Wendelin Wiedeking: "Anders ist besser" 
Dienstag, 26. September 2006 - Bücher
Porsche-Çhef Wendelin Wiedeking, der mit seiner Eigenwilligkeit im positivsten Sinne das Unternehmen seit Jahren auf Erfolgskurs hält, plädiert in seinem gerade erschienenen Buch "Anders ist besser" für neue Wege in Wirtschaft und Politik. Dem Konzept, immer mehr Arbeitsplätze ins vermeintlich billigere Ausland auszulagern, erteilt Wiedeking eine klare Absage - und verweist zugleich auf die eigene Strategie, der die Produktion im Hochlohnland Baden-Württemberg keinen Abbruch tut. Für Wiedeking ist dabei die Mitarbeiterbeteiligung ein wichtiger Hebel, um Höchstleistungen zu erzielen. Doch sind es nicht nur jährliche Erfolgsbeteiligungen in Form von Sonderzahlungen, die seiner Meinung nach für Ansporn sorgen. "Aufbruchstimmung erzeugt man nur mit Glaubwürdigkeit. Daran hapert es aber ganz besonders in der Politik. Statt die wirklichen Probleme zu lösen, werden Scheindebatten geführt, Ablenkungsmanöver inszeniert und persönliche Eitelkeiten ausgelebt", so Wiedekings Kritik.
"Versprochen, zerredet, vergessen", FAS 24.9.06
"Anders ist besser" bei Amazon

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Erfolgsfaktor Verantwortung 
Dienstag, 8. August 2006 - Bücher
Corporate Social Responsibility ist in aller Munde, doch nur allzu oft fragt man sich, welche Konzepte und Strategien eigentlich "wirklich" hinter diesem Begriff stecken, der in letzter Zeit für fast alles herhalten muss, was auch nur ansatzweise mit sozialen Aktivitäten von Unternehmen zu tun hat. Das kürzlich im Springer-Verlag erschienene Buch "Erfolgsfaktor Verantwortung" versucht, Antworten zu geben und lotet aus, wie Firmen eine wohlverstandene CSR in ihre Unternehmensstrategie integrieren können. Basierend auf der "Good Company"-Studie, die Kirchhoff Consult im Winter 2004/05 zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte durchführte, bündelt das Buch Beispiele erfolgreicher Firmen, denen es bereits gelungen ist, im Geflecht von Kapital, Umwelt, Ressourcen, Menschen und Gesellschaft Ansätze umzusetzen, die die Interessen von Shareholdern und Stakeholdern in Einklang bringen. Da die Autoren aus der Wirtschaftsprüfung kommen, ist es nicht verwunderlich, dass sie CSR vor allem unter dem Blickwinkel der Wertschöpfung betrachten. So fordern sie, dass soziale Aktivitäten von Unternehmen nicht Selbstzweck sein sollten, sondern die Maßnahmen auch zur Wertsteigerung des Unternehmens beitragen müssen. Die Forderung, CSR auf allen Ebenen der Unternehmensstrategie einzubetten, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Allerdings fällt bei den Beispielen immer wieder auf, dass gerade solche Aktivitäten (beispielsweise das kulturelle Engagement der Deutschen Bank) unter CSR subsumiert werden, obwohl sie gerade nicht in das Tagesgeschäft integriert sind. Dies ist nicht unbedingt eine Schwäche des Buches, sondern eher der gegenwärtigen Realität. Denn immer mehr Unternehmen bringen zwar ihre Kernkompetenzen im sozialen Bereich ein, doch die Rückkopplung und direkten Bezüge zum operativen Geschäft fehlen meistens noch. Das Buch liefert eine ausgewogene Betrachtung und Einordnung gegenwärtiger CSR-Aktivitäten und gibt Führungskräften viele Hilfestellungen, wie sie das Thema im eigenen Unternehmen angehen können. Für die Frage, wie Firmen ihre gesamten Geschäftsprozesse und Strategien im Hinblick auf CSR überarbeiten können, liefert es jedoch nur am Rande einige Anhaltspunkte. In diesem Sinne ist das Buch eher eine Dokumentation des Status quo als eine vorausschauende Handreichung, die die gegenwärtige CSR-Praxis über den bisherigen Stand der Dinge weiterentwickeln könnte.
"Erfolgsfaktor Verantwortung", Springer-Verlag

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