Was uns gut tut 
Mittwoch, 24. Juli 2019 - Psychologie, Studien
Positive Gefühle stärken nicht nur unser Wohlbefinden, sondern tragen auch zu unserer Gesundheit bei. Doch was löst solche positiven Gefühle in uns aus und tut uns demzufolge gut? Eine Studie, die Daten von Menschen aus den USA und Japan verglich, kommt zu der Erkenntnis, dass das von Kultur zu Kultur sehr unterschiedlich sein kann. In westlich-individualistischen Gesellschaften ist es beispielsweise eine Kultur des Erlebens und der Erlebnisse, darunter Dinge wie Feiern, Party, Action, die Menschen sich gut fühlen lassen. Im japanischen Kulturraum hingegen fühlten sich vor allem jene Menschen gut, die eher ruhigeren Freizeitbeschäftigungen nachgingen. Kulturübergreifend gilt allerdings: Wer tut, was ihm oder ihr gut tut, spürt das auch auf positive Weise bei der eigenen Gesundheit.
Was uns guttut, ist kulturabhängig, spektrum.de 5.7.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Die produktive Demotivation der Achtsamkeit 
Dienstag, 23. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Achtsamkeit kann demotivieren, denn in der Entspannung fallen so manche Pflichtreflexe von den Übenden ab. Der Organisationsforscher Andrew C. Hafenbrack hat an der Católica Lisbon School of Business and Economics in Portugal untersucht, wie Achtsamkeitsübungen sich auf Motivation und das Erfüllen von Aufgaben auswirken. In verschiedenen Testszenarien, denen jeweils 15 Minuten der Achtsamkeitsübung vorausgingen, stellte er fest, dass die Gruppen der Meditierenden jeweils 10 Prozent weniger Motivation an den Tag legten, die ihnen anschließend vorgelegten Arbeitsaufgaben zu erfüllen. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass sie die Tätigkeiten trotz dieses Widerwillens genau so gut ausführten wie die Teilnehmenden der Kontrollgruppe, die sich vor den Tests einfach so die Zeit vertrieben hatten. "Wenn Sie sich die Fachliteratur über Zielorientierung ansehen, werden Sie wahrscheinlich 500 Studien finden, die eine Korrelation zwischen Motivation und Leistung belegen. Motiviertere Menschen zeigen bessere Leistungen und umgekehrt. Es ist sehr ungewöhnlich, dass Motivation und Leistung nicht in die gleiche Richtung gehen. Das ist einfach seltsam", formuliert Hafenbrack die Verblüffung über seine Ergebnisse. Seine Interpretation der Ergebnisse: "Vor allem die Tatsache, dass Meditieren sie für eine Weile Stress, Verpflichtungen und Sorgen vergessen ließ, half ihnen, sich besser auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren. Bezüglich der Leistung schien es so, als glichen sich der negative Effekt einer geringeren Motivation und der positive Effekt einer stärkeren Fokussierung auf die Aufgabe aus."
Achtsam, aber lustlos, HBM 7/2019

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wenn die Letzten die Ersten sind 
Freitag, 19. Juli 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wenn die Sache zu kompliziert wird, wählt unser Gehirn den möglichst einfachen Weg. Das zeigen beispielsweise Studien zum so genannten Rezenzeffekt. Der Begriff umschreibt, dass wir, wenn uns viele Informationen in Folge dargeboten werden, die zuletzt genannten meist die stärkste Wirkung auf uns haben. Bei Kindern, deren Arbeitsgedächtnis noch nicht so ausgeprägt ist, wird dies besonders deutlich. In Studien, in denen eineinhalb bis zwei Jahre alte Kinder aus zwei Optionen auswählen sollen, entscheiden sich 85 Prozent für die letztgenannte. Aber auch bei Erwachsenen läuft das ähnlich. Wenn wir uns erinnern, ob uns eine Mahlzeit geschmeckt hat, sind vor allem unsere Eindrücke rund um den letzten Bissen entscheidend. Nicht umsonst spielen Bands bei Konzerten gerne ihre größten Kracher erst bei der Zugabe. Dass unser Gehirn so funktioniert, lässt sich eben taktisch nutzen. Auch von uns selbst. Wer das, was er möchte, an den Anfang längerer Erklärungen stellt, sollte sich also nicht wundern, wenn er damit nicht durchkommt.
Der letzte Eindruck zählt, SZ 7.7.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wenn Meditation zu Angst und Selbstbezüglichkeit führt 
Donnerstag, 18. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Mögliche Nebenwirkungen von Meditation werden in letzter Zeit in den Medien immer mehr zum Thema. Das Magazin fit for fun etwa schreibt: "Beim Meditieren kommt man auch anderen Dingen auf die Spur, wie zum Beispiel verdrängter Trauer oder Wut, den eigenen Ängsten und unerfüllten Wünschen." Basierend auf den Forschungen der Psychologin Willoughby B. Britton weist der Beitrag darauf hin, dass zu viel Achtsamkeit auch zu einem starken Selbstbezug führen könne. Und das kann ungeahnte Nebenwirkungen haben. "Wer sich zu sehr mit sich selbst und seinen Befindlichkeiten beschäftigt, habe hinterher womöglich mehr Ängste und Depressionen als zuvor. Auch die vielgepriesenen Aspekte wie ein Mehr an Empathie und Dankbarkeit könne ein Maß erreichen, das kaum noch zu ertragen sei. Die Folge könnten sowohl unangemessene Reaktionen und Überempfindsamkeit sein, sowie ein kompletter Verlust der Gefühle. Das Ziel, besser mit den eigenen Gefühlen umzugehen, sei nicht für jeden erreichbar", so das Magazin. fit for fun rät Übenden dazu, die für sich richtige Dosis zu finden. Vielleicht hilft es aber auch einfach zu sehen, dass es keine Wundermittel gibt, die unsere menschlichen Befindlichkeiten einfach glatt bügeln.
Negative Nebenwirkungen: Zu viel Achtsamkeit kann schaden, fit for fun 13.5.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Nie mehr arbeiten? 
Mittwoch, 17. Juli 2019 - Lebensart, Studien, Arbeit
Wer wünscht es sich nicht - genügend Geld auf dem Konto, um nicht mehr für den Lebensunterhalt arbeiten zu müssen. Für knapp jede*n hundertsten Deutsche*n ist das Realität, so eine Datenanalyse des Statistischen Bundesamts, denn diese Minderheit lebt von Kapitalerträgen oder Einnahmen aus Vermietungen. Zu glauben, dass die Mehrheit aller Deutschen arbeiten muss, um zu leben, läuft allerdings an der Realität vorbei. Den Zahlen zufolge leben nämlich gerade einmal 47 Prozent der Bevölkerung "von ihrer Hände Arbeit", wie man so schön sagt. Der Rest kann noch nicht arbeiten (Kinder) oder hat bereits genug gearbeitet (Rentner*innen). Öffentliche Sozialleistungen ermöglichen es sieben Prozent, über die Runden zu kommen.
Weniger als die Hälfte lebt in erster Linie von eigener Erwerbstätigkeit, FAZ 11.7.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Harte Jobs kosten deutlich Lebenserwartung 
Donnerstag, 11. Juli 2019 - Studien, Arbeit
Unser Vorsorgesystem ächzt bereits aufgrund der Tatsache, dass wir immer älter werden. Doch nicht alle Menschen können sich über eine höhere Lebenserwartung freuen. Eine repräsentative Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen zeigt eindrücklich, wie stark die Schwere der beruflichen Beschäftigung auf die Lebenserwartung wirkt. Heute 65-jährige Männer, die in kräftezehrenden Berufen gearbeitet haben, werden heute im Schnitt nur 75 Jahre alt, während Altersgenossen mit weniger belastenden Tätigkeiten fünf Jahre länger leben dürften. Als belastend gelten laut Studie körperlich sehr beanspruchende Tätigkeiten ebenso wie Berufe mit besonderen emotionalen Belastungen und hohem Stress. Bei Frauen sind die Auswirkungen nicht ganz so groß. Die stärker Beanspruchten haben nach Renteneintritt statistisch betrachtet noch 15 Lebensjahre vor sich, die weniger Beanspruchten 19 Jahre. Dieser Unterschied dürfte vor allem daran liegen, dass Frauen im statistischen Mittel gesünder leben und sich mehr um ihre Gesundheit kümmern.
Hohe Belastungen im Job verringern die Lebenserwartung, zeit.de 3.7.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wissen um die eigenen Gefühl hält gesund 
Mittwoch, 10. Juli 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wer seine Gefühle versteht und richtig zu deuten weiß, hat bessere Chancen, Depressionen zu vermeiden. Das legt eine amerikanische Studie nahe, für die 200 Jugendliche im Abstand von eineinhalb Jahren zwei Mal befragt wurden. Die Kids sollten eine Woche lang vier Mal pro Tag ihre Gemütslage protokollieren. Untersucht wurden die Daten daraufhin, inwieweit die Jugendlichen in der Lage waren, ihre emotionale Verfassung zu erkennen und einzuordnen. Bei der Nachuntersuchung mit zweiter Erhebung zeigte sich: Kinder, die es schwierig fanden, ihre negativen Gefühle zu differenzieren und ihre Ursachen zu erkennen, neigten eineinhalb Jahre später stärker zu depressiven Beschwerden als jene, die ihr Innenleben besser verstanden. Die Forscher gehen davon aus, dass ein Verständnis für das eigene Gefühlsleben es Menschen erleichtert, das, was sie bedrückt, zu verändern, während jene, denen das nicht gelingt, eher im diffusen Unbehagen gefangen bleiben.
Blind für die eigenen Gefühle? spektrum.de 3.7.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Um den Gemeinsinn der Kids könnte es besser stehen 
Montag, 8. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wächst in Deutschland eine Generation heran, der es an Gemeinsinn fehlt? Eine Studie der Bepanthen-Kinderförderung mit 1.000 Kindern und Jugendlichen aus Berlin, Leipzig und Köln, die bevölkerungsrepräsentativ für Großstädte ist, zeigt zumindest, dass es mit dem Gemeinschaftsgefühl beim Nachwuchs nicht zum Besten steht. Jedem dritten Jugendlichen und mehr als jedem fünften Kind bescheinigt die Studie jedenfalls einen Mangel an Gemeinsinn. Auffällig sind dabei die Geschlechterunterschiede. Bei männlichen Jugendlichen sind es 44 Prozent, denen die soziale Dimension eher fremd ist, während bei den weiblichen Jugendlichen nur 21 Prozent einen gering ausgeprägten Gemeinsinn haben. Diese Tendenz zeigt sich auf, wenn es um die Fähigkeit des Mitfühlens geht. Zwei Drittel der weiblichen Jugendlichen bringen die Fähigkeit zu starkem Mitgefühl mit, aber nur ein Viertel der Jungen. Die Wissenschaftler sehen durchaus Grund zur Sorge, weil hier der Keim für eine wachsende Entsolidarisierung gelegt werden könnte.
Generation Rücksichtslos? Deutschlandfunk Kultur 25.6.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter