E-Mails animieren zum Lügen 
Montag, 5. Juli 2010 - Studien
Eine Studie der University of South Carolina zeigt eindrücklich, dass es einen großen Unterschied macht, ob schriftliche Kommunikation via E-Mail oder ganz altmodisch auf Papier erfolgt. In einem ersten Test bekamen 48 Studenten eine imaginäre Kasse, deren Wert sie einem Partner mitteilen sollten, um ihm anschließend ein Angebot zu unterbreiten, wie die Summe zwischen beiden geteilt werden könnte. 92 Prozent der Beteiligten, die dies per E-Mail taten, schwindelten hierbei und gaben nicht den richtigen Betrag an. Zudem zeigten sie sich beim Teilen unfairer. In der Vergleichsgruppe der Briefeschreiber waren 63 Prozent unehrlich. In einem weiteren Test wurden 177 Manager in Dreiergruppen zu einem wissenschaftlichen Wettstreit animiert - mit dem Hinweis, dass alle Lügen im Verlauf umgehend aufgedeckt werden würden. Auch hier wurde in der Kommunikation via E-Mail deutlich häufiger gelogen als im Austausch via Brief. Die Forscher raten auf Basis ihrer Ergebnisse, im Business-Alltag gut zu überlegen, welche Prozesse virtualisiert werden und welche nicht, denn es habe sich gezeigt, dass Leistungsbeurteilungen, die über das Internet erhoben werden, negativer ausfallen. Eine Mutmaßung der Wissenschaftler: Auch bei Online-Steuererklärungen könnte sich ein solcher Effekt zeigen und die Steuerehrlichkeit untergraben. Auf die Frage, warum - unabhängig vom Medium - überhaupt so viel gelogen wird, geht die Studie leider nicht ein. Die Tatsache, die geringste Lügenquote bei 63 Prozent lag, ist eigentlich für sich betrachtet schon bemerkenswert.
In E-Mails wird mehr gelogen, Psychologie heute 23.4.10

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Zustimmung wirkt wie eine Belohnung 
Freitag, 2. Juli 2010 - Studien
Forscher der Universität Aaarhus haben untersucht, welche Reaktionen im Gehirn ablaufen, wenn Menschen Zustimmung erfahren. Bei dem Test wurde 28 Probanden ein Musikstück vorgespielt, das ihnen gefiel. Im Anschluss äußerte ein Expertenteam seine Meinung zur Musik. Fiel dessen Urteil positiv aus, wurde im Gehirn der Probanden ihr Belohnungszentrum aktiviert - und zwar umso stärker, je höher die Zustimmung ausfiel. Die Bewertung führte außerdem dazu, dass die Probanden ihre eigene Meinung mehr an der der Bewertenden orientierten. Vor dem ersten Test hatten die Probanden eine Liste mit 20 von ihnen geschätzten Musikstücken mit Punkten von eins bis zehn zu bewerten, nach den Experten-Feedbacks sollten sie diese Liste noch einmal durchgehen. Beim zweiten Durchlauf zeigte das Feedback deutliche Wirkung, denn Titel, die bei den Experten auf ein positives Echo gestoßen waren, wurden nun auch von den Studienteilnehmern besser bewertet, solche, die, die auf weniger positive Resonanz stießen, wurden nun niedriger bewertet. Die neuronalen Messungen im Kernspintomographen zeigten auf Basis der Gehirnaktivität, wie stark die unterschiedlichen Probanden von externen Feedbacks beeinflusst wurden, denn je anfälliger sie für die Meinungen anderer waren, umso stärker reagierte ihr Belohnungszentrum.
Ertappte Meinungsmacher, wissenschaft.de 18.6.10

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Change braucht gute Kommunikation 
Donnerstag, 1. Juli 2010 - Studien
Für 82 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben Change-Projekte gegenwärtig eine hohe Priorität, schlicht weil der Kostendruck alleine rund 60 Prozent der Firmen zu Veränderungen zwingt. Doch wenn es um die Vermittlung des Wandels geht, zeigt sich deutlicher Nachholbedarf, so das Ergebnis der Studie "Handelsblatt trend Change Management" im Auftrag von Damovo Deutschland und Cisco Systems. So sind zwar 61 Prozent der Führungskräfte der Ansicht, sie würden ihre Change-Strategien den Mitarbeitern gut vermitteln, aber nur 37 Prozent von diesen teilen diese Meinung. Die beliebte Top-Down-Kommunikation der Verkündung von Veränderungen per E-Mail ist zwar kostengünstig, aber wenig effizient. Firmen, die die Mitarbeiter persönlicher einbinden, beispielsweise durch Video- und Webkonferenzen, sind hingegen mit ihrem Change-Management erfolgreicher - sie bewerten ihre Wandlungsprojekte zu 72 Prozent als erfolgreich, das sind doppelt so viele wie bei den Firmen mit konventioneller Kommunikation. 81 Prozent betrachten das persönliche Gespräch mit den Mitarbeitern als Erfolgstreiber für den Wandel - und da dies vis-a-vis zu aufwändig ist, erleichtern ihnen die modernen Konferenz-Tools den direkten Draht.
Chefetagen und Mitarbeiter reden aneinander vorbei, HB 23.6.10

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Reiche sind bereit zu zahlen 
Mittwoch, 30. Juni 2010 - Studien
Während auf dem politischen Parkett die Stimmungswogen noch hoch schlagen, weil die Bundesregierung mit ihrem Sparprogramm in den Augen vieler Geringverdiener über die Maßen belastet, aber vor einschneidenden Einschnitten bei den Vermögenden zurückweicht, zeigt eine Umfrage des Manager Magazins, dass die Reichen im Prinzip bereit wären, ihren Teil zur Rettung der Staatsfinanzen beizutragen. Zwar begrüßen 77 Prozent der befragten 330 Entscheidungsträger die aktuelle Kürzungspolitik, weil sie in Sparmaßnahmen ein besseres Mittel gegen die Schuldenkrise sehen als in Steuererhöhungen, doch 54 Prozent würden, sollte es zu Steuererhöhungen kommen, am ehesten die Reichen belasten - durch die Wiedereinführung der Vermögensteuer oder eine Anhebung des Spitzensteuersatzes. In eine ähnliche Richtung weist eine Forsa-Erhebung im Auftrag des Stern. 42 Prozent der Deutschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 Euro und mehr erklärten sich bereit, zur Bewältigung der Krise mehr Steuern zahlen zu wollen, ähnlich viele waren es in der Einkommensklasse zwischen 3.000 und 4.000 Euro netto. Selbst jeder Dritte, der pro Monat weniger als 3.000 Euro netto in der Tasche hat, war dazu bereit.
Mehrheit der Manager befürwortet Reichensteuer, Spiegel Online 23.6.10

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Talent lässt sich entwickeln 
Dienstag, 29. Juni 2010 - Management
Die Wirtschaftswoche geht in einem Artikel der Frage nach, was besonders talentierte Menschen auszeichnet und welche Fähigkeiten überdurchschnittliche Menschen zum Erfolg führen. Als besonders wichtige Persönlichkeitsmerkmale haben Forscher bereits vor einigen Jahrzehnten Neugier, Offenheit und Gewissenhaftigkeit ausgemacht. Diese Erkenntnisse decken sich mit neueren Forschungen, die den persönlichen "Biss" als Basis für Höchstleistungen ausmachen. Kinder, die erfolgreicher als andere an einem Buchstabierwettbewerb teilnahmen, zeichneten sich beispielsweise durch ihr Durchhaltevermögen aus - sie übten schlicht länger als die schlechtere Konkurrenz. Auch die Fähigkeit zur Selbstdisziplin gilt als Garant für spätere Erfolge. So wurden in einer Studie Kinder dem so genannten Marshmallow-Test unterzogen - sie konnten entweder sofort die Süßigkeit bekommen oder - nach einer Wartezeit von 15 Minuten - mit der doppelten Zuteilung rechnen. Bei Folgeuntersuchungen nach zehn Jahren zeigte sich, dass die Kinder, die in jungen Jahren ihre Gier im Zaum halten konnten, später erfolgreicher waren. Kinder für ihre Klugheit zu loben, kann hingegen als Schuss nach hinten losgehen, wie eine weitere Studie zeigt, denn wer allein für seine Intelligenz gelobt wird, traut sich weniger zu. Lob für Anstrengungen - auch wenn sie nicht immer zum Erfolg führen, führt andererseits zu größerer Ausdauer und Geduld, was wiederum langfristig die Erfolgschancen steigert. Unter dem Strich verliert der Mythos der Überflieger viel von seinem Glanz, lässt er sich doch letztlich auf eher klassische Tugenden zurückführen, die eigentlich jeder kultivieren kann: Disziplin, Ausdauer, Fleiß.
Das Geheimnis der Überflieger, WiWo 21.6.10

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Das Tun folgt dem Bewusstsein 
Montag, 28. Juni 2010 - Management
In einem Interview mit dem Magazin Forum Nachhaltig Wirtschaften spricht der Management-Berater Dr. Friedrich Assländer über spirituelle Perspektiven (in) der Wirtschaft. Assländer sieht einerseits eine wachsende Offenheit für die Thematik, aber zugleich auch einen Backlash der Gegenorientierungen: "Wir haben eine Gruppe von Verantwortlichen, v.a. aus mittelständischen Betrieben, die eine ganz klare Werteorientierung und auch spirituelle Orientierung hat und der es um gelebte Nachhaltigkeit geht. Ich sehe aber umgekehrt auch eine zunehmende Polarisierung, beispielsweise, wenn wir uns die Finanzmärkte ansehen die den Bezug zur Wirklichkeit verloren haben." Assländer plädiert für ein wacheres Bewusstsein und mehr wechselseitige Verbindlichkeit im Geschäfts- und Berufsleben: "Der Kern ist immer das Bewusstsein. Unser Tun folgt unserem Bewusstsein. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir das Bewusstsein verändern. Ich denke es geht darum zu entdecken, dass wir ein Teil einer größeren Wirklichkeit sind. Es gibt kein Leben, keine Existenz unabhängig, getrennt vom Leben Anderer. Die klare Aussage aller spirituellen Wege und Traditionen, dass alles mit allem verbunden ist, das muss immer mehr ins Bewusstsein der Allgemeinheit rücken. Das Leiden des Anderen ist letztendlich auch mein Leiden und wird irgendwann wieder zu mir zurückkommen. Und wenn ich das Leiden des Anderen lindere, dann lindere ich letztendlich auch mein eigenes Leiden."
Wege zum Wesentlichen, FNW 21.6.10

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Statuspanik in der Mittelschicht 
Freitag, 25. Juni 2010 - Studien
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) diagnostiziert eine Statuspanik in der Mittelschicht. Eine neue DIW-Studie zeigt, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft. Die Zahl derer, die weniger als 70 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, stieg von 18 Prozent im Jahr 2000 auf fast 22 Prozent im Jahr 2009. Die Gruppe der Wohlhabenden, die mehr als 150 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, wuchs von 16 Prozent im Jahr 2000 auf 19 Prozent im Jahr 2008. Laut DIW gehören die Bezieher mittlerer Einkommen in den letzten Jahren zu den Verlierern. Eine Entwicklung, die sich auch negativ auf die Stabilität der Gesellschaft auswirken könne. "Gerade bei den mittleren Schichten, deren Status sich auf Einkommen und nicht auf Besitz gründet, besteht eine große Sensibilität für Entwicklungen, die diesen Status bedrohen", so das DIW. Die Forscher sehen in der Folge vor allem in den Städten eine wachsende Segregation und kritisieren, dass das von der Bundesregierung favorisierte Sparpaket die Einkommensunterschiede weiter vertiefe.
Große Panik in der Mittelschicht, SZ 15.6.10

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Der Paradigmenwechsel braucht seine Zeit 
Donnerstag, 24. Juni 2010 - Management
Im Interview mit Forum Nachhaltig Wirtschaften spricht der bekannte Kommunikationsexperte, Zen-Lehrer und Management-Coach über den sich abzeichnenden Paradigmenwechsel im Business. Kohtes erkennt in der Wirtschaft, wenn auch noch verhalten, durchaus ein neues Selbstverständnis: "In dem Moment, als das Handelsblatt zum ersten Mal das Wort "Meditation" erwähnte, vor etwa acht bis zehn Jahren, war dann das Tabu gebrochen. Es ist zwar noch immer ein schwieriges Thema, aber inzwischen hat sich auch bei Spitzenmanagern ein latentes Bewusstsein dafür entwickelt. Das Dilemma ist, dass dieses Bewusstsein zwar wächst, aber die Bereitschaft, wirklich einen Übungsweg einzuschlagen, dennoch extrem gering ist. Und wenn die Menschen einen Weg nach Innen gehen, dann beschränkt sich das zumeist auf den privaten Bereich. Diese Praxis ist eben noch fast nirgends institutionalisiert. Es gibt zwar da und dort Räume der Stille, wie beispielsweise die private Initiative zur Zen-Praxis in der Deutschen Bank, aber bezogen auf die Gesamtheit der Wirtschaft sind das alles noch Einzelfälle." Obwohl größere Veränderungen auf der System also noch auf sich warten lassen, gibt der Management-Berater sich dennoch optimistisch: "Wir müssen nüchtern sehen, dass unser wirtschaftliches System, das auf der einen Seite so unglaublich marode ist, auf der anderen Seite unglaublich erfolgreich ist. Es ist ja nicht so, dass wir sagen können: Meditiere und dann wirst du erfolgreich. Sondern bislang ist es ja eher so, dass jemand, der sich nicht so sehr mit der eigenen Achtsamkeit beschäftigt, in unserem System zunächst einmal als der Erfolgreichere erscheint. Erst langfristig kehrt sich das um. Dann zeigt sich, dass Achtsamkeit und persönliche Sensibilität zu dauerhaftem Erfolg und zu einer tieferen Lebensqualität führen."
zen@work - vom langsamen Bewusstseinswandel in der Wirtschaft, FNW 16.6.10

[ 7 Kommentare ]     Permalink

Zurück Weiter