Globetrotter: Authentizität als Geschäftsmodell 
Montag, 24. Juli 2006 - Success Stories
Würden Sie, wenn Sie den Mount Everest besteigen wollen, Ihre Ausrüstung in einem Laden kaufen, dessen Verkäufern man es anmerkt, dass sie mit Survival-Touren und Trekking nicht viel am Hut haben? Der Outdoor-Spezialist Globetrotter würde das seinen Kunden niemals zumuten und beschäftigt deshalb im Verkauf nur Experten, für die die Natur quasi das zweite Zuhause ist. Die intensive Beratung durch Profis, die schon einmal ein paar Stunden in Anspruch nehmen kann, hat natürlich ihren Preis. So liegen bei Globetrotter die Personalkosten mit rund 20 Prozent etwa doppelt so hoch wie bei der Konkurrenz. Andererseits können sich die Weltenbummler und Expeditions-Freaks über die Entwicklung ihres Umsatzes - im Gegensatz zu vielen anderen Einzelhändlern - auch nicht beklagen. Seit 1999 beispielsweise hat sich dieser von damals 60 Millionen Euro auf nunmehr 118 Millionen Euro fast verdoppelt. Das Credo des Unternehmens: keine Kompromisse. In die Läden kommen nur Artikel, die zuvor von den Verkäufern getestet und auf ihre Praxistauglichkeit hin geprüft wurden. "Wir haben einen Laden aufgebaut, in dem wir selbst für unsere Reisen kaufen würden", sagt Globetrotter-Mitbegründer Klaus Denart in einem Gespräch mit der Financial Times Deutschland. Authentizität pur!
"Beraten und verkauft", FTD 13.7.2006

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BP: Mehr als nur Petroleum 
Montag, 10. Juli 2006 - Success Stories
Energieversorger, deren Hauptgeschäftsfeld das Öl ist, haben es nicht leicht. Einerseits ist absehbar, dass ihnen aufgrund der Endlichkeit der Ressourcen in absehbarer Zeit die Geschäftsgrundlage abhanden kommen wird. Andererseits ist die Ölwirtschaft aufgrund ihrer ökologischen Nebenwirkungen Umweltschützern schon lange ein Dorn im Auge. In diesem schwierigen Umfeld ist der Konzern BP dabei, sich neu auszurichten und schaut dabei über den Tellerrand hinaus. Aus "British Petroleum" wurde längst "Beyond Petroleum" und mit seinen Aktivitäten zeigt das Unternehmen, dass diese Umbenennung mehr sein soll als eine reine Marketingkampagne. So berichtet die Financial Times Deutschland, dass der Energieversorger in den kommenden zehn Jahren rund acht Milliarden Dollar in die Produktion erneuerbarer Energietechnologien und den Bau klimaschonender Kraftwerke investieren will. Mit einem eigenen Programm zum Klimaschutz gelang es dem Konzern bereits, seinen Ausstoß an Treibhausgasen deutlich zu senken. Im "Good Company"-Ranking des Manager-Magazins landete BP so auf dem ersten Platz.
Artikel "Lasst Blumen sprechen" in der FTD vom 8.7.2006
"Good Company"-Ranking 2005 des Manager-Magazins

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CSR Germany: 80 Fallbeispiele deutscher Unternehmen 
Freitag, 7. Juli 2006 - Success Stories
Auf dem Webportal "CSR Germany", einer gemeinsamen Initiative von BDA und BDI, zeigen bereits 80 deutsche Unternehmen, welche Aktivitäten sie im Hinblick auf mehr Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung betreiben. Die Beispiele umfassen alle Branchen von Banken und Versicherungen über Konsumgüterhersteller bis hin zur Verpackungsindustrie. Dabei werden sowohl Einzelaktivitäten und Projektengagements vorgestellt als auch Maßnahmen, die direkt in der Unternehmensstrategie und den Geschäftsprozessen verankert sind.
Fallbeispiele "CSR Germany"

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Startschuss für den Preis "Freiheit und Verantwortung 2006" 
Donnerstag, 6. Juli 2006 - Success Stories
Die Initiative "Freiheit und Verantwortung", die von der Wirtschaftswoche sowie den Wirtschaftsverbänden BDI, BDA, ZDH und DIHK getragen wird, hat die Bewerbungsrunde für den Preis "Freiheit und Verantwortung 2006" ausgerufen. Der Preis wird jährlich in den Kategorien kleine, mittlere und große Unternehmen vergeben und zeichnet Projekte aus, in denen Firmen sich in besonderer Weise bürgerschaftlich engagiert haben. Im vergangenen Jahr wurde in der Kategorie "Kleine Unternehmen" die Organisationsberatung Schulten & Weyland für ein Stadtteilprojekt ausgezeichnet. Sie gründete den Verein "Unternehmer/innen für die Nordstadt", der das interkulturelle Zusammenleben in dem Viertel fördert und die Eigenverantwortung der Bewohner durch verschiedene Projekte stärkt. Das Projekt "KidsKlinik" der Heinrich Mai & Sohn GmbH erhielt den Preis in der Kategorie "Mittlere Unternehmen". Es agiert bundesweit mit ehrenamtlichen Kooperationspartnern und hat sich der kinderfreundlichen Gestaltung und Renovierung von Kinderkliniken verschrieben. In der Kategorie "Große Unternehmen" wurde die DaimlerChrysler AG für ihr bereits 2003 gemeinsam mit der UNESCO ins Leben gerufene Projekt "Mondialogo" ausgezeichnet, das den internationalen und interkulturellen Austausch von Schülern, Studenten und Lehrern fördert. Bewerbungsschluss für den diesjährigen Preis ist der 15. September 2006.
Initiative Freiheit und Verantwortung

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HSBC: Sustainability als Teil des Geschäftsmodells 
Mittwoch, 5. Juli 2006 - Success Stories
Die britische Großbank HSBC macht vor, wie sich Nachhaltigkeits-Perspektiven im Finanzsektor umsetzen und in die Geschäftsprozesse integrieren lassen. So bietet das Unternehmen jedem Aktionär an, wenn er auf die Zusendung des gut 300-seitigen Geschäftsberichts verzichtet, dafür zehn Bäume zu pflanzen. In den nächsten fünf Jahren sollen außerdem in die Gebäude des Konzerns 150 Millionen Euro investiert werden, um diese umweltgerechter umzubauen. Auch im Tagesgeschäft greifen die Banker das Thema Sustainability offensiv auf. So hat die Bank Vorschriften zur Projektfinanzierung ausgearbeitet, denenzufolge die Investments nur in Aktivitäten fließen, die festgelegte Energie- und Umweltstandards einhalten. Beispielsweise finanziert die HSBC keine Projekte mehr, in deren Folge Regenwälder abgeholzt oder Naturschutzgebiete beeinträchtigt werden.
"Ein Wald an Stelle von Geschäftsberichten", Bericht in der FAZ vom 5. Juli 2006

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Vorbilder für "Sustainable Excellence" 
Freitag, 16. Juni 2006 - Success Stories
Die Sustainable Excellence Group und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt stellen in einer neuen Informationsschrift unter dem Motto "Exzellent führen - nachhaltig handeln" auf Basis des EFQM-Modells (European Foundation for Quality Management) Modelle für eine nachhaltige Organisationsentwicklung vor. Der von den Autoren propagierte Ansatz erweitert die EFQM-Perspektiven dabei um wichtige Nachhaltigkeitsaspekte. Die Broschüre erläutert Inhalte und Umsetzungsschritte und bietet zudem verschiedene Success Stories von Unternehmen, die die Prinzipien bereits erfolgreich umsetzen.

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American Apparel: Fairness und viel Umsatz 
Montag, 12. Juni 2006 - Success Stories
In Deutschland gehört der Textilfabrikant Wolfgang Grupp zu den Vorzeigeunternehmern, die dem Hochlohnstandort die Treue halten und dabei gutes Geld verdienen. Dabei ist es nicht alleine die sprichwörtliche schwäbische Sparsamkeit, mit der Trigema sich gegen die Billiglohnkonkurrenz behauptet. Das Prinzip, Mitarbeiter durch eine Mischung aus Wertschätzung und fairer Bezahlung zu motivieren, führt nicht nur im überschaubaren Schwabenländle zu Qualität und Effizienz, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten können. Der amerikanische T-Shirt-Hersteller American Apparel beschreitet den selben Weg - wobei sich Gründer Dov Charney lieber als Lebemann in Szene setzt, dem es egal ist, ob seine Gegner ihn als Spinner oder Großkotz betrachten. Charney lässt seine Shirts in Los Angeles fertigen und zahlt seinen Arbeitern, die wie andere in der Textilindustrie auch natürlich im Akkord schuften, mehr als das doppelte des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohns. Die Textilien werden zudem vorwiegend aus Öko-Baumwolle gefertigt. Die hohen Produktionskosten schlagen sich natürlich im Preis nieder. So kostet ein AA-Shirt in Europa 20 bis 40 Euro. Doch scheinen genügend Kunden bereit zu sein, diese Preise auch zu zahlen. So stieg der AA-Umsatz innerhalb von vier Jahren von 40 Millionen Dollar auf 250 Millionen Dollar. Charney selbst gibt sich jedoch nicht als Weltverbesserer, sondern sieht sich gerne als smarter Kapitalist. "Wir sind der neue Kapitalismus, der Kapitalismus, der funktioniert", zitiert ihn etwa die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

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Mitarbeiterbeteiligung als "Gewinn für alle" 
Mittwoch, 7. Juni 2006 - Success Stories
Wenn Unternehmen einerseits hohe Gewinne erzielen und andererseits oft in großem Umfang Arbeitsplätze abbauen, geraten sie nur allzu leicht in die Kritik der Öffentlichkeit. Oft wird der Stellenabbau damit begündet, dass er notwendig sei, um die Zukunftsfähigkeit eines Betriebes zu stärken. Doch es gibt immer mehr Arbeitgeber, die - das selbe Ziel im Blick - hierfür den umgekehrten Weg gehen und damit längerfristige Erfolge erzielen. Das Stahlwerk Georgsmarienhütte beispielsweise hat 1995 nach einem MBO (als Rettung vor dem Konkurs) eine Gewinnbeteiligung für alle Mitarbeiter eingeführt. Seitdem wird ein fester Prozentsatz des operativen Gewinns nach Steuern an alle Mitarbeiter ausgezahlt. Klaus Lang, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor des Unternehmens, sagt dazu in einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Beteiligung und Mitverantwortung fördern die Bereitschaft, in kritischen Situationen Außergewöhnliches zu leisten, um Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland zu halten und die notwendige Rentabilität zu erzielen." Seiner Meinung nach ist eine funktionierende Volkswirtschaft auf Werte wie Teilhabe der Arbeitnehmer an Entscheidungen und Ergebnissen des Unternehmens angewiesen und nicht nur auf den Shareholder Value. Der Erfolg dieser Betrachtungsweise lässt sich auch an den Umsatzzahlen der Unternehmensgruppe ablesen: Von 2003 bis 2005 stieg er von 304 auf 506 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs im selben Zeitraum von 1.202 auf 1.249.

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