Frauen sind genügsam 
Montag, 12. Juli 2010 - Studien
Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass die im Vergleich zu Männern niedrigeren Gehälter von Frauen nicht alleine systembedingt sind, sondern zum Teil auch die Selbsteinschätzung und den Erwartungshorizont von Frauen im Arbeitsleben widerspiegeln. Die Studie belegt: Je nach Berufsgruppe verdienen Frauen zwischen 16 und 20 Prozent weniger als Männer - und sie halten dies sogar für gerecht. Die Ökonomen führen die Tatsache, dass die Ansprüche von Frauen an ihr Gehalt tendenziell niedriger sind als die der Männer darauf zurück, dass Frauen sich häufig in Einkommensfragen mit anderen Frauen vergleichen und so ihr Bild einer gerechten Entlohnung entwickeln. Gerade in typischen Frauenberufen ist das Lohnniveau jedoch tendenziell niedriger als in Branchen, in denen Männer stark präsent sind. So wird erklärbar, warum Frauen sich in Gehaltsverhandlungen häufig bei gleicher Qualifikation mit weniger Gehalt zufrieden geben als Männer. Die Forscher empfehlen deshalb mehr Transparenz der Entlohnungssysteme im Hinblick auf die Einkommensverteilung der Geschlechter.
Studie: Frauen fordern weniger Geld, FAZ 7.7.10

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Money rulez 
Freitag, 9. Juli 2010 - sonstiges
Der Umgang mit dem Thema Geld treibt bisweilen illustre Blüten. So berichtet die Süddeutsche Zeitung über ein Projekt in Singapur, die Money-Clinic, in der bereits Kindern der Umgang mit Geld beigebracht wird. Im Interview mit der SZ erklärt die Gründerin Ying Teo: "Vorschüler in Singapur haben zwar Mathematik als Fach, aber mit Geld befassen sie sich erst nach dem Eintritt in die Grundschule mit sieben Jahren. Vielen Familien ist das zu spät. Die Eltern wollen, dass ihre Kinder einen Vorsprung beim Umgang mit Geld haben. Wir trennen zwischen Programmen für Finanzpolitik und Anlagestrategien. Sie befassen sich mit Sparen, Haushalten, Preisvergleichen. Acht- bis Zehnjährige sollen verstehen, wie das Geld für sie arbeitet. Und Teenager lernen das Bankensystem kennen; sie erfahren, was ein Bond, was eine Aktie ist, sie lernen an der Börse zu spekulieren und zu investieren." Wer das haarsträubend findet, wird vielleicht etwas besänftigt, wenn er das Zitat eines Managers auf der Webseite der Money-Clinic zur Kenntnis nimmt: "Keine Generation hat mehr Geld zur Verfügung und mehr Druck, es auszugeben als jene Kinder, die im 21. Jahrhundert geboren sind. Wir steuern auf eine Generation junger Singapurianer zu, die Sklaven ihrer Kreditkarten sind und ihr Leben damit verbringen, nach Luxuslabels und Statussymbolen zu jagen." Ying Teo jedenfalls gibt sich durchaus auch gesellschaftskritisch, sagt, dass es ihr Anliegen sei, den Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geld beizubringen und ihnen zu zeigen, dass man auch teilen solle: "Wir sind der Überzeugung, dass Jugendliche heute einen viel zu leichten Zugang zu Geld haben und zu viel ausgeben. Wir versuchen ihnen klarzumachen, dass man sein Geld zusammenhalten muss, wenn man es langfristig behalten will." Letztlich bleibt aber doch der Beigeschmack, dass hier schon früh vermittelt wird: Money rulez ...
Wo Dreijährige zum Anlageberater werden, SZ 30.6.10

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Online einsam 
Donnerstag, 8. Juli 2010 - Studien
Eine Studie der University of South Carolina zeigt, dass häufige Internetaktivitäten mit größerer Einsamkeit und weniger Lebenszufriedenheit einhergehen. Die Forscher hatten 13.000 Menschen in den Jahren 2004 und 2005 untersucht, 754 davon in beiden Jahren. Es zeigte sich, dass diejenigen, die vergleichsweise viel Zeit online verbrachten, sich einsamer fühlten und eine geringere Lebenszufriedenheit aufwiesen als jene, die seltener online waren. Stieg die virtuell verbrachte Zeit an, erhöhte sich auch die subjektive Einsamkeit und die Lebenszufriedenheit sank weiter. Die Wissenschaftler wissen nicht, ob das Gefühl der Einsamkeit die Menschen zum Versuch einer virtuellen Kompensation animiere oder ob sie eher einsam sind, weil sie so viel Zeit online verbringen. Die Einbeziehung der Zeit, die mit Familie und Freunden verbracht wurde, in die Studie löste jedenfalls die Beziehungen zwischen Einsamkeit und Online-Nutzung nicht. Interessant wäre es sicherlich, einen vergleichbaren Test einmal in der Arbeitswelt durchzuführen und zu eruieren, wie sich die zunehmende Virtualisierung von Arbeitsprozessen auf die Beziehungen mit Mitarbeitern, Kunden etc. auswirkt.
Ich bin online, also bin ich einsam, Psychologie heute 8.4.10

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Konkurrenzverhalten entwickelt sich in der Kindheit 
Mittwoch, 7. Juli 2010 - Studien
Wenn Männer und Frauen im Berufsleben ein unterschiedliches Konkurrenzverhalten an den Tag legen, wurden die Wurzeln dafür zumeist schon in der Kindheit gelegt. Eine Untersuchung der Universität Innsbruck und des Bonner Instituts zur Zukunft illustriert, dass Jungen und Mädchen schon in frühen Lebensjahren eine unterschiedliche Haltung zum Thema Konkurrenz und Wettbewerb entwickelt haben. Bei der Studie wurden insgesamt 1.000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 3 und 18 Jahren einbezogen, die in den Tests Rechenaufgaben lösen oder Wettrennen laufen sollten, wobei ihnen für ihre Leistung Geldgewinne winkten. Zusätzlich hatten sie die Wahl, darüber hinaus gegen Gleichaltrige anzutreten, um ihren Gewinn weiter zu erhöhen. In ihren Leistungen lagen Jungen und Mädchen gleichauf, doch die Möglichkeit des zusätzlichen Wettkamps nutzten lediglich 19 Prozent der Mädchen, während es bei den Jungen 40 Prozent waren. Die Forscher ziehen aus den Ergebnissen den Schluss, dass die Wurzeln für die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern in ihrem unterschiedlichen Wettbewerbsverhalten liegen könnten und erwägen, dass eine frühere Förderung des Wettbewerbsverhaltens von Frauen später der Chancengleichheit im Beruf zugute kommen könnte. Umgekehrt könnte man aber auch zu dem Schluss kommen, dass es vielleicht dienlich wäre, Jungen und Männer verstärkt mit den Vorteilen der Kooperationsfähigkeit vertraut zu machen, denn in ihren Schlussfolgerungen folgt die Studie wieder einmal einer ausschließlich männlichen Wahrnehmungsperspektive.
Schon als Kinder konkurrenzschau, SZ 30.6.10

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Wie der Tastsinn unsere Taktiken beeinflusst 
Dienstag, 6. Juli 2010 - Studien
Harte Stühle führen zu harten Verhandlungen - so die Erkenntnisse einer Studie der Harvard University, des MIT (Massachusetts Institute of Technology) und der Yale Universität. Die Berührung von harten Gegenständen fördert den Kampfgeist, so eines der Ergebnisse. So würden Menschen, die auf harten Stühlen sitzen, entsprechend hart ihre Verhandlungen führen. Bewerbungsunterlagen, die schwerer in der Hand liegen, führen dazu, dass Personaler den entsprechenden Kandidaten eine bessere, sprich gewichtigere Qualifikation zusprechen. Bei einem Test mit Puzzle-Teilen zeigte sich, dass die Beschaffenheit der Teile - einmal eher hart und rau, einmal eher weich und rund - die Wahrnehmung bei folgenden Aufgaben prägt. Im Anschluss an das Puzzeln wurde den Studienteilnehmern eine Geschichte vorgelesen - diejenigen, die mit den harten Teilen hantiert hatten, beschrieben die Inhalte der Geschichte später negativer als diejenigen, die mit den weichen Teilen umgegangen waren. Die Forscher weisen darauf hin, dass der Tastsinn der erste Sinn ist, den der Mensch entwickelt hat, und dieser unsere Empfindungen und damit unser Verhalten unbewusst ein Leben lang beeinflusst. Wer sich im Business durchsetzen möchte, sollte also bei Verhandlungen für sich selbst wohl eher einen harten Stuhl wählen und dem Gegenüber eine gute Polsterung anbieten. Umgekehrt könnte man aber auch zu dem Schluss kommen: Ein paar anständige Kissen könnten das Arbeitsleben vielleicht deutlich angenehmer gestalten.
Wer hart sitzt, verhandelt hart, FTD 24.6.10

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E-Mails animieren zum Lügen 
Montag, 5. Juli 2010 - Studien
Eine Studie der University of South Carolina zeigt eindrücklich, dass es einen großen Unterschied macht, ob schriftliche Kommunikation via E-Mail oder ganz altmodisch auf Papier erfolgt. In einem ersten Test bekamen 48 Studenten eine imaginäre Kasse, deren Wert sie einem Partner mitteilen sollten, um ihm anschließend ein Angebot zu unterbreiten, wie die Summe zwischen beiden geteilt werden könnte. 92 Prozent der Beteiligten, die dies per E-Mail taten, schwindelten hierbei und gaben nicht den richtigen Betrag an. Zudem zeigten sie sich beim Teilen unfairer. In der Vergleichsgruppe der Briefeschreiber waren 63 Prozent unehrlich. In einem weiteren Test wurden 177 Manager in Dreiergruppen zu einem wissenschaftlichen Wettstreit animiert - mit dem Hinweis, dass alle Lügen im Verlauf umgehend aufgedeckt werden würden. Auch hier wurde in der Kommunikation via E-Mail deutlich häufiger gelogen als im Austausch via Brief. Die Forscher raten auf Basis ihrer Ergebnisse, im Business-Alltag gut zu überlegen, welche Prozesse virtualisiert werden und welche nicht, denn es habe sich gezeigt, dass Leistungsbeurteilungen, die über das Internet erhoben werden, negativer ausfallen. Eine Mutmaßung der Wissenschaftler: Auch bei Online-Steuererklärungen könnte sich ein solcher Effekt zeigen und die Steuerehrlichkeit untergraben. Auf die Frage, warum - unabhängig vom Medium - überhaupt so viel gelogen wird, geht die Studie leider nicht ein. Die Tatsache, die geringste Lügenquote bei 63 Prozent lag, ist eigentlich für sich betrachtet schon bemerkenswert.
In E-Mails wird mehr gelogen, Psychologie heute 23.4.10

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Zustimmung wirkt wie eine Belohnung 
Freitag, 2. Juli 2010 - Studien
Forscher der Universität Aaarhus haben untersucht, welche Reaktionen im Gehirn ablaufen, wenn Menschen Zustimmung erfahren. Bei dem Test wurde 28 Probanden ein Musikstück vorgespielt, das ihnen gefiel. Im Anschluss äußerte ein Expertenteam seine Meinung zur Musik. Fiel dessen Urteil positiv aus, wurde im Gehirn der Probanden ihr Belohnungszentrum aktiviert - und zwar umso stärker, je höher die Zustimmung ausfiel. Die Bewertung führte außerdem dazu, dass die Probanden ihre eigene Meinung mehr an der der Bewertenden orientierten. Vor dem ersten Test hatten die Probanden eine Liste mit 20 von ihnen geschätzten Musikstücken mit Punkten von eins bis zehn zu bewerten, nach den Experten-Feedbacks sollten sie diese Liste noch einmal durchgehen. Beim zweiten Durchlauf zeigte das Feedback deutliche Wirkung, denn Titel, die bei den Experten auf ein positives Echo gestoßen waren, wurden nun auch von den Studienteilnehmern besser bewertet, solche, die, die auf weniger positive Resonanz stießen, wurden nun niedriger bewertet. Die neuronalen Messungen im Kernspintomographen zeigten auf Basis der Gehirnaktivität, wie stark die unterschiedlichen Probanden von externen Feedbacks beeinflusst wurden, denn je anfälliger sie für die Meinungen anderer waren, umso stärker reagierte ihr Belohnungszentrum.
Ertappte Meinungsmacher, wissenschaft.de 18.6.10

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Change braucht gute Kommunikation 
Donnerstag, 1. Juli 2010 - Studien
Für 82 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben Change-Projekte gegenwärtig eine hohe Priorität, schlicht weil der Kostendruck alleine rund 60 Prozent der Firmen zu Veränderungen zwingt. Doch wenn es um die Vermittlung des Wandels geht, zeigt sich deutlicher Nachholbedarf, so das Ergebnis der Studie "Handelsblatt trend Change Management" im Auftrag von Damovo Deutschland und Cisco Systems. So sind zwar 61 Prozent der Führungskräfte der Ansicht, sie würden ihre Change-Strategien den Mitarbeitern gut vermitteln, aber nur 37 Prozent von diesen teilen diese Meinung. Die beliebte Top-Down-Kommunikation der Verkündung von Veränderungen per E-Mail ist zwar kostengünstig, aber wenig effizient. Firmen, die die Mitarbeiter persönlicher einbinden, beispielsweise durch Video- und Webkonferenzen, sind hingegen mit ihrem Change-Management erfolgreicher - sie bewerten ihre Wandlungsprojekte zu 72 Prozent als erfolgreich, das sind doppelt so viele wie bei den Firmen mit konventioneller Kommunikation. 81 Prozent betrachten das persönliche Gespräch mit den Mitarbeitern als Erfolgstreiber für den Wandel - und da dies vis-a-vis zu aufwändig ist, erleichtern ihnen die modernen Konferenz-Tools den direkten Draht.
Chefetagen und Mitarbeiter reden aneinander vorbei, HB 23.6.10

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