Wenn 1,70 Euro zu viel sind ... 
Freitag, 28. Juni 2013 - sonstiges
Der Schokoladenhersteller Ritter Sport wird seine Biostrategie abspecken, weil die Bio-Schokoladen im Handel auf nicht genügend Resonanz stoßen. Ritter hatte seit 2008 fünf Ökosorten ins Programm genommen, für die Bio-Kakao aus Per, Ecuador und Nicaragua verwendet wurde. Nun will das Unternehmen beim Kakaobezug größtenteils auf das weniger restriktive UTZ-Siegel umstellen, das den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger erlaubt. Im konventionellen Handel hatten sich die Bio-Schokoladen, die mit einem 100-Gramm-Preis von 1,70 Euro doppelt so teuer sind wie die Nicht-Bio-Konkurrenz nicht durchsetzen können - und in den Bio-Ketten landeten sie häufig erst gar nicht im Sortiment, weil der Hersteller schwerpunktmäßig als konventioneller Anbieter wahrgenommen wird. Eine Zwickmühle, aus der Ritter Sport nun mit dem beschriebenen Kompromiss, der in der Fachpresse kritisiert wird, den Ausstieg sucht. Andererseits: Was nutzen die besten Siegel und die ambitioniertesten Programme, wenn den meisten Verbrauchern der eigene Genuss in Verbindung mit "guten" Rohstoffen nichts wert zu sein scheint ...
Weniger Bio bei Ritter Sport, taz 3.6.13


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Abwechslung trainiert das Gehirn 
Donnerstag, 27. Juni 2013 - Wissenschaft
Immer mehr Computerspiele und Handy-Apps suggerieren, dass man mit so genanntem Gehirn-Jogging die Leistung des Gehirns nachhaltig verbessern kann. Partiell trifft das auch zu, doch weist der Neurophysiologe Lutz Jäncke darauf hin, dass durch solche Aufgaben in vielen Fällen nur die Fähigkeit, die durch die Nutzung solcher Programme abgefragt werde, sich weiterentwickele. Zahlenspielchen, Bilderrätsel oder ähnliches haben meist keinerlei Transfereffekte - wirken also nicht konstruktiv auf weitere Hirnregionen als diejenigen, die für die Lösung der Aufgabe beansprucht werden. Der Neurowissenschaftler rät deshalb zu einer Art Trainingsprogramm im Alltag - einer Nutzung der sich von selbst ergebenden Vielfalt, die durch unterschiedliche Beschäftigungen entsteht. Körperliche Bewegung, soziale Kontakte, die Lektüre von Sachbüchern, Tanzen, das Erlernen einer neuen Sportart oder anspruchsvolle Kreuzworträtsel - all diese Tätigkeiten stimulieren das Gehirn und haben den erfreulichen Nebeneffekt, dass sie Spaß machen, einen Gewinn an Wissen mit sich bringen und die sozialen Beziehungen pflegen.
"Hirnjogging am Computer kann man sich sparen", SZ 1.6.13


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In der Stille liegt die Effizienz 
Mittwoch, 26. Juni 2013 - Studien
Eine Studie der Universität des Saarlandes zeigt: Nicht die hektische Betriebsamkeit ist es, die nachhaltige Ergebnisse zeitigt, sondern die Stille. Untersucht wurde der Arbeitsalltag von 27 Managern, die über zwei Wochen lang in einer Tagebuch-Studie dokumentieren sollten, wie sich ihr Arbeiten verändert, wenn sie sich jeden Tag eine "stille Stunde" gönnen, in der sie nicht durch äußere Reize wie Telefonate, Mails oder Kollegengespräche abgelenkt werden, sondern einfach in Ruhe arbeiten. Die Ergebnisse waren frappierend, denn die Führungskräfte schätzten ihre in dieser Zeit vollbrachte Arbeit als qualitativ hochwertiger ein und den Arbeitstag insgesamt als effizienter und zufriedenstellender. Eine Follow-up-Brafragung drei Monate später zeigte, dass viele der Probanden die Praxis beibehalten hatten. Die Wissenschaftler räumten ein, dass die "stille Stunde" Selbstdisziplin bzw. die Akzeptanz des Arbeitsumfeldes benötige, doch mit ein wenig Konsequenz kann sie auch ihre Wirkung entfalten.
Stille Stunde im Büro, Psychologie heute 15.3.13


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Fremdbestimmung erhöht den gefühlten Stress 
Dienstag, 25. Juni 2013 - Studien
Mit der Einführung der sehr gestrafften Bachelor-Studiengänge erklingt an immer mehr Universitäten das Klagelied von Überforderung und Stress. Nun untersuchten Pychologen der Universität Heidelberg, was dahinter steckt. Sie befragten 405 Psychologiestudenten an vier Hochschulen - drei Viertel von ihnen waren Bachelor-Studenten, der Rest studierte in konventionellen Diplom-Studiengängen. Die Arbeitsbelastung erwies sich bei beiden Gruppen mit 20 bis 36 Wochenstunden Aufwand für das Studium als relativ gleich. Die Bachelor-Studierenden beklagten sich jedoch sehr viel häufiger als die Diplomanden über Stress und Leistungsdruck. Nach Einschätzung der Forscher hat der Arbeitsaufwand allein nur wenig Einfluss auf Stress - auf die wahrgenommene Zufriedenheit sogar gar keinen. Die Bachelor-Studenten erlebten aufgrund zahlreicher Vorgaben ihr Studium jedoch als eher fremdbestimmt und seinen größerem Notendruck ausgesetzt, da jede während des Studiums erbrachte Leistung in ihre Abschlussnote einfließe. Die Forscher empfehlen deshalb den Studenten, sich mit dem Studium mehr Zeit zu lassen, und raten den Universitäten, wieder mehr unbenotete Lehrveranstaltungen sowie längere Regelstudienzeiten einzuführen.
Bachelor-Studenten leiden unter Stress, WiWo 29.5.13


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Das Glück liegt auf der Couch 
Montag, 24. Juni 2013 - Studien
Eine Studie aus den USA hat mehrere Tausend private Blogs ausgewertet und analysiert, in welchen Kontexten sich die Blogger als glücklich beschreiben. Die Psychologen fanden dabei heraus, dass es dabei signifikante Unterschiede zwischen der jungen Blogger-Generation um die 20 und den älteren Semestern der Altersgruppe 40plus gibt. Während die Jüngeren auf Party, Action und die Erfüllung ihrer Träume in der Zukunft setzen, geht es bei den Älteren weitaus gediegener zu. Statt auf Aufregung, Begeisterung und Ekstase setzen sie auf das eher stille Glück, das sich durch Ruhe und Entspannung manifestiert. Ihnen ist der Samstag Abend auf der Couch weit mehr eine Quelle des Glücks als beispielsweise nächtliches Abtanzen in der Disko. Die Psychologen deuten die Unterschiede dahingehend, dass die Jüngeren noch voll dabei sind, sind auf noch nicht verwirklichte Träume zu konzentrieren, während es bei den Älteren vor allem darum gehe, ihrer Verantwortung nachzukommen und Verluste zu vermeiden. Wer viele Jahre in den Aufbau eines funktionierenden Alltags investiert habe, versuche nun, die Dinge einfach am Laufen zu halten.
Glücklicher auf der Couch, SZ 30.5.13


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Deutsche sprechen gern über ihr Gehalt 
Freitag, 21. Juni 2013 - Studien
Eine Erhebung des Jobportals Monster in den USA, Kanada, Großbritannien und Deutschland zeigt, dass es erhebliche kulturelle Unterschiede gibt bei der Frage, ob man gerne über das eigene Einkommen spricht. Weltweit fühlen sich 55 Prozent der Arbeitnehmer selten oder nie wohl dabei, über ihr Gehalt mit Kollegen zu sprechen. In Deutschland hingegen haben 64 Prozent damit überhaupt kein Problem, europaweit immerhin 43 Prozent. Vor allem die US-Amerikaner und die Kanadier tun sich hingegen schwer damit, über das eigene Einkommen zu plaudern - 63 bzw. 61 Prozent von ihnen befällt Unwohlsein bei diesem Gedanken.
Über Geld plaudert man nicht gerne, WiWo 28.5.13


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Integrität wird wichtiger in der Wertedebatte 
Donnerstag, 20. Juni 2013 - Studien
Der grundsätzliche Wertekanon von Führungskräften ist in den letzten Jahren vergleichsweise stabil geblieben. Die Gewichtung dieser Wertefavoriten hat sich jedoch ein wenig verschoben. So gehört Integrität zu den Aufsteigern innerhalb der wirtschaftlichen Wertedebatte. Seit 2006 erhebt die Wertekommission regelmäßig die zentralen Werte im Business. An der Umfrage 2003 beteiligten sich 230 Führungskräfte. Das daraus resultierende Ranking sieht wie folgt aus:
1. Vertrauen (78 Prozent)
2. Integrität (76 Prozent)
3. Verantwortung (65 Prozent)
4. Respekt (58 Prozent)
5. Nachhaltigkeit (31 Prozent)
6. Mut (31 Prozent)
Bei der ersten Erhebung 2006 lag Integrität noch auf Rang 4, während die Verantwortung den Spitzenplatz einnahm. Nachhaltigkeit und Mut hingegen bilden seit Beginn der Befragung das Ende der Skala.
Erhebung der Wertekommission


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Zen-Meditation zeitigt langfristige Entspannungseffekte 
Mittwoch, 19. Juni 2013 - Studien
Eine Untersuchung des WDR-Betriebsarztes unter 35 Meditierenden zeigt, dass viele Arbeitnehmer erheblich von Zen-Meditation profitieren können. Von 35 Meditierenden erlebten 31 eine kurzfristige und 32 eine längerfristige Erholung. 16 Befragte meditierten nach einem Einführungskurs regelmäßig weiter, 15 Befragte eher unregelmäßig. 33 Teilnehmer konstatierten, dass die Meditationserfahrung langfristig positive Wirkungen im Alltag zeitige, was sie dazu veranlasste, den Wunsch nach einem vertiefenden Kurs zu äußern. Die Daten der Kleingruppe legen nahe, dass selbst erste Erfahrungen mit Meditation, die im Alltag nicht kontinuierlich wiederholt werden, die Perspektive auf die Alltagswahrnehmung und -gestaltung verändern. Da etwa die Hälfte der Teilnehmer des initialen Kurses sich anscheinend mit einer regelmäßigen Praxis noch schwer tat, jedoch einen Fortsetzungskurs befürwortete, legt dies nahe, dass viele Menschen einen gewissen Zeitraum der Gewöhnung benötigen, um neue Methoden in ihren Alltag zu integrieren - und dass sie daran durchaus interessiert sind, wenn sie die entsprechende Hilfestellung erhalten.
Erhebung WDR


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