Intuition und Nichtwissen im Business 
Donnerstag, 27. Juli 2006 - Management
Die Welt wird immer komplexer. Nicht zuletzt, weil wir immer mehr Daten generieren, deren Bedeutung wir immer weniger erfassen können. Doch nicht nur diese Flut der Informationen stellt ein Prinzip "rationaler" Entscheidungen - in der Wirtschaft wie im Leben - immer mehr in Frage. Studien haben längst bewiesen, dass das Bild des Homo Oeconomicus mehr einem (rational orientierten) Wunschdenken denn der Realität entspricht. Der Umgang mit dem eigenen Nichtwissen und der Intuition gewinnt vor diesem Hintergrund immer mehr an Bedeutung. "Was wir in Zukunft also brauchen, sind Unternehmenskulturen, die Nichtwissen und Intuition konstruktiv in ihren Alltag integrieren", sagt etwa der Trainer und Coach Dr. Andreas Zeuch, der sich dem Thema auf seinem Weblog "integral.blog" widmet. Auch die Webseite "psychophysik" betrachtet die Dimensionen und Wirkungen des Unterbewusstseins. Aktuelles Highlight: Ein Interview mit DM-Chef Götz Werner zum Thema "Nichtwissen" im Business.
integral.blog
psychophysik.com

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Führungskräfte brauchen eine bessere Selbstwahrnehmung 
Mittwoch, 26. Juli 2006 - Studien
Die Lücke, die zwischen der Selbstwahrnehmung von Führungskräften und der Wahrnehmung durch ihre Mitarbeiter klafft, ist nicht zu unterschätzen. Manager halten gerne Eigenschaften wie Authentizität und Integrität hoch, schaffen es jedoch gleichzeitig häufig nicht, diese auch wirklich vorzuleben - so das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Harvest Consultancy, über die das Handelsblatt berichtet. So wird Durchsetzungsfähigkeit in den Augen der Mitarbeiter schon einmal als Ellbogen-Mentalität wahrgenommen. Einig sind sich die Experten, dass sich die neue Perspektive einer weicheren Führungskultur in den Unternehmen erst langsam durchsetzt. Weiche Faktoren wie Empathie und Vertrauen werden sich wohl nur in einem längerfristigen Prozess etablieren - der jedoch aus Sicht der Berater unabdingbar ist, da taktvolles Benehmen unmittelbaren Einfluss auf die Motivation der Mitarbeiter hat.
"Wie bin ich?", Handelsblatt 15.7.2006

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Deutsche Führungskräfte sind vertrauensvoll 
Dienstag, 25. Juli 2006 - Studien
Die deutschen Manager sind sehr vertrauensvoll - und werden mit dem Vertrauen ihrer Mitarbeiter belohnt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Akademie für Führungskräfte unter 350 Führungskräften. 82,2 Prozent der Befragten, die einer Führungskraft unterstellt sind, sprachen dieser das Vertrauen aus. Sogar 90,7 Prozent haben keinen Zweifel an der Integrität der ihnen unterstellten Mitarbeiter. Für 97,7 Prozent sind Mitarbeitergespräche ein wichtiger Baustein, um eine Vertrauenskultur im Unternehmen aufzubauen, gefolgt von Zielvereinbarungen (88,4 Prozent). Ein Leitbild, das Unternehmenswerte und Selbstverständnis festhält, ist für 82,8 Prozent der Befragten sehr wichtig - allerdings verfügen nur 67 Prozent der Unternehmen auch über ein solches. Die eigene Unsicherheit trägt in den Augen von 93,3 Prozent der Befragten dazu bei, dass Manager es bisweilen nicht schaffen, ihren Mitarbeitern zu vertrauen. Offene und stringente Kommunikation ist dagegen in den Augen der Befragten unerlässlich, um ein Vertrauensklima aufrecht zu erhalten.
Studie "Auf gut Glück" der Akademie für Führungskräfte

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Globetrotter: Authentizität als Geschäftsmodell 
Montag, 24. Juli 2006 - Success Stories
Würden Sie, wenn Sie den Mount Everest besteigen wollen, Ihre Ausrüstung in einem Laden kaufen, dessen Verkäufern man es anmerkt, dass sie mit Survival-Touren und Trekking nicht viel am Hut haben? Der Outdoor-Spezialist Globetrotter würde das seinen Kunden niemals zumuten und beschäftigt deshalb im Verkauf nur Experten, für die die Natur quasi das zweite Zuhause ist. Die intensive Beratung durch Profis, die schon einmal ein paar Stunden in Anspruch nehmen kann, hat natürlich ihren Preis. So liegen bei Globetrotter die Personalkosten mit rund 20 Prozent etwa doppelt so hoch wie bei der Konkurrenz. Andererseits können sich die Weltenbummler und Expeditions-Freaks über die Entwicklung ihres Umsatzes - im Gegensatz zu vielen anderen Einzelhändlern - auch nicht beklagen. Seit 1999 beispielsweise hat sich dieser von damals 60 Millionen Euro auf nunmehr 118 Millionen Euro fast verdoppelt. Das Credo des Unternehmens: keine Kompromisse. In die Läden kommen nur Artikel, die zuvor von den Verkäufern getestet und auf ihre Praxistauglichkeit hin geprüft wurden. "Wir haben einen Laden aufgebaut, in dem wir selbst für unsere Reisen kaufen würden", sagt Globetrotter-Mitbegründer Klaus Denart in einem Gespräch mit der Financial Times Deutschland. Authentizität pur!
"Beraten und verkauft", FTD 13.7.2006

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Peer-Learning: Wenn Manager "die Hosen runter lassen" 
Freitag, 21. Juli 2006 - Management
Immer nur das Alpha-Tier zu geben, ist nicht jedermans Sache. Die Mitglieder der Entrepreneurs Organization jedenfalls tun bei ihren internen Treffen genau das Gegenteil. Bei den Stammtischen sprechen die Firmeninhaber (Mindestjahresumsatz: eine Million Euro) offen über ihre Probleme im Tagesgeschäft und ihre persönliche Situation. Das so genannte Peer-Learning, bei dem die Anwesenden zu einem Erlebnisbericht eigene Erfahrungen beitragen, bietet ein Forum für den wechselseitigen Austausch auf Augenhöhe. Viele Führungskräfte schätzen an den Gesprächsforen die Möglichkeit, auch eigene Schwächen und Probleme diskutieren zu können, ohne sich dabei eine Blöse zu geben.
"Unter Unternehmern", FTD 18.7.2006

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Die Musikbranche und die verlorene Authentizität 
Donnerstag, 20. Juli 2006 - Management
Die Musikbranche leidet nicht nur unter Raubkopierern, sondern krankt zunehmend an einem Verlust von Authentizität. Einerseits führt die Marktdominanz der vier großen Konzerne Sony BMG, Universal, EMI und Warner dazu, dass immer mehr Einheitsware den Markt überschwemmt und die Programme der Musiksender überflutet, während die erlesenen, eigenwilligen und besonderen Titel der unabhängigen Musiklabel gerade mal auf einen Marktanteil von 20 Prozent kommen - und sich bei MTV oder Viva kaum auf den am Mainstream und Massenmarkt orientierten Playlists finden. Andererseits führt die Marketingmaschinerie dieser Anbieter zudem dazu, dass immer weniger Musiker wirkliche Künstler sind und immer mehr Pseudo-Glamour die Szene beherrscht oder - drastischer ausgedrückt - Musikfans schlicht verarscht werden. So legte die die Süddeutsche Zeitung kürzlich auf ihrer Webseite jetzt.de offen, wie Label mit erfundenen Biographien der "Stars" die Käufer zu ködern versuchen - und welche Geringschätzung dabei den Kunden entgegengebracht wird. Die sind indes nicht so blöd, wie manche Plattenfirmen meinen und sind bereits kräftig dabei, in Form von Musikweblogs eine neue Subkultur zu schaffen. So beleuchtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in ihrer letzten Ausgabe, wie die Audioblogs zu den neuen "Trüffelschweinen" der Musikliebhaber werden - die Kunden selbst also damit beginnen, ihr eigenes Programm zu fahren. Der potenzielle Markt beginnt also damit, sich selbst zu versorgen - eine Aufgabe, die die Plattenfirmen auch selbst übernehmen könnten, würden sie nur das Bedürfnis der Hörer nach Authentizität überhaupt erkennen und ernst nehmen.
Wie bloß vermarktet man sehr junge R&B-Künstler? Ein geheimer Einblick!, jetzt.de 7.7.2006
"Die Jukebox der Pandora", FAS 16.7.2006

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Konservative Sozialsysteme zwischen Schutz und Begrenzung 
Mittwoch, 19. Juli 2006 - Studien
Unter Federführung des Bamberger Soziologie-Professors Hans-Peter Blossfeld fasst die länderübergreifende Studie "Globalife" die Auswirkungen von Globalisierungsprozessen in 18 OECD-Ländern zusammen. Der Wandel an den Weltmärkten beeinträchtigt der Studie zufolge gegenwärtig vor allem junge Arbeitnehmer, die zunehmend von befristeten Arbeitsverträgen, phasenweise niedrigem Verdienst oder qualitativ schlechter Arbeit betroffen seien. Wer im Arbeitsleben dagegen bereits Fuß gefasst habe, bleibe vom "Drive des Weltmarktes" bisher noch weitgehend verschont - jedenfalls in Ländern wie Deutschland, wo die Gewerkschaften eher stark sind und rechtliche Vorgaben wie der Kündigungsschutz einer entfesselten Hire-and-Fire-Dynamik noch entgegenwirken. Die Studie identifiziert verschiedene Ländercluster. Das deutsche System wird dabei als typisch "konservativ" eingestuft. Mit zentralisierten Lohnsystemen und relativ rigiden Arbeitsmarkt- und Bildungsregulierungen werde ein Beschäftigungssystem erzeugt, das jungen Menschen den Berufseinstieg erschwere und Insider - vor allem gut vernetzte und qualifizierte erwerbstätige Männer - begünstige, so ein Ergebnis der Studie. In "liberalen" Ländern wie England, Kanada und den USA sei der Arbeitsmarkt dagegen flexibler, dafür ist die Position der Arbeitnehmer aufgrund wesentlich lockerer Arbeitsmarktgesetze deutlich unsicherer. Einer der Vorteile laut Studie: Persönliche Ressourcen werden hier zum entscheidenden Erfolgskriterium. Die Schlüsse der Studie sind relativ zweischneidig. Einerseits bietet das konservative deutsche System Arbeitnehmern bei vergleichsweise hoher Regulierung, die sich auch einschränkend auf individuelle Chancen auswirken kann, immer weniger Sicherheit - wie die Massenentlassungen vor allem durch Konzerne hierzulande immer noch belegen. Andererseits fördert die "Freiheit" liberaler Systeme individuelle Chancen, verschärft aber zugleich den Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt erheblich - und damit wiederum die individuelle Gefahr, auf der Verliererseite zu landen.
Pressemitteilung zur Studie "Globalife"

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Immer mehr Studiengänge integrieren Ökonomie und Philosophie 
Dienstag, 18. Juli 2006 - Management
Ökonomie und Philosophie haben mehr gemeinsam, als man im Zeitalter des "Heuschrecken-Kapitalismus" meinen möchte. So war Adam Smith, der Begründer der klassischen Nationalökonomie, zugleich auch Moralphilosoph. Moral und Macht, Ethik und Erfolg miteinander wieder in Verbindung zu bringen, ist inzwischen vielen Hochschulen ein Anliegen. So bietet die Frankfurter Hochschule für Bankwirtschaft zum Wintersemester einen neuen Studiengang "Management, Philosophy & Economics" an. Die Uni München richtete bereits vor einem halben Jahr einen Weiterbildungsstudiengang "Philosophie, Politik, Wirtschaft" ein, während in Bayreuth bereits seit dem Jahr 2000 "Philosophy & Economics" auf dem Lehrplan steht.
"Management, Philosophy & Economics" Hochschule für Bankwirtschaft, Frankfurt
"Philosophie, Politik, Wirtschaft", Universität München
"Philosophy & Economics", Universität Bayreuth

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