Arbeit ... ist nicht alles 
Donnerstag, 16. August 2012 - Arbeit
Die Süddeutsche Zeitung beleuchtet in einem Beitrag einmal mehr den neuen Trend zum Downshifting. Immer mehr vor allem hochqualifizierte Mitarbeiter denken nicht mehr allein an Einkommen und Aufstieg, sondern suchen in ihrer Arbeit gezielt nach Sinn, wünschen sich mehr freie Zeit für Familie, Ehrenamt oder schlicht Freizeit und wollen den Kopf auch frei haben, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Für Berater ist bereits klar, dass das Modell "Karriere um jeden Preis" längst nicht mehr für alle gut Qualifizierten Gültigkeit hat. Die zunehmende Arbeitsverdichtung, aber auch die überproportional geforderte Permanent-Präsenz in Führungsjobs lassen immer mehr Menschen am damit verbundenen Selbstverschleiß zweifeln. Sie wollen mehr Freiräume, um ihr Menschsein auch außerhalb des Jobs zu kultivieren und zu leben. Personaler raten Firmen deshalb bereits dazu, Gestaltungsfreiheiten, sinnvolle Aufgaben und flexible Arbeitszeiten im Auge zu behalten, denn wer diese Randbedingungen nicht anbiete, dürfte künftig beim Recruiting Probleme bekommen.
Wenn Geld und Macht nicht mehr locken, 14.7.12


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Alles hat seinen Preis 
Freitag, 13. Juli 2012 - Arbeit
Wenn es nach Siemens-Personalvorstand Brigitte Ederer geht, dann könnte mehr Bodenständigkeit ein neues Signal setzen in der gegenwärtigen Burn-out-Debatte. Ihr Credo: "Ich kann nicht alles haben." Ederer vertritt die Ansicht, dass manche Mitarbeiter selbst zu viel wollen und sich damit überfordern. Beruflicher Erfolg, Familie mit Kindern, aufwändige Hobbys - je mehr Wünsche, umso größer die Gefahr, sich zu erschöpfen. Ederer rät Arbeitnehmern, auch auf sich selbst aufzupassen. Der in vielen Firmen üblichen Präsenz-Kultur, die diejenigen implizit bestraft, die nicht ständig erreichbar sind, hält die Personalchefin entgegen, dass andererseits viele Angestellte aus Angst, etwas zu versäumen, sich selbst in ständige Alarmbereitschaft versetzten. Ederer macht Mut zu mehr Gelassenheit und dazu, Niederlagen nicht krampfhaft vermeiden zu wollen. "Aus denen habe ich selbst immer am meisten gelernt", so die Vorstandsfrau.
"Die Mitarbeiter wollen selbst zu viel", Spiegel online 24.6.12


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Sein eigenes Leben leben 
Donnerstag, 12. Juli 2012 - Arbeit
Was macht Menschen erfolgreich? Und wie schafft man es, im Beruf auch glücklich zu werden? Die Beraterin Susanne Petz hat auf diese Fragen verblüffend nahe liegende Antworten. "Indem man sein eigenes Leben lebt. Es gibt so viele Menschen, die ein fremdbestimmtes Leben führen, einfach weil sie glauben, es ginge nicht anders. Manche machen einen Job, der gar nicht ihrer ist. Damit wird man weder glücklich noch erfolgreich. Viele wagen es nicht, sich die Frage zu stellen, was ihnen wirklich Spaß macht und wie sie ihr Potenzial stärker ausleben könnten", meint Petz und regt dazu an, in sich zu gehen, um das eigene Potential besser zu erkennen, denn: "Wer seinen inneren Impulsen folgt und sie nicht verdrängt, der kann sein Leben verändern." Besonders wichtig dabei: Keine falsche Zurückhaltung im Hinblick auf persönliche Motivationen und Einzigartigkeit. "Heben Sie die Trennung zwischen dem Privatmenschen und dem Berufsmenschen auf! Das Leben wird spannender, wenn wir uns auch im Beruf als Mensch und Persönlichkeit zeigen und uns nicht hinter einer Sache verstecken", meint die Beraterin.
Wie man seine Schwächen erfolgreich nutzt, SZ 23.6.12


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Die Over-Performer-Falle 
Montag, 9. Juli 2012 - Arbeit
In seiner Coaching-Kolumne auf Zeit online geht Martin Wehrle darauf ein, wie Arbeitnehmer sich im Job besonders gut in Szene setzen können. "Wer tut, was man ihm sagt, wird als bemüht gesehen, aber nie als engagiert", so Wehrles nüchterne Einschätzung. Er rät deshalb dazu, übertragene Aufgaben nicht nur zu erfüllen, sondern immer noch etwas draufzulegen, denn: "Ein Mitarbeiter überflügelt eine Anforderung aus eigenem Antrieb, und zwar so, dass sein Handeln nicht nach Übermut riecht, sondern nach Mitdenken und Engagement. Solche Ausreißer nach oben prägen sich ein, heben einen Mitarbeiter aus der Masse und machen ihn interessant. Erst recht, wenn diese Übererfüllung des Solls bei ihm nicht Ausnahme, sondern Regel ist." Der üblichen Karrierelogik vieler Unternehmen mag diese Perspektive völlig entsprechen. Doch sie birgt auch Gefahren, denn wer ständig mehr leistet, erhöht auch den - in den meisten Unternehmen ohnehin schon stark ausgeprägten - Druck auf sich selbst. Ist die Messlatte erst einmal höher gelegt, dürfte es nämlich schwer fallen, wieder zu einem normalen Arbeitspensum zurückzukehren. Nichts gegen Engagement, aber solche Selbstoptimierungstipps sind in der heutigen Zeit ein zweischneidiges Schwert, denn viele Arbeitnehmer sind ohnehin schon am Limit - oder bereits darüber hinaus ...
Das Zitat ... und Ihr Gewinn, Zeit online 13.6.12


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Gestaltungsfreiheit und Sicherheit 
Montag, 18. Juni 2012 - Arbeit
Im Gespräch mit dem Berater Winfried Rauter eruiert Zeit online, wie Firmen zu einer motivierenden Unternehmenskultur kommen können. "Die Arbeitsbedingungen müssen so gestaltet werden, dass sich die Mitarbeiter nicht langweilen, aber auch nicht permanent überfordert fühlen. Sie sollten einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen und sich nicht fremdbestimmt fühlen. Kontrolle und Teilhabe sind wichtig. Der Chef sollte versuchen, alle mit ins Boot zu holen, und die Unternehmensziele verständlich kommunizieren. Die Mitarbeiter brauchen aber auch Perspektiven und Aufstiegschancen – und das Gefühl, mit ihren Kollegen und dem Vorgesetzten auch bei Schwierigkeiten sprechen zu können. Deshalb ist Feedback so wichtig", skizziert Rauter die wichtigsten Motivationsanreize. In den Augen des Unternehmensberaters ist ein Sicherheitsgefühl der Mitarbeiter wesentlich, denn wenn sie sich Sorgen um ihren Job machen müssen oder die konkreten Arbeitsbedingungen Risiken bergen, untergrabe das das Betriebsklima. Widerstand gegenüber Veränderungen resultiere häufig daraus, dass Führungskräfte oder Teamleiter Angst vor Fehlern hätten, die ihnen angekreidet würden. Wo es keine Fehler- und Feedbackkultur gebe, werden beispielsweise Messungen zum Betriebsklima als Bedrohung erfahren, da Kritik dann leicht auf einzelne Führungskräfte projeziert werden könne. Rauter glaubt allerdings auch, dass temporäre und nicht zu stark ausgeprägte Unzufriedenheit ein Motivationstreiber sein könne, wenn sich daraus ein gemeinschaftliches Gefühl, zusammen noch mehr bewirken zu können, ergebe.
"Unzufriedenheit erhöht die Motivation", Zeit online 1.6.12


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Einen klaren Kopf behalten 
Freitag, 15. Juni 2012 - Arbeit
Die Financial Times Deutschland geht in einem Beitrag der Frage nach, wie Arbeitende im Berufsleben konstruktiver mit Stress umgehen können. Ein Tipp für mehr Gelassenheit: Sich bewusst machen, dass äußere Reize, auf die der Mensch mit Stress reagiert, nur Reize sind. Das kann man üben, indem man sich Situationen, in denen man sich gestresst gefühlt hat oder negative Gedanken aufgestiegen sind, wieder ins Gedächtnis ruft und sich, sobald man die emotionale Reaktion wieder spürt, auf den eigenen Atem konzentriert. So wird erlebbar, dass Stress und Emotionen nicht untrennbar miteinander verbunden sind - und das erleichtert es dann in Stresssituationen, eine gesunde Distanz zu gewinnen. Ein weiterer Tipp der Experten: Sich auf die eigenen Ziele und Stärken besinnen und sich nicht allein von äußeren Impulsen leiten lassen. Wer seine Aufmerksamkeit auf das richtet, was er kann und will, fühlt sich weniger getrieben.
Gelassenheit durch Gedankenkontrolle, FTD 30.5.12


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Frauen und ihr innerer Antrieb 
Montag, 4. Juni 2012 - Arbeit
Zeit online geht in einem Interview mit der Familienforscherin Gisela Erler der Frage nach, warum die berufliche Gleichberechtigung von Frauen immer noch nicht wirklich funktioniert. Für Erler, die inzwischen in der Regierung von Baden-Württemberg tätig ist, ist klar, dass ein wesentlicher Grund darin liegt, dass Frauen einem völlig anderen inneren Antrieb folgen als Männer. "Viele Frauen wollen aufsteigen – aber nicht, und das ist anders als bei Männern, wenn dabei Nähe und Teamgeist verloren gehen. Frauen schätzen Gleichheit mehr als Männer. Hierarchien aller Art liegen ihnen weniger, und sie gehen anders mit ihnen um. ... Schauen Sie mal, wie Gruppen von Frauen oder Mädchen sich selbst organisieren. Da übernimmt zwar mal eine die Führung und genießt Ansehen – aber immer nur auf Zeit. Ihre Autorität entsteht nicht, wie bei Männern, mit einer Beförderung, sondern wird immer wieder hinterfragt und muss neu verdient werden", erklärt Erler. Die Wissenschaftlerin spricht sich für die Schaffung von "Kreativräumen" in Unternehmen aus, in denen Frauen zumindest partiell auch unter sich arbeiten können: "Frauen müssen ihren eigenen kulturellen Raum haben und brauchen Mitstreiterinnen, um sich weniger allein fühlen." Eine Forderung, die leicht als Diskriminierung missverstanden werden könne, doch Erler wendet ein: "Mich erinnert die Situation an die Energiewende: Im Moment gibt es alte Energien und erneuerbare Energien nebeneinander, in Strukturen, die manchmal zusammenpassen, oft aber auch nicht. So ist es auch mit den Männern und den Frauen in den Unternehmen, sie müssen so zusammengebracht werden, dass sie sich nicht blockieren. Und am Ende entscheidet der Markt: Einige Unternehmen werden den Energiemix der Zukunft nicht hinbekommen, manche werden deswegen vielleicht sogar verschwinden. Aber andere werden wachsen."
"Frauen schätzen Gleichheit", Zeit online 23.5.12


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Es lebe das Kollektiv 
Montag, 21. Mai 2012 - Arbeit
In einem Interview mit dem Fotograf Florian Manz geht Zeit online der Frage nach, welche Vorteile die Zusammenarbeit in Kollektiven mit sich bringen kann. Manz hat gemeinsam mit drei Fotografen-Kollegen ein Team gegründet, das sich intern bei der beruflichen Entwicklung unterstützt und nach außen gemeinsam auftritt. Die Selbstkritik innerhalb der Gruppe, das Teilen von Erfahrungen, aber auch die Bündelung der unterschiedlichen Expertise bei größeren Projekten sind für Manz wichtige Vorteile dieser Form der Zusammenarbeit. Hinzu komme: "Wenn man zusammenhält, ist man dem Markt nicht so ausgesetzt." Für den Fotografen ist es dabei besonders wichtig, dass im Team ein Raum entstehe, in dem alle voneinander lernen können, sich gegenseitig motivieren und auch zusammen "rumspinnen" können.
Gemeinsam durchstarten, Zeit online 5.5.12


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