Angestellte legen sich ins Zeug 
Dienstag, 12. Juni 2018 - Studien, Arbeit
Jeder sechste Arbeitnehmer weltweit arbeitet deutlich engagierter, als es von ihm erwartet wird, so die Erkenntnisse einer Erhebung des Analysehauses CEB. Die Deutschen liegen dabei packen dabei minimal öfter als der internationale Durchschnitt stärker an, als es nötig wäre, in Ländern wie den USA, Australien, Kanada und der Schweiz ist der Hang zu besonderem Engagement noch ausgeprägter. 40 Prozent der Deutschen leisten immerhin etwas mehr, als von ihnen verlangt wird, 42 Prozent erfüllen schlicht die Norm. Lediglich zwei Prozent belegt die Studie mit dem Unwort "Underperformer".
Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten härter, Manager Magazin 24.5.18

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Wie das Handy von unserem Hirn Besitz ergreift 
Montag, 11. Juni 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Unsere Smartphones bombardieren uns nicht nur mit Nachrichten, sie ergreifen von unserem Geist anscheinend sogar Besitz, wenn wir gar nicht unmittelbar mitbekommen, was in unseren Inboxen und Social-Media-Accounts gerade los ist. Diese Schlussfolgerung legt zumindest eine Untersuchung der McCombs School of Business in Austin, Texas nahe. Die Wissenschaftler gaben 800 Probanden verschiedene Aufgaben, um deren fluide Intelligenz zu prüfen, die Fähigkeit, unbekannte Probleme zu durchdenken und zu lösen. Eine Testgruppe musste dabei ihre Handys in einem Nebenraum deponieren, eine ließ die Smartphones in der Hosentasche, die dritte legte sie mit dem Display nach unten auf den Tisch, während die Aufgaben bearbeitet wurden. Die Tonsignale und Benachrichtigungsfunktionen aller Geräte waren abgeschaltet, damit die Versuchspersonen nicht abgelenkt wurden. Bei der Auswertung der Tests zeigte sich: Am besten schnitten jene Teilnehmer ab, deren Smartphones völlig außer Reichweite waren. Die schlechtesten Ergebnisse kamen von denen, deren Handy auf dem Tisch lag, wobei ihre kognitive Beeinträchtigung etwa mit der von Schlafmangel vergleichbar war. Die Forscher erklären sich die deutlichen Unterschiede damit, dass wir eine so enge Beziehung zu unseren Geräten haben, dass schon ihre Anwesenheit ausreicht, um einen Teil unserer Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen - Gehirnkapazitäten, die uns dann nicht für andere Aufgaben zur Verfügung stehen.
Legt doch mal das Handy weg, HBM 23.5.18

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Die unbewusste Vereinnahmung durch digitale Tools durchbrechen 
Freitag, 8. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Seit einigen Jahren mehren sich die Studien, die vor der suchterzeugenden Wirkung von Handy & Co. warnen. Dem Psychiater Manfred Spitzer gelang mit seinem Buch "Digitale Demenz" sogar ein richtiger Publikumserfolg. Wir wissen, dass wir sorgsamer auf unsere Mediennutzung achten sollten - und lassen uns dann doch wieder gerne von den schier unbegrenzten digitalen Ablenkungsmöglichkeiten in den Bann ziehen. Apple hat nun angekündigt, sich mehr der digitalen Gesundheit zu widmen. Die kommende Version des iPhone-Betriebssystems soll den Nutzern anzeigen, wie viel Zeit sie aktiv mit dem Handy verbringen und welche Apps sie dabei vor allem in den Bann ziehen. Vielleicht erleichtert es eine solche Funktion, den eigenen Ablenkungsstrategien eher ins Auge zu sehen, denn die vielen unbewussten alltäglichen Griffe zum Smartphone, aus denen leicht ein paar Stunden digitale Dröhnung werden können, blenden wir doch allzu leicht aus.
Apple will Handynutzung einschränken, FAZ 1.6.18

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Der Unterschied zwischen Werten und Heuchelei 
Donnerstag, 7. Juni 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Wenn wir von Werten sprechen, dann geht es, wenn wir es ernst meinen, meist um die großen Haltungen im Leben, um Haltungen, die wir in unserer Kultur über Generationen entwickelt und aktiv gelebt aufrecht erhalten haben. Die Wertediskussion im Business hingegen kommt einem da leicht wie eine große Show vor. In einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung kritisiert der Organisationssoziologe Stefan Kühl, wie leichthändig Unternehmen versuchen, mit "integrer Unternehmenspolitik", "werteorientierter Führung" und "moralischer Haltung" jonglieren. "Das Bekenntnis zu Werten hat auf den ersten Blick eine gewisse Plausibilität. Der Vorteil von Werten ist, dass sie 'hohe Konsenschancen' haben. Abstrakt kann man sich schnell darauf einigen, dass Menschenrechte, Umweltschutz und Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit anzustreben sind. Das Problem ist jedoch, dass Werte im Gegensatz zu Programmen nur sehr unbestimmte Anhaltspunkte für Entscheidungen geben. Sie lassen weitgehend unklar, welche Entscheidung einer anderen vorgezogen werden muss", sagt er. Kühl weist darauf hin, dass Moral nicht wie eine "Trivialmaschine" funktioniere. Von der rechten Idee zur rechten Tat ist es, gerade im Berufsleben, oft ein weiter Weg. Ein Weg des Ringens und des Ausprobierens und des Lernens. Das ist in vielen Firmen gar nicht vorgesehen. Sie wollen vor allem eine weiße Weste zeigen - und bürden den Mitarbeitern auf, das Richtige zu tun, ohne es zwingend auch zum lebendigen Teil des täglichen Arbeitsmiteinanders zu machen.
Wenn Firmen Mitarbeiter erziehen, SZ 29.5.18

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Schlafmangel lässt sich bedingt ausgleichen 
Mittwoch, 6. Juni 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit
Wenig zu schlafen, gehört mit zu den Grundlagen einer auf die Spitze getriebenen Leistungskultur. Mediziner warnen jedoch immer wieder vor den gesundheitlichen Auswirkungen, die dauerhafter Schlafmangel haben kann, denn er leistet verschiedenen Erkrankungen Vorschub und kann das Leben verkürzen. Von der nachlassenden geistigen Leistungsfähigkeit permanent Übermüdeter einmal ganz zu schweigen. Eine neue Studie zeigt nun, dass sich der werktägliche Schlafmangel zumindest bedingt durch längeres Schlafen am Wochenende ausgleichen lässt. Eine Studie wertete dazu die Daten von 44.000 Menschen aus. Sie gingen von einer optimalen Schlafdauer von sieben Stunden aus. Unter 65-Jährige, die jede Nacht fünf Stunden oder weniger schliefen, zeigten demnach ein höheres Sterberisiko als die Ausgeschlafenen. Diese Folge konnte von jenen vermieden werden, die am Wochenende einfach länger schliefen. Auch zu langes Schlafen tut anscheinend nicht gut, denn die Langschläfer, die jede Nacht auf mehr als neun Stunden Schlaf kamen, waren ebenfalls von einem erhöhten Sterberisiko betroffen. Wochenend-Kompensationsschläfer seien allerdings gewarnt. "Der Schlaf kürzer als sechs Stunden geht schon nach einer Nacht aufs Gemüt", so Ingo Fietze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Berliner Charité. Einen weiteren Kommentar von ihm finde ich eher unglücklich, denn er sagt auch, dass die gesunde Schlafdauer von sieben bis siebeneinhalb Stunden pro Nacht heute für viele Arbeitnehmer nicht realistisch sei. Das mag stimmen, aber im Kontext dieser Studie ist es auch eine Einladung, sich einfach kritiklos den äußeren Zwängen zu beugen anstatt mehr danach zu fragen, wie wir ein Leben können, in dem unsere menschlichen Basisbedürfnisse nicht zu kurz kommen.
Schlafmangel lässt sich am Wochenende ausgleichen, Zeit online 27.5.18

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Der Spagat zwischen Stress- und Komfortzone 
Dienstag, 5. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Das Vokabular der Leistungsgesellschaft hat die Komfortzone schon vor Jahren zum toten Winkel erklärt. Mehr etwas erreichen möchte im Leben, muss einfach raus aus der Kuschelecke, meinen die Dauerperformer. Womöglich hat diese Einstellung mit zum gegenwärtigen Stresshoch beigetragen. Sich auch mal zurückzulehnen, hat einfach einen schlechten Ruf. "Ständige Überforderung, sich also permanent außerhalb der eigenen Komfortzone zu bewegen, führt zu Erstarrung oder Panik. Wir brauchen Komfort als Überlebensgrundlage", warnt hingegen der Psychologe Nico Rose. Worum es letztlich geht, ist wohl die rechte Mischung. Immer nur im Wohlbefinden zu verharren, kann auch langweilig werden. Lernen und uns weiterentwickeln können wir uns am ehesten dann, wenn wir das schon Vertraute auch einmal hinter uns lassen. Das mag sich bisweilen unbehaglich anfühlen, oft sogar herausfordernd. Und doch trägt dieses die Fühler Ausstrecken mit dazu bei, dass die eigene Komfortzone sich erweitert. Daraus allerdings gleich einen neuen Leistungsethos zu zimmern, ist wahrscheinlich keine gute Idee, denn wenn aus Entwicklung dauerhafte Überforderung wird, gewinnen Panik oder schlicht Verweigerung die Oberhand.
Wer Risiken eingeht, vergrößert seine Komfortzone, WiWo 27.5.18

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Mangelnde Anerkennung treibt Arbeitnehmer in die Flucht 
Montag, 4. Juni 2018 - Studien, Arbeit, Management
Eine neue Repräsentativbefragung des Personaldienstleisters Manpower zeigt, wie wichtig den Arbeitnehmern die Höhe ihres Einkommens ist. Rund die Hälfte der Befragten gab in der Erhebung an, einen Jobwechsel in Erwägung zu ziehen. Der am meisten genannte Grund war mit 22 Prozent, durch einen Stellenwechsel das eigene Einkommen zu verbessern. 15 Prozent der Wechselwilligen waren auf dem Sprung, weil sie nicht das Gefühl haben, dass ihre Leistungen anerkannt werden. Auf Rang drei folgten Langeweile und ein schlechtes Arbeitsklima.
Jeder Zweite sieht sich nach einer neuen Stelle um, FAZ 25.5.18

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Selbstmitgefühl schützt vor Depressionen 
Freitag, 1. Juni 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Perfektionismus kann krank machen, insbesondere wenn die hohen Ansprüche an sich selbst mit einem Mangel an Selbstmitgefühl einhergehen. Australische Psychologen stellten diesen Zusammenhang sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen aller Altersgruppen fest. Das Streben nach hohen Leistungen an sich muss nicht unbedingt das psychische Wohlbefinden beeinträchtigen. So zeigte sich, dass Menschen, die einen positiven Umgang zu sich selbst pflegen, sich selbst und ihren Bedürfnissen gegenüber achtsam sind und sich auch Mitgefühl entgegenbringen können, weniger von Schwermut oder gar Depressionen betroffen sind als jene, die sich alles abverlangen und diesen gesunden Selbstbezug nicht kennen.
Nett zu sich selbst sein, Psychologie heute 25.5.18

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