Leiharbeit macht nicht immer Sinn 
Mittwoch, 31. August 2011 - Arbeit
Leiharbeit kann wirtschaftlich betrachtet für Unternehmen kontraproduktiv sein, so die Erkenntnisse einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Zwar erlaube sie Firmen, Auftragsspitzen abzufedern, doch wenn Leiharbeit zur Dauerlösung wird, fehlt die Bilanz schlechter aus als wenn ein Unternehmen selbst Mitarbeiter anstellt. Die Gründe: Leiharbeitern mangelt es an unternehmensspezifischem Wissen und ihnen fehlt aufgrund ihrer unterprivilegierten Lage häufig die Motivation. Das kann zu Qualitätsverlusten führen. Nur rund ein Drittel aller Leiharbeiter wird laut DIW für einfache Hilfstätigkeiten eingesetzt. Gerade in Bereichen, in denen qualifizierte Fachkräfte gefragt sind, dürfte sich der Wissensmangel der externen Kräfte deutlich zeigen. Die Umwandlung in Festanstellungen steht jedoch bei vielen Firmen nicht auf der Agenda - nur sieben Prozent der Leiharbeiter kommen in den Genuss dieses "Klebeeffekts".
Zu viele Zeitarbeiter schaden dem Wettbewerb, HB 20.8.11

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Prioritätensetzung: Zufriedenheit, Work-Life-Balance und Umweltschutz 
Dienstag, 30. August 2011 - Studien
Eine Umfrage der OECD geht der Frage nach, welche Werte die Lebensqualität international am ehesten bestimmen. Das weltweite Ranking spiegelt dabei folgende Wertigkeiten wider: 1. Zufriedenheit, 2. Bildung, 3. Gesundheit, 4. Work-Life-Balance, 5. Umwelt, 6. Arbeit, 7. Sicherheit, 8. Wohnen, 9. Gemeinschaft, 10. Gehalt, 11. Regierungsführung. Die Deutschen weichen in ihrer Prioritätensetzung leicht vom internationalen Durchschnitt ab. Ihre Top-5 sind: 1. Work-Life-Balance, 2. Zufriedenheit, 3. Umwelt, 4. Gesundheit, 5. Bildung. Wir sind eben das Volk der Mülltrenner und wissen genau, warum wir pro Jahr im Schnitt nur 1.390 Stunden arbeiten, während international betrachtet der Durchschnittsarbeitnehmer rund 1.700 Stunden im Job abreißt.
Zufriedenheit ist Deutschen wichtiger als Geld, FTD 20.8.11

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Vorgesetzte, Mitarbeiter und die liebe Gesundheit 
Montag, 29. August 2011 - Studien
Dass es ums Thema Gesundheit am Arbeitsplatz nicht zum besten steht, untermauert der Fehlzeiten-Report der AOK. Die Krankenkasse wertete neben den eigenen Daten auch die Mitarbeiterbefragungen von 147 Unternehmen mit insgesamt knapp 30.000 Mitarbeitern aus. 2010 dauerte eine Arbeitsunfähigkeit im Schnitt 17,6 Tage. Die psychischen Erkrankungen liegen mit 9,3 Prozent der Fälle bereits an vierter Stelle - mit einem Anstieg um 0,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Rund ein Drittel aller Mitarbeiter geht davon aus, dass sich durch den Einsatz ihrer Vorgesetzten die gesundheitliche Situation am Arbeitsplatz verbessern ließe. Doch die Führungskräfte haben anscheinend mit sich selbst genug zu tun. Sie gaben zwar an, im Schnitt nur 4,8 Tage im Jahr krank gewesen zu sein, doch zeigen andere Erhebungen, dass sie im Schnitt an 8,3 Tagen krank zur Arbeit gingen, sich nicht angemessen erholten oder zu früh nach einer Krankheit an den Arbeitsplatz zurückkehrten.
Zufriedene Mitarbeiter sind seltener krank, Die Zeit 16.8.11

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Gefühlsecht 
Freitag, 26. August 2011 - Arbeit
Denken Sie regelmäßig darüber nach, wie Sie sich im Job fühlen? Und darüber, wie es Ihren KollegInnen geht? Vor allem wenn Sie Führungskraft sind, sollten Sie das tun, denn - so die Erkenntnis der Süddeutschen Zeitung - Selbsterkundung und Empathie sind die Basis für emotionale Intelligenz, und von der können gerade Führungskräfte nie genug haben. In dem Beitrag kommen Wissenschaftler und Trainer zu Wort, die erklären, wie man die emotionale Intelligenz trainieren kann. Ein Schlüssel zum entschlüsseln der Gefühle anderer ist es, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Wer Sensibilität entwickelt gegenüber der eigenen Gefühlslage kann nämlich auch die Gefühle anderer besser erkennen. Und wer führen will - und demzufolge andere für eine zu erfüllende Mission gewinnen muss -, ist darauf angewiesen, Mitarbeiter auch emotional dort abzuholen, wo sie stehen. Darüber hinaus schützt die Kenntnis der eigenen Gefühlslage auch vor Burn-out, denn wer es gewohnt ist, sich selbst wahrzunehmen, erkenne auch schneller, wenn er ständig über die eigenen Grenzen hinaus geht. Also, noch mal mit Gefühl ...
Wie sich emotionale Intelligenz erlernen lässt, SZ 12.8.11

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Blinder Fleck Personalführung 
Donnerstag, 25. August 2011 - Management
Führungsfähigkeit scheint vor allem in den oberen Führungsetagen ein Thema mit einem gewissen Schatteneffekt zu sein. Während bis ins Mittelmanagement hinein bei Beförderungen Soft Skills, darunter auch die Führungsfähigkeit, häufig eine Rolle spielten, nehme deren Relevanz bei der Besetzung von Posten im Top-Management deutlich ab, so das Ergebnis einer Untersuchung der Hochschule Osnabrück, im Rahmen derer 118 Entscheidungsträger deutscher Unternehmen mit mehr als 400 Mitarbeitern befragt wurden. Ein Grund: Auswahlkriterien fürs Top-Management seien häufig nicht transparent und viele Geschäftsführer stufen Entwicklungsprogramme zum Thema Führung (für sich) als nicht sonderlich wichtig ein. Das führt zu schlechtem Betriebsklima, weil aufgrund schlechter Führung häufig Reibung entstehe - gepaart mit finanziellen Reibungsverlusten. Das Fazit der Wissenschaftler: Schlechte Personalführung wird toleriert, solange die Zahlen stimmen. Tun sie dies nicht, ist es aber häufig zu spät, um auf die Schnelle Verbesserungen zu erreichen, denn führen will eben gelernt sein ...
Chefs kaum an guter Personalführung interessiert, FTD 13.8.11

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Faule Arbeitslose - ein Vorurteil 
Mittwoch, 24. August 2011 - Arbeit
Auf Spiegel Online geht der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Joachim Möller der Frage nach, ob Arbeitslose faul sind - und beweist mit kluger Statistik das Gegenteil. Nicht offensichtlich, aber Fakt: Zunächst einmal weist die konstant hohe Arbeitslosenquote nicht auf eine statische Gruppe und verschleiert die tatsächliche Fluktuation. Jeden Monat finden Hunderttausende eine neue Stelle und ähnlich viele Menschen werden neu arbeitslos. In Regionen mit geringem Job-Angebot ist es - völlig logisch - schwieriger, eine neue Arbeit zu finden als in Ballungsräumen. Wer hier arbeitslos wird, bleibt also wahrscheinlich länger in der Statistik. Rund 30 Prozent der Hartz-IV-Empfänger nehmen Tätigkeiten an, die unterhalb ihres Ausbildungsniveaus liegen - eine stolze Zahl gemessen an der Tatsache, dass insgesamt nur etwa 15 Prozent aller Beschäftigten unterhalb ihres Qualifikationsniveaus arbeiten. Mehr als die Hälfte der Hartz-IV-Empfänger zwischen 15 und 64 Jahren sind eher statistisch betrachtet dem Phänomen Arbeitslosigkeit zugeordnet - sie sind in der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen tätig, sind Aufstocker oder bilden sich weiter - stehen also dem Arbeitsmarkt begründet gar nicht zur Verfügung. Bleiben rund 350.000 Hartz-IV-Empfänger, die ihrer Pflicht zur Arbeitssuche nicht so wirklich nachkommen - hier handelt es sich jedoch vor allem um ältere Hilfebedürftige oder Menschen mit starken gesundheitlichen Einschränkungen. Alles in allem: Es gibt viele, die wollen, können und tun.
Mythen der Arbeit: Arbeitslose sind alle faul - stimmt's?, Spiegel online 15.8.11

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Fachkräftemangel zum Teil hausgemacht 
Dienstag, 23. August 2011 - Arbeit
Viele Verbände klagen bereits, und das schon seit einigen Jahren - zu wenig Fachkräfte, so ihr Problem. Ein Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt hingegen, dass Deutschland ein nicht unerhebliches Potential bisher verschenkt. Sicher, allein durch den demographischen Wandel wird die Zahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2025 um etwa 6,5 Millionen sinken. Dieser Lücke stehen jedoch viele noch nicht erschlossene Ressourcen gegenüber. So verlassen jährlich rund 64.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Würde diese Quote, wie Bund und Länder es vorhaben, bis 2015 halbiert, wächst das Potential der Erwerbstätigen bis 2025 um 600.000 Menschen. Ein weiteres Feld sind die Frauen, von denen 6,3 Millionen als erwerbsfähig gelten, aber nicht arbeiten. 1,2 Millionen würden gerne ins Erwerbsleben eintreten, wenn sich dies mit der Kinderbetreuung vereinbaren ließe. Auch ältere Arbeitnehmer im Alter 55+, heute häufig auf HartzIV-Wartegleis bis zur Rente, könnten mit ihrer oft umfassenden beruflichen Expertise, von den Unternehmen stärker berücksichtigt werden. Unter dem Strich: Gegenwärtig ist das Lamento über zu wenige Fachkräfte noch Jammern auf hohem Niveau - und bis es wirklich eng wird, bleibt noch genügend Zeit um vorzubeugen.
Kluge Köpfe verzweifelt gesucht, SZ 9.8.11

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Fiesheit ist gut für die Finanzen 
Montag, 22. August 2011 - Management
Amerikanische Psychologen haben bei der Auswertung empirischer Daten festgestellt, dass es vor allem die fiesen Kerle sind, die ordentlich verdienen und gute Karrierechancen haben. Ausgewertet wurden vier Studien mit insgesamt mehr als 4.000 Probanden. Das ernüchternde Ergebnis: Mit Nettigkeiten kommt man nicht weit, wenn man ein überdurchschnittliches Gehalt erzielen und aufsteigen will. So verdienten bei den Männern in gehobenen Positionen die knallharten Mistkerle bis zu 20.000 Dollar im Jahr mehr als ihre freundlicheren Kollegen. Für Frauen ist es der Studie zufolge hingegen wesentlich weniger einträglicher, die Zicke heraushängen zu lassen. Frauen, die sich im Job hart und unverträglich geben, verdienen pro Jahr im Schnitt nur 3.000 Dollar mehr als die lieben Kolleginnen - ein Unterschied, der statistisch nicht signifikant ist.
Mistkerle als Chef, SZ 5.8.11

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