Geld führt zu mehr Geld - zumindest vor der Pandemie 
Freitag, 17. Juli 2020 - Lebensart, Studien
Die Reichen werden immer reicher - was für manche wie das ewige Mantra unverbesserlicher Altlinker klingen mag, entspricht leider auch in Deutschland der Realität, zumindest jener, die der World Wealth Report für die Entwicklung im Jahr 2019 abbildet. Dieser zeigt, dass hierzulande 1,46 Millionen Menschen ein Vermögen von einer Million Dollar oder mehr besitzen, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 8,6 Prozent entspricht. Manche mag es wundern, zumal das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr gerade einmal bei 0,6 Prozent lag. Doch wer viel Geld hat, investiert in Zeiten, in denen es keine Zinsen mehr gibt, eben in Immobilien oder Aktien - und hier ging es 2019 eben weiter bergauf. Deutschland ist im Reichen-Ranking auf Platz drei - nach den USA und Japan. Was die Zunahme des Reichtums angeht, liegt es im internationalen Schnitt, denn weltweit stieg die Zahl der Dollarmillionäre um neun Prozent. Ob dieser Trend sich in der Pandemie hält, ist natürlich noch die Frage. Doch an den Aktienmärkten kehrt bereits wieder Bewegung ein ...
Zahl der deutschen Dollarmillionäre steigt weiter, spiegel.de 9.7.20

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Stereotype sitzen verdammt tief 
Donnerstag, 16. Juli 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Männer eher für klug zu halten und Frauen stattdessen im Kreis der Familie zu sehen - selbst wenn viele Menschen, fragt man sie nach solchen Vorteilen, meinen, sie sehen das nicht so, in Wahrheit sitzen diese Stereotype tiefer, als wir denken. Eine Harvard-Studie machte mit 3.600 Proband*innen aus 80 Ländern so genannte Implizite Assoziationstest, bei denen sie Bilder und Begriffe sortieren sollten. Eine schnelle Reaktionszeit deutet dabei darauf hin, dass die Beziehung von Bild und Text der Versuchsperson sehr nahe ist. In dem Experiment offenbarte sich, dass besonders schnelle Reaktionen beispielsweise bei der Kombination des Bildes eines Mannes mit Begriffen wie stark oder brillant kamen oder auch bei Frauenbildern und dem Begriff Familie. Und dieser Zusammenhang zeigte sich in allen Altersgruppen, Geschlechtern und Kulturen ... Es scheint also, dass wir noch viel vor uns haben, wenn wir solche Stereotype überwinden möchten.
Männer halten wir eher für genial als Frauen, spektrum.de 6.7.20

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Arbeitgeber wollen das letzte Wort haben 
Mittwoch, 15. Juli 2020 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Die Pandemie hat uns gezeigt, wie flexibel arbeiten doch möglich sein kann. Und viele Menschen hoffen, auch nach der Krise mehr Freiheiten bei ihrer Arbeitsgestaltung zu haben. Für die Mitarbeiter der Allianz-Versicherung könnte dieser Wunsch aufgehen, denn der Vorstandsvorsitzende kündigte an, man wolle in Zukunft und strategisch das Thema Heimarbeit stärken. Ganz anders hingegen Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. "Die Idee, ein Recht auf Homeoffice zu schaffen, ist so angelegt, dass ich mich als Arbeitgeber entschuldigen muss, wenn ich das nicht einrichten kann", zitiert das Manager Magazin seine Kritik am Vorstoß der Bundesregierung zu einem Recht auf Arbeit im Home Office. Auf eine Kultur des Miteinanders mit den Mitarbeitern deutet eine solche Haltung nicht. Hier offenbart sich einmal mehr, wie sehr doch viele Unternehmen noch in Weisungsbefugnissen denken und nicht bereit sind, flexibel die eigenen Interessen mit denen ihrer Angestellten abzugleichen.
Arbeitgeberpräsident gegen Recht auf Homeoffice, Manager Magazin 5.7.20

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Pandemie lässt uns beweglicher werden 
Dienstag, 14. Juli 2020 - Lebensart, Studien
Auch wenn das äußerliche Leben in der Corona-Krise teils zum Erliegen kam, die Menschen selbst sind durch die veränderten Umstände anscheinend beweglicher geworden. Eine Untersuchung der Deutschen Krankenversicherung zeigt: 22 Prozent der Befragten fuhren in ihrer Freizeit mehr mit dem Fahrrad. Eine vergleichbare Zahl von Menschen machte öfter Fitnesstraining zu Hause oder arbeitete mehr im Garten. Ein gutes Viertel der Befragten gehen oder zu Fuß oder nutzen das Fahrrad, statt ihre üblichen Wege mit dem Auto, dem Bus oder der Bahn zurückzulegen. Und sogar 37 Prozent berichten von einer gesteigerten Frequenz an Spaziergängen, die sie unternehmen. Bei 15 Prozent wurden Joggen und Walken beliebter. Dieser Schub für die körperliche Gesundheit hat jedoch eine Gegenseite, denn die mentale Gesundheit der Befragten leidet unter der Krise. 39 Prozent sagten, dass die Einschränkungen durch die Krise, wenn sie weiter andauern, einen eher oder sogar sehr negativen Effekt auf ihre mentale Verfassung haben.
Corona-Krise verändert Bewegungsverhalten der Deutschen, zeit.de 5.7.20

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Glück weckt ein Gefühl von Gesundheit 
Montag, 13. Juli 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Glücklich lebt es sich leichter - und gesünder, wie eine neue Langzeitstudie zeigt. Psychologen teilten 155 Probanden in drei Gruppen ein - eine absolvierte ein dreimonatiges Glücks-Training mit einer wöchentlichen Sitzung von einer Stunde, eine machte ein Online-Training und eine diente als Kontrollgruppe. Zu den Übungen der Trainings gehörten Meditation oder Tagebuch-Notizen über Dinge, für die man dankbar ist. Die Trainingsteilnehmer entwickelten während des Programms mehr Lebenszufriedenheit und ihre negativen Gefühle nahmen ab, während die Befindlichkeit in der Kontrollgruppe sich kaum veränderte. Aus der Glücksbefindlichkeit der Teilnehmenden wiederum ließen sich Schlüsse über ihre Gesundheit ableiten. Nach zehn Wochen des Übens sank die Zahl der Tage, an denen sich die Studienteilnehmer krank fühlten, auf ein Drittel im Vergleich zu den Wartegruppen-Probanden - und dieser Effekt hielt auch nach Ende des Trainings noch an. Wichtig allerdings ist - objektive Gesundheitsparameter wie Blutdruck oder Übergewicht der Studienteilnehmer veränderten sich durch das Training nicht. Doch gefühlte Gesundheit dürfte für viele auch schon einen großen Wert haben. Auch interessant: Das Erleben von Sinnhaftigkeit hatte keinen Einfluss auf die gefühlte Gesundheit.
Glück macht gesund, spektrum.de 2.7.20

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Glück weckt ein Gefühl von Gesundheit 
Montag, 13. Juli 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Glücklich lebt es sich leichter - und gesünder, wie eine neue Langzeitstudie zeigt. Psychologen teilten 155 Probanden in drei Gruppen ein - eine absolvierte ein dreimonatiges Glücks-Training mit einer wöchentlichen Sitzung von einer Stunde, eine machte ein Online-Training und eine diente als Kontrollgruppe. Zu den Übungen der Trainings gehörten Meditation oder Tagebuch-Notizen über Dinge, für die man dankbar ist. Die Trainingsteilnehmer entwickelten während des Programms mehr Lebenszufriedenheit und ihre negativen Gefühle nahmen ab, während die Befindlichkeit in der Kontrollgruppe sich kaum veränderte. Aus der Glücksbefindlichkeit der Teilnehmenden wiederum ließen sich Schlüsse über ihre Gesundheit ableiten. Nach zehn Wochen des Übens sank die Zahl der Tage, an denen sich die Studienteilnehmer krank fühlten, auf ein Drittel im Vergleich zu den Wartegruppen-Probanden - und dieser Effekt hielt auch nach Ende des Trainings noch an. Wichtig allerdings ist - objektive Gesundheitsparameter wie Blutdruck oder Übergewicht der Studienteilnehmer veränderten sich durch das Training nicht. Doch gefühlte Gesundheit dürfte für viele auch schon einen großen Wert haben. Auch interessant: Das Erleben von Sinnhaftigkeit hatte keinen Einfluss auf die gefühlte Gesundheit.
Glück macht gesund, spektrum.de 2.7.20

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Genügend Schlaf sollte sein 
Freitag, 10. Juli 2020 - Lebensart, Wissenschaft
In einer Leistungskultur gehört es zum guten Ton, möglichst wenig Zeit zu verplempern und rund um die Uhr produktiv zu sein. Viele, die da mithalten möchten, versuchen dann, am Schlaf zu sparen. Doch das kann auf Dauer gefährlich werden. Nicht nur, dass man sich müde nicht besonders wohl fühlt - auch Fehler oder sogar Unfälle nehmen zu, wenn man nicht ausgeschlafen ist. Wer viel Adrenalin produziere, könne durchaus einige Wochen oder sogar Monate mit einem Schlafdefizit durchhalten, erklärt Ingo Fietze, Oberarzt für Innere Medizin und Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Berliner Charité, in einem Interview mit Business Insider. Doch empfehlenswert ist das nicht. "Fakt ist: Ein Schlafdefizit lässt sich nicht überspielen. Wie eine nicht bezahlte Schuld wird es auf Dauer immer größer", so Fietze. Zwischen sieben und acht Stunden pro Nacht sind etwa das Pensum, das man brauche, um gesund zu bleiben.
„Lasst eure Mitarbeiter im Büro einschlafen!“: Schlafmediziner erklärt, warum Schlafmangel unproduktiv macht, Business Insider 2.7.20

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Wirtschaft lebt vom Gemeinsinn 
Donnerstag, 9. Juli 2020 - Wissenschaft, Arbeit, Management
In der Pandemie hat sich nicht nur gezeigt, wie verletzlich viele unserer wirtschaftlichen Lebensgrundlagen und Systeme sind, sondern auch, wie sehr sich durch Spontanität und Hilfsbereitschaft vieles bewirken und verbessern lässt. Für Silja Graupe, Professorin für Ökonomie an der Cusanus Hochschule ist das ein Indiz dafür, dass der Gemeinsinn eine wesentliche Rolle spielt für unsere Wirtschaft, was aber in der Ökonomie selten berücksichtigt werde. "Das Problem ist, dass der Gemeinsinn improvisierend ist, spontan, und von alleine keine Strukturen schaffen kann, um sich selber zu erhalten. Wir können ja nicht unbegrenzt weiter improvisieren, sondern müssen irgendwann zum Routinehandeln zurückkehren bzw. neues schaffen. Unsere heutigen Routinen aber schaden dem Gemeinsinn und begraben ihn unter Effizienz, Steuerungsideen, Diskursen von Sachzwängen und Stereotypen", so Graupe in einem Interview mit dem Freitag. Sie erhofft sich die Entfaltung eines "sinnstiftenden Erkennens, wodurch Zukunftsvisionen entwickelt und alte Routinen einer Prüfung unterzogen werden. Der Gemeinsinn muss hier mit Imagination zusammenkommen: Vorstellungen darüber, wie ein gutes Leben zukünftig aussehen soll. Wir müssen imaginieren können, was es noch gar nicht gibt, und dann Strukturen für dessen Realisation gestalten. So können wir alte Muster brechen und neue kreative Normalitäten entstehen lassen." In ihren Augen ist die ökonomische Zweckrationalität, die viele unserer Systeme bestimmt, ein verkrustetes Oberflächenphänomen, darunter jedoch liege "die Fülle aller noch unerkannten gesellschaftlichen und natürlichen Möglichkeiten". Graupe hofft: "Der Gemeinsinn schafft daraus die ersten sinnstiftenden Bilder und Praktiken und kann so grundlegenden Sinn- und Wertewandel initiieren; Imagination und praktische Urteilskraft schaffen daraus wiederum neue Strukturen."
„Viele wollen sich einmischen“, Der Freitag 24/2020

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