Change scheitert oft an Überforderung 
Dienstag, 11. Juli 2017 - Studien, Arbeit, Management
Eine hohe Quote des Scheiterns bei Change-Projekten hat sich in der Wirtschaft längst als Normalfall eingebürgert. Die Unternehmensberatung Mutaree ging nun in einer Befragung von 156 Führungskräften und 111 Fachkräften verschiedener Branchen den Ursachen nach. Das Fazit der Untersuchung: Alle am Change Beteiligten sind zumeist hoffnungslos überfordert. Veränderungsprozesse lassen die Arbeitsbelastung von Mitarbeitern der Erhebung zufolge um etwa 20 Prozent steigen, die der Führungskräfte sogar um 30 bis 50 Prozent. 86 Prozent der Manager beklagen eine hohe Arbeitsverdichtung, 76 Prozent leiden unter Zeitdruck und 75 Prozent müssen aufgrund von Change-Projekten Überstunden machen. Dabei empfinden 50 Prozent Unsicherheit durch fehlende Orientierung, 49 Prozent beklagen mangelnde Einflussmöglichkeiten und 40 Prozent fühlen sich einfach nur frustriert. Die Hälfte der befragten Fach- und Führungskräfte sieht hier auch keine absehbare Besserung - sie fürchtet, dass der Druck beibehalten wird.
Führungskräfte sind völlig überfordert, WiWo 30.6.17

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Hitze untergräbt Hilfsbereitschaft 
Montag, 10. Juli 2017 - Studien, Arbeit
Wenn es besonders heiß ist, sind viele Menschen leichter genervt, schneller erschöpft und haben vielleicht sogar keine Lust auf gar nichts. Eine amerikanische Studie dokumentiert, dass hohe Temperaturen oder auch nur die Vorstellung von Hitze Menschen weniger hilfsbereit sein lassen. In einem dreistufigen Experiment zeigte sich dieses Verhalten in unterschiedlichen Kontexten. So beobachteten die Wissenschaftler, dass die Mitarbeiter einer Einzelhandelskette an Tagen mit eher unangenehmen Temperaturen den Kunden nur halb so oft halfen. Mit Teilnehmern einer Online-Studie, für die diese bezahlt wurden, machten sie folgendes Experiment: Ein Teil der Probanden wurde vor dem Test gebeten, sich eine Situation vorzustellen, in denen es ihnen besonders heiß war. Nach Abschluss der Studie wurden alle Mitwirkenden gebeten, noch unentgeltlich an einer weiteren Untersuchung teilzunehmen. Von den unbeeinflussten Teilnehmern sagten 76 Prozent zu, unter denen mit dem Hitzetest lediglich 34 Prozent. An einem heißen Sommertag lotsten die Forscher eine Gruppe von Studenten in einen wohlklimatisierten Hörsaal, eine andere sollte sich in einem überhitzten Raum einfinden. Wieder wurde um das Ausfüllen eines Fragebogens gebeten. Im kühlen Raum machten 95 Prozent mit, im heißen nur 64 Prozent. Hitzebedingte Ermüdung und Erschöpfung könnten für diese Unterschiede ausschlaggebend sein, so die Wissenschaftler. Hohe Temperaturen würden neben der Wahrnehmung auch die Gefühle und das Verhalten von Menschen beeinflussen.
Bei Hitze sind wir nicht so hilfsbereit, spektrum.de 23.6.17

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Achtsamkeit im Business rechnet sich 
Freitag, 7. Juli 2017 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Der Achtsamkeits-Trend im Business hat längst in den großen Konzernen Fuß gefasst. Zu den Vorreitern gehört auch SAP. Peter Bostelmann, Director of SAP Global Mindfulness Practice, begann in den USA und inzwischen auch in Deutschland ein firmeninternes Achtsamkeitsprogramm aufzubauen, das die bei Google entwickelten Methoden "Search Inside Yourself" nutzt. 4.500 der 75.000 SAP-Mitarbeiter haben bereits an Kursen teilgenommen, 5.500 Kandidaten stehen auf der Warteliste. Für SAP lohnt sich das Engagement augenscheinlich. Eine interne Studie zeigt laut Bostelmann, dass die in Mindfulness geschulten Mitarbeiter seltener krank sind, engagierter, fokussierter und kreativer arbeiten und besser mit ihren Chefs zurechtkommen. "Die Rendite liegt bei 200 Prozent", so Bostelmann gegenüber der SZ. In seiner Arbeit wird er von 24 Trainern und 50 Botschaftern im Unternehmen unterstützt. Und längst fragen ihn auch Konzerne wie Thyssen-Krupp, Siemens und die Deutsche Telekom um Rat. Fünf der 30 Dax-Unternehmen haben ihn bereits angesprochen.
Ausatmen, SZ 27.6.17

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Schwächen zugeben kann sich bei Bewerbungen lohnen 
Donnerstag, 6. Juli 2017 - Studien, Arbeit
In der Arbeitswelt gelten Schwächen meist als verpönt. Eine Studie des University College London zeigt indes, dass es bei Bewerbungen für hochqualifizierte Stellen hilfreich sein kann, zu den eigenen Fehlern zu stehen und offensiv mit ihnen umzugehen. Die Wissenschaftler untersuchten die Daten von rund 1.300 Lehrern weltweit, die sich für Stellen in den USA bewarben, sowie von gut 300 Anwälten, die einen Job beim Militär wollten. Die Anwälte, die offen über ihre Schwächen sprachen, hatten dabei eine fünffach höhere Wahrscheinlichkeit, den Job zu bekommen, als jene, die mit ihren Fehlern hinter den Berg hielten. Bei den Lehrern war die Erfolgswahrscheinlichkeit um 22 Prozent höher. Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass diese positiven Zusammenhänge nur für Bewerber gelten, die mit ihrer Qualifikation auch den Anforderungen entsprechen.
Studie: Was ihr über eure Schwächen sagt, entscheidet, ob ihr einen Job bekommt, businessinsider.de 26.6.17

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Für Arbeitnehmer zählen vor allem Geld und Sicherheit 
Mittwoch, 5. Juli 2017 - Studien, Arbeit
Ein gutes Einkommen und ein sicherer Job sind für die meisten Deutschen das Wichtigste, was ein Arbeitgeber ihnen bieten kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine Repräsentativbefragung des Meinungsforschungsinstituts Innofact im Auftrag der Targobank. Für 61 Prozent ist die Bezahlung am Wichtigsten, gefolgt von der Sicherheit ihres Arbeitsplatzes (60 Prozent). Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (37 Prozent) und Karrierechancen (26 Prozent) sind dagegen deutlich weniger wichtig. Bei den Gründen für einen Jobwechsel spielen vor allem Fragen des innerbetrieblichen Miteinanders eine große Rolle. 60 Prozent würden im Falle von Mobbing nach einer neuen Stelle suchen, Streit mit dem Chef oder eine hohe Stressbelastung sind für jeweils 45 Prozent Wechselgründe. Auch unbezahlte Mehrarbeit (40 Prozent) spielt eine Rolle, gefolgt von geringer Gehaltsentwicklung (38 Prozent).
Auf das Geld kommt's an, WiWo 24.6.17

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Der Stress der ständigen Erreichbarkeit 
Dienstag, 4. Juli 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Nach Feierabend und am Wochenende unverhofft für dienstliche Belange erreichbar sein zu sollen, schafft den meisten Menschen Stress. Forscher der Universität Freiburg und des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München untersuchten nun im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums, welche Konstellationen hier als besonders störend empfunden werden. Für die Untersuchung wurden gut 200 Arbeitnehmer aus den IT-Bereichen fünf deutscher Unternehmen befragt. Sie sollten zunächst ihre Stimmung an einem Sonntagabend nach einem schönen Wochenende bewerten. Anschließend wurden ihnen mehrere Szenarien zur Bewertung vorgelegt: Der Chef ruft an, und möchte eine kurze Auskunft; er ruft an und verdonnert einen zu zwei Stunden Extraarbeit sofort; einmal wird für den Arbeitseinsatz ein Freizeitausgleich in Aussicht gestellt, das andere Mal nicht. Die kurze Unterbrechung des Wochenendes schlug den Probanden nur relativ gering auf die Stimmung. Der längere Arbeitseinsatz hingegen ließ sie in den Keller sausen - und zwar selbst bei jenen Arbeitnehmern, denen ein Freizeitausgleich geboten wurde. Besonders groß war das Stimmungstief bei jenen Angestellten, die am Arbeitsplatz nur geringe Flexibilisierungsmöglichkeiten haben. Doch auch jene, die flexibel arbeiten können und dabei auch Gestaltungsmöglichkeiten für ihre eigenen Interessen haben, werden unverhoffte Arbeitsaufträge zu Stimmungskillern. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass es vor allem das Überraschende ist, das den Stress auslöst. Ständige Erreichbarkeit bringt also unter der Hand per se einen gewissen Stresspegel mit sich - mit dem Menschen, wenn ihre übrigen Arbeitsbedingungen akzeptabel sind, etwas besser umgehen können als jene, die sich bei der Arbeit ohnehin schon stark bevormundet fühlen.
Wie schädlich ist der Anruf am Sonntagabend? FAZ 20.6.17

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Die richtigen Fragen stellen 
Montag, 3. Juli 2017 - Arbeit, Management
Innovation ist nicht gleich Innovation. Das erleben wir vor allem dann, wenn bahnbrechende Neuerungen wirklich gesellschaftsverändernde Kraft entfalten - und diese Kraft womöglich vielen Menschen zum Nachteil gereicht. Das Silicon Valley rühmt sich, die Innovationsschmiede schlechthin zu sein - und wurde darüber zu einem Lebensraum, der nur noch den Reichen zugänglich ist, weil für Normalverdiener die Mieten rund um San Francisco immer unerschwinglicher werden. Fahrdienste wie Uber schaffen neue Möglichkeiten der Mobilität - aber sie kosten auch zahlreiche Taxifahrer ihre Jobs und schaffen ein neues Heer von autofahrenden Tagelöhnern. In einem Beitrag für den Harvard Business Manager spricht sich Hal B. Gregersen dafür aus, die Katalysator-Funktion wichtiger Fragen stärker zu nutzen, um Innovationen in zentralen Lebensbereichen in Gang zu setzen. Eine dieser Fragen: "Wie können wir das Wirtschaftswachstum so gestalten, dass alle etwas davon haben?" Gregersens Beitrag stellt verschiedene Initiativen vor, die bereits versuchen, innovative Köpfe zusammenzubringen, um ko-kreativ nicht nur Innovationen um der Innovation willen zu feiern, sondern sich gesellschaftlich wirklich relevanten Fragen zu widmen. Die Wirkungskraft gut gestellter Fragen beschreibt Gregersen so: "Das Erfolgsrezept besteht darin, eine provokative Frage zu stellen und allen Menschen, die eine Antwort darauf wissen, unvoreingenommen Tür und Tor zu öffnen. Dank der dadurch freigesetzten kreativen Energie gibt es bei solchen Wettbewerben nicht nur einen Gewinner, sondern sie motivieren ein breites Spektrum verschiedenster Menschen dazu, sich auf die Suche zu begeben. So entsteht im Handumdrehen die kollektive Überzeugung, dass eine Lösung gefunden werden muss." Das ist wirkliche Innovation.
Wie Fragen die Welt verändern können, HBM 13.6.17

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Bei der Arbeit sind fast alle happy 
Freitag, 16. Juni 2017 - Studien, Arbeit, Management
Die jährlichen Gallup-Studien beklagen immer wieder große Jobunzufriedenheit und wenig Engagement. Eine neue Studie der Unternehmensberatung EY zeichnet hingegen ein anderes Bild. 94 Prozent der Angestellten zeigten sich hier mit ihrem Job zufrieden - 68 Prozent sogar "uneingeschränkt", 26 Prozent immerhin "eher". 88 Prozent der Befragten sind bei ihrer Arbeit motiviert oder sogar hochmotiviert. Wichtiger Motivationsfaktor ist für 58 Prozent ein gutes Verhältnis zu den Kollegen und zum direkten Chef. Weitere Motivationsfaktoren sind eine spannende Tätigkeit (42 Prozent), ein hohes Gehalt (29 Prozent), günstige Arbeitszeiten (29 Prozent) und flexible Arbeitszeitmodelle (27 Prozent). Interessant auch: Karrierechancen spielen in dieser Studie nur für 11 Prozent eine besondere Rolle (während die hier vorgestern vorgestellte Studie im Kern vom Gegenteil ausgeht).
Die deutsche Wirtschaft, eine Wohlfühloase, Die Welt 8.6.17

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