Generation Y krempelt Führungsverständnis um 
Freitag, 24. August 2012 - Management
Herrschaftswissen, Kontrolle, Machtspiele - wenn es nach der Generation Y geht, den zwischen 1980 und 1995 Geborenen, sollten Perspektiven wie diese zu Auslaufmodellen werden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Automobilbauers Audi unter seinen Beschäftigten dieser Altersgruppe. "Die jungen Menschen suchen Herausforderungen, ein Job muss für sie spannend und abwechslungsreich sein. Sie wollen auch Verantwortung übernehmen, aber stärker für Inhalte und Sachthemen. Führungsverantwortung oder ein Aufstieg in der Hierarchie sind für sie nicht mehr so erstrebenswert wie für die Generationen vor ihr", so Audi-Personalvorstand Thomas Sigi. Der Personaler erkennt bei den jungen Arbeitnehmern ein "stärker inhaltliches Verständnis von Führung": "Wer bei einem Thema am besten Bescheid weiß, darf bestimmen." Inspiriert durch die Generation Y rechnet Sigi damit, dass Aspekte wie offenes Wissensmanagement, flache Organisation, gelebte Work-Life-Balance, eine gute Fehlerkultur, hierarchielose Kommunikation und Vertrauen künftig in Unternehmen deutlich mehr Bedeutung gewinnen werden.
"Die Generation Y ändert die Unternehmen", Spiegel online 9.8.12


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Immer mehr atypische Beschäftigungsverhältnisse 
Donnerstag, 23. August 2012 - Studien
Frauen sowie junge oder gering qualifizierte Arbeitnehmer haben es immer schwerer, unbefristete Vollzeitstellen zu finden, so das Ergebnis einer Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, die die Entwicklung der so genannten atypischen Beschäftigung in 20 europäischen Ländern im Zeitraum von 1996 bis 2009 analysiert. So stieg der Anteil der Frauen, die in Teilzeit arbeiten, in diesem Zeitraum von 19 auf 29 Prozent. Von den unter 30-jährigen Arbeitnehmer haben heute nur noch 24 Prozent einen unbefristeten Vollzeitjob, während es Mitte der 1990er Jahre noch 35 Prozent waren.
Bei den gering Qualifizierten sank die Zahl derer, die sich über ein Normalarbeitsverhältnis freuen können, von 24 auf 16 Prozent. Gestiegen ist hingegen die Beschäftigung in der Altersgruppe über 50 Jahre. Während hier 1996 die Hälfte der Menschen nicht erwerbstätig war, trifft dies heute nur noch auf jeden Dritten zu.
Berufseinsteiger haben immer seltener einen sicheren Job, SZ 7.8.12


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80 Prozent aller Deutschen fordern mehr politische Partizipation 
Mittwoch, 22. August 2012 - Studien
Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen ist nicht länger bereit, tatenlos zuzusehen, wie im ewigen Tauziehen zwischen Politik und Wirtschaft händeringend nach Lösungen für die globalen Krisen gesucht wird, aber unter dem Strich letztlich nicht wirklich etwas passiert. Sie setzen darauf, dass es den Einbezug breiter Teile der Bevölkerung braucht, um die Welt besser zu machen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 2.000 Personen der GfK Marktforschung im Auftrag der gemeinnützigen Stiftung für Philosophie Identity Foundation, die im August 2012 veröffentlicht wurde. Bereits 80,6 Prozent aller Deutschen missbilligen es, dass große Entscheidungen allein von der Politik getroffen werden. Sie fordern eine stärkere zivilgesellschaftliche Beteiligung, beispielsweise durch Volksentscheide. Dabei geht es ihnen nicht um Protest, sondern um nachhaltige Ergebnisse, zu denen sie selbst beitragen möchten. „Wir Bürger dürfen Politik und Wirtschaft die Lösung der globalen Krisen nicht alleine überlassen, sondern sollten uns persönlich für Veränderungen in der Gesellschaft engagieren“, sagen 82,6 Prozent aller Deutschen. Und 76,7 Prozent sind der Meinung, dass in der Bevölkerung viele Lösungen für die großen Herausforderungen der Gegenwart entwickelt werden, die stärker von der Politik aufgegriffen werden sollten. 19,2 Prozent engagieren sich bereits in Bürgerinitiativen, Vereinen, in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld dafür, „dass die Welt eine bessere wird“.
Pressemitteilung der Identity Foundation


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Etwas mehr Gefühl bitte 
Dienstag, 21. August 2012 - Management
BDI-Präsident Hans-Peter Keitel ist der Ansicht, dass gute Führung auch davon abhängt, wie facettenreich Manager in ihrer Persönlichkeit sein können. "Mir war bei der Einstellung von Führungskräften auch immer wichtig, eine Facette zu finden, die mit dem Beruf nichts zu tun hat. Das kann Familie, Religion oder auch eine sportliche Höchstleistung sein. Es ist doch wie bei einer Geige: Wenn Sie die mit einer einzelnen Saite bespannen und spielen, dann ist das etwas anderes, als wenn Sie zwar nur eine Saite anstreichen, die anderen drei aber dabei sind: Denn sie schwingen mit. Sonst ist es ein verdammt eindimensionaler Klang. Wer weitere gestimmte Saiten hat, die mitklingen, ist automatisch auch emotional anders belastbar. Das macht menschlicher und widerstandsfähiger und weniger technokratisch." Auch Emotionen spielen in seinen Augen eine wichtige Rolle bei Führungsaufgaben, denn: "Gute Führung geht ohne Mitgefühl gar nicht." Der BDI-Chef kritisiert auch den ständigen Zeitdruck in Business und Politik, den er als "dramatische Entwicklung" erachtet, weil die "Verknappung der Zeit das Schürfen tiefer Gruben verhindert": "Sie können immer nur an der Oberfläche kratzen. Es ist fast unmöglich, sich Inseln zu schaffen, in denen sich auch der Geist regeneriert, um so die andere Saite mal wieder zum Klingen zu bringen."
"Gute Manager brauchen auch Mitgefühl", Welt 5.8.12

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Deutsche sehnen Rente herbei 
Montag, 20. August 2012 - Studien
Die Rente mit 67 ist für viele Deutsche anscheinend nach wie vor ein No-Go. In einer Umfrage des Jobportals Monster.de meinten 89 Prozent der 1.600 Umfrageteilnehmer, dass sie es sich nicht vorstellen können, so lange im Erwerbsleben zu verbleiben. Lediglich 2 Prozent wollen diesem neuen gesetzlichen Rahmen folgen. Allerdings: 3 Prozent wollen auf jeden Fall sogar länger arbeiten, 2 Prozent können sich sogar überhaupt nicht vorstellen, in Rente zu gehen.
Bloß nicht bis 67 arbeiten, FTD 26.7.12


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Lohas noch immer ein Minderheiten-Phänomen 
Freitag, 17. August 2012 - Studien
Der Lohas-Trend (Lifestyles of Health and Sustainability) geistert zwar überproportional häufig durch Medien und Marketing, bleibt aber nach wie vor ein Minderheitenphänomen, wie die neueste AWA-Erhebung von Allensbach zeigt. Das Institut rechnet rund 11 Prozent aller Deutschen zu den Lohas-Anhängern - ein Wert, der in den letzten Jahren stabil geblieben ist. Statistisch betrachtet wird der Lohas-Stil überdurchschnittlich häufig von Frauen, Menschen über 50, mit (Fach-)Hochschulreife und sehr guter bis guter Einkommenssituation kultiviert. Die Lohas-Konsumenten sind in hohem Maße an Qualität und Marken orientiert, überdurchschnittlich innovationsoffen und explizit weder technik- noch fortschrittsfeindlich eingestellt. Sie setzen beim Einkauf auf sozial- und umweltverträgliche Produkte und legen Wert auf faire Wirtschaftsbeziehungen. Während nur 22 Prozent der Gesamtbevölkerung Wert auf Bio-Produkte legen, sind es im Lohas-Umfeld 67 Prozent. Beim Kauf von Kleidung achten 40 Prozent (Bevölkerungsdurchschnitt 13 Prozent) auf eine sozial- und umweltverträgliche Produktion. Rund 25 Prozent der Bevölkerung sind bereits bereit, für umweltverträgliche Produkte auch höhere Preise zu zahlen.
Allensbach-Studie


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Arbeit ... ist nicht alles 
Donnerstag, 16. August 2012 - Arbeit
Die Süddeutsche Zeitung beleuchtet in einem Beitrag einmal mehr den neuen Trend zum Downshifting. Immer mehr vor allem hochqualifizierte Mitarbeiter denken nicht mehr allein an Einkommen und Aufstieg, sondern suchen in ihrer Arbeit gezielt nach Sinn, wünschen sich mehr freie Zeit für Familie, Ehrenamt oder schlicht Freizeit und wollen den Kopf auch frei haben, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Für Berater ist bereits klar, dass das Modell "Karriere um jeden Preis" längst nicht mehr für alle gut Qualifizierten Gültigkeit hat. Die zunehmende Arbeitsverdichtung, aber auch die überproportional geforderte Permanent-Präsenz in Führungsjobs lassen immer mehr Menschen am damit verbundenen Selbstverschleiß zweifeln. Sie wollen mehr Freiräume, um ihr Menschsein auch außerhalb des Jobs zu kultivieren und zu leben. Personaler raten Firmen deshalb bereits dazu, Gestaltungsfreiheiten, sinnvolle Aufgaben und flexible Arbeitszeiten im Auge zu behalten, denn wer diese Randbedingungen nicht anbiete, dürfte künftig beim Recruiting Probleme bekommen.
Wenn Geld und Macht nicht mehr locken, 14.7.12


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Vertrauen in den Kapitalismus sinkt 
Mittwoch, 15. August 2012 - Studien
Eine Studie des Pew Research Center in Washington zeigt, dass das Vertrauen in den Kapitalismus in einzelnen Ländern drastisch gesunden ist, während vor allem in den aufstrebenden Nationen der Glaube an die wirtschaftliche Entwicklung ungebrochen scheint. Besonders optimistisch geben sich die Türken - 60 Prozent von ihnen betrachten ihre eigene wirtschaftliche Situation als gut (Zuwachs von 20 Prozentpunkten gegenüber 2008), 57 Prozent sehen dies auch für die Positionierung des Landes (Zuwachs um 36 Prozentpunkte gegenüber 2008). Auch in Deutschland ist der Optimismus noch groß - hier sind 74 Prozent zufrieden mit ihrer persönlichen wirtschaftlichen Situation (plus 7 Prozentpunkte) und 73 Prozent (plus 20 Prozentpunkte) mit der wirtschaftlichen Situation des Landes. In China sind die Zuwächse zwar gering, aber nur deshalb, weil die Chinesen auch im Krisenjahr 2008 schon sehr optimistisch waren. 69 Prozent der Chinesen fühlen sich selbst wirtschaftlich gut aufgestellt (plus 3 Prozentpunkte), sogar 83 Prozent (plus 1 Prozentpunkt) betachten die Situation der chinesischen Wirtschaft als gut. In den von der Krise besonders stark betroffenen Ländern zeigt sich hingegen ein anderes Bild. So glauben nur noch 57 Prozent der Spanier (minus 11 Prozentpunkte), dass ihre eigene wirtschaftliche Situation gut ist, von der spanischen Wirtschaft insgesamt nehmen dies nur noch 6 Prozent (minus 29 Prozentpunkte) an.
Pervasive Gloom About the World Economy, Pew Research 12.7.12

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