Sommerzeit - Ferienzeit 
Montag, 26. Juli 2010 - sonstiges
think.work.different macht Sommerferien. Ab 16. August finden Sie hier wieder wie gewöhnlich frische News zum Thema authentisches Business. Bis dahin wünsche ich Ihnen schöne Sommertage.

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Hohe Arbeitsdichte führt zu Depressionen 
Freitag, 23. Juli 2010 - Studien
Die Arbeitsdichte ist ein wesentlicher Faktor, ob Arbeitnehmer verstärkt zu depressiven Erkrankungen neigen, so das Ergebnis einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Gängige Studien gehen seit längerem von diesem Zusammenhang aus. Ihr Manko: Die Befragten beurteilen zumeist sowohl ihre Arbeitsbedingungen als auch ihren Gesundheitszustand. Dieses Setting erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Befragten einen Zusammenhang zwischen beiden Aspekten herstellen. Zudem kann eine bereits vorhandene depressive Verstimmung dazu führen, dass die eigene Wahrnehmung dadurch beeinflusst wird und man die eigene Arbeitssituation entsprechend einschätzt. Um Verzerrungen wie diese zu beseitigen, wurden in der BAuA-Studie die Arbeitsbedingungen unabhängig und objektiv bewertet. Depressionen wurden anhand des standardisierten klinischen Interviews und depressive Verstimmungen mittels eines Screening-Verfahrens diagnostiziert. Die Untersuchung der 517 Beschäftigten aus drei Branchen (Banken und Versicherungen, Gesundheitswesen, Öffentlicher Dienst) zeigt, dass die objektiv bewertete Arbeitsintensität tatsächlich einen Einfluss auf das Auftreten von Depressionen hat, der subjektiv bewertete Tätigkeitsspielraum hingegen nicht. Je höher die objektive Arbeitsbelastung, umso häufiger treten unter den Beschäftigten sowohl Depressionen als auch depressive Verstimmungen auf.
BAuA-Studie, 14.7.10

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Durchbruch für weibliche Führungskräfte? 
Donnerstag, 22. Juli 2010 - Studien
Der Frauenanteil in Führungspositionen stagniert. So zeigt der Führungskräfte-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dass dieser seit drei Jahren unverändert bei 27 Prozent liegt, obwohl die Frauenquote unter den Beschäftigten insgesamt bei rund 50 Prozent liegt. In den Vorständen der 200 größten Unternehmen sind zu 97 Prozent Männer am Zuge. Ein weiterer Punkt: Frauen in Führungspositionen verdienen rund 28 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Studienautorin Elke Holst sieht dennoch eine gewisse Aufbruchstimmung. Einerseits wachse der politische Druck auf die Unternehmen, Frauen stärker in verantwortlichen Positionen zu berücksichtigen. Neue Vorstandsfrauen bei Siemens, SAP und EON hätten zudem Signalwirkung, ebenso die Ankündigung der Telekom, bis Ende 2015 die Führungspositionen im eigenen Unternehmen zu 30 Prozent mit Frauen besetzen zu wollen. Holst geht davon aus, dass Vorgaben - durch die Politik bzw. die Unternehmensleitung - hier einen Wandel in Gang setzen könnten. Ohne Direktiven bleibe hingegen erwartungsgemäß alles, wie es ist.
Ein Schritt vor, zwei zurück, SZ 15.7.10

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Subjektive Perspektiven der Lohngerechtigkeit 
Mittwoch, 21. Juli 2010 - Studien
Eine Studie der Universitäten Konstanz und Bielefeld geht der Frage nach, welche Faktoren bei der Bewertung von Einkommensunterschieden eine Rolle spielen. Befragt wurden 1.600 Personen. Gut 90 Prozent der Studienteilnehmer empfanden dabei die Unterschiede zwischen den Einkommen als zu groß oder sogar als viel zu groß. Gut 80 Prozent gehen davon aus, dass diese Unterschiede in den kommenden zehn Jahren noch steigen werden. Je nach Berufsgruppe zwischen 27 Prozent (Arbeiter) und 38 Prozent (Beamte) empfinden ihr Bruttoeinkommen als gerecht. Der Anteil derer, die ihr Einkommen ungerechterweise als zu niedrig einstufen, liegt zwischen 60 Prozent (Beamte) und 71,5 Prozent (Arbeiter), unter den Selbstständigen sind 68,5 Prozent dieser Ansicht, unter den Angestellten 64,4 Prozent. Die wichtigsten Kriterien für die Festsetzung eines gerechten Einkommens sind laut Ansicht der Befragten Leistung, berufliche Erfahrung, Ausbildung, Beruf und Betriebszugehörigkeit. Sollen die Befragten hingegen konkrete Einkommensfälle beurteilen, bei denen ihnen die Lebensumstände und beruflichen Rahmenbedingungen der Beispielpersonen bekannt sind, bildet der Faktor Beruf das wichtigste Kriterium für die Einschätzung, ob Einkommen gerecht sind oder nicht. Hier zeigt sich, dass vor allem angesehenen Berufen ein höheres Einkommen zugebilligt wird. Bericht zur Studie Einkommensgerechtigkeit in Deutschland, Mai 2010

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Die Selbsttäuschung der "Linken" 
Dienstag, 20. Juli 2010 - Studien
Jung + gebildet = links? Die politische Gleichung, nach der man - zumindest in früheren Zeiten - die politische Haltung von Menschen relativ zuverlässig bestimmen konnte, scheint in der Postmoderne an Plausibilität zu verlieren. Zwar glauben immer noch viele Junge und Gebildete, dass sie eher links denken, eine Studie zeigt jedoch, dass sie vielfach viel konservativer sind, als sie selbst glauben. So wertete der Ökonom James Rockey von der University Lancester die weltweite Umfrage World Value Survey aus, für die durchschnittlich 1.500 Menschen in 84 Ländern über die Jahre 1981 bis 2008 nach ihren Werten befragt wurden. Aus den Datensätzen der insgesamt mehr als 280.000 Befragten griff der Forscher vor allem die Haltung zu Einkommensunterschieden heraus. Als eher links wertete Rockey die Einstellung, Einkommen sollten gleicher gemacht werden, als eher konservativ die Meinung, dass Einkommensunterschiede als Anreiz notwendig seien. Dieses Item vergleich er mit Geschlecht, Alter, Ausbildung, Einkommen, Familienstand und Beschäftigung der Befragten. Das Ergebnis: Menschen mit besserer Ausbildung ordnen sich eher dem linken Spektrum zu, neigen aber gleichzeitig dazu, Einkommensunterschiede zu befürworten. Diesen vordergründigen Widerspruch macht der Ökonom daran fest, dass viele besser Gebildeten sich häufig auf frühere Haltungen, die sie beispielsweise als Studenten hatten, beziehen, und nicht merken, dass sie diese im Laufe ihres Lebens verändern. Studenten verortet der Forscher übrigens ideologisch im Mainstream.
Wer sich selbst als Linker sieht, ist das oft nicht, Telepolis 17.7.10

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Hirndoping zwischen Wunsch und Wirklichkeit 
Montag, 19. Juli 2010 - Wissenschaft
Das Thema Hirndoping ist seit einigen Monaten schwer en vogue und immer mehr Wissenschaftler gehen der Frage nach, ob und wie sich mit Medikamenten die Leistungsfähigkeit steigern lässt. Klaus Lieb, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, und Thomoas Metzinger, Philosoph an der gleichen Universität, untersuchen im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Fachleuten verschiedener Disziplinen, wie es um die Optimierungsmöglichkeiten für das Gehirn bestellt ist. Die Ergebnisse der Forscher sind ernüchternd. Metzinger räumt ein, dass der allgemeine Hype um das Thema natürlich bestimmte Zielgruppen zum experimentieren anregt, kann in Deutschland jedoch keine mit Amerika vergleichbare Enhancement-Epidemie feststellen. Das Problem aller medikamentöser Optimierungsstrategien sind nach wie vor die unkalkulierbaren Risiken. So weist Lieb darauf hin, dass beispielsweise eine gesteigerte Dopamin-Wirkung zwar für den Moment wacher und aktiver mache, aber auch die Fähigkeit, aggressive Impulse zu kontrollieren, beeinträchtige. Selbstüberschätzung und eine ungesunde Risikofreude könnten ebenfalls die Folge der Gehirnstimulierung sein. Dazu die FAZ: "Unberechenbare Energiemaschinen, die von Manien getrieben jeden Moment ausrasten können, sind für die Arbeitswelt kein Zuckerschlecken." Lieb richtet das Augenmerk auch darauf, dass die vielbeschworene Kreativität, die vermeintlich durch solche Maßnahmen gesteigert werde, vielfach gerade nicht durch eine erzwungene Fokussierung entstehe, sondern eher durch "ein gewisses Maß an Ablenkbarkeit durch eigene unsortierte Gedanken" gekennzeichnet sei. In diesem Zusammenhang führt die FAZ ein von verschiedenen Forschern bereits angeführtes "technisches Missverständnis von Lebensführung" an: "Denn beim Hirndoping gehe es um die Optimierung von zielführenden Prozessen dergestalt, dass die Befragung der Ziele selbst aus dem Blickfeld gerät. Mit der Tendenz, soziale Probleme zu medikalisieren statt sie mit politischen Instrumenten lösen zu wollen." Gegenwärtig sieht es also eher so aus, als würde die Idee des Hirndopings weniger menschliche Fähigkeiten fördern, als vielmehr untergraben, denn Kritikfähigkeit, aber auch die Fähigkeit, Misserfolge zu ertragen und an ihnen zu wachsen, tragen letztlich dazu bei, dass wir die sind, die wir sind - mit allen Schwächen, aber eben auch den aus vermeintlichen Irrwegen oder Fehlschlägen resultierenden Stärken.
Was ist dran am Hirndoping? FAZ, 12.7.10

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Plädoyer für ein neues Ich-Bewusstsein 
Freitag, 16. Juli 2010 - Arbeit
Und noch ein spannendes Interview bei Forum Nachhaltig Wirtschaften - mit dem Gründer der Diamantmanufaktur Freiesleben in Münster, Dr. Ulrich Freiesleben, der als promovierter Wirtschaftsethiker die Bewusstseinsfrage im Business stellt: "Es geht mir darum, die Dualität zwischen Ich-Bewusstsein, Egozentriertheit und auf der anderen Seite und die Entdeckung von Spiritualität auf der anderen Seite zu beschreiben. Ich bin in der Tat der Meinung, dass der bessere Unternehmer derjenige ist, der der ganzheitlichere Mensch ist, der für sich entdeckt hat, dass es noch anderen Quellen gibt, aus denen er schöpfen kann, jenseits seines rationalen Bewusstseins." Freiesleben weiß aus persönlicher Erfahrung, dass materieller Erfolg, selbst wenn er mit einem ausgeglichenen Familienleben einher geht, auf Dauer nicht glücklich macht und sich die Bewusstseinsfrage individuell früher oder später nachdrücklich stellt. Dabei kommt es ihm nicht darauf an, alleine eine individuelle Entwicklung zu propagieren, sondern neue Bezüge zwischen der persönlichen Innenwelt und dem Wirken im Business herzustellen: "n dem Maße wie man einen Zugang zu anderen Schichten seines eigenen Wesens entwickelt, die hinter der Egostruktur und dem rationalen Bewusstsein liegen, entwickelt man eine Verbundenheit zu allem Lebendigen. Ich gehe dann also mit meinen Mitarbeitern und Kunden anders um. Und diese Verbundenheit schließt dann auch automatisch viele Dinge aus, beispielsweise, dass man mit Waren handelt, von denen man auch nur ahnt, dass sie aus dubiosen Quellen stammen könnten. Oder dass man sich dafür interessiert, unter welchen Arbeitsbedingungen die Diamanten geschliffen werden. Das heißt aber nicht, dass man jetzt die ganze Ego-Struktur über Bord wirft, sondern dass sie nicht alleine und alle Maßstäbe setzend im Leben ist. Durch die Entwicklung neuer Anteile im Bewusstsein hinter der Ego-Struktur wird man auch der bessere Unternehmer, der nachhaltigere Unternehmer. In der Folge dieses inneren Weges, den man geht, hat man mehr Energie, man wird in seinen Entscheidungen klarer. Man hat eine größere Bandbreite an Handlungsoptionen zur Verfügung."
Der Unternehmer als Künstler, FNW 8.7.10

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Nur ein wirkliches Miteinander verändert die Wirtschaft 
Donnerstag, 15. Juli 2010 - Arbeit
Im Interview mit dem Magazin Forum Nachhaltig Wirtschaften erklärt der Vorstand der Schweisfurth-Stiftung Prof. Franz-Theo Gottwald, warum die Wirtschaft ein neues Miteinander braucht, um zukunftsfähig zu sein: "Nur wenn wir alle miteinander und speziell Menschen in der Wirtschaft lernen, was es heißen kann, konvivial zu leben - also in einem Mitsein mit allem anderen Lebendigen und mit einem Respekt davor, dass auch alle anderen Unternehmungen, die natürliche Mitwelt, die soziale Mitwelt und auch die nächsten Generationen ein Recht auf Leben haben und zwar auf ein menschenwürdiges oder auch ein tierwürdiges oder pflanzenwürdiges Leben, wenn die intrinsischen Werte der Mitlebewesen auf diesem Planeten und der zukünftigen Lebewesen auf diesem Planeten wahrgenommen werden können - nur dann ist ein wirklicher Kulturwandel pro Nachhaltigkeit in der Wirtschaft geschaffen." Dabei geht es Gottwald nicht alleine darum, das Wirtschaften menschlicher zu gestalten, sondern die wechselseitigen Bedingtheiten von individuellem Engagement, ökologischen Rahmenbedingungen und sozialen Aspekten besser zu verstehen und angemessener zu adressieren: "Der Mensch gerät also ganz neu in den Blick in Bezug auf seine Verschränkung mit den natürlichen Ressourcen. Wie bringen wir uns selbst in den entwickelten Ländern und unseren Mitmenschen in den sich entwickelnden Ländern bei, was genug ist? Suffizienzbetrachtungen und die Folgen des Konsums bringen eine ganze neue Debatte mit sich, die die Integration der früher getrennten Felder voraus setzen. Mit dem gängigen Säulenmodell - der so genannten Triple Bottom Line - bin ich nicht glücklich. Ökonomie, Ökologie und Soziales sind nicht einfach drei nebeneinander stehende Säulen, sondern wir reden hier über ein sehr komplexes Verschränktsein, gewissermaßen einen gordischen Knoten, der auf intelligente Art und Weise kulturell angegangen werden muss."
Über die Zukunft des Konsumverhaltens, FNW 8.7.10

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