Wer sich reinkniet, macht eher Karriere 
Donnerstag, 30. August 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wer länger arbeitet, macht eher Karriere, so die Erkenntnis einer Erhebung des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit. Aufstieg und Beförderungen scheinen demnach in engem Zusammenhang zu stehen mit dem zeitlichen Investment in den Job. Eine Studie aus Dänemark kommt zu ähnlichen Schlüssen. In zwei Langzeitstudien wurden hier die Daten von 170.000 Dänen ausgewertet. Hier zeigte sich, dass die Aufsteiger in Top-Positionen pro Woche 15 Prozent mehr arbeiteten als jene, die nicht befördert wurden. Diese Zusammenhänge wurden allerdings nur für Menschen untersucht, die im Unternehmen, in dem sie bereits arbeiten, aufstiegen.
Wer länger arbeitet, macht schneller Karriere, WiWo 24.7.18

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Werden wir zur depressiven Gesellschaft? 
Mittwoch, 29. August 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Der Gesundheitsreport 2018 der Techniker Krankenkassen lässt aufmerken. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Verschreibungen von Antidepressiva verdoppelt. Seit 2007 erhöhte sich die Zahl der verschriebenenTagesdosen an Medikamenten gegen Depressionen von 6,8 auf 13,5. Frauen sind dabei deutlich stärker betroffen als Männer. Ihnen wurden 16,9 Tagesdosen verschrieben, Männern lediglich 10,6. Die Fehlzeiten weisen in die gleiche Richtung. Heruntergerechnet auf Durchschnittswerte fehlten Frauen im vergangenen Jahr 3,42 Tage aufgrund psychischer Beschwerden, Männer 2,11 Tage. In der Fachwelt wird viel darüber diskutiert, dass Anstiege wie dieser auch damit zu tun haben, dass heute mehr Menschen aufgrund psychischer Probleme zum Arzt gehen und dann natürlich auch entsprechend behandelt werden. Das wirft vielleicht auch die Frage auf, wie wir kulturell mehr Erfahrungsräume schaffen können, in denen wir konstruktiv mit seelischen Überforderungen umgehen können. Die medizinische Seite des Phänomens jedenfalls deutet darauf, dass sich hier etwas in unserem Menschsein zu verschieben scheint. Sind wir nicht mehr robust genug für die Anforderungen, die wir uns auferlegen? Oder sollten wir einfach mehr darüber nachdenken, wie wir das Leben so gestalten können, dass es unser Menschsein nicht bedrängt sondern fördert? Was sich hier zeigt, ist mehr als ein medizinisches Problem. Es ist eine große gesellschaftliche Frage, die sich hier auftut.
Antidepressiva auf dem Vormarsch, Ärzteblatt 26.7.18

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Nachwuchs setzt im Job vor allem auf Sicherheit 
Dienstag, 28. August 2018 - Bewusstsein, Studien, Arbeit
Unsichere Zeiten lassen viele Menschen gezielt nach Sicherheiten greifen. Das betrifft auch immer mehr die junge Generation. Die "Studentenstudie 2018" des Beratungsunternehmens EY etwa zeigt, dass immer mehr junge Leute bei der Suche nach einem Arbeitgeber vor allem nach einem möglichst sicheren Arbeitsverhältnis streben. Befragt wurden 2.000 Studierende von 27 Universitäten. Schon mehr als 40 Prozent betrachten Jobs im öffentlichen Dienst als besonders attraktiv. Vor zwei Jahren waren es noch 32 Prozent. Auch Kultureinrichtungen (22 Prozent) und die Wissenschaft (20 Prozent) werden von den Studierenden als mögliche Arbeitgeber hoch geschätzt. Die Skandale in der Autoindustrie haben Spuren hinterlassen. Vor zwei Jahren betrachteten noch 22 Prozent der Studierenden die Branche als attraktives Berufsfeld für sich, heute sind es nur noch acht Prozent.
Studenten ist sicherer Arbeitsplatz wichtiger als Geld, WiWo 24.7.18

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Helfen Rituale bei der Verhaltensänderung? 
Donnerstag, 23. August 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Es klingt bizarr, stimmt aber: Wer sein Essen, bevor er es zu sich nimmt, klein schneidet, symmetrisch auf dem Teller anordnet und anschließend dreimal mit Messer und Gabel auf die Speisen klopft, nimmt anschließend weniger Kalorien zu sich als jemand, der sich einfach nur vornimmt, achtsam zu essen. Was klingt wie ein magisches Experiment, war Teil einer Studie von Wissenschaftlern der Shanghai University of Finance and Economics, die die Wirkung von Ritualen auf Verhaltensänderungen untersuchten. Das schräge Beispiel legt nahe, dass selbst solche eher sinnfreien rituellen Vorgehensweisen etwas im menschlichen Bewusstsein zu verändern scheinen. Untersucht wurde allerdings nicht, ob es bestimmte Formen von Ritualen gibt, die effektiver sind als andere. Mir kommt bei dieser Untersuchung in den Sinn, dass Rituale, selbst wenn sie so absurd sein mögen wie in diesem Beispiel, schlicht übliche und damit unbewusste Routinen durchbrechen. So öffnet sich womöglich ein Achtsamkeitsfenster, in dem es leichter wird, neue Verhaltensweisen zu erproben.
Rituale stärken die Selbstkontrolle, spektrum.de 18.7.18

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4-Tage-Woche stärkt Work-Life-Balance und Produktivität 
Dienstag, 21. August 2018 - Studien, Arbeit, Management
Weniger arbeiten, mehr Freizeit haben - für viele Beschäftigte ist das durchaus ein Wunsch, allerdings einer, der sich nur schwer erfüllen lässt. Doch immer mehr Experimente von Arbeitgebern zeigen, dass Verkürzungen der Arbeitszeit sich selbst bei vollem Lohnausgleich in mehrfacher Sicht lohnen könnten. Die Fondsgesellschaft Perpetual Guardian aus Neuseeland etwa testete mit ihren 240 Angestellten, was geschieht, wenn die Mitarbeiter nur vier statt bisher fünf Tage arbeiten. Ein Forscherteam begleitete den Versuch. Dabei kam Überraschendes zu Tage. Trotz geringerer Arbeitszeit gab es keinen Rückgang in der Produktivität. Hatten sich vor dem Experiment 54 Prozent der Angestellten zufrieden mit ihrer Work-Life-Balance gezeigt, waren es während des Experiments 78 Prozent. Die Fondsgesellschaft möchte deshalb das Experiment zum dauerhaften Arbeitssetting werden lassen.
Unternehmen will Vier-Tage-Woche dauerhaft einführen, welt.de 18.7.18

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Tiefere Beziehung zur Arbeit entscheidet über Stress 
Freitag, 27. Juli 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
In Anbetracht einer Flut von Stress-Studien und zunehmender psychischer Erkrankungen stellen immer mehr Experten die Frage, ob es nicht besser wäre, Arbeitszeiten zu verkürzen. Andere Studien weisen indes darauf hin, dass es oft gar nicht die Menge der Arbeitsstunden ist, die Angestellte in die Knie zwingt, sondern die tiefere Beziehung, die sie zu ihrer Arbeit haben. Eine kanadisch-amerikanische Studie, die die Befindlichkeit von mehr als 700 Arbeitenden untersuchte, beispielsweise kommt zu dem Schluss, dass es jenen im Job am Schlechtesten geht, die ihn eigentlich gar nicht mögen. Betrachtet wurden für die Studie gesundheitliche Faktoren, die geleistete Arbeitszeit sowie die innere Beziehung, die Menschen zu dem, was sie tun, haben. Wer sich gefühlsmäßig im Job nicht wohl fühlt, profitiert demnach auch nicht davon, wenn er seine Arbeitszeit reduziert. Umgekehrt stemmen jene, die das, was sie machen, lieben, auch ein hohes Arbeitspensum ohne psychische oder körperliche Einbußen.
Stress ist Ansichtssache, WiWo 11.7.18

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Mitgefühl und Güte nähren die Seele 
Mittwoch, 25. Juli 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Der gegenwärtige Achtsamkeits-Trend betrachtet heute vor allem Methoden wie Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) und Meditationsformen, die in Stille und Loslassen führen. Auf dem Radar der Wissenschaft erscheinen hingegen zunehmend auch Formen aus buddhistischen Kontexten, die mit Mitgefühl und Güte arbeiten. Eine neue Übersichtsarbeit der Universität Witten-Herdecke unterstreicht nun den therapeutischen Nutzen dieser Methoden. Es zeige sich, dass diese Meditationsformen beispielsweise in der Therapie mit schweren Erkrankungen wie Depression oder Borderline vielversprechend erscheinen. Ich finde das neue Interesse an diesen Meditationsformen, die ihre Beziehung zu großen spirituellen Traditionen nicht hintenanstellen, bemerkenswert, denn sie bringen eine tiefere Dimension des Menschseins ins Spiel, die vor allem bei eher pragmatischen und nutzenorientierten Angeboten bisweilen zu kurz kommt. Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie sich Unternehmen verändern könnten, wenn Mitarbeiter und Chefs nicht nur gemeinsam das Loslassen üben, sondern Mitgefühl und Güte praktizieren ... ;-)
Güte- und Mitgefühls-Meditationen können auch gegen ernste psychische Erkrankungen helfen, Pressemitteilung 12.7.18

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Management bedeutet für viele dauernde Meetings 
Montag, 23. Juli 2018 - Studien, Arbeit, Management
Von Führungskräften erwartet man Überblick, strategische Fähigkeiten und die Neigung, Dinge anzustoßen. Doch wie gestaltet sich das im Führungsalltag. Eine amerikanische Studie, für die 26 Top-Manager, darunter immerhin zwei Frauen, ihre Tagesabläufe protokollierten, zeigt - Führung ist vor allem ein Quasselclub. "Im Schnitt kam jeder Unternehmenslenker in der Studie auf 37 Meetings pro Woche. Anders ausgedrückt: Er verbrachte 72 Prozent seiner Arbeitszeit in Konferenzen. Und jedes dritte Meeting, an dem der CEO teilnahm, dauerte mehr als eine Stunde", schreibt die Wirtschaftswoche. Man kann natürlich sagen, ja, der menschliche Kontakt, der in Meetings möglich ist, ist wichtig, um zu führen. Aber wer regelmäßig an Meetings teilnimmt, weiß auch aus leidvoller Erfahrung, dass die wertvolle Zeit von Führungskräften hier nicht immer gut eingesetzt ist. Laut Studie entfielen weitere 24 Prozent der kostbaren Führungszeit auf das Beantworten von E-Mails und anderen elektronischen Nachrichten. Man braucht kein Rechengenie zu sein, um zu sehen, dass dann noch genau 4 (!) Prozent Zeit für andere Tätigkeiten übrig bleiben. Wo bleibt da die Zeit zum Nachdenken, Reflektieren, Pläne schmieden?
CEOs verbringen drei Viertel ihrer Zeit mit Meetings, WiWo 9.7.18

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