Frühes Aufwachen ist kein Zeichen für genügend Schlaf 
Dienstag, 5. Juli 2016 - Wissenschaft
Führungskräfte brüsten sich gerne mit ihrer Leistungsfähigkeit. Dazu gehört auch, mit möglichst wenig Schlaf auszukommen. Wer morgens schon vor dem Wecker aufwacht oder ihn erst gar nicht stellt und von selbst wach wird, hat jedoch nicht automatisch auch das gesundheitlich wünschenswerte Schlafpensum bekommen. "Wenn jemand eine große Verpflichtung hat und unter Druck oder Spannung steht, reduziert das den Schlafbedarf im Körper automatisch", sagt Daniel Brunner, Leiter des Zentrums für Schlaf an der Zürcher Klinik Hirslanden. Mentale Anspannung, sei sie durch positiven oder negativen Stress hervorgerufen, führt dazu, dass der Körper früher als gewöhnlich erwacht. Der Spannungsdruck überspielt in gewisser Weise das natürliche Schlafbedürfnis. Stolz darauf zu sein, keinen Wecker zu brauchen, ist ebenfalls Fehl am Platze, denn damit delegiert man die Weckfunktion nur an den Körper. Oft ist der Schlaf dann weniger tief und erholsam, da das Körper-Geist-System in unterschwelliger Alarmbereitschaft verweilt. Zur Zeit lässt sich allerdings auch ein neuer Trend beobachten. Gerade viele Top-Manager verkünden heute beinahe stolz, wenn sie besonders viel schlafen. Und die Wissenschaft bestätigt, dass ausreichend Schlaf auch der Leistung zugute kommt. Umgekehrt führt permanenter Schlafentzug zu Beeinträchtigungen, die mit denen der Trunkenheit vergleichbar sind ...
Warum Sie ab sofort früher ins Bett gehen sollten, Die Welt 23.6.16

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Die Intuition ist nicht unschlagbar 
Montag, 4. Juli 2016 - Arbeit
Der Harvard Business Manager hat auf seiner Webseite einen wunderbaren Test, mit dem man den Unterschied zwischen intuitivem und logischem Denken in der eigenen Geistesbewegung erfahren kann. Wenn man bewusst bei der Sache ist, merkt man bei den drei Denkaufgaben, die ohne Logik nicht zu lösen sind, wie im Kopf spontan Antworten entstehen - und zwar solche, die falsch sind. Nimmt man sich dann ein wenig Zeit zum tieferen Sinnieren, kommt man leicht auf die Lösung der Rätsel. Oft verbindet man ja mit dem logischen Denken die Kühle der Rationalität, vielleicht sogar so etwas wie Maschinen-Denken. Mich hat bei diesem kurzen Selbstversuch etwas ganz anderes fasziniert, nämlich die tiefe Klarheit, die sich einstellt, wenn man wirklich ganz bewusst nachdenkt. Und hier verschwimmt für mich auch die klare Trennung zwischen Intuition und Rationalität. Auch meinen Intuitionen kann ich so bewusst nachgehen wie ich bewusst logisch denken kann. Den Ursprung einer Eingebung werde ich so zwar nicht ergründen, was eigentlich auch gar nicht nötig ist. Aber durch diese Bewusstheit komme ich der Tragweite dieser Intuition ein ganzes Stück näher.
Testen Sie Ihre Denkweise, HBM 23.6.16

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Der Allgemeinheit nutzt die Sharing Economy wenig 
Freitag, 1. Juli 2016 - Arbeit
In einem Interview mit dem Medienprofessor Trebor Scholz geht Zeit online der Frage nach, welche Umwälzungen die Sharing Economy mit sich bringt und welche neuen sozialen Fragen sich daraus ergeben. Scholz richtet den Blick vor allem auf die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen, da durch Dienste wie Uber oder Crowdworking-Plattformen rechtliche Grauzonen entstehen, in denen konventionelle Arbeitnehmerrechte nicht mehr greifen. Die viel propagierte Freiheit der in solchen Kontexten Arbeitenden sei nicht mehr als ein Mythos, da ein Großteil von ihnen schlicht mit Dumpinglöhnen abgespeist werde. Wenngleich die entsprechenden Anbieter immer mit ihrem Nutzen für das Gemeinwohl argumentieren, beispielsweise durch flexiblere Fahrdienste oder neue Beschäftigungsmöglichkeiten, bringt Scholz die Schattenseiten ins Spiel: "Zurzeit ist die gesamte Netz-Ökonomie zu kurzfristig angelegt. Alles geht nur um heute und morgen, niemand denkt darüber nach, was das mal für unsere Kinder oder Enkelkinder bedeutet. Ich sage: Wir müssen den gesamten Diskurs neu aufziehen und eine andere Geschichte erzählen. Die Frage, die im Zentrum stehen sollte, ist: Wie nutzen solche Plattformen der Allgemeinheit?" Ihm geht es dabei nicht um Technologie-Kritik. "Die Idee ist, die gleichen Technologien zu nutzen, die Geschäftsmodelle aber gemeinnütziger zu machen. Der Profit soll nicht für ein paar Shareholder erwirtschaftet werden, sondern für die Arbeiter – betrieben von Genossenschaften, Gewerkschaften, vielleicht sogar von Städten, also der Politik selbst. Wir bräuchten Plattformen, die allen gehören. Man müsste sich nicht auf große Investoren einlassen, die nur auf Wachstum und Profit aus sind. Die Nutzer und Arbeiter würden die Plattformen mitfinanzieren und dadurch auch Einfluss auf die Regeln der Organisationen haben. Die wichtigsten Kriterien sind dabei Eigentum, demokratische Mitbestimmung, Datentransparenz und der Beitrag zum Allgemeinwohl", schlägt Scholz vor.
"Am Ende setzt sich immer Uber durch", Zeit online 22.6.16

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Deutschen könnten gut auf ständige Erreichbarkeit verzichten 
Donnerstag, 30. Juni 2016 - Studien
Rund um die Uhr "online" sein zu sollen, ist vielen Menschen eher Last denn Lust, vor allem den Deutschen. Einer Umfrage der GfK zufolge halten hierzulande nur 16 Prozent ständige Erreichbarkeit für wichtig. Im internationalen Durchschnitt liegt die Bejahung bei 42 Prozent. In Russland und China glauben sogar 56 Prozent, dass permanente Verfügbarkeit ein Muss ist. Der Hang zur kontinuierlichen Ansprechbarkeit ist auch eine Altersfrage. Knapp die Hälfte der 30- bis 39-Jährigen spricht sich für sie aus, unter den 20-29-Jährigen sind es 45 Prozent, unter Teenagern 43 Prozent. Und oft steht nicht allein die Abrufbereitschaft im Job im Vordergrund. Psychologen warnen bereits vor dem Beziehungsdruck, der durch digitale Verfügbarkeit im Freundes- und Bekanntenkreis entsteht. Virtuelle Abstinenz und das nicht umgehende Beantworten von Nachrichten werde von manchen Menschen auch als soziale Zurückweisung interpretiert.
"Ständige Erreichbarkeit ist ungesund", WiWo 22.6.16


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Familiäre Verpflichtungen haben im Manager-Leben wenig Raum 
Mittwoch, 29. Juni 2016 - Studien
Der typische Chef ist männlich, 48 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder und mag seinen Job - so die Erkenntnis einer Befragung von 1.800 Führungskräften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch die US-Personalberatung Odgers Berndtson. Welche Aussagekraft eine solche Zusammenfassung haben soll, erschließt sich allerdings nicht. Im Schnitt arbeiten die Manager 54 Wochenstunden. Mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ist es für die Führungskräfte nicht weit her. Nur 17 Prozent sagen, in ihrem Unternehmen werde es akzeptiert, Meetings aufgrund familiärer Verpflichtungen pünktlich zu verlassen. Und nur 15 Prozent sehen die Möglichkeit, aus familiären Gründen geschäftliche Termine zu verschieben. Vielleicht liegt das auch daran, dass mehr als 40 Prozent sich innerhalb eines Jahres den nächsten Karriereschritt erhoffen - wer fragt da schon, ob er mal eben die Kids aus dem Kindergarten abholen darf? Als attraktiver Arbeitgeber gilt für die meisten Manager der Mittelstand - 67 Prozent wären dort gerne Vorstand oder Geschäftsführer.
Typisch deutsche Chefs, WiWo 20.6.16

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Negative Haltung kann gefährlich sein 
Dienstag, 28. Juni 2016 - Studien
Unsere Weltwahrnehmung prägt unser Verhalten und dies nicht immer zum Besten. Eine Untersuchung von Wissenschaftlern aus Peking zeigt: Menschen, die zu negativen Reaktionen neigen, sind auch schlechtere Autofahrer. Für die Studie wurden 23 sichere Autofahrer und 15, die einige Verkehrsdelikte auf dem Konto hatten, nach ihren Fahrgewohnten befragt. Anschließend zeigte man ihnen neutrale und negative Fotos und testete ihre Reaktionen. Die als Verkehrssünder aufgefallenen Fahrer reagierten dabei deutlich heftiger als die sicheren. "Personen mit einer negativ verzerrten Wahrnehmung interpretieren die Situation als schlimmer oder gefährlicher als sie tatsächlich ist – und reagieren unangemessen heftig", erklärt Jing Chai den Zusammenhang zwischen den emotionalen Reaktion der Probanden und ihrem Fahrverhalten.
Vorsicht, gefährliche Autofahrer! Psychologie heute 16.6.16

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Führungskräfte sind auf dem Sprung 
Montag, 27. Juni 2016 - Studien
Treue zum eigenen Unternehmen? Bei vielen Führungskräften ist sie nicht sonderlich ausgeprägt, denn Karrieresprünge locken oft nur bei einem Wechsel des Arbeitgebers. Die Personalberatung Odgers Berndtson befragte 1.757 Führungskräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu ihrer Wechselbereitschaft. 40 Prozent halten einen Wechsel innerhalb des kommenden Jahres für wahrscheinlich. Lediglich knapp ein Viertel plant dies explizit in absehbarer Zeit nicht. 77 Prozent aller Befragten sind zufrieden mit ihrem Job - der Wechsel dient also vor allem der Karriere.
Wie viele Manager mit einem Stellenwechsel liebäugeln, FAZ 14.6.16

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Ungleichheit macht unzufrieden 
Freitag, 24. Juni 2016 - Studien
Wissenschaftler des University College London testeten in einem Spielsetting mit 47 Probanden, welchen Einfluss Ungleichheit auf die Zufriedenheit hat. In verschiedenen Spielszenarien konnten die Teilnehmer anderen Geld schenken und selbst welches gewinnen. Am Ende der verschiedenen Runden wurde immer bekannt gegeben, wer in einer Gruppe welche Gewinne machte. Dabei zeigte sich: Die Ungleicheit machte grundsätzlich unzufriedener als wenn die Verhältnisse ausgewogen waren. Interessant ist dabei vor allem der Blick auf die Details. Menschen, die sehr freigebig in der Schenkphase waren, konnten ihre Gewinne nicht so stark genießen, weil sie gegenüber den weniger Erfolgreichen Schuldgefühle entwickelten. Sie waren auch weniger neidisch auf höhere Gewinne anderer. Diejenigen, die wenig verschenkten, neideten anderen höhere Gewinne, hatten selbst aber kaum ein schlechtes Gewissen, wenn die Sache für sie besonders gut lief.
Wie andere unser Glück beeinflussen, spektrum.de 15.6.16

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