Advance Project misst Umweltperformance von Unternehmen 
Montag, 25. September 2006 - Wissenschaft
Im Rahmen des Advance Projects, einer europäischen Kooperation, an der unter anderem scoris Sustainable Investment Research International, Hannover und das Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung beteiligt waren, hat erstmals die Umwelteffizienz von 65 europäischen Unternehmen auf Basis des Sustainable-Value-Ansatzes bewertet. Dieser Ansatz wendet die Opportunitätskostenlogik erstmals auf ökologische Ressourcen an. Als Benchmark werden die EU15-Werte verwendet. Die Untersuchung bewertet die Faktoren Emissionen (Kohlendioxid, Stickoxid, Schwefeloxid, Methan und flüchtiger organischer Substanzen) sowie die Abfallerzeugung und den Wasserverbrauch. Am Ende der Betrachtungen steht das so genannte Ertrag-Kosten-Verhältnis (EKV), das die von den Unternehmen zur Wertschöpfung benötigten ökologischen Ressourcen mit dem Durchschnitt der EU15-Länder vergleicht. Das EKV zeigt nicht nur, welche Unternehmen insgesamt mit dem geringsten Ressourcenverbrauch die größte Wertschöpfung erzielen, sondern weist auch auf typische Schwächen einzelner Branchen hin. Branchen, deren Schwerpunkt der Wertschöpfung im Bereich Forschung und Entwicklung liegt, haben beispielsweise günstigere Ausgangsbedingungen als solche, die einen hohen Rohstoffbedarf aufweisen. So landete Automobilbauer BMW mit einem EKV von 3,9:1 (was bedeutet, dass das Unternehmen die untersuchten Ressourcen vier Mal effizienter einsetzte als der EU15-Durchschnitt) auf dem vierten Platz, während der Energiekonzern BP, der sich in der letzten Zeit sehr über das Thema Nachhaltigkeit zu positionieren versucht, mit einem negativen EKV von 1:5,4 es lediglich auf Platz 47 schaffte. Unter den in Europa untersuchten Autoherstellern ist BMW Spitzenreiter, während beispielsweise Fiat mit einem EKV von 1:1,8 eine deutlich geringere Wertschöpfung aufzuweisen hat als die Konkurrenz (Volkswagen: EKV von 1,5:1, Platz 25). Anhand der Zukunftsszenarien für das Jahr 2010 zeigt die Studie auf, welche Unternehmen unter Maßgabe der dann wesentlich strengeren Umweltrichtlinien mit deutlichen Problemen rechnen müssen.
Kurzfassung der Advance Project-Ergebnisse

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Gesellschaftlicher Bedarf nach ganzheitlicher Gesundheit wächst 
Montag, 18. September 2006 - Wissenschaft
In der aktuellen Wellness-Beilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 15.9.06 setzt der Zukunftsforscher Matthias Horx zu einer Erklärung des von seinem Zukunftinstitut maßgeblich geprägten Begriff der Selfness an. Dabei bezieht er sich auf die Arbeiten des Sozialökonomen Leo A. Nefiodow, der in seinem Schlüsselwerk "Der sechste Kondratieff" den Aspekt der psychosozialen Gesundheit als ausschlaggebend für die künftige wirtschaftliche Entwicklung beschreibt. Laut Horx fallen darunter: "ein stabiles Selbstwertgefühl, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper, die Fähigkeit zu Freundschaft und sozialen Beziehungen, eine intakte Umwelt, eine sinnvolle Arbeit und gute Arbeitsbedingungen sowie eine lebenswerte Gegenwart und die begündete Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft". Nefiodow selbst äußerte bereits 1999 in einem Interview mit dem Online-Magazin Morgenwelt: "Ich bin der festen Überzeugung, dass der nächste Innovationsschub im wesentlichen davon abhängt, dass wir künftig die weichen Faktoren besser nutzen. Damit meine ich Kompetenzen im Umgang mit Menschen, Kreativität, Motivation, Verantwortungsgefühl und vor allem die Bereitschaft, sich für eine Sache einzusetzen."
"Es gibt keinen Stillstand", Morgenwelt 6.99
Der sechste Kondratieff


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China: Wie glücklich macht Wirtschaft? 
Freitag, 15. September 2006 - Wissenschaft
Die chinesische Regierung plant die Einführung eines neuen Index, der das wirtschaftliche Glück der Chinesen messen soll, berichtet Spiegel Online. In diesem "Glücksindex" sollen nicht nur Aspekte wie das Einkommen einfließen, sondern auch Lebensumstände, die Zufriedenheit mit dem eigenen Beschäftigungsverhältnis, staatliche Fürsorge und die Qualität der natürlichen Umwelt. Weitere Punkte, die erfasst werde sollen, sind Faktoren wie Innovation und soziale Harmonie.
"China will Index für wirtschaftliches Glück einführen", Spiegel Online 13.9.06

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Neue Online-Bibliographie zur Unternehmensethik 
Montag, 11. September 2006 - Wissenschaft
Die Nachrichtenplattform csr-news.net hat ein neues Online-Portal für die Recherche zu CSR-Themen eingerichtet. Die Datenbank, die als Beta-Version vorliegt, umfasst bereits rund 5.000 Einträge zu Publikationen rund um die Themen Unternehmensethik und Corporate Social Responsibility. Erfasst sind Monographien, Sammelbände sowie derzeit rund 3.500 Einträge zu Zeitschriftenveröffentlichungen aus Publikationen wie Business Ethics Quarterly (BEQ), Business Ethics: A European Review (BEER), Business and Society (BS), Business and Society Review (BSR), Economics and Philosophy (EP), Journal of Business Ethics (JOBE), Journal of Human Values (JHV), Teaching Business Ethics (TBE) und der Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (zfwu).
Online-Bibliographie csr-literature.net

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Ministerium stößt Forschung zu nachhaltigem Konsum an 
Freitag, 8. September 2006 - Wissenschaft
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung investiert sechs Millionen Euro in eine neue Förderinitiative mit dem Titel "Vom Wissen zum Handeln - Wege zum nachhaltigen Konsum". Die neue Förderinitiative ist Teil des Schwerpunktes Sozial-ökologische Forschung im Rahmenprogramm "Forschung für die Nachhaltigkeit" des Ministeriums und soll Wissenschaft und Praxis miteinander verknüpfen. Ziel ist es, Verbrauchergemeinschaften, Bildungseinrichtungen, Medien, produzierende Unternehmen und den Handel in den Forschungsprozess einzubeziehen. Im Rahmen der aktuellen Initiative sollen Verbraucherbefragungen ausgewertet werden, um Einstellungen und Wertorientierungen nachzuvollziehen und zu untersuchen, unter welchen Umständen Käufergruppen ihr Konsumverhalten zugunsten eines nachhaltigeren Konsums verändern. Projektskizzen können bis zum 31. Oktober 2006 eingereicht werden.
Info-Seite des Rates für Nachhaltigkeit

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Erschöpfung lähmt - nicht nur die Seele, auch die Wirtschaft 
Montag, 21. August 2006 - Wissenschaft
Während in den Jahren 1991 bis 2004 die Zahl der Krankschreibungstage in Unternehmen auf sagenhafte 47 Prozent gesunken ist (Quelle: BKK-Gesundheitsreport 2005), zeigt sich parallel dazu ein neues, beunruhigendes und für die Betroffenen existenzielles Phänomen: Im gleichen Zeitraum stiegen die Fehltage aufgrund psychischer Störungen nämlich um 28 Prozent und lagen 2004 bei 119 Tagen/100 Versicherte. Besonders betroffen sind Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten (175 Krankschreibungstage/100 Versicherte), in der öffentlichen Verwaltung (161) sowie in Organisationen und Verbänden (158). Auch in Banken und Versicherungen (116), der Datenverarbeitung (97), der Dienstleistungsbranche (96) und im Handel (91) zeigt sich der seelische Verschleiß der Mitarbeiter deutlich (Quelle: DAK-Gesundheitsreport 2005). Diese Entwicklungen sind nicht nur der Spiegel eines wachsenden persönlichen Leids, sie führen auch zu wirtschaftlichen Folgeschäden. Denn die psychische Überbelastung beeinträchtigt neben dem persönlichen Wohlbefinden auch die individuelle Arbeitsfähigkeit. 2004 erfolgten zudem 32 Prozent der Frühberentungen aufgrund psychischer Erkrankungen (dagegegen nur in 18 Prozent der Fälle aufgrund von Problemen im Bereich Skelett, Muskeln, Bindegeweben und in 14 Prozent der Fälle aufgrund von Krebsleiden)(Quelle: VDR-Statistik Rentenzugang 2004).
Alle Daten wurden dem Beitrag der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung entnommen:
"Wenn die Erschöpfung auf die Seele schlägt", FAS 20.8.06

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Innovationsmanagement: In vielen Unternehmen Fehlanzeige 
Dienstag, 1. August 2006 - Wissenschaft
In einer aktuellen Studie der European Business School (ebs) in Oestrich-Winkel gaben 80 Prozent der befragten Unternehmen an, kein Innovationsmanagement zu betreiben. Die Business School will mit dem Best Paper Award Innovation Management dieses wichtige Thema vorantreiben und Firmen dazu animieren, Wettbewerbs- und Ertragsvorteile nicht zu verschenken. Mitte Juli wurden die Forschungsprojekte von sechs Wissenschaftlern zum Thema Innovationsmanagement ausgezeichnet. Die Arbeiten beleuchten die Möglichkeit, Ideenwettbewerb als Methode zur aktiven Kundenintegration zu nutzen und evaluieren strategische und operative Aktivitäten als kritische Erfolgsfaktoren.
Best-Paper-Award Innovation Management
Bericht der FTD vom 29.7.06 zu den Arbeiten des Awards

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Abschied vom Konsumzeitalter 
Montag, 17. Juli 2006 - Wissenschaft
Der Trendforscher Matthias Horx rät in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Unternehmen, sich schon einmal auf den Abschied vom Konsumzeitalter einzustellen. Laut Horx sollten Firmen die Wertschöpfungskette neu durchdenken und nicht über Produkte, sondern über integrierte Dienstleistungen auf Kundenfang gehen. Als Beispiel, wie ein solcher "Deep Support", der sich auf dem Radar der Zukunftsforscher bereits als Trend zeigt, aussehen könnte, nennt er unter anderem den Online-Buchhändler Amazon, dessen Produkt nicht nur Bücher seien, sondern die Bereitstellung von verknüpftem Content. Aus Sicht der Trendforscher liegt in genau dieser Beziehung zwischen Service und Produkt eine große Chance für zukunftsweisende Angebote am Markt. Der Ausweg aus der Innovationsfalle liegt laut Horx nicht in Prozessen der Rationalisierung und Systemoptimierung, sondern in der Verbreitung eines kreativen Geists, der mit neuen Ideen und Ideentransfers aus anderen Branchen neue Potenziale erschließt.
"Das Konsumzeitalter geht zu Ende", FAZ 15.7.2006

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