, dass im Team ein Raum entstehe, in dem alle voneinander lernen können, sich gegenseitig motivieren und auch zusammen "rumspinnen" können.
Gemeinsam durchstarten, Zeit online 5.5.12


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Die Überökonomisierung von Arbeit und Gesellschaft 
Dienstag, 15. Mai 2012 - Arbeit
Auf Telepolis spricht die Autorin Kathrin Hartmann in einem Interview über die größeren Zusammenhänge der wachsenden gesellschaftlichen Entsolidarisierung. "Der Neoliberalismus ist uns als Chance, als Gelegenheit für mehr Eigenverantwortung verkauft worden, stellt aber in Wahrheit eine Kampfansage dar: Die Menschen wurden zu Konkurrenten gemacht und in den Wettbewerb geschickt. In diesem Wettbewerb gibt es Gewinner und Verlierer", so Hartmanns Diagnose. Zu den Verlierern gehören ihrer Meinung nach nicht nur die neuen Armen und Langzeitarbeitslosen, sondern auch die Oberschicht, die zunehmend unter Status-Panik leide, sowie die Mittelschicht, die sich vom Abstieg bedroht sehe und, anstatt sich mit den weiteren Krisenopfern zu solidarisieren, nach unten abgrenze. "Das ist natürlich fatal, denn damit unterstützt die Mittelschicht alle politische Entscheidungen, die ihr selbst schaden. Tatsächlich ist durch diesen Wettbewerb eine Entsolidarisierung entstanden, die durch die ganze Gesellschaft geht", so Hartmann. Sie sieht auch Entwicklungsprogramme wie die Idee der Mikrokredite, eher skeptisch, denn solche Ansätze leisten ihrer Meinung nach einer weiteren Ökonomisierung Vorschub: "Sobald die Ökonomisierung zum Beispiel in Gestalt von Mikrokrediten ins Spiel kommt, hört die Solidarisierung bald auf. Die Ökonomisierung spielt die Leute gegeneinander aus, es schickt sie in einen Wettbewerb. Wenn Respekt und Anerkennung an ökonomische Verwertbarkeit geknüpft wird, hat das für eine Gesellschaft fatale Folgen."
"Die Reichen sind die wahren Sozialschmarotzer", Telepolis 2.5.12


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Stress verstehen 
Montag, 14. Mai 2012 - Arbeit
Die jüngsten Zahlen über stark angestiegene Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben in den Medien zu einer neuen Diskussion über das Thema Stress geführt. In einem Interview mit dem Wissenschaftler Bernhard Allmann geht die SZ der Frage nach, woher die wichtigsten Stressquellen kommen und wie man ihnen am besten konstruktiv begegnet. Allmann weist darauf hin, dass persönliche Erwartungen an die Arbeit und die Herausforderungen, die diese an den Einzelnen stellt, in einem engen Wechselverhältnis stehen: "Arbeit dient nicht nur als Einkommensquelle, sondern beeinflusst auch das Selbstwertgefühl und ist damit in unserer Gesellschaft eine wichtige Quelle für Zufriedenheit. Der Beruf kann der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit sowie dem Wunsch nach Anerkennung und Achtung dienen. Außerdem vermittelt die Tätigkeit soziale Kontakte.Doch genau wie im Privatleben existieren auch im Arbeitsleben alltägliche Situationen, die die Menschen körperlich und geistig fordern. Was der eine aber als Herausforderung empfindet, kann für für den anderen wie eine Bedrohung wirken." Eine hohe Verantwortung sowie Zeit- und Leistungsdruck seien vor allem in Gesundheits-, Sozial- und Dienstleistungsberufen häufig stressauslösend. Andererseits könne die Freude an der Arbeit diese Randbedingungen auch kompensieren. Doch branchenübergreifend zeige sich, dass vor allem die allgemeine Angst vor Arbeitslosigkeit viele Menschen in Stress versetze. Auch Menschen, die in niedrigen Positionen arbeiten und häufig nur geringe Handlungsspielräume haben, könnten sich durch diese Begrenzung gestresst fühlen - allerdings am ehesten dann, wenn sie selbst nicht sicher sind, ob sie den Aufgaben gewachsen sind. Allmann weist darauf hin, dass es keine typischen Stressoren gibt, die bei allen Menschen gleich wirken, weshalb es notwendig sei, die eigenen Belastungsgrenzen zu erkennen und sich daran zu orientieren.
Woher der Stress am Arbeitsplatz kommt, SZ 1.5.12


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Weltweite Arbeitsmärkte im Abwärtstrend 
Freitag, 11. Mai 2012 - Arbeit
Während in Deutschland die Arbeitslosenzahlen auf ein Rekordtief gesunken sind und die deutsche Wirtschaft der Krise wacker standzuhalten versucht, spitzt sich international die Lage laut Internationaler Arbeitsorganisation ILO immer weiter zu. So sei die Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit besorgniserregend und in den Industrieländern würden wohl frühestens 2016 wieder die Beschäftigtenzahlen von 2008 erreicht. Die ILO geht davon aus, dass eine arbeitsplatzfördernde Politik einen positiven Effekt auf die Wirtschaft habe, weshalb es nicht ratsam sei, finanzwirtschaftliche Interessen bei der politischen Entscheidungsfindung überzubewerten. Auch warnen die Forscher davor, dass mit einer negativen Arbeitsmarktsituation auch das Risiko sozialer Unruhen steige - konkret sei dies in 57 von 106 untersuchten Ländern der Fall, vor allem in Afrika und dem Nahen Osten.
Hauptsache uns geht's gut, taz 30.4.12


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Vorreiter der Familien-Balance 
Dienstag, 24. April 2012 - Arbeit
Der vom Bundesfamilienministerium ausgelobte Wettbewerb "Erfolgsfaktor Familie" zeigt, dass es in der Unternehmenswelt bereits viele gute Beispiele gibt, wie sich Job und Familie vereinbaren lassen - zum Wohle der Mitarbeiter und des Unternehmens. Beim Outdoor-Ausrüster Vaude beispielsweise, der zum dritten Mal ins Finale der Ausscheidung gelangt ist, gibt es eine betriebseigene Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeitmodelle. 38 Prozent der Führungskräfte des Mittelständlers sind Frauen. Der Arzneimittelhersteller Weleda lässt ein Viertel seiner 900 Mitarbeiter Teilzeit arbeiten - 70 Prozent davon sind Frauen. Werdende Eltern werden bereits vor der Geburt der Kids begleitet, damit ihnen die Rückkehr ins Unternehmen leicht fällt. Bei Bosch ist es für Mitarbeiter ohne Kinder sogar schwerer, Karriere zu machen, denn in dem Elektronikkonzern gilt die Elternzeit als wichtige Lebenserfahrung, die Führungskräfte brauchen. Airbus bietet seinen Mitarbeitern an, so es die Arbeitsabläufe zulassen, bis zu 60 Prozent ihrer Arbeitszeit außerhalb des Unternehmens zu verbringen. Und bei der Versicherung Barmer GEK gibt es für die 19.000 Mitarbeiter mehr als 150 verschiedene Teilzeitmodelle. Die Liste der einsichtigen Unternehmen ist also schon lang, und es ist anzunehmen, dass Firmen wie diese im War for Talents künftig die Nase vorne haben werden.
Glückliche Mitarbeiter dank Familie, WiWo 16.4.12


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