Burn-out-Risiko wird oft verharmlost 
Donnerstag, 14. Juni 2012 - Studien
Eine Studie des Deutschen Führungskräfteverbands (ULA) unter 360 Fach- und Führungskräften illustriert, wie zweischneidig der Umgang mit dem Thema Burn-out in deutschen Unternehmen ist. Mehr als drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass in ihrem Umfeld beruflich bedingte Burn-outs in der letzten zugenommen hätten, doch 87 Prozent sehen auch, dass diese Risiken immer noch unterschätzt oder verharmlost werden. Gut jeder Dritte meint sogar, dass die Diskussion "übertrieben" bzw. "überbewertet" sei. Zentrale Faktoren des Burn-out-Risikos sind in den Augen der Führungskräfte die eigene exponierte Position, wachsende Arbeitsverdichtung, Termindruck und fehlende menschliche, soziale, aber auch fachliche Anerkennung. 97 Prozent der Befragten fühlen sich für ihre eigene Gesundheit verantwortlich, doch scheint diese Einsicht wenig Einfluss auf die allgemeine Unternehmenspolitik zu haben. Das Bewusstsein der Unternehmensleitung über eine Grenze der Belastbarkeit von Fach- und Führungskräften wird nämlich mit der Schulnote 3,7 bewertet - es ist also gerade einmal ausreichend. Das Bewusstsein der persönlichen Vorgesetzten ist mit 3,2 nur unwesentlich stärker ausgeprägt. Betriebliche Präventionsangebote werden gerade einmal mit 3,5 bewertet.
Wenn schlechte Chefs stresskrank machen, Spiegel online 31.5.12


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Von Bewegungen fürs Business lernen 
Mittwoch, 13. Juni 2012 - Management
Die Agentur Ketchum Pleon erklärt auf ihrem Blog, wie Firmen von zivilgesellschaftlichen Bewegungen etwas für ihre Markenführung lernen können. So stehe im Zentrum von "Movements" immer ein Grundgefühl und -bedürfnis von bzw. nach Sinnstiftung, das Marken adaptieren könnten, wenn es ihnen gelinge, ihre Produkte so aufzuladen, dass der Kauf ebenfalls als sinnstiftend erfahren werde. Auch das Wechselspiel von Zugehörigkeit nach innen und Abgrenzung nach außen, das sich in zivilgesellschaftlichen Bewegungen manifestiere, lasse sich für die Markenführung nutzen. Als Beispiele für das Prinzip führt der Beitrag "Bekennermarken" wie Apple oder Porsche an. Strategisch ist das sicherlich smart gedacht, wirft aber auch die Frage auf, ob Kunden sich wirklich längerfristig in diesem Sinne instrumentalisieren lassen, denn viele gesellschaftliche Bewegungen leben letztlich von einer Kritik des Systems, dem Unternehmen und ihre Marken angehören. Bei eher hedonistisch eingestellten Zielgruppen mag die Rechnung aufgehen, bei postmodernen Weltverbesserern dürfte dann eher Kritik am Versuch des Greenwashings die Folge sein. Andererseits: Die Produkte von Apple sind auch in den Kreisen der Gesellschaftskritiker sehr beliebt, obwohl die zum Teil menschenverachtenden Produktionsbedingungen allgemein bekannt sind (auch dieser Blogbeitrag ist auf einem Mac geschrieben ...). Diese vermeintliche Inkonsequenz kann allerdings auch eine Folge der immer noch extrem intransparenten Marktbedingungen sein, denn gerade im IT-Bereich gibt es meines Wissens bisher keinen Hersteller, der eine faire, ökologisch angemessene Produktion über die gesamte Herstellungs- und Lieferkette nachweisen kann, so dass Kunden, so sie nicht vollständig analog leben möchten, die Wahl zwischen Pest und Cholera haben. Letztlich mögen Strategien wie diese vorübergehend aufgehen, doch sollten Unternehmen auch bedenken, dass ihre Kunden und deren Bewusstsein sich stetig weiterentwickelt. Die Sinnstiftung von heute kann so, wenn der Tipping Point erreicht ist, auch in die Selbstzerstörung einer Marke umschlagen.
Was können Marken von Movements lernen? Ketchum Pleon 24.5.12

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(Un)Befristeter Dauerstress 
Dienstag, 12. Juni 2012 - Studien
Eine Repräsentativumfrage des DGB unter mehr als 1.200 Arbeitnehmern unter 35 Jahren zeigt, dass die junge Arbeitnehmergeneration in Gefahr ist, "verheizt" zu werden. 40 Prozent der Befragten müssen häufig abends zwischen 18 und 23 Uhr arbeiten, fast genau so viele auch am Wochenende und jeder Achte sogar nachts. Für mehr als zwei Drittel der Befragten sind Überstunden die Regel, jeder fünfte leistet regelmäßig mehr als zehn Überstunden. Gut jeder Zweite ist der Ansicht, in den letzten Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten zu müssen. Und das mit eingeschränkter Sicherheit auf eine dauerhafte Beschäftigung, denn lediglich knapp die Hälfte der Befragten ist unbefristet beschäftigt. In der Studie zeigt sich auch das Gehaltsgefälle zwischen Männern und Frauen. Während das Durchschnitts-Bruttoeinkommen der Befragten bei 1.960 Euro liegt, haben 47 Prozent der Männer einen unbefristeten Arbeitsplatz mit einem Verdienst von mehr als 2.000 Euro, aber nur 25 Prozent der Frauen.
Junge Arbeitnehmer klagen über Stress, SZ 24.5.12


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Die Stille im Supermarkt 
Montag, 11. Juni 2012 - Success Stories
Das Magazin der Supermarkt-Kette tegut berichtet über eine spannende Aktion des "spirituellen Dienstleisters" Sebastian Gronbach im tegut-Supermarkt in göttingen. Unter dem Motto "Stille ist Lebensmittel.Punkt" machte Gronbach mit einer Meditations-Aktion zwischen Supermarktregalen inmitten des üblichen Einkaufsstresses Stille im Alltag erfahrbar. Viele Kunden ließen sich von dem Event anregen, nahmen zwischen den Meditierenden Platz und kosteten selbst für einige Minuten den Geschmack der Besinnung. Für den spirituellen Aktivisten steht bei der Aktion nicht nur das zur Ruhe Kommen des Einzelnen im Fokus, sondern auch das verbindende Element von Meditation. "Wahrnehmen, dass die Stille, die in mir ist, die gleiche Stille ist, die in dir ist - das verbindet", meint Gronbach. Der Vorreiter der "Public Meditation" wird auch im Rahmen des Projekts Novelite - Neue Vorreiter des Wandels mit einem Video portraitiert. Prädikat: wertvoll!
Artikel aus dem tegut-Magazin

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Hohe Fluktuation in Vorständen 
Freitag, 8. Juni 2012 - Studien
Wie unsicher Vorstands-Jobs sind, zeigt die Untersuchung von Booz & Company, die seit Jahren die jährlichen Wechsel der Chief Executive Officers der 2.500 weltgrößten Börsenunternehmen betrachtet. Die Langzeitbetrachtung illustriert, dass vor allem in Krisenzeiten die Rotation zunimmt. 2011 wechselten 16,7 Prozent der Vorstandschefs der 300 größten Unternehmen im deutschsprachigen Raum - eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, denn 2010 lag die Wechselquote mit 8,7 Prozent auf einem Rekordtief seit 2003. Global betrachtet lag die Wechselquote 2011 bei 14,2 Prozent - nur in Brasilien, Russland und Indien wurden mit rund 22 Prozent deutlich mehr Wechsel verbucht. Im Krisenjahr 2009 hingegen war dies nahezu der Standard, denn damals lag die weltweite CEO-Wechselquote auf einem Rekordhoch von 21,3 Prozent.
Das große Stühlerücken hat begonnen, HB 24.5.12


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Fremdsprachen machen rationaler 
Mittwoch, 6. Juni 2012 - Studien
Wer in Entscheidungssituationen nicht in seiner Muttersprache, sondern in einer Fremdsprache spricht, verhält sich rationaler und folgt weniger seinen Ängsten, so das Ergebnis einer psychologischen Studie der Universität Chicago. Die Forscher spielten mehrere Wettszenarien mit ihren Probanden durch, bei denen sie Geld gewinnen bzw. verlieren konnten. Statistisch betrachtet winkte den Teilnehmern ein Gewinn, wenn sie bei allen 15 Versuchen einen Einsatz machten. Bei den Teilnehmern, die den Versuch in ihrer Muttersprache absolvierten, wetteten diese lediglich in 54 Prozent der Fälle. Die Teilnehmer, die in einer Fremdsprache mitmachten, wetteten hingegen in 71 Prozent der Fälle. Die Forscher gehen davon aus, dass die Fremdsprache zu einer gewissen Distanzierung gegenüber der Situation führe. Die Teilnehmer handelten weniger intuitiv und ließen sich weniger von Angst leiten. Ob Entscheidungen allerdings auch besser ausfallen, wenn in der Entscheidungssituation beispielsweise explizit emotionale Kompetenzen gefragt sind, untersuchten die Wissenschaftler bei diesem Versuch nicht.
Fremde Sprache, bessere Entscheidungen, WiWo 23.5.12


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Hoher Stresspegel 
Dienstag, 5. Juni 2012 - Studien
Eine weltweite Studie der Personalberatung Rundstedt HR Partners und der BPI Group zeigt: Die weltweite Arbeitsbelastung ist sehr hoch, doch die Deutschen leiden darunter besonders. Auf einer Skala von 0 (immer gestresst) bis 6 (nie gestresst) liegen die deutschen Arbeitnehmer mit rund 2 Punkten an der Spitze von 22 untersuchten Ländern. Ähnlich gestresst sind Finnen, Schweden, Schweizer, Slowenen und Franzosen. Deutlich entspannter arbeiten Slowaken, Polen, Niederländer und Ukrainer, deren Stress-Mittelwerte bei über 3 liegen. Am entspanntesten fühlen sich die Bulgaren, die sogar fast 4 Punkte erreichen. Der wahrgenommene Stresspegel und die Arbeitszufriedenheit scheinen jedoch nicht direkt voneinander abzuhängen. So erreichen die Bulgaren trotz relativer Entspanntheit auf einer Skala von 1 bis 10 lediglich 6,7 Punkte, die Deutschen hingegen immerhin 6,9. Die gestressten Finnen und Schweizer hingegen liegen sogar bei 7,7 bzw. 7,8.
Deutsche lassen sich am meisten stressen, FTD 24.5.12


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Frauen und ihr innerer Antrieb 
Montag, 4. Juni 2012 - Arbeit
Zeit online geht in einem Interview mit der Familienforscherin Gisela Erler der Frage nach, warum die berufliche Gleichberechtigung von Frauen immer noch nicht wirklich funktioniert. Für Erler, die inzwischen in der Regierung von Baden-Württemberg tätig ist, ist klar, dass ein wesentlicher Grund darin liegt, dass Frauen einem völlig anderen inneren Antrieb folgen als Männer. "Viele Frauen wollen aufsteigen – aber nicht, und das ist anders als bei Männern, wenn dabei Nähe und Teamgeist verloren gehen. Frauen schätzen Gleichheit mehr als Männer. Hierarchien aller Art liegen ihnen weniger, und sie gehen anders mit ihnen um. ... Schauen Sie mal, wie Gruppen von Frauen oder Mädchen sich selbst organisieren. Da übernimmt zwar mal eine die Führung und genießt Ansehen – aber immer nur auf Zeit. Ihre Autorität entsteht nicht, wie bei Männern, mit einer Beförderung, sondern wird immer wieder hinterfragt und muss neu verdient werden", erklärt Erler. Die Wissenschaftlerin spricht sich für die Schaffung von "Kreativräumen" in Unternehmen aus, in denen Frauen zumindest partiell auch unter sich arbeiten können: "Frauen müssen ihren eigenen kulturellen Raum haben und brauchen Mitstreiterinnen, um sich weniger allein fühlen." Eine Forderung, die leicht als Diskriminierung missverstanden werden könne, doch Erler wendet ein: "Mich erinnert die Situation an die Energiewende: Im Moment gibt es alte Energien und erneuerbare Energien nebeneinander, in Strukturen, die manchmal zusammenpassen, oft aber auch nicht. So ist es auch mit den Männern und den Frauen in den Unternehmen, sie müssen so zusammengebracht werden, dass sie sich nicht blockieren. Und am Ende entscheidet der Markt: Einige Unternehmen werden den Energiemix der Zukunft nicht hinbekommen, manche werden deswegen vielleicht sogar verschwinden. Aber andere werden wachsen."
"Frauen schätzen Gleichheit", Zeit online 23.5.12


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