Die richtigen Fragen stellen 
Montag, 3. Juli 2017 - Arbeit, Management
Innovation ist nicht gleich Innovation. Das erleben wir vor allem dann, wenn bahnbrechende Neuerungen wirklich gesellschaftsverändernde Kraft entfalten - und diese Kraft womöglich vielen Menschen zum Nachteil gereicht. Das Silicon Valley rühmt sich, die Innovationsschmiede schlechthin zu sein - und wurde darüber zu einem Lebensraum, der nur noch den Reichen zugänglich ist, weil für Normalverdiener die Mieten rund um San Francisco immer unerschwinglicher werden. Fahrdienste wie Uber schaffen neue Möglichkeiten der Mobilität - aber sie kosten auch zahlreiche Taxifahrer ihre Jobs und schaffen ein neues Heer von autofahrenden Tagelöhnern. In einem Beitrag für den Harvard Business Manager spricht sich Hal B. Gregersen dafür aus, die Katalysator-Funktion wichtiger Fragen stärker zu nutzen, um Innovationen in zentralen Lebensbereichen in Gang zu setzen. Eine dieser Fragen: "Wie können wir das Wirtschaftswachstum so gestalten, dass alle etwas davon haben?" Gregersens Beitrag stellt verschiedene Initiativen vor, die bereits versuchen, innovative Köpfe zusammenzubringen, um ko-kreativ nicht nur Innovationen um der Innovation willen zu feiern, sondern sich gesellschaftlich wirklich relevanten Fragen zu widmen. Die Wirkungskraft gut gestellter Fragen beschreibt Gregersen so: "Das Erfolgsrezept besteht darin, eine provokative Frage zu stellen und allen Menschen, die eine Antwort darauf wissen, unvoreingenommen Tür und Tor zu öffnen. Dank der dadurch freigesetzten kreativen Energie gibt es bei solchen Wettbewerben nicht nur einen Gewinner, sondern sie motivieren ein breites Spektrum verschiedenster Menschen dazu, sich auf die Suche zu begeben. So entsteht im Handumdrehen die kollektive Überzeugung, dass eine Lösung gefunden werden muss." Das ist wirkliche Innovation.
Wie Fragen die Welt verändern können, HBM 13.6.17

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Bei der Arbeit sind fast alle happy 
Freitag, 16. Juni 2017 - Studien, Arbeit, Management
Die jährlichen Gallup-Studien beklagen immer wieder große Jobunzufriedenheit und wenig Engagement. Eine neue Studie der Unternehmensberatung EY zeichnet hingegen ein anderes Bild. 94 Prozent der Angestellten zeigten sich hier mit ihrem Job zufrieden - 68 Prozent sogar "uneingeschränkt", 26 Prozent immerhin "eher". 88 Prozent der Befragten sind bei ihrer Arbeit motiviert oder sogar hochmotiviert. Wichtiger Motivationsfaktor ist für 58 Prozent ein gutes Verhältnis zu den Kollegen und zum direkten Chef. Weitere Motivationsfaktoren sind eine spannende Tätigkeit (42 Prozent), ein hohes Gehalt (29 Prozent), günstige Arbeitszeiten (29 Prozent) und flexible Arbeitszeitmodelle (27 Prozent). Interessant auch: Karrierechancen spielen in dieser Studie nur für 11 Prozent eine besondere Rolle (während die hier vorgestern vorgestellte Studie im Kern vom Gegenteil ausgeht).
Die deutsche Wirtschaft, eine Wohlfühloase, Die Welt 8.6.17

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Eigentlich zufrieden, aber kaum Karrierechancen 
Mittwoch, 14. Juni 2017 - Studien, Arbeit, Management
Mitarbeiter denken nicht über Jobwechsel nach, weil sie grundsätzlich unzufrieden mit ihrer Arbeit wären, eher vermissen sie Karrierechancen. Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Mercer, für die weltweit 5.400 Angestellte, 1.700 Personalverantwortliche und 400 Führungskräfte befragt wurden, zeigt: 22 Prozent sind auf der Suche nach einem neuen Job, weil sie Aufstiegsmöglichkeiten und Karriereförderung vermissen. Die Personalverantwortlichen scheinen dies schwer nachvollziehen zu können, denn 71 Prozent glauben, ihre Karriereförderung funktioniere. Ein Faktor für Unzufriedenheit ist, dass viele Unternehmen ihren Mitarbeitern nicht die gewünschte Flexibilität ermöglichen. Mehr als die Hälfte der Befragten äußerte, dass ihr direkter Vorgesetzter wie auch die Kollegen flexibles Arbeiten unterstützten, jeder vierte Mitarbeiter bemühte sich jedoch in der Vergangenheit vergeblich um die Umsetzung solcher flexiblen Arbeitsbedingungen.
Auf der Suche nach dem Karriere-Sprungbrett, FAZ 7.6.17

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Wie sich Persönlichkeit verändert 
Dienstag, 13. Juni 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Charakterzüge betrachten wir gemeinhin als etwas sehr persönliches. Und gleichzeitig folgt diese Persönlichkeit auch immer den größeren Strömen von Kultur und Zeit. Eine Studie, für die die Daten von 420.000 Wehrpflichtigen aus Finnland ausgewertet wurde, zeigt, dass sich Charaktermerkmale in den letzten Jahrzehnten sukzessive verändert haben. Die Verhaltensforscher der Universität Helsinki kommen zu dem Schluss, dass sich vor allem positive Züge verstärkt haben, unter anderem solche, die dem beruflichen Erfolg dienen. In dem Vergleich, der die Jahre 1962 bis 1976 umfasst, sind die durchschnittlichen Werte für Selbstsicherheit, Bedächtigkeit und Geselligkeit gestiegen. Diese Entwicklung deckt sich mit Erkenntnissen im Hinblick auf die Intelligenz-Entwicklung. Hier zeigt sich der so genannte Flynn-Effekt - mit jeder Generation wächst der Intelligenzquotient um 5 bis 25 Punkte. Auch wenn nicht klar ist, welchen detaillierten gesellschaftlichen Entwicklungen diese Veränderungen geschuldet sind, eine Entwicklung zum Besseren scheinen sie zu belegen.
Immer mehr dufte Typen unter uns, SZ 7.6.17


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Für die Jungen ist Arbeit nicht mehr alles 
Montag, 12. Juni 2017 - Lebensart, Arbeit, Management
Über das veränderte Verhältnis der Generation junger Arbeitnehmer zur Arbeit wird viel geschrieben. Gerade hat die Wirtschaftswoche wieder einen Blick auf das Karriereverständnis dieser Altersgruppe geworfen. Spannende Aufgaben, die Möglichkeit etwas zu bewegen, das ist der GenY wichtig. Doch ihre Work-Life-Balance ist es ebenso. Und so zeichnet sich ein verhaltener Trend ab - immer mehr Unternehmen beginnen damit, auch hochkarätige Jobs mit verkürzten Arbeitszeiten anzubieten. Eine klassische Karriere ist damit zwar nicht drin, den in Anwaltskanzleien werden nach wie vor nur jene Partner, die bereit sind, rund um die Uhr zu schuften. Aber womöglich sind dies erste Schritte, die die Arbeitswelt grundlegend verändern. Die Anwaltskanzlei Linklaters etwa bietet ihren Mitarbeitern inzwischen verschiedene Karrierepfade, darunter auch solche mit garantierten Arbeitszeiten und reduzierter Stundenzahl. Wie verrückt die Arbeitswelt tickt, wird bei solchen Arrangements auch offenbar. So leistet eine Anwältin bei CMS Hasche Sigle mit einer 80-Prozent-Stelle immer noch 45 Wochenstunden. Viele Firmen würden sich gerne in Richtung Flexibilität bewegen, haben aber auch die Sorge, dass dann im eigenen Unternehmen eine Klassengesellschaft entsteht. Die Sorge ist nicht unberechtigt. Aber womöglich tragen die auf diese Weise immer sichtbarer werdenden unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse der Arbeitnehmer auch dazu bei, dass sie das Verständnis der Berufswelt langfristig zu verändern beginnt. Dass es in manchen Branchen unumgänglich scheint, 70-80 Stunden pro Woche zu arbeiten, ist schließlich kein Naturphänomen wie Blitz und Donner, das sich nicht vermeiden lässt. Nein, es ist Teil einer Kultur, die menschengemacht ist.
Karriere machen - aber bitte in Teilzeit, WiWo 1.6.17

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Die Vorurteile der künstlichen Intelligenz 
Freitag, 9. Juni 2017 - Lebensart, Wissenschaft, Arbeit
In Bewerbungsprozessen ist es bereits an der Tagesordnung, das die Unterlagen der Bewerber von Computern vor- und aussortiert werden. Viele Prozesse des alltäglichen Lebens werden längst, ohne dass uns dies allzu bewusst ist, von Algorithmen gesteuert. Eine wissenschaftliche Arbeit im Auftrag der Bertelsmann Stiftung legt nun Ansätze vor, die es erleichtern sollen, die Blackbox dieser Algorithmen zu öffnen und ihre Selektionskriterien besser zu überprüfen und zu überwachen. Es geht darum, soziale und politische Interventionsmöglichkeiten zu schaffen, denn die von Menschen programmierte Logik kann ebenso Vorurteile und Diskriminierungen hervorrufen wie das direkte menschliche Handeln. Mit dem Ansatz der Wissenschaftler könnten Algorithmen künftig Risikoprofile erhalten und es sollte möglich werden, die Entscheidungssysteme auch im Hinblick auf kulturelle und gesellschaftliche Wirkungen zu überprüfen.
Gefährliche Algorithmen auf dem Prüfstand, 2.6.17

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Die Qual der Wahl - und das Grübeln danach 
Donnerstag, 8. Juni 2017 - Psychologie, Studien
Sich für etwas zu entscheiden, ist nicht immer einfach. Selbst wenn man alle Optionen gründlich prüft, kommt man später vielleicht doch noch zu dem Schluss, nicht die beste Wahl getroffen zu haben. Kanadische Forscher haben in drei Studien die Entscheidungsmuster von Menschen und ihre Zufriedenheit mit den getroffenen Entscheidungen getestet. Dabei zeigte sich: Lange abzuwägen, um die in den eigenen Augen beste Entscheidung zu treffen, ist überhaupt kein Problem. Doch grübelt man im Nachhinein noch einmal über die möglichen Szenarien und die entgangenen Optionen, trübt sich die Zufriedenheit. Besser sei es, nach einer getroffenen Entscheidung alle verworfenen Möglichkeiten einfach wirklich abzuhaken und sich über den Nutzen zu freuen, den die getroffene Entscheidung bringt.
Entscheiden ohne Reue, Psychologie heute 24.5.17

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In Bremen schläft es sich am besten 
Mittwoch, 7. Juni 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit
Genügend Schlaf und noch dazu guter scheint in der 24/7-Gesellschaft immer mehr zur Mangelware zu werden. Vor allem Berufsgruppen mit hoher Beanspruchung klagen über Schlafdefizite. Es gibt jedoch auch positive Trends in einzelnen Bundesländern. So zeigt der Beurer Schlafatlas, für den 3.500 Bundesbürger befragt wurden: In Bremen schläft es sich am Besten - hier haben die Einwohner eine überdurchschnittliche Schlafqualität, Klagen über Schlafmangel sind durchschnittlich und der Schlafmittelgebrauch sogar unterdurchschnittlich. Die Baden-Württemberger bekunden zwar auch eine hohe Schlafqualität, doch sind hier auch die Klagen über Schlafmangel hoch und viele Einwohner nehmen Schlafmittel. Noch schlechter trifft es viele Bayern, die eine durchschnittliche Schlafqualität vermelden bei hohem Schlafmangel und Schlafmittelkonsum. Menschen in Führungspositionen schlafen pro Nacht im Schnitt 24 Minuten weniger als der Durchschnitt. Insgesamt klagen 42 Prozent der Gutverdienenden über Schlafmangel. Bei den Nicht-Berufstätigen ist es hingegen nur ein Viertel.
Je höher das Gehalt, desto schlechter der Schlaf, WiWo 23.5.17

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