Männlich, ambitioniert, aber aussortiert? 
Freitag, 31. August 2012 - Management
In Deutschlands Unternehmen grassiert die Angst vor einer Massendiskriminierung. Die politische Diskussion über eine Frauenquote für Führungspositionen versetzt viele ambitionierte Männer in Alarmstimmung, denn sie können sich inzwischen ausrechnen, dass die Wahrscheinlichkeit, von einer Frau beim beruflichen Aufstieg überholt zu werden, in den nächsten Jahren rasant steigt. Wenn alle Dax-30-Unternehmen ihre Quotenziele umsetzen, müssen sie in den nächsten Jahren 5.500 Frauen ins obere Management bringen - Jobs, auf die viele Männer ein gefühltes Anrecht geltend machen. Personaler fragen sich bereits, wohin sie all die aufstiegswilligen Männer "aussortieren" sollen, Männer suchen bereits nach Arbeitgebern, die sich als Ablehner von mehr Frauen in der Führungsetage positionieren. Es herrscht Aufruhr, weil Männer zu ahnen beginnen, wie ein Berufsleben aussieht, dass für Frauen seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit ist - undifferenziertes Ackern bis maximal zur mittleren Führungsebene ohne Aussicht auf einen Chefsessel oder zumindest eine gehobene Position in der zweiten Reihe. Die Hysterie der Männer, die durch immer neue Umfragen genährt wird, dürfte noch lange nicht abebben. Andererseits könnte dieses Übergangsphänomen (so die Firmen überhaupt genügend qualifizierte und führungswillige Frauen finden) auch bald wieder ausgestanden sein, denn die junge Generation der Arbeitnehmer (siehe unsere Meldung vom 24. August) scheint bereits längst nicht mehr so erpicht auf Chefsessel und Insignien der Macht zu sein.
Die Frauenquote bremst Männer aus, 14.8.12


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Neuer Höchststand bei Stresserkrankungen 
Donnerstag, 30. August 2012 - Studien
Eine Studie der Betriebskrankenkassen zeigt, dass Stresserkrankungen weiter auf dem Vormarsch sind. Im Schnitt waren die Arbeitnehmer im ersten Halbjahr 2012 16 Tage krankgeschrieben - ein Höchststand seit 1999. Die Gesamtzahl der Krankheitstage blieg gegenüber dem Vorjahr vergleichsweise stabil, doch stiegen die Fehlzeiten aufgrund von Stresserkrankungen deutlich an. Insgesamt machen Burn-out, Depressionen und psychische Leiden bereits 13,2 Prozent aller Krankheitstage aus und stehen damit dritter Stelle nach Muskel- und Skelett-Erkrankungen (26,3 Prozent) und Atemwegserkrankungen (14,4 Prozent). Bei Männern verzeichneten die Betriebskrankenkassen einen Zuwachs von 20 Prozent bei psychischen Erkrankungen, bei Frauen einen Anstieg um 18 Prozent. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist bei diesen Erkrankungen mit 37 Tagen höher als bei Krebsbehandlungen (36 Tage).
Arbeitnehmer fehlen im Durchschnitt acht Tage, Zeit online 13.8.12


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In fünf Dax-Konzernen stellen Frauen die Mehrheit der Mitarbeiter 
Mittwoch, 29. August 2012 - Studien
Der Diskussion um die Frauenquote zum Trotz gibt es bereits einige Konzerne, in denen Frauen besonders gute Karrierechancen haben. Eine Umfrage der WirtschaftsWoche zeigt: In fünf Dax-Konzernen ist bereits die Mehrheit der Beschäftigten weiblich und auch in Führungspositionen sind dort Frauen besser positioniert als in anderen Unternehmen. Das Ranking der Frauen-Domänen: Fresenius (67 Prozent), Metro (55,6 Prozent), Adidas (52 Prozent) Beiersdorf (51,9 Prozent), Munich Re (51 Prozent). Was die Besetzung von Führungspositionen mit Frauen angeht, zeigt sich folgendes Bild: Henkel (29,5 Prozent), Fresenius (27 Prozent), Merck (23 Prozent), Bayer (22,3 Prozent), Munich Re (20,5 Prozent), Beiersdorf (20,5 Prozent).
Fünf Dax-Konzerne beschäftigen mehr Frauen als Männer, WiWo 11.8.12


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Fair Trade wächst, bleibt aber Nische 
Dienstag, 28. August 2012 - Studien
Trotz Krise sind immer mehr Menschen bereit, die vergleichsweise teuren Fair-Trade-Produkte zu kaufen. so stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 477 Millionen Euro, so das Forum Fairer Handel. Fair Trade kommt welt 1,2 Millionen Bauern und Arbeitern in mehr als 60 Ländern zugute. Deren Familien eingerechnet werden so rund sechs Millionen Menschen erreicht. In Deutschland setzen sich etwa 100.000 Menschen ehrenamtlich für den fairen Handel ein. Wichtigstes Fair-Trade-Produkt bleibt der Kaffee, mit dem jeder zweite Euro umgesetzt wird. Der Anteil des fairen Kaffees am Welthandel ist zwar gestiegen, liegt aber dennoch erst bei zwei Prozent. Der Marktanteil bei fair gehandelten Blumen stieg auf etwa acht Prozent.
Blumen zum Kaffee, taz 10.8.12


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Das Tief nach dem Urlaub 
Montag, 27. August 2012 - Wissenschaft
Während viele noch die Auszeit ihrer Ferien genießen, leiden manche Urlaubsrückkehrer bereits am so genannten Post-Holiday-Syndrom. Jüngste Forschungen zeigen, dass der Stresspegel sich bereits zum Urlaubsende erhöhen kann, wenn die Urlauber schon über das, was sie nach ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz erwartet, nachdenken. Zurück im Büro brauchen Körper und Kopf im Schnitt ein bis drei Tage, um wieder zum gewohnten Arbeitsrhythmus zu finden. Ein besonders schöner Urlaub hat gute und auch negative Konsequenzen. Einerseits sind zufriedene Urlauber meist länger erholt, doch finden sie auch schwerer zurück in den Arbeitsalltag. Bei aller Gram über das Ende der freien Zeit raten Experten dazu, den nächsten Urlaub bereits im Blick zu behalten, denn einerseits erhöht das die Vorfreude, andererseits zeigen Langzeitstudien, dass Urlaubsvermeider anfälliger für typische Stresserkrankungen sind.
Nach dem Urlaub kommt der Blues, Zeit online 9.8.12


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Generation Y krempelt Führungsverständnis um 
Freitag, 24. August 2012 - Management
Herrschaftswissen, Kontrolle, Machtspiele - wenn es nach der Generation Y geht, den zwischen 1980 und 1995 Geborenen, sollten Perspektiven wie diese zu Auslaufmodellen werden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Automobilbauers Audi unter seinen Beschäftigten dieser Altersgruppe. "Die jungen Menschen suchen Herausforderungen, ein Job muss für sie spannend und abwechslungsreich sein. Sie wollen auch Verantwortung übernehmen, aber stärker für Inhalte und Sachthemen. Führungsverantwortung oder ein Aufstieg in der Hierarchie sind für sie nicht mehr so erstrebenswert wie für die Generationen vor ihr", so Audi-Personalvorstand Thomas Sigi. Der Personaler erkennt bei den jungen Arbeitnehmern ein "stärker inhaltliches Verständnis von Führung": "Wer bei einem Thema am besten Bescheid weiß, darf bestimmen." Inspiriert durch die Generation Y rechnet Sigi damit, dass Aspekte wie offenes Wissensmanagement, flache Organisation, gelebte Work-Life-Balance, eine gute Fehlerkultur, hierarchielose Kommunikation und Vertrauen künftig in Unternehmen deutlich mehr Bedeutung gewinnen werden.
"Die Generation Y ändert die Unternehmen", Spiegel online 9.8.12


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Immer mehr atypische Beschäftigungsverhältnisse 
Donnerstag, 23. August 2012 - Studien
Frauen sowie junge oder gering qualifizierte Arbeitnehmer haben es immer schwerer, unbefristete Vollzeitstellen zu finden, so das Ergebnis einer Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, die die Entwicklung der so genannten atypischen Beschäftigung in 20 europäischen Ländern im Zeitraum von 1996 bis 2009 analysiert. So stieg der Anteil der Frauen, die in Teilzeit arbeiten, in diesem Zeitraum von 19 auf 29 Prozent. Von den unter 30-jährigen Arbeitnehmer haben heute nur noch 24 Prozent einen unbefristeten Vollzeitjob, während es Mitte der 1990er Jahre noch 35 Prozent waren.
Bei den gering Qualifizierten sank die Zahl derer, die sich über ein Normalarbeitsverhältnis freuen können, von 24 auf 16 Prozent. Gestiegen ist hingegen die Beschäftigung in der Altersgruppe über 50 Jahre. Während hier 1996 die Hälfte der Menschen nicht erwerbstätig war, trifft dies heute nur noch auf jeden Dritten zu.
Berufseinsteiger haben immer seltener einen sicheren Job, SZ 7.8.12


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80 Prozent aller Deutschen fordern mehr politische Partizipation 
Mittwoch, 22. August 2012 - Studien
Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen ist nicht länger bereit, tatenlos zuzusehen, wie im ewigen Tauziehen zwischen Politik und Wirtschaft händeringend nach Lösungen für die globalen Krisen gesucht wird, aber unter dem Strich letztlich nicht wirklich etwas passiert. Sie setzen darauf, dass es den Einbezug breiter Teile der Bevölkerung braucht, um die Welt besser zu machen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 2.000 Personen der GfK Marktforschung im Auftrag der gemeinnützigen Stiftung für Philosophie Identity Foundation, die im August 2012 veröffentlicht wurde. Bereits 80,6 Prozent aller Deutschen missbilligen es, dass große Entscheidungen allein von der Politik getroffen werden. Sie fordern eine stärkere zivilgesellschaftliche Beteiligung, beispielsweise durch Volksentscheide. Dabei geht es ihnen nicht um Protest, sondern um nachhaltige Ergebnisse, zu denen sie selbst beitragen möchten. „Wir Bürger dürfen Politik und Wirtschaft die Lösung der globalen Krisen nicht alleine überlassen, sondern sollten uns persönlich für Veränderungen in der Gesellschaft engagieren“, sagen 82,6 Prozent aller Deutschen. Und 76,7 Prozent sind der Meinung, dass in der Bevölkerung viele Lösungen für die großen Herausforderungen der Gegenwart entwickelt werden, die stärker von der Politik aufgegriffen werden sollten. 19,2 Prozent engagieren sich bereits in Bürgerinitiativen, Vereinen, in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld dafür, „dass die Welt eine bessere wird“.
Pressemitteilung der Identity Foundation


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