Wenn positives Denken ineffektiv macht 
Mittwoch, 31. August 2016 - Studien
Positives Denken beflügelt, sollte man meinen. Doch es kann auch sein, dass die rosigen Gedanken in die Irre führen. Gabriele Oettingen, Professorin für Psychologie in New York und Hamburg, stellte in einer Studie fest, dass positives Denken zwar der Stimmung dienlich sein könne, aber langfristig auch die Motivation untergrabe, denn wer die Dinge zu zuversichtlich sehe, glaube den Erfolg, den es noch zu erringen gelte, bereits als ausgemacht. Oettingen rät zu bewusster Balance - sich Wunsch und Ergebnis bewusst machen, mögliche Hindernisse einkalkulieren und einen Plan zu ihrer Überwindung entwickeln. In Testgruppen, die dieser Strategie folgten, waren 80 Prozent der Kandidaten erfolgreich. In der Kontrollgruppe, die diese Strategie nicht anwandte, lediglich 30 Prozent. Ein bisschen selbstinduzierte gute Laune scheint nicht das Problem zu sein, eher die unerwartete Frustration, die sich einstellt, wenn dann doch nicht alles glatt läuft.
Warum positives Denken nicht reicht, Good Impact 22.8.16

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Wie Alternativen primäre Anliegen sabotieren 
Dienstag, 30. August 2016 - Studien
Einen Plan B zu haben, das erscheint vor allem uns eher risikoaversen Deutschen eine gute Idee zu sein. Glaubt man den Forschungen der US-Psychologinnen Jihae Shin (Universität von Wisconsin-Madison) und Katherine Milkman (Wharton Business School), ist die Alternative jedoch keine gute Idee, zumindest nicht, wenn man sich zu früh auf sie besinnt. Sie fragten Probanden nach ihren Zielen, danach, wie intensiv sie diese verfolgen und auch, ob sie einen Alternativplan im Kopf hätten, falls sie mit ihrem ursprünglichen Anliegen scheitern. Dabei zeigte sich: Wer schon über Alternativen nachdachte, widmete sich weniger intensiv seinem eigentlichen Ziel. In Testsettings im Labor bestätigte sich dieser Zusammenhang. Bei Test und Aufgaben waren diejenigen weniger engagiert, die sich zugleich mit Ersatzplänen trugen.
Warum ein Plan B schlecht für die Motivation ist, WiWo 9.8.16



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Verkürzte Arbeitszeit bedeutet mehr als weniger Arbeit 
Montag, 29. August 2016 - Arbeit
Zeit Campus ist einmal der Frage nachgegangen, wie sich verschiedene in Schweden lancierte Projekte zur Verkürzung der Wochenarbeitszeit auswirken. Vorstöße wie der in Göteborg, wo ein Altenheim zum Test die Wochenarbeitszeit von acht auf sechs Stunden reduzierte, sorgen in den Medien regelmäßig für Furore. Fehlende oder mangelhafte wissenschaftliche Evaluationen machen es indes schwierig, die Wirkungen solcher Versuche nachzuvollziehen. Im Fall Göteborg waren die Angestellten zwar um 20 Prozent zufriedener als in einem anderen Altenheim - doch wurde bei ihnen kein Vorher-Nachher-Vergleich im Zeitraum des Tests gemacht. Die Krankenrate sank mit der Arbeitszeitverkürzung um gerade einmal 0,6 Prozent. Im Sahlgrenska-Universitäts-Krankenhaus in der Nähe von Göteborg wird ebenfalls mit dem 6-Stunden-Arbeitstag experimentiert. Hier waren die Ideen des Projekts, die Arbeitsplätze attraktiver zu machen und die Fluktuationsrate der Mitarbeiter zu senken. Beide Ideen scheinen aufzugehen. Das Krankenhaus konnte außerdem, da aus einer 8-Stunden-Schicht nun zwei 6-Stunden-Schichten wurden, die Zahl der Operationen erhöhen. Das soll den Umsatz um 20 Prozent erhöhen. Bei den Mitarbeitern scheint der Vorstoß auf große Akzeptanz zu stoßen, da sie nun besser mit der hohen Belastung, die der Job, gleich wie viele Stunden man ihn macht, mit sich bringt, umgehen können. Auch schwedische Start-ups experimentieren mit kürzeren Arbeitszeiten - und das sehr pragmatisch. Da es eine Illusion sei, dass Menschen acht Stunden am Stück konzentriert arbeiten, tun sie es in solchen Firmen nur sechs Stunden - Kaffeepausen und ähnlicher Zeitvertreib entfallen dafür. Das ist die rationale Seite der Arbeitszeitverkürzung - die für Mitarbeiter, die gegen straffes Arbeiten nichts einzuwenden haben, natürlich auch mehr mehr Freizeit mit sich bringt.
Zwei Stunden mehr Leben, Zeit Campus 9.8.16

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Sommerzeit - Ferienzeit 
Montag, 15. August 2016 - sonstiges
think.work.different macht Ferien. Ab 29.8. sind wir wieder mit frischen News für Sie da.

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Gehirnjogging funktioniert - manchmal 
Freitag, 12. August 2016 - Studien
In unserer Kultur der Selbstoptimierung setzen immer mehr Menschen auch auf Gehirnjogging, um ihre Fähigkeiten zu verbessern. Viele Apps und Tools dazu sind allerdings nicht wissenschaftlich validiert und ihr realer Nutzen ist ungewiss. Forscher der University of South Florida in Tampa heben nun eine Methode als besonders effektiv hervor, das "Speed of Processing"-Training. Dabei sollen die visuelle Aufmerksamkeit und die Auffassungsgabe gestärkt und beschleunigt werden. Dabei geht es darum, in der Mitte eines Bildschirms voller Symbole eines davon zu identifizieren und gleichzeitig ein weiteres Objekt im peripheren Sichtfeld in den Blick zu nehmen. Je länger man trainiert, umso schneller findet man das Gesuchte. Eine Auswertung von 50 Studien der Universität zeigt, dass dies auch Effekte im Alltag zeitigt. Menschen, die "Speed of Processing" üben, verfügen in verschiedenen Situationen über eine bessere Leistungsfähigkeit - sie sind beim Autofahren beispielsweise reaktionsschneller. Außerdem zeigte die Auswertung, dass die Übungen sogar Depressionen entgegenwirken können.
Gehirnjogging gegen Demenz, wissenschaft.de 5.8.16

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Neuer Rekord bei Krankschreibungen 
Donnerstag, 11. August 2016 - Studien
Die Zahlen der DAK verheißen nichts Gutes. Mit 4,4 Prozent lag der Krankenstand im ersten Halbjahr 2016 so hoch wie nie. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung um 0,3 Prozentpunkte. 37 Prozent aller Berufstätigen wurden mindestens einmal krankgeschrieben, bei einer durchschnittlichen Krankheitsdauer von 12,3 Tagen (Vorjahr: 11,7 Tage). Mehr als die Häfte aller Fehltage entfällt dabei auf Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen (22 Prozent), Krankheiten des Atmungssystems (17 Prozent) und psychische Erkrankungen (16 Prozent). Fragt sich, was uns so krank macht. Die üblichen Grippewellen erscheinen in dieser Aufstellung eher als marginales Problem. Auffällig ist hingegen, dass mehr als ein Drittel der Erkrankungen nicht zuletzt in der Verfasstheit der Arbeitswelt Ursachen zu haben scheint. Ständige Schreibtischarbeit ist gleichermaßen Gift für die Gesundheit wie die stetig wachsenden Belastungen der Arbeitnehmer in vielen Branchen, die immer mehr Menschen psychisch nicht mehr kompensieren können.
So krank wie nie, Zeit online 3.8.16

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Glücklicher per App 
Mittwoch, 10. August 2016 - Studien
Kleine Übungen per App zwischendurch können das Wohlbefinden steigern, so die Erkenntnisse einer Untersuchung der Universität Basel. 27 Probanden hatten über zwei Wochen die Gelegenheit, regelmäßig Kurzinterventionen von wenigen Minuten auf dem Smartphone zu praktizieren - sie konnten dabei wählen zwischen Übungen, die auf das Gefühlsleben abzielen, Anleitungen, die die Mimik betrafen, oder dem kontemplativen Wiederholen von Zahlen. Anschließend sollten sie Angaben über ihre Stimmung machen. Dabei zeigte sich: Die Probanden waren nicht nur direkt nach der Übung besser gestimmt, sondern ihre Befindlichkeit verbesserte sich auch über den gesamten Übungszeitraum.
Gute Laune dank Übungen per Smartphone, Universität Basel 28.7.16

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Was bedeutet eigentlich Scheitern? 
Dienstag, 9. August 2016 - Management
In regelmäßigen Abständen wird in den Wirtschaftsmedien die Diskussion aufgerollt, dass wir eine neue Kultur des Scheiterns brauchen. So auch jüngst im Handelsblatt. "Nur etwa jeder Zweite steht nach einer repräsentativen Umfrage der Universität Hohenheim dem unternehmerischen Scheitern positiv oder überwiegend positiv gegenüber. Geschäftliche Misserfolge werden dabei deutlich kritischer eingeschätzt als Fehlschläge im sonstigen Leben", so die Zeitung. Gerne wird dann mit dem Vorbild Amerika argumentiert - dort sehe man das Scheitern wesentlich entspannter, stehe einfach auf und mache weiter. Die Schlussfolgerung: Wir brauchen eine Kultur des Scheiterns, die Fehlschläge nicht verdammt. Ich würde lieber einmal fragen: Was bedeutet es eigentlich zu scheitern? Eine Firma in den Sand zu setzen, Ziele nicht zu erreichen, bei einer Aufgabe zu versagen? All diese Beispiele beinhalten etwas, dass wir nur schwer in den Blick nehmen: eine Vorstellung davon, wie die Dinge sein sollten. Einen Normalfall, an dem wir messen. Was aber, wenn wir das Leben einmal als das nehmen, was es ist? Als einen in großen Teilen unberechenbaren Prozess. Woran ließe sich hier noch ein Scheitern messen? Gar nicht! Es geht nicht darum, Ziele oder Ambitionen völlig aufzugeben. Eher darum zu erkennen, dass in dem Moment, wo etwas nicht funktioniert, das Leben zur weißen Leinwand wird. Dann grämen wir uns vielleicht weniger über das, was schief gelaufen ist - und richten unsere Energie ganz darauf, welches Bild auf der Leinwand als nächstes gemalt werden könnte ...
Neue Chance nach der Pleite, HB 30.7.16

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