Frauen achten im Job mehr auf ihre Gesundheit 
Freitag, 29. Juli 2011 - Studien
Der Stress im Job wirkt sich unterschiedlich auf die Geschlechter aus, so das Ergebnis einer Langzeitstudie des Hamburger Diagnostik-Zentrums Fleetinsel. Unter dem Strich achten Frauen mehr auf ihre Gesundheit und sind deshalb trotz beruflicher Anforderungen gesünder als Männer. Während die Mediziner bei 11,3 Prozent der Frauen Bluthochdruck feststellten, waren es bei den Männern mit 19,8 Prozent fast doppelt so viele. Übergewicht wurde bei rund jeder fünften Frau festgestellt, während bei den Männern bereits jeder zweite einen Body Mass Index von mehr als 25 aufwies. Um die Cholesterinwerte ist es bei 44 Prozent der Frauen nicht gut bestellt, bei den Männern sind sogar 57 Prozent von schlechten Blutfettwerten betroffen. Die Mediziner führen die gesundheitlichen Unterschiede bei männlichen und weiblichen Führungskräften darauf zurück, dass Frauen auch in der Familie eher für das Thema Gesundheit zuständig seien und sich deshalb besonders um Gesundheitsfragen kümmern. In die Erhebung flossen die Daten aus 3.333 Check-ups von Führungskräften ein.
Frauen machen gesünder Karriere, FTD 16.7.11

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Arbeit trotz Urlaub 
Donnerstag, 28. Juli 2011 - Arbeit
Richtig Abschalten im Urlaub? Für immer mehr Arbeitnehmer funktioniert das nicht, so das Ergebnis einer Umfrage unter rund 1.000 Personen des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. 52,3 Prozent der Befragten arbeiten der Erhebung zufolge auch an freien Tagen - bei den Frauen 48 Prozent, bei den Männern sogar 57 Prozent. Fast jede/r Vierte gab an, sogar häufig in der Freizeit zu arbeiten, während ein Großteil der Befragten im Urlaub nur "hin und wieder" geschäftlich im Einsatz ist. Vor allem die 45- bis 54-Jährigen und die Gutverdiener legen sich besonders ins Zeug. Von Ersteren haben bereits 60 Prozent schon einmal im Urlaub gearbeitet, bei den Befragten mit einem Nettoeinkommen zwischen 3.500 und 4.000 Euro sogar 72 Prozent. Für 41 Prozent der Befragten ist es üblich, dass sich Vorgesetzte oder Kollegen im Urlaub mit Fragen oder dienstlichen Bitten melden - 67 Prozent lassen sich dadurch allerdings die Urlaubsstimmung nicht trüben. 18 Prozent der Befragten gaben an, durch neue Technologien wie Smartphones im Urlaub häufiger aktiv werden zu müssen.
Jeder Zweite arbeitet auch im Urlaub, Die Zeit 15.7.11

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Oben heile Welt, unten tobt der Kampf 
Mittwoch, 27. Juli 2011 - Studien
Während viele Top-Manager sich in dem Glauben wiegen, in ihrem Unternehmen sei es um die Kultur bestens bestellt, spricht die Realität eine andere Sprache. Die Unternehmensberatung Kienbaum befragte 166 Angehörige des Top- und Mittelmanagements sowie des Personalmanagements zur Bedeutung der Unternehmenskultur. Während die Chefs ihr zu 80 Prozent eine hohe Bedeutung attestieren, sind es im mittleren Management lediglich 64 Prozent und bei den Personalern nur die Hälfte. Ähnliche Divergenzen zeigen sich bei der Bewertung der Qualität der internen Kultur. 59 Prozent der Top-Manager sind der Ansicht, die Unternehmenskultur werde gut bis sehr gut gelebt - eine Überzeugung, der sich lediglich 34 Prozent der Mittelmanager und Personaler anschließen können. Während oben von einer heilen Welt ausgegangen wird, scheinen sich unten die wirklichen Grabenkämpfe zu offenbaren.
Mitarbeiter ohne Manieren, FTD 5.7.11

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Die Systemkrise des Kapitalismus 
Dienstag, 26. Juli 2011 - Wissenschaft
Das Magazin Telepolis hat in einem ausführlichen Gespräch mit dem Geographen und Sozialwissenschaftler Jason W. Moore verschiedene Krisenmechanismen des kapitalistischen Systems analysiert und kommt zu ernüchternden Erkenntnissen. Moore bringt in seiner Forschungsarbeit, die die Entwicklung des Kapitalismus über mehrere Jahrhunderte betrachtet, Aspekte wie Nahrungsmittelpreise, Energieressourcen und Produktivitätssteigerungen durch Innovationen in einen Gesamtzusammenhang und zeigt auf, dass die heute sich immer mehr verschärfende Systemkrise nicht zum ersten Mal auftritt, sondern eher systemimmanent ist. Das Neue an der heutigen Situation sei hingegen, dass die früher erfolgreichen Kompensationsmanöver heute nicht mehr greifen können, weil das System an Grenzen stoße. "Historisch hat der Kapitalismus seine Krisen immer dadurch gelöst, dass er neue Sphären erschlossen hat. Er musste ein Grenzland (frontier) erobern, das bisher nicht oder kaum Teil der Warenproduktion war, und damit meine ich die Ausbeutung neuer menschlicher Arbeitskraft ebenso wie die nicht-menschliche Natur. Heute gibt es kein unberührtes Grenzland mehr", so Moores ernüchternde Diagnose. In den Augen des Wissenschaftlers sind künftig in der Agrarwirtschaft keine nennenswerten Produktivitätssteigerungen mehr zu erreichen und auch die Energieversorgung krankt an abnehmenden Ressourcen und fehlenden Innovationen. Moore sieht die historische Entwicklung des Kapitalismus sehr kritisch, da seiner Ansicht nach im Prinzip alle Entwicklungssprünge immer auf Kosten anderer (z.B. Entwicklungsländer, die in das System einbezogen, aber tendenziell ausgebeutet wurden; der Natur, deren Zerstörung im System nie eingepreist wurde) erfolgten. Da "neue Sphären" (also weniger entwickelte Länder, natürliche Ressourcen) nicht mehr in Sicht seien, büße das Prinzip des ewigen Wachstums nun seine Funktionsfähigkeit ein.
"Eine Zivilisation, deren Entwicklungsmöglichkeiten sich erschöpft haben", Telepolis 14.6.11

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Führungsfrauen profitieren von Fachkräftemangel 
Montag, 25. Juli 2011 - Studien
Der sich bereits abzeichnende Fachkräftemangel könnte Frauen, die Interesse an Führungspositionen haben, in die Hände spielen, denn immer mehr Unternehmen befürchten bereits heute, dass sie in den kommenden Jahren nicht mehr genügend qualifizierte Bewerber finden. Einer Untersuchung des Darmstädter Wirtschaftsfoschungsinstituts und der Beratung Kienbaum im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zeigt, dass die politisch gewünschte Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen auf rund 30 Prozent sich durch die Hintertür möglicherweise von selbst verwirklichen wird. Von den 1.884 befragten Führungskräften gab rund ein Drittel an, die Zielmarke von 30 Prozent in den kommenden Jahren zu erreichen - aus eigenem Antrieb oder aufgrund der Zwänge des Bewerbermarktes, denn drei Viertel der Befragten befürchten, dass sie bis 2015 zu wenig qualifizierte (männliche) Bewerber finden werden. Die Prognose für 2020 fällt noch deutlicher aus - hier erwarten sogar 85 Prozent der Befragten Engpässe bei der Besetzung hochqualifizierter Stellen. Die zu erwartenden Engpässe lassen Frauen in einem neuen Licht erscheinen: Rund ein Viertel der befragten Betriebe plant, den Frauenanteil in der Führungsetage auf 10 bis 20 Prozent zu erhöhen, ein Fünftel rechnet sogar mit 20 bis 30 Prozent Frauen im Chefsessel. Die Steigerungen gegenüber dem Ist-Zustand wären erheblich, denn gegenwärtig liegt in knapp der Hälfte der Unternehmen der Frauenanteil in Führungspositionen unter 10 Prozent.
Fachkräftemangel bringt Frauen in Führungspositionen, FTD 9.7.11

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Sommerzeit - Ferienzeit 
Donnerstag, 30. Juni 2011 - sonstiges
Es ist wieder einmal so weit. think.work.different macht Sommerferien! Ich wünsche allen LeserInnen schöne Sommertage und bin ab 25. Juli wieder mit frischen News für Sie da. Herzliche Grüße, Nadja Rosmann

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Ungerechtigkeit macht krank 
Mittwoch, 29. Juni 2011 - Studien
Der Bonner Ökonom Armin Falk und der Düsseldorfer Medizinsoziologe Johannes Siegrist haben in einem experimentellen Setting gezeigt, dass eine als ungerecht empfundene Bezahlung der Gesundheit von Arbeitnehmern abträglich ist. Bei dem Experiment wurden 80 Studenten in zweiköpfige Teams eingeteilt und sollten entweder Chef oder Arbeiter sein. Die Arbeiter mussten 25 Minuten lang auf Arbeitsblättern Nullen und Einsen zählen, während die Chefs sich dem süßen Nichtstun hingeben durften. Je mehr Zahlen die Arbeiter addierten, umso mehr Geld erwirtschaftete das Team. Diese Einnahmen durften die Chefs anschließend nach eigenem Ermessen zwischen sich und ihrem "Untergebenen" aufteilen. In der Regel erhielten die Arbeiter dabei einen geringeren Gewinnanteil, als sie erwartet hatten. Diese Ungerechtigkeit versetzte die Betroffenen in Stress, was durch Messungen der Herzfrequenz gemessen wurde. Je stärker die Bezahlung von dem abwich, was die Arbeiter als angemessenen Lohn ansahen, umso weniger variierte ihre Herzfrequenz. Die Herzfrequenzvariabilität ist ein Indikator für die Länge zwischen den Herzschlagintervallen und allgemein sprechen hier größere Schwankungen für eine höhere vegetative Regulationsfähigkeit des Organismus und damit für eine stärkere Lebensenergie. In der Medizin wird eine verringerte Herzfrequenz als Frühindikator für Herzerkrankungen gesehen. Die Erkenntnisse des Experiment decken sich mit statistischen Belegen aus Daten des Sozio-ökonomischen Panels, denn hier bewerteten Befragte, die ihr Einkommen als unfair betrachteten, ihren Gesundheitszustand als schlechter im Vergleich zu den Befragten, die sich als angemessen entlohnt betrachteten. Außerdem litten sie deutlich häufiger unter Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Depressionen.
Ungerechte Löhne machen krank, SZ 11.6.11

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Jobchancen: Zwischen Zuversicht und Verzweiflung 
Dienstag, 28. Juni 2011 - Studien
Die wachsenden Straßenproteste junger Menschen in verschiedenen Ländern Europas zeigen: Immer mehr junge Menschen fühlen sich um ihre Zukunftschancen betrofen. Dies zeigt auch eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Universum, bei der 20.000 Studenten der besten europäischen Hochschulen nach ihren Zukunftsperspektiven befragt wurden. Zwar wird den Deutschen immer ein Hang zum Pessimismus unterstellt, doch in der Umfrage unter den 135 vertretenen Nationalitäten erwiesen sie sich am optimistischsten. Mehr als die Hälfte der befragten Deutschen gab nämlich an, zuversichtlich zu sein, nach dem Studium beim Wunscharbeitgeber punkten zu können. In Großbritannien, Irland, Italien und Griechenland hingegen betrachtet der wissenschaftliche Nachwuchs seine Zukunftsaussichten sehr schlecht - rund zwei Drittel der Befragten dieser Länder schätzen ihre Jobaussichten als düster ein. In Spanien glaubt sogar nur jeder fünfte Befragte, bei einem seiner bevorzugten Unternehmen auch einen Job zu finden. Bei der Frage, was ihnen an ihrem Arbeitgeber wichtig sei, kamen die Studenten nationalitätenübergreifend zu ähnlichen Einschätzungen. Für 72 Prozent ist der gute Ruf des Unternehmens wichtig, 70 Prozent zählen auf den Markterfolg, 66 Prozent schauen nach dem Prestige. Auch die vom Arbeitgeber vertretenen Werte scheinen eine starke Rolle für den Nachwuchs zu spielen. 33 Prozent betrachten genau das Engagement zu Corporate Social Responsibility, weiteren 30 Prozent sind hohe ethische Standards wichtig.
Deutsche Studenten vertrauensvoll - Spanier sehen schwarz, FTD 26.5.11

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