Zwischen Wissen und Selbstüberschätzung 
Donnerstag, 30. Juli 2015 - Studien
Wer sich für einen Experten hält, überschätzt zumeist die eigene Expertise, während Menschen, die wirklich etwas wissen, eher zurückhaltend im Hinblick auf die eigene Kompetenz sind. Zu dieser Erkenntnis kamen die US-Psychologen David Dunning und Justin Kruger bereits 1999 mit einer Studie. Die Wissenschaftler folgerten daraus, dass inkompetente Menschen einer gedanklichen Verzerrung unterliegen. Das unter dem Namen Dunning-Kruger-Effekt bekannte Phänomen: Sie überschätzen ihr Können, sind dabei aber nicht in der Lage, das Ausmaß ihrer Inkompetenz zu erkennen. In einer neuen Studie bestätigten die beiden Psychologen nun diesen Effekt. In einem Test mit Hunderten von Freiwilligen sollten diese zunächst einschätzen, wie gut sie sich mit Finanzen auskennen. Anschließend wurde ihnen eine Liste mit Wörtern aus diesem Fachgebiet vorgelegt und sie sollten bewerten, wie gut sie sich mit diesen Begriffen auskennen. Auf der Liste befanden sich auch drei Fantasiewörter. Rund 90 Prozent der selbsternannten Finanzexperten gaben an, sich auch mit diesen bestens auszukennen. „Je stärker jemand von seiner eigenen Kompetenz überzeugt ist, desto mehr brüstet er sich mit Wissen, das er unmöglich haben kann”, kommentiert Dunning dieses Ergebnis lakonisch.
Selbsternannte Experten überschätzen sich, WiWo 21.7.15

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Erfolg beginnt bei der Beweglichkeit 
Dienstag, 28. Juli 2015 - Studien
Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, für die weltweit 1.200 Top-Manager aus Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 500 Millionen Dollar befragt wurden, 125 davon aus Deutschland, zeigt, wie zentral Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit an äußere Umstände inzwischen in der Businesswelt sind. 76 Prozent der deutschen Manager blicken der Studie gemäß optimistisch in die Zukunft, 64 Prozent glauben, dass sich die Geschäfte ihres Unternehmens im kommenden Jahr besser entwickeln werden. Gerade die Deutschen zeigen sich dabei sehr wandlungsorientiert. So glauben 70 Prozent, dass sich ihr Unternehmen bis 2018 erheblich verändern wird - weltweit sind dies allein 29 Prozent. Wobei aus der Studie nicht hervorgeht, von welchem gegenwärtigen Entwicklungsstand die Bosse ausgehen und wohin sie sich entwickeln wollen. Denkbar wäre beispielsweise auch, dass der erkannte Veränderungsbedarf in Deutschland schlicht ein Aufholbedarf im internationalen Vergleich sein könnte. 55 Prozent der deutschen CEOs beabsichtigen, bis 2018 am stärksten in die Transformation ihres Geschäftsmodells zu investieren. 54 Prozent legen den Fokus auf die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte. Das mit gutem Grund, denn mehr als die Hälfte der Befragten hegt Zweifel, ob ihre bisherigen Angebote in drei Jahren am Markt noch gefragt sein werden.
Problem erkannt - Lösung fehlt, WiWo 20.7.15

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Achtsamkeit macht Stress erträglicher 
Montag, 27. Juli 2015 - Studien
Eine Studie des Ohio State University Wexner Medical Center legt nahe, dass eine Übungspraxis der Achtsamkeit es Menschen in stressreichen Arbeitsumgebungen erleichtern kann, besser mit den äußeren Herausforderungen zurechtzukommen. Die Forscher untersuchten die Veränderungen bei einer Gruppe Krankenschwester, die auf einer Intensivstation tätig waren. Die Schwestern erhielten eine achtwöchige Schulung in Achtsamkeitsmethoden, darunter Meditation und Yoga. Bei der Messung vor und nach dieser Intervention bewerteten die Probandinnen den Stresslevel ihrer Arbeitsumgebung jeweils gleich. Ihre inneren Reaktionen hingegen veränderten sich durch die Achtsamkeitspraxis deutlich. So wiesen die Biomarker, die für eine Kampf-oder-Flucht-Reaktion stehen, nach dem achtwöchigen Kurs eine Reduktion um 40 Prozent auf. Die Wissenschaftler werden die Ergebnisse als Möglichkeit dafür, dass Menschen, deren Arbeitsumgebungen sich nicht stressfreier gestalten lassen, durch Achtsamkeit immerhin ihr subjektives Wohlbefinden verbessern können. Die Studie zeigt zwar, wie enorm der innere Freiheitsgrad sein kann, der sich gegenüber äußeren Herausforderungen entwickeln lässt. Doch beinhaltet die Deutung der Ergebnisse auch eine gewisse Gefahr, denn sie legt nahe, dass Stresskompensation zunächst auf der rein individuellen Ebene geleistet werden kann - und entbindet in gewisser Weise davon, gleichzeitig auch alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Grundbelastung von Menschen durch die äußeren Umstände ihres Berufes so weit es geht zu minimieren.
Nurses cut stress 40 percent with relaxation steps at work, EurekAlert 11.5.15

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Vertrauen: Maschinenbau Top, Finanzbranche Flop 
Freitag, 24. Juli 2015 - Studien
Der GPRA, der Unternehmensverband der führenden Kommunikationsagenturen, lässt jährlich in einer Repräsentativbefragung feststellen, welche Branchen in Deutschland das höchste Vertrauen genießen. An der Spitze des diesjährigen Rankings steht der Maschinenbau, der von den Befragten 48 von 100 möglichen Punkten bekam. In den weiteren Top 5 finden sich Gastgewerbe und Touristik, Elektroindustrie, Automobilbranche und Baugewerbe. DAs Schlusslicht bildet die Finanzbranche mit mageren 27,7 Punkten.
Diesen Branchen vertrauen die Deutschen, WiWo 15.7.15

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Schönheit erhöht die Verdienstaussichten 
Dienstag, 21. Juli 2015 - Studien
Wer gut aussieht, verdient auch gut - so könnte man den aktuellen Erkenntnisstand der Wissenschaft zur Bedeutung von Schönheit im Hinblick auf den finanziellen Verdienst umschreiben. In Deutschland verdienen schöne Frauen rund 20 Prozent mehr als diejenigen, die eher durchschnittlich aussehen. Gut aussehende Männer kommen auf ein Beauty-Plus von 14 Prozent. In den USA und Kanada verdienen "Schöne" hingegen lediglich fünf Prozent mehr, was den dortigen Anti-Diskriminierungsgesetzen geschuldet sein könnte. In den USA wechseln attraktive Anwälte häufiger vom öffentlichen Dienst in die Privatwirtschaft als die Normalos. Auch das Gewicht spielt eine Rolle. Kellnerinnen, TV-Moderatorinnen oder Verkäuferinnen scheinen mit steigendem Gewicht immer mehr Gehalt zu verlieren. Bei Männern, vor allem jenen, die in der Produktion tätig sind, erhöht ein Mehr an Gewicht hingegen das Salär.
Je hübscher, desto höher das Gehalt, Karriere-Spiegel 10.7.15

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Fast jeder Zweite arbeitet länger für lau 
Montag, 20. Juli 2015 - Studien
Laut Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der Überstunden in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf insgesamt 58,5 Milliarden. Ein nicht unerheblicher Teil davon wird von den Arbeitnehmern für lau geleistet. Laut "Arbeitszeitmonitor 2015" der Plattform gehalt.de erhalten 44 Prozent für die Mehrarbeit weder Geld noch Freizeitausgleich - in den Genuss einer dieser beiden Vergütungsformen kommen lediglich 56 Prozent der Überstundenleister. Insgesamt leisten 62,9 Prozent der Beschäftigten Überstunden. Bei einer Mehrheit von 40 Prozent sind es wöchentlich bis zu fünf Stunden. Knapp jeder Siebte kommt auf bis zu 10 Stunden Mehrarbeit, beinahe vier Prozent sogar auf bis zu 15 Stunden.
Viele Überstunden nicht bezahlt, FAZ 2.7.15

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Fehltage aufgrund seelischer Leiden seit 2003 verdoppelt 
Freitag, 17. Juli 2015 - Studien
Mittlerweile 15 Prozent aller Krankentage mit ärztlichem Attest gehen laut BKK-Gesundheitsatlas inzwischen auf seelische Erkrankungen zurück. Im Hinblick auf die Zahl der Krankschreibungen landen sie damit hinter den Muskel- und Skeletterkrankungen auf Rang 2. Besonders tückisch ist die Krankheitsdauer, denn im Schnitt fehlen Menschen mit psychischen Probleme 39 Tage - beinahe doppelt so lange wie bei Muskel- und Skeletterkrankungen. Bei Depressionen liegt die durchschnittliche Ausfallszeit sogar bei 58 Tagen. Seit 2003 haben sich die Krankentage aufgrund seelischer Leiden mehr als verdoppelt. Die Dauer der Krankschreibungen stieg in diesem Zeitraum um ein Viertel.
BKK-Atlas zeigt düsteres Potenzial der Depressionen, Welt 9.7.15

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Freizeit findet vor allem vor der Glotze statt 
Donnerstag, 16. Juli 2015 - Studien
Jenseits von Schule, Studium oder Job, lästiger Hausarbeit und dem Einkaufen, haben wir Deutschen im Schnitt werktags 3 Stunden und 56 Minuten Freizeit. Und was machen wir damit? Über alle Altersgruppen hinweg ist das Fernsehen der Spitzenreiter der Freizeitgestaltung, wie der Freizeit-Monitor 2014 der Stiftung für Zukunftsfragen zeigt. 66 Prozent der Menschen sind mit ihrem Freizeit-Volumen zufrieden oder sehr zufrieden, 13 Prozent eher unzufrieden und 4 Prozent sogar unglücklich. Heraus stechen die Teenager - hier betrachten 10 Prozent die ihnen zur Verfügung stehende Freizeit als kritisch. Insgesamt ist das Freizeitverhalten der Deutschen weitgehend uniform über die Altersgruppen hinweg. Neben dem Fernsehkonsum gehören Radio hören, Telefonieren und Beschäftigungen im Internet bei allen zu den Top 10. Jugendlichen und Teenagern ist darüber hinaus das Ausschlafen wichtig. Singles gehen gerne auch ihren Gedanken nach. Bei Paaren, Familien, Jungsenioren und Ruheständlern spielt darüber hinaus die mit dem Partner verbrachte Zeit eine große Rolle. Ab der Familienphase wird in der Freizeit auch öfter über "wichtige Dinge" gesprochen. Alles in allem eine eher ernüchternde Bilanz. Kreative Tätigkeiten oder Lesen (mit Ausnahme der Paare, bei denen es das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften immerhin auf Platz 9 schafft) scheinen indes für die heutige Freizeit kaum Bedeutung zu haben. Auch Sport wird von vielen nur genannt für den Fall, mehr Freizeit zu haben.
Deutsche verbringen Freizeit am liebsten vor der Glotze, Zeit online 9.7.15

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