Vertrauen in den Kapitalismus sinkt 
Mittwoch, 15. August 2012 - Studien
Eine Studie des Pew Research Center in Washington zeigt, dass das Vertrauen in den Kapitalismus in einzelnen Ländern drastisch gesunden ist, während vor allem in den aufstrebenden Nationen der Glaube an die wirtschaftliche Entwicklung ungebrochen scheint. Besonders optimistisch geben sich die Türken - 60 Prozent von ihnen betrachten ihre eigene wirtschaftliche Situation als gut (Zuwachs von 20 Prozentpunkten gegenüber 2008), 57 Prozent sehen dies auch für die Positionierung des Landes (Zuwachs um 36 Prozentpunkte gegenüber 2008). Auch in Deutschland ist der Optimismus noch groß - hier sind 74 Prozent zufrieden mit ihrer persönlichen wirtschaftlichen Situation (plus 7 Prozentpunkte) und 73 Prozent (plus 20 Prozentpunkte) mit der wirtschaftlichen Situation des Landes. In China sind die Zuwächse zwar gering, aber nur deshalb, weil die Chinesen auch im Krisenjahr 2008 schon sehr optimistisch waren. 69 Prozent der Chinesen fühlen sich selbst wirtschaftlich gut aufgestellt (plus 3 Prozentpunkte), sogar 83 Prozent (plus 1 Prozentpunkt) betachten die Situation der chinesischen Wirtschaft als gut. In den von der Krise besonders stark betroffenen Ländern zeigt sich hingegen ein anderes Bild. So glauben nur noch 57 Prozent der Spanier (minus 11 Prozentpunkte), dass ihre eigene wirtschaftliche Situation gut ist, von der spanischen Wirtschaft insgesamt nehmen dies nur noch 6 Prozent (minus 29 Prozentpunkte) an.
Pervasive Gloom About the World Economy, Pew Research 12.7.12

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Betrug ist business as usual 
Dienstag, 14. August 2012 - Studien
Die Ergebnisse sind erschütternd, doch letztlich nicht wirklich verwunderlich. Einer Untersuchung der Anwaltskanzlei Labaton Sucharow unter mehr als 500 Managern zufolge ist es für ein Viertel der Führungsleute kein Problem, im Job auch unehrliche Machenschaften zu betreiben - sie sehen zum Teil darin sogar einen Schlüssel zum Erfolg. Mehr als ein Viertel der Befragten gab zu, über Fehlverhalten oder gar illegale Geschehnisse in ihrem beruflichen Umfeld informiert zu sein, aber nichts dagegen zu unternehmen. Und rund 30 Prozent sind der Ansicht, dass die Mischung aus niedrigen Basisgehältern und hohen Boni geradezu dazu motiviere, die Regeln zu brechen. Insidergeschäfte sind für 16 Prozent der Finanzmanager ebenfalls kein Tabu.
Betrug gehört zum Erfolg, n-tv 11.7.12


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Bildung - eine Berg- und Talfahrt 
Mittwoch, 11. Juli 2012 - Studien
Der Bildungsbericht von Bund und Ländern ähnelt einer Berg- und Talfahrt. Einerseits zeigt die Zahl derer, die höhere Bildungsabschlüsse, also Abitur oder Studium, erreichen, kontinuierlich, doch am anderen Ende der Bildungslandschaft bildet sich auch ein "stabiler Sockel der Abgehängten". Rund drei Prozent aller Schüler beginnen ihre Bildungskarriere in einer Sonderschule, und 20 Prozent der Jugendlichen zählen zu den Risikoschülern, die nicht sinnhaft lesen können. Diese "Bildungsverlierer" sind im Schnitt bereits 20 Jahre alt, bis sie eine Ausbildung machen können. Insgesamt besuchen gegenwärtig rund 400.000 Jugendliche Förderschulen. Auch die hohen Zahlen der Studienanfänger sind zweischneidig, denn bis 2015 fehlen etwa 300.000 Studienplätze. Sowohl im unteren Bereich des Bildungssystems als auch an der Spitze geht es unter dem Strich also gleichermaßen nicht recht voran.Und das, wo allerorts gerade ein steigendes Bildungsniveau als mögliche Wachstumsstrategie in Krisenzeiten propagiert wird ...
"Sockel der Abgehängten", taz 22.6.12


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Engagement = Rendite 
Dienstag, 10. Juli 2012 - Studien
Die gute Nachricht: Seit Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise ist das Engagement der Mitarbeiter erstmals wieder angestiegen, so eine Studie des Personaldienstleisters Aon Hewitt, die auf den Daten von 3.100 Unternehmen und 9,7 Millionen Mitarbeitern basiert. So stieg der globale Engagement-Wert gegenüber 2011 um zwei auf heute 58 Prozent - in Europa war ein Einstieg um ein auf heute 52 Prozent zu verzeichnen. Die schlechte Nachricht: ein Viertel aller Mitarbeiter ist frustriert und hat innerlich gekündigt. Die Personaler raten Firmen, Führungskräfte zu installieren, die in der Lage sind, Verantwortung für die Mitarbeiter-Motivation zu übernehmen, eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung zu entwickeln und Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. Dass dies nicht nur Kür, sondern Pflicht sein sollte, zeigt eine weitere Erkenntnis der Studie, denn: Die Rendite von Unternehmen steigt parallel zum Engagement ihrer Mitarbeiter.
Wenn sich die Mitarbeitermotivation an der Rendite ablesen lässt, WiWo 23.6.12


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Lebensfreude aufs Wochenende vertagt 
Freitag, 6. Juli 2012 - Studien
Arbeit scheint weniger froh zu machen als Freizeit - zu diesem Ergebnis kommt eine Forsa-Umfrage unter 2.000 Deutschen im Auftrag des Happiness-Instituts von Coca-Cola. Nur knapp jeder Dritte empfindet an einem Werktag große Lebensfreude, während sich diese Zahl am Wochenende verdoppelt. Bei Schüler und Studenten ist der Samstag der freudenreichste Tag - wohl weil sie abends ausgehen und am Sonntag ausschlafen können. Sonntags widmen die deutschen im Schnitt 4,8 Stunden ihren Hobby, und 94 Prozent empfinden dabei Lebensfreude. Die freudvollsten Beschäftigungen sind dabei Treffen mit Freunden und Bekannten (77 Prozent), Geselligkeit mit der Familie (70 Prozent), Musik hören (zwei Drittel), entspannen und nichts tun (66 Prozent), Musik machen (57 Prozent) und Sport (54 Prozent).
Hobbys machen mehr Spaß als die Arbeit, WiWo 21.6.12


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Jeder zweite Berufstätige pendelt 
Donnerstag, 5. Juli 2012 - Studien
Einer Untersuchung des Karriere-Netzwerkes Xing zufolge arbeiten 53 Prozent der Mitglieder des Online-Dienstes nicht in der Stadt, in der sie wohnen. Besonders hoch sind die Pendlerquoten in typischen Vororten von Großstädten. So liege die Pendler-Quote in Garching und Ismaning bei München bei deutlich über 90 Prozent. Auch sind etwa 70 Prozent der in Frankfurt Arbeitenden Pendler und wohnen nicht in der Stadt. Besonders hoch sind die Pendler-Quoten in der Industrie, wo zwei von drei Arbeitnehmern ihren Job nicht am Wohnort verrichten. Bei Menschen, die im Kultursektor arbeiten, liegt die Pendler-Quote unter einem Viertel und auch Medienschaffende pendeln nur zu 36 Prozent. Interessant ist, wie Xing zu diesen Daten gekommen ist. Sie wurden nämlich nicht etwa im Zuge einer Umfrage ermittelt, sondern einfach so aus den Datensätzen der Mitglieder ausgelesen ...
Deutschland, Land der Pendler, WiWo 20.6.12


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Mit dem Smartphone zu Haltungsschäden 
Mittwoch, 4. Juli 2012 - Studien
Rund um die Uhr für die Arbeit verfügbar sein, das ist für viele Menschen längst Alltag. Der Verband britischer Physiotherapeuten schlägt nun Alarm, weil vor allem die heimischen Sonderschichten an Handy, Tablet oder Laptop die Gesundheit in besonderem Maße beeinträchtigen können. Der Verband untersuchte 2.000 Angestellte, von denen etwa zwei Drittel auch außerhalb der Dienstzeiten an ihren mobilen Geräten weiterarbeiteten. Im Schnitt verbrachten diese Mehrarbeiter rund zwei zusätzliche Stunden pro Tag am Bildschirm. Gerade bei der Nutzung mobiler Geräte werde jedoch häufig die Körperhaltung vernachlässigt, so dass Rücken- und Nackenschmerzen die Folge seien und zu stressbedingten Leiden führen könnten, warnen die Physiotherapeuten.
Sklaven des Bildschirms, SZ 20.6.12


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Wie Intelligenz zu Fehlern verleitet 
Dienstag, 3. Juli 2012 - Studien
Auch intelligente Menschen sollten immer auf der Hut sein, denn wer schlau ist und zu Selbstüberschätzung neigt, macht leichter Fehler. Die Wissenschaft nennt das die geistigen blinden Flecken. So untersuchte der Psychologe Richard West an der James Madison Universität 500 Studenten, die mehrere Rätselfragen lösen sollten. Viele waren sich dabei sicher, vor Irrtümern gefeit zu sein, machten letztlich aber dann doch erwartbare Fehler. Mit Intelligenztests maß der Psychologe dann noch die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmer und fand eine verblüffende Korrelation zur Fehlerhäufigkeit, denn je intelligenter die Studienteilnehmer waren, umso eher scheiterten sie an den Denksportaufgaben. West erklärt das damit, dass sich kluge Menschen ihrer geistigen Überlegenheit nur allzu bewusst seien. Diese Hybris mache wahrscheinlich auf einem Auge blind.
Intelligenz hat auch Nachteile, WiWo 19.6.12


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