Neue Führungsstile erobern die Elite-Schmieden 
Freitag, 29. September 2006 - Management
Die Financial Times Deutschland skizziert in einem Beitrag, wie sich die Management-Ausbildung an Elitehochschulen wandelt. Während viele MBA-Programme noch immer sehr stark auf Wertsteigerungsansätze konzentriert sind, wächst die Zahl der Anbieter, die Themen wie Corporate Governance, Compliance und Ethik in den Mittelpunkt rückt. So bietet die niederländische Universität Nimbas inzwischen einen Masterstudiengang in Corporate Governance an. Die Executive Academy in Wien gliedert ihr Angebot zum Professional MBA in sieben Fachrichtungen, darunter Vertiefungsfächer wie Innovationsmanagement oder Sozialmanagement. Auch Harvard hat das Thema soziale Verantwortung auf der Agenda, allerdings mit Kursdauern von drei Tagen bis zu wenigen Wochen - im deutschsprachigen Raum sind in diesem Themenfeld intensivere Schulungen üblich. Ein Trend: statt starrer Ergebnisorientierung sind kreative Methoden im Kommen.
"Neue Zeiten, neue Führungsstile", FTD 17.9.06

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Erfolgreich und nachhaltig in Deutschland: Der Frosch macht's vor 
Donnerstag, 28. September 2006 - Success Stories
Wie Nachhaltigkeit nicht nur als Idee, sondern als Teil der gesamten Geschäftsstrategie funktionieren kann, zeigt das Mainzer Familienunternehmen Werner & Mertz GmbH. Mit der Marke Erdal sind die Mainzer in den meisten Marktsegmenten für Schuhpflegeprodukte mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent unangefochtener Marktführer. Vor 20 Jahren wurde mit dem grünen Frosch zudem eine Serie ökologischer Reinigungsmittel lanciert, auf die heute bereits 60 Prozent des Konsumumsatzes des Unternehmens entfallen. Dabei setzt die Werner & Mertz GmbH nicht nur bei den Ökoreinigern auf Nachhaltigkeit. So verfügt das Unternehmen über ein Umweltmanagementsystem, das nach DIN EN ISO 14001 und EMAS zertifiziert ist. Der Umweltbericht auf der Firmenwebseite gibt Auskunft darüber, wie die Emissionen in den letzten Jahren gesenkt wurden. Produziert wird fast ausschließlich am Standort Deutschland. Obwohl das Mainzer Familienunternehmen im Vergleich zu seinen großen Konkurrenten wie Procter & Gamble oder Henkel wie ein kleiner Fisch anmutet, geht diese Strategie auf, denn der Mittelständler investiert wenig in Werbung und überzeugt stattdessen seine Kunden lieber durch Qualität.
"Mit Werbung können wir kein Produkt durchsetzen", FAZ 26.9.06
Umweltbericht der Werner & Mertz GmbH

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Tue Gutes - und lass' Dich nicht erwischen 
Mittwoch, 27. September 2006 - Success Stories
Das Magazin Neon stellt in seiner aktuellen Ausgabe die "Secret Society of Serendipitous Service to Hal" (SSSH!) vor, eine Organisation, deren Mitglieder es sich zum Ziel gesetzt haben, anderen anonym etwas Gutes zu tun. Gründer Roger Cram entwickelte die Idee, nachdem sein Freund Hal Reichle, der immer wieder heimlich seine Mitmenschen mit guten Taten überrascht, 1991 im Golfkrieg gefallen war. Heute hat die Organisation weltweit geschätzte 40.000 Mitglieder. Ihre Aktionen reichen von unerkannten Diner-Einladungen über das Geldeinwerfen in abgelaufene Parkuhren bis hin zum mitternächtlichen Schneeräumen. Roger Cram beschreibt die innere Herausforderung, der sich die SSSH!-Mitglieder stellen: "Wir von SSSSH! teilen gute Taten in fünf Stufen ein: Die erste Stufe ist die instinktive Güte, wo Menschen bloß geben, um zu überleben – zum Beispiel ihrem Chef. Die zweite Stufe ist das Geben um der Belohnung willen: Andere Leute sollen denken, Sie seien wundervoll. Auf der dritten Stufe steht das selbstlose Geben, um der Welt zu helfen, auch wenn man dafür diskriminiert wird. Die vierte Stufe ist die anonyme, uneitle gute Tat – das SSSSH!-Geben. Und die fünfte Stufe klassifizieren wir als die gute Tat unter eigener Lebensgefahr. Unsere vierte Stufe ist aber schon schwierig genug. Sie fühlen sich leer, weil Sie das Lächeln oder die Aufregung des anderen nicht mitbekommen, nachdem Sie heimlich seinen Rasen gemäht oder seine Einfahrt vom Schnee freigeschaufelt haben. Ihnen klopft niemand auf die Schulter." Doch auch ohne den direkten Dank hinterlässt die gute Tat auch beim Gebenden ein gutes Gefühl. Außerdem hinterlassen die SSSSH!-Mitglieder immer eine Visitenkarte ihrer Organisation, um den Gedanken des selbstlosens Helfens weiterzutragen.
"Secret Service", Neon Oktober 2006
SSSSH!

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wendelin Wiedeking: "Anders ist besser" 
Dienstag, 26. September 2006 - Bücher
Porsche-Çhef Wendelin Wiedeking, der mit seiner Eigenwilligkeit im positivsten Sinne das Unternehmen seit Jahren auf Erfolgskurs hält, plädiert in seinem gerade erschienenen Buch "Anders ist besser" für neue Wege in Wirtschaft und Politik. Dem Konzept, immer mehr Arbeitsplätze ins vermeintlich billigere Ausland auszulagern, erteilt Wiedeking eine klare Absage - und verweist zugleich auf die eigene Strategie, der die Produktion im Hochlohnland Baden-Württemberg keinen Abbruch tut. Für Wiedeking ist dabei die Mitarbeiterbeteiligung ein wichtiger Hebel, um Höchstleistungen zu erzielen. Doch sind es nicht nur jährliche Erfolgsbeteiligungen in Form von Sonderzahlungen, die seiner Meinung nach für Ansporn sorgen. "Aufbruchstimmung erzeugt man nur mit Glaubwürdigkeit. Daran hapert es aber ganz besonders in der Politik. Statt die wirklichen Probleme zu lösen, werden Scheindebatten geführt, Ablenkungsmanöver inszeniert und persönliche Eitelkeiten ausgelebt", so Wiedekings Kritik.
"Versprochen, zerredet, vergessen", FAS 24.9.06
"Anders ist besser" bei Amazon

[ 1 Kommentar ]     Permalink
Advance Project misst Umweltperformance von Unternehmen 
Montag, 25. September 2006 - Wissenschaft
Im Rahmen des Advance Projects, einer europäischen Kooperation, an der unter anderem scoris Sustainable Investment Research International, Hannover und das Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung beteiligt waren, hat erstmals die Umwelteffizienz von 65 europäischen Unternehmen auf Basis des Sustainable-Value-Ansatzes bewertet. Dieser Ansatz wendet die Opportunitätskostenlogik erstmals auf ökologische Ressourcen an. Als Benchmark werden die EU15-Werte verwendet. Die Untersuchung bewertet die Faktoren Emissionen (Kohlendioxid, Stickoxid, Schwefeloxid, Methan und flüchtiger organischer Substanzen) sowie die Abfallerzeugung und den Wasserverbrauch. Am Ende der Betrachtungen steht das so genannte Ertrag-Kosten-Verhältnis (EKV), das die von den Unternehmen zur Wertschöpfung benötigten ökologischen Ressourcen mit dem Durchschnitt der EU15-Länder vergleicht. Das EKV zeigt nicht nur, welche Unternehmen insgesamt mit dem geringsten Ressourcenverbrauch die größte Wertschöpfung erzielen, sondern weist auch auf typische Schwächen einzelner Branchen hin. Branchen, deren Schwerpunkt der Wertschöpfung im Bereich Forschung und Entwicklung liegt, haben beispielsweise günstigere Ausgangsbedingungen als solche, die einen hohen Rohstoffbedarf aufweisen. So landete Automobilbauer BMW mit einem EKV von 3,9:1 (was bedeutet, dass das Unternehmen die untersuchten Ressourcen vier Mal effizienter einsetzte als der EU15-Durchschnitt) auf dem vierten Platz, während der Energiekonzern BP, der sich in der letzten Zeit sehr über das Thema Nachhaltigkeit zu positionieren versucht, mit einem negativen EKV von 1:5,4 es lediglich auf Platz 47 schaffte. Unter den in Europa untersuchten Autoherstellern ist BMW Spitzenreiter, während beispielsweise Fiat mit einem EKV von 1:1,8 eine deutlich geringere Wertschöpfung aufzuweisen hat als die Konkurrenz (Volkswagen: EKV von 1,5:1, Platz 25). Anhand der Zukunftsszenarien für das Jahr 2010 zeigt die Studie auf, welche Unternehmen unter Maßgabe der dann wesentlich strengeren Umweltrichtlinien mit deutlichen Problemen rechnen müssen.
Kurzfassung der Advance Project-Ergebnisse

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Erfolgsstrategie: Business als Marathon - Puma macht's vor 
Freitag, 22. September 2006 - Success Stories
Von kurzfristigen Strategien und hektischen Anpassungen an die Wünsche der Investoren hält Puma-Vorstandsvorsitzender Jochen Zeitz wenig. Bei ihm gibt es strikte Fünfjahrespläne und auch von der Geiz-ist-geil-Mentalität vieler Konkurrenten hat sich das Unternehmen erfolgreich verabschiedet. Der Lohn: 30 Quartale in Folge steigende Umsätze - durchschnittlich von knapp 23 Prozent - und ein Mitarbeiteranstieg um 30 Prozent. Für diese Ergebnisse wurde Jochen Zeitz zum dritten Mal in Folge mit dem Preis "Stratege des Jahres", der von der Financial Times Deutschland, der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung und der Unternehmensberatung Bain & Company vergeben wird, ausgezeichnet - und ist damit das erste Mitglied des so genannten "Center of Strategic Excellence". Zeitz machte aus den Sportartikeln mit Billigimage eine erfolgreiche Lifestylemarke. Dabei setzte er nicht auf schnelle, oberflächliche Erfolge, sondern auf einen langen Atem - eine Haltung, die nicht ganz von ungefähr kommt, denn der Puma-Vorstand ist privat begeisterter Läufer und nimmt auch schon mal an Marathons teil.
"Klassentreffen der Hartnäckigen", FTD 15.9.06

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Sokrates für die Führungsetage 
Donnerstag, 21. September 2006 - Management
Woran können und sollen sich Manager bei Entscheidungen orientieren? An Daten und Fakten? Am Gefühl? Oder an höheren Werten? Das Handelsblatt empfiehlt in einem Beitrag den Blick auf den Philosophen Sokrates, der für das Business der Moderne so manche Anregung parat hat. Kritisches Denkvermögen und Weitblick entwickeln, lautet einer der Ratschläge - frei nach dem "Erkenne Dich selbst" des Orakels von Delphi. Nicht die beschränkte unternehmerische Sicht, sondern ein Blick auf die übergeordneten Zusammenhänge wird damit zum Impuls für Managemententscheidungen: "Die sokratische Methode untersucht nicht das konkrete Einzelproblem, sondern fragt nach der Einstellung dahinter." Tragfähige Entscheidungen entstehen vor diesem Hintergrund, wenn Führungskräfte zu einem stimmigen Verhalten finden, das eine Balance zwischen Gefühl und Vernunft schafft.
"Wahrheit statt Fassade", HB 6.9.06

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
20 Jahre future e.V.: Workshops für nachhaltiges Business 
Mittwoch, 20. September 2006 - Veranstaltungen
Zu seinem 20-jährigen Bestehen lädt der Verein future e.V. Münster, der einst von einer Reihe mittelständischer Unternehmen gegründet wurde, um das Thema Nachhaltigkeit im Business zu etablieren, zu einer Jubiläumsfeier mit Workshops sowie dem Verleih des Future Award 2006 ein. Die Veranstaltung findet am 30. November 2006 in Hannover statt. Auf der Agenda stehen Workshops zur Prüfung der eigenen Zukunftsfähigkeit für Unternehmen, zu Nachhaltigkeitskommunikation und Sustainable Excellence.
Agenda der future e.V.-Workshops

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter