Arbeitslosigkeit macht krank 
Dienstag, 31. August 2010 - Studien
In einer neuen Studie kommt der Deutsche Gewerkschaftsbund zu dem ernüchternden Schluss, dass Arbeitslosigkeit ein nicht unwesentlicher Faktor im Hinblick auf gesundheitliche Beeinträchtigungen darstellt. In seiner Untersuchung stellte der DGB fest, dass die Krankenrate Arbeitsloser beispielsweise deutlich über der der im Erwerbsleben aktiven Bevölkerung liegt. Während unter den Erwerbstätigen der Krankenstand bei 4,4 Prozent liegt, beläuft er sich bei den Beziehern von Arbeitslosengeld I bereits auf 7,9 Prozent und bei den Beziehern von Arbeitslosengeld II sogar auf 10,9 Prozent. Dabei sind diese Unterschiede nicht altersbedingt, denn über alle Altersgruppen hinweg zeigt sich, dass Arbeitslose eine deutlich höhere Krankenrate aufweisen. Auch der Bedarf an Antidepressiva ist in dieser Gruppe deutlich höher als innerhalb der arbeitenden Bevölkerung. Während 5 Prozent der arbeitenden Männer und etwa 10 Prozent der arbeitenden Frauen Antidepressiva einnehmen, sind es bei den arbeitslosen Männern mehr als 15 Prozent und bei den arbeitslosen Frauen sogar knapp 30 Prozent. Der DGB kommt vor diesem Hintergrund zu dem Schluss: "Arbeitslosigkeit ist ein Gesundheitsrisiko, das Spuren hinterlässt - körperlich wie seelisch!"
Pressemitteilung DGB, 16.8.10

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Zuversicht macht nicht unbedingt erfolgreich 
Montag, 30. August 2010 - Studien
Selbstkritik gilt vielen als der Erfolgskiller schlechthin - zu Unrecht, wie eine Studie der Universität Illinois zeigt. Ein Psychologen-Team hatte mit 50 Probanden, die in zwei Gruppen eingeteilt worden waren, getestet, ob Zuversicht beziehungsweise Skepsis die Erfolge der Studienteilnehmer beeinflussen. Eine Gruppe sollte sich vor dem Test sagen, dass sie die Aufgabe mit Bravour bewältigen werde, die andere Gruppe sollte sich fragen, ob ihr das gelingt. Beim anschließenden Entschlüsseln von Anagrammen, also Wörtern, in denen Buchstaben vertauscht sind, schnitt die Gruppe, die ihre Fähigkeiten im Vorfeld des Tests hinterfragen sollte, deutlich besser ab. Die Forscher wiederholten den Test mit neuen Gruppenzusammensetzungen, wobei eine Gruppe zuvor die Phrase "Ich werde" mehrfach aufschreiben sollte, die andere "Werde ich". Auch hier schnitt die Gruppe mit der eher selbstkritischen Formulierung besser ab. Versuchsleiterin Dolores Albarracin dazu: "Offenbar erzeugt eine kritische innere Auseinandersetzung mit der eigenen Leistungsfähigkeit eine höhere Motivation als purer Optimismus."
ManagerSeminare September 2010

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Geld = Lebenszeit 
Freitag, 27. August 2010 - Studien
Traurig, aber wahr - Geld ermöglicht nicht nur so manche Annehmlichkeit im Alltag, es trägt auch zur Verlängerung der Lebenszeit bei. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt: Frauen, die zu den oberen zehn Prozent der Verdiener gehören, leben im Schnitt drei Jahre länger als Frauen aus den niedrigsten zehn Prozent. Laut DIW haben in der Vergangenheit bereits andere Studien diesen Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung belegt. Bei Frauen liege der Einfluss des Einkommens allerdings nur halb so hoch wie bei Männern.
Gutverdienerinnen leben länger, FAZ 10.8.10

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Führungskräfte in Sachen Gesundheit oft ahnungslos 
Donnerstag, 26. August 2010 - Studien
Um die Gesundheit von Führungskräften steht es nicht immer zum Besten, wie der so genannte Präventionsspiegel zeigt, eine Untersuchung des Diagnostik Zentrums Fleetinsel in Hamburg, der die Befunde aus 5.000 Vorsorgeuntersuchungen zugrunde liegen. Jeder sechste Manager leidet demzufolge unter Bluthochdruck, drei Viertel der Betroffenen waren vor dem Check-up ahnungslos. Den Befunden der Mediziner zufolge sind 75 Prozent der Deutschen gefährdet, schwer zu erkranken. Die Hälfte hat zu hohe Cholesterin-Werte, jeder Fünfte erhöhte Blutzuckerwerte und jeder Zehnte ist bedenklich übergewichtig. Zu den typischen Managerleiden gehören darüber hinaus Kopfschmerzen, Magen- und Darmprobleme und Verspannungen. Regelmäßige Check-ups dienen dabei nach Ansicht der Mediziner der Gesundheitsfürsorge, denn liegen die Befunde erst einmal auf dem Tisch, lassen viele Betroffene Veränderungsbereitschaft erkennen. So nahm bei Teilnehmern, die sich regelmäßig untersuchen ließen, der Blutdruck deutlich ab, unter den Rauchern gab jeder vierte sein Laster auf und die Teilnehmer taten mehr für ihre Fitness.
Chefs mit vielen Risikofaktoren, FTD 23.7.10

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Jede dritte Firma leidet unter Motivationsmangel 
Mittwoch, 18. August 2010 - Studien
In einer weltweiten Untersuchung der Boston Consulting Group unter 1.300 Managern zeigt, dass Motivation, die Anerkennung im Job und die Fähigkeit des Managements, Mitarbeiter gezielt zu fördern, im Zuge der Wirtschaftskrise deutlich gelitten haben. So sanken im Top-Management die entsprechenden Werte um rund sieben Prozent, im mittleren Management sogar um um zehn bis 14 Prozent. 37 Prozent der Befragten sind mit den Werten ihres Unternehmens unzufrieden, 31 Prozent mit deren Corporate Social Responsibility und 30 Prozent mit der Vertrauenskultur und dem Empowerment, das vom Management ausgeht. 38 Prozent vermissen ein strukturiertes Karrieremanagement, 32 Prozent eine Anerkennung, die über Gehaltszahlungen hinaus geht, und 35 Prozent bemängeln, dass Manager ihre Mitarbeiter nicht unterstützen.
Pressemitteilung BCG 13.7.10

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Hohe Arbeitsdichte führt zu Depressionen 
Freitag, 23. Juli 2010 - Studien
Die Arbeitsdichte ist ein wesentlicher Faktor, ob Arbeitnehmer verstärkt zu depressiven Erkrankungen neigen, so das Ergebnis einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Gängige Studien gehen seit längerem von diesem Zusammenhang aus. Ihr Manko: Die Befragten beurteilen zumeist sowohl ihre Arbeitsbedingungen als auch ihren Gesundheitszustand. Dieses Setting erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Befragten einen Zusammenhang zwischen beiden Aspekten herstellen. Zudem kann eine bereits vorhandene depressive Verstimmung dazu führen, dass die eigene Wahrnehmung dadurch beeinflusst wird und man die eigene Arbeitssituation entsprechend einschätzt. Um Verzerrungen wie diese zu beseitigen, wurden in der BAuA-Studie die Arbeitsbedingungen unabhängig und objektiv bewertet. Depressionen wurden anhand des standardisierten klinischen Interviews und depressive Verstimmungen mittels eines Screening-Verfahrens diagnostiziert. Die Untersuchung der 517 Beschäftigten aus drei Branchen (Banken und Versicherungen, Gesundheitswesen, Öffentlicher Dienst) zeigt, dass die objektiv bewertete Arbeitsintensität tatsächlich einen Einfluss auf das Auftreten von Depressionen hat, der subjektiv bewertete Tätigkeitsspielraum hingegen nicht. Je höher die objektive Arbeitsbelastung, umso häufiger treten unter den Beschäftigten sowohl Depressionen als auch depressive Verstimmungen auf.
BAuA-Studie, 14.7.10

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Durchbruch für weibliche Führungskräfte? 
Donnerstag, 22. Juli 2010 - Studien
Der Frauenanteil in Führungspositionen stagniert. So zeigt der Führungskräfte-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dass dieser seit drei Jahren unverändert bei 27 Prozent liegt, obwohl die Frauenquote unter den Beschäftigten insgesamt bei rund 50 Prozent liegt. In den Vorständen der 200 größten Unternehmen sind zu 97 Prozent Männer am Zuge. Ein weiterer Punkt: Frauen in Führungspositionen verdienen rund 28 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Studienautorin Elke Holst sieht dennoch eine gewisse Aufbruchstimmung. Einerseits wachse der politische Druck auf die Unternehmen, Frauen stärker in verantwortlichen Positionen zu berücksichtigen. Neue Vorstandsfrauen bei Siemens, SAP und EON hätten zudem Signalwirkung, ebenso die Ankündigung der Telekom, bis Ende 2015 die Führungspositionen im eigenen Unternehmen zu 30 Prozent mit Frauen besetzen zu wollen. Holst geht davon aus, dass Vorgaben - durch die Politik bzw. die Unternehmensleitung - hier einen Wandel in Gang setzen könnten. Ohne Direktiven bleibe hingegen erwartungsgemäß alles, wie es ist.
Ein Schritt vor, zwei zurück, SZ 15.7.10

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Subjektive Perspektiven der Lohngerechtigkeit 
Mittwoch, 21. Juli 2010 - Studien
Eine Studie der Universitäten Konstanz und Bielefeld geht der Frage nach, welche Faktoren bei der Bewertung von Einkommensunterschieden eine Rolle spielen. Befragt wurden 1.600 Personen. Gut 90 Prozent der Studienteilnehmer empfanden dabei die Unterschiede zwischen den Einkommen als zu groß oder sogar als viel zu groß. Gut 80 Prozent gehen davon aus, dass diese Unterschiede in den kommenden zehn Jahren noch steigen werden. Je nach Berufsgruppe zwischen 27 Prozent (Arbeiter) und 38 Prozent (Beamte) empfinden ihr Bruttoeinkommen als gerecht. Der Anteil derer, die ihr Einkommen ungerechterweise als zu niedrig einstufen, liegt zwischen 60 Prozent (Beamte) und 71,5 Prozent (Arbeiter), unter den Selbstständigen sind 68,5 Prozent dieser Ansicht, unter den Angestellten 64,4 Prozent. Die wichtigsten Kriterien für die Festsetzung eines gerechten Einkommens sind laut Ansicht der Befragten Leistung, berufliche Erfahrung, Ausbildung, Beruf und Betriebszugehörigkeit. Sollen die Befragten hingegen konkrete Einkommensfälle beurteilen, bei denen ihnen die Lebensumstände und beruflichen Rahmenbedingungen der Beispielpersonen bekannt sind, bildet der Faktor Beruf das wichtigste Kriterium für die Einschätzung, ob Einkommen gerecht sind oder nicht. Hier zeigt sich, dass vor allem angesehenen Berufen ein höheres Einkommen zugebilligt wird. Bericht zur Studie Einkommensgerechtigkeit in Deutschland, Mai 2010

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