Lohnlücke auf historischem Hoch 
Donnerstag, 31. August 2017 - Studien, Arbeit
Ein Papier des Bundesarbeitsministeriums richtet den Blick auf die wachsende Lohnungleichheit in Deutschland. Heute seien die Brutto-Reallöhne der unteren 40 Prozent zum Teil deutlich niedriger als vor zwanzig Jahren. Das bedeute, dass ein großer Teil der Gesellschaft heute über weniger Kaufkraft verfüge. Die Einkommen der oberen 60 Prozent seien hingegen teils sehr ausgeprägt gestiegen. Seit 2013 sei in Deutschland ein Lohnwachstum von 1,8 Prozent zu verzeichnen - in den Augen des Ministeriums noch lange nicht genug. Diese immer größer werdende Lücke müsse geschlossen werden.
Wirtschaftsministerium warnt vor schrumpfenden Löhnen, FAZ 22.8.17

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Nur wenige beziehen bei Ungerechtigkeit Position 
Mittwoch, 30. August 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Die Wahrnehmung ist eindeutig: Beinahe 80 Prozent aller Deutschen beklagen, dass es hierzulande an sozialer Gerechtigkeit fehle, 40 Prozent sehen hier sogar sehr große Probleme, so eine Untersuchung des Instituts YouGov. Im Hinblick auf ihre Stimmabgabe bei der Bundestagswahl hat die Frage jedoch nur für 25 Prozent höchste Priorität. Höchste Relevanz schreiben 45 Prozent der Linken-Wähler und 29 Prozent der SPD-Wähler dem Thema zu. Auch bei den Nicht-Wählern, die sich häufig wirtschaftlich benachteiligt fühlen und denen es in der eigenen Wahrnehmung schlechter geht als den meisten Menschen in Deutschland, hat das Thema für 33 Prozent eine sehr hohe Priorität. Womöglich ist die Diskrepanz zwischen dem eigenen Denken und der Handlungsbereitschaft darauf zurückzuführen, dass zugleich 60 Prozent der Befragten der Ansicht sind, dass es in Deutschland insgesamt eher gerecht zugehe.
Nur jeder vierte Wähler hält soziale Gerechtigkeit für das Wichtigste, FAZ 22.8.17

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Die meisten sind mit ihrem Job zufrieden 
Dienstag, 29. August 2017 - Studien, Arbeit, Management
In Studien zeigen sich immer wieder viele Kritikpunkte, die Angestellte im Hinblick auf ihre Arbeitssituation äußern. In der Gesamtbetrachtung scheinen die meisten jedoch sehr zufrieden mit ihren Jobs zu sein. Das Kölner Institut der Wirtschaft untersuchte die Daten von knapp 44.000 Erwerbstätigen aus 35 europäischen Ländern. Dabei zeigt sich, dass im Schnitt neun von zehn Beschäftigten über Ihre Arbeit nichts zu klagen haben. In Deutschland sind 88 Prozent der Angestellten - besser ist die Lage nur in Österreich (93 Prozent), den Niederlanden (92 Prozent) und Estland (90,6 Prozent). Die größte Unzufriedenheit zeigt sich in Frankreich, wo allerdings immerhin 79,9 Prozent mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Wesentliche Treiber für die Jobzufriedenheit sind laut der Untersuchung Wertschätzung und Anerkennung, worunter die Bezahlung, Aufstiegsmöglichkeiten und Lob fallen. Auch ein gutes soziales Klima spiele eine große Rolle. Zeitdruck, sehr lange Arbeitszeiten und häufige Unterbrechungen sind hingegen Gift für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Ihre negativen Wirkungen könnten allerdings gemindert werden, beispielsweise wenn Mitarbeiter zugleich größere Handlungsspielräume haben.
So zufrieden sind die Deutschen in ihrem Job, welt.de 21.8.17

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Smartphones trüben den Geist - fast immer 
Montag, 28. August 2017 - Bewusstsein, Studien
Ist ein Smartphone im Raum, lassen die geistigen Fähigkeiten unmittelbar nach. Und das selbst dann, wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität von Texas in Austin mit 800 Probanden. Die Untersuchungsteilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt und lösten Aufgaben, mit denen ihre kognitiven Fähigkeiten gemessen wurden. Eine Gruppe hatte ihre Handys im Nebenzimmer deponiert, eine Gruppe ließ das Telefon in der Tasche, die dritte legte es auf dem Arbeitstisch ab. Dabei zeigte sich, dass die Teilnehmer, deren Gerät im Nebenzimmer lag, deutlich besser bei den Tests abschnitten als jene, die in der Nähe ihres Smartphones waren. Die Wissenschaftler erklärten diese Unterschiede in der Leistungsfähigkeit damit, dass das nicht zur Kenntnis Nehmen des Handys kognitive Kapazitäten beansprucht, weil ein Teil der mentalen Leistung darauf verwendet werden müsse, sich nicht ablenken zu lassen.
Darum sollte Ihr Handy nicht auf dem Tisch liegen, welt.de 16.8.17

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Flexibel abschalten fällt Männern schwerer als Frauen 
Freitag, 25. August 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit
Verschiedene Studien kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen, ob flexible Arbeitszeiten mehr Nutzen stiften, weil sie Arbeitnehmern das Organisieren ihres Lebens erleichtern, oder sogar schaden, weil Menschen, deren Arbeitszeit weniger kontrolliert wird, eher zur Selbstausbeutung neigen. Eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung richtet den Blick nun auf eine weitere Dimension. Anhand der Betrachtung der Daten von 10.000 Personen aus den Erhebungen des sozio-oekonomischen Panels fanden die Wissenschaftler heraus, dass es Männern, die flexibel arbeiten, deutlich schwerer fällt, nach der Arbeit abzuschalten, als Frauen. Bei ihnen liegt die Wahrscheinlichkeit bei 40 Prozent und damit elf Prozentpunkte höher als bei Männern mit festen Arbeitszeiten. Bei den Frauen zeigten sich diese Unterschiede nicht. Die Forscher gehen davon aus, dass Männer eher zu übermäßigem Arbeiten neigen, wenn sie keine Grenze vor Augen haben. Frauen hingegen nutzen die zeitliche Flexibilität eher dafür, den Haushalt zu managen und sich um die Kinder zu kümmern, anstatt Überstunden zu machen.
Den Männern fällt das Abschalten schwerer, FAZ 15.8.17

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Die reinigende Kraft des Schweigens 
Donnerstag, 24. August 2017 - Bewusstsein, Psychologie
Eine Auszeit im Kloster, über mehrere Tage einfach nur schweigen - für viele Menschen mag das ein Alptraum sein. Für den Philosophen Jürgen Werner sind seine regelmäßigen Auszeiten im Kloster das Gegenteil - ein Weg zur inneren Erneuerung. "Das Ziel ist die Wiederentdeckung, die Freilegung des von Verformungen unterschiedlichster Art korrumpierten Lebens", beschreibt er, was eine Zeit in Stille bewirken kann. In dem Interview mit der Wirtschaftswoche lässt er die Leser daran teilhaben, wie das Ich in den ersten Tagen der Klausur auf den Reizentzug mit Abwehr reagiert - und erholend und regenerierend das Schweigen nach einer Weile auf Körper, Geist und Seele wirkt. Für ihn führt die Erfahrung der Stille dazu, dem Reden neue Bedeutung zu geben. "Das allermeiste, was wir sagen, ist unwesentlich. Und diese Entwöhnung von den Worten, diese Neujustierung der eigenen Sprache hilft: schon weil man plötzlich sensibel wird für den Quatsch, der tagein, tagaus produziert wird", so Werner. Für ihn ist das Schweigen zudem ein guter Weg, die im eigenen Bewusstsein verschütteten Themen wieder in die Wahrnehmbarkeit zu bringen: "In der Regel tragen wir alle etwas mit uns herum, was uns latent beschäftigt, was in uns arbeitet. Aber bis wir da rankommen, kann es dauern, oft jahrelang. Schon weil unser Alltag dafür sorgt, dass das alles verschüttet bleibt. Unter Schweigebedingungen drängt es ins Bewusstsein."
"Wer bin ich? Wie will ich leben?" WiWo 13.8.17

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Schlechte Laune über schlechte Laune macht Stress 
Mittwoch, 23. August 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wer sich schlecht fühlt, weil er sich schlecht fühlt, macht seine Laune nur noch schlimmer. Zu dieser Erkenntnis kommt eine amerikanische Studie, die mit 1.300 Probanden in drei Experimenten die Auswirkungen von deren Selbstempfinden testeten. Zu den Übungen gehörte es, dass die Studienteilnehmer mit nur zwei Minuten Vorbereitungszeit einen dreiminütigen Vortrag halten sollten. Danach wurden sie nach ihrer Stimmung befragt. Dabei zeigte sich, dass die Mitwirkenden, die sich aufgrund ihrer Performance im Test schlecht fühlten und mit ihrer Gemütslage haderten, deutlich gestresster waren als jene, die ihre Versagensgefühle eher mit Gleichmut annahmen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die innere Abwehr negativer Gefühle leicht zu Grübeleien und negativen Denkspiralen verleitet, während die Akzeptanz diese negativen Mechanismen durchbricht.
Wer sich schlecht fühlt, weil er sich schlecht fühlt, fühlt sich noch schlechter, spektrum.de 11.8.17

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Selbst Atheisten betrachten Religion als Garant für Moral 
Dienstag, 22. August 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Religion scheint in der Wahrnehmung der meisten Menschen selbst in hochsäkularisierten Gesellschaften die Chancen für moralisches Verhalten zu erhöhen. Das zeigt eine amerikanische Studie mit 100 Teilnehmern aus 13 Ländern auf fünf Kontinenten. Die Versuchspersonen wurden mit fiktiven Verbrechen konfrontiert und sollten sagen, ob es wahrscheinlicher sei, dass der Täter ein Lehrer oder ein Gott glaubender Lehrer sei. Eine andere Antwortvariante fasste die Frage der Gläubigkeit in der Antwortalternative, ob die Person nicht an Gott glaube. Die Formulierungen wurden so gewählt, um die Gläubigkeit selbst nicht zum expliziten Thema zu machen. Erstaunlicherweise gingen zwei Drittel der Befragten davon aus, dass es sich bei den fiktiven Tätern wahrscheinlich um Ungläubige handele, während nur ein Drittel auch Gläubigen die Taten zuwiesen. Das Antwortverhalten war dabei unabhängig von der spezifischen Religionszugehörigkeit der Studienteilnehmer und selbst Atheisten wiesen das gleiche Antwortverhalten auf. Die Forschung zeigt längst, dass Religion zwar einige moralische Entscheidungen beeinflussen kann, der moralische Grundinstinkt eines Menschen bleibt davon jedoch unberührt. Umso erstaunlicher ist es, dass in einer Zeit, in der vor allem in westlichen Gesellschaften, aber auch in laizistischen Ländern wie China immer mehr Menschen nicht explizit religiös leben, der Religion selbst von Nichtgläubigen eine so hohe moralische Kraft zugeschrieben wird.
Moral, Religion und Atheismus, wissenschaft.de 8.8.17

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