Tue Gutes - und lass' Dich nicht erwischen 
Mittwoch, 27. September 2006 - Success Stories
Das Magazin Neon stellt in seiner aktuellen Ausgabe die "Secret Society of Serendipitous Service to Hal" (SSSH!) vor, eine Organisation, deren Mitglieder es sich zum Ziel gesetzt haben, anderen anonym etwas Gutes zu tun. Gründer Roger Cram entwickelte die Idee, nachdem sein Freund Hal Reichle, der immer wieder heimlich seine Mitmenschen mit guten Taten überrascht, 1991 im Golfkrieg gefallen war. Heute hat die Organisation weltweit geschätzte 40.000 Mitglieder. Ihre Aktionen reichen von unerkannten Diner-Einladungen über das Geldeinwerfen in abgelaufene Parkuhren bis hin zum mitternächtlichen Schneeräumen. Roger Cram beschreibt die innere Herausforderung, der sich die SSSH!-Mitglieder stellen: "Wir von SSSSH! teilen gute Taten in fünf Stufen ein: Die erste Stufe ist die instinktive Güte, wo Menschen bloß geben, um zu überleben – zum Beispiel ihrem Chef. Die zweite Stufe ist das Geben um der Belohnung willen: Andere Leute sollen denken, Sie seien wundervoll. Auf der dritten Stufe steht das selbstlose Geben, um der Welt zu helfen, auch wenn man dafür diskriminiert wird. Die vierte Stufe ist die anonyme, uneitle gute Tat – das SSSSH!-Geben. Und die fünfte Stufe klassifizieren wir als die gute Tat unter eigener Lebensgefahr. Unsere vierte Stufe ist aber schon schwierig genug. Sie fühlen sich leer, weil Sie das Lächeln oder die Aufregung des anderen nicht mitbekommen, nachdem Sie heimlich seinen Rasen gemäht oder seine Einfahrt vom Schnee freigeschaufelt haben. Ihnen klopft niemand auf die Schulter." Doch auch ohne den direkten Dank hinterlässt die gute Tat auch beim Gebenden ein gutes Gefühl. Außerdem hinterlassen die SSSSH!-Mitglieder immer eine Visitenkarte ihrer Organisation, um den Gedanken des selbstlosens Helfens weiterzutragen.
"Secret Service", Neon Oktober 2006
SSSSH!

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Wendelin Wiedeking: "Anders ist besser" 
Dienstag, 26. September 2006 - Bücher
Porsche-Çhef Wendelin Wiedeking, der mit seiner Eigenwilligkeit im positivsten Sinne das Unternehmen seit Jahren auf Erfolgskurs hält, plädiert in seinem gerade erschienenen Buch "Anders ist besser" für neue Wege in Wirtschaft und Politik. Dem Konzept, immer mehr Arbeitsplätze ins vermeintlich billigere Ausland auszulagern, erteilt Wiedeking eine klare Absage - und verweist zugleich auf die eigene Strategie, der die Produktion im Hochlohnland Baden-Württemberg keinen Abbruch tut. Für Wiedeking ist dabei die Mitarbeiterbeteiligung ein wichtiger Hebel, um Höchstleistungen zu erzielen. Doch sind es nicht nur jährliche Erfolgsbeteiligungen in Form von Sonderzahlungen, die seiner Meinung nach für Ansporn sorgen. "Aufbruchstimmung erzeugt man nur mit Glaubwürdigkeit. Daran hapert es aber ganz besonders in der Politik. Statt die wirklichen Probleme zu lösen, werden Scheindebatten geführt, Ablenkungsmanöver inszeniert und persönliche Eitelkeiten ausgelebt", so Wiedekings Kritik.
"Versprochen, zerredet, vergessen", FAS 24.9.06
"Anders ist besser" bei Amazon

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Advance Project misst Umweltperformance von Unternehmen 
Montag, 25. September 2006 - Wissenschaft
Im Rahmen des Advance Projects, einer europäischen Kooperation, an der unter anderem scoris Sustainable Investment Research International, Hannover und das Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung beteiligt waren, hat erstmals die Umwelteffizienz von 65 europäischen Unternehmen auf Basis des Sustainable-Value-Ansatzes bewertet. Dieser Ansatz wendet die Opportunitätskostenlogik erstmals auf ökologische Ressourcen an. Als Benchmark werden die EU15-Werte verwendet. Die Untersuchung bewertet die Faktoren Emissionen (Kohlendioxid, Stickoxid, Schwefeloxid, Methan und flüchtiger organischer Substanzen) sowie die Abfallerzeugung und den Wasserverbrauch. Am Ende der Betrachtungen steht das so genannte Ertrag-Kosten-Verhältnis (EKV), das die von den Unternehmen zur Wertschöpfung benötigten ökologischen Ressourcen mit dem Durchschnitt der EU15-Länder vergleicht. Das EKV zeigt nicht nur, welche Unternehmen insgesamt mit dem geringsten Ressourcenverbrauch die größte Wertschöpfung erzielen, sondern weist auch auf typische Schwächen einzelner Branchen hin. Branchen, deren Schwerpunkt der Wertschöpfung im Bereich Forschung und Entwicklung liegt, haben beispielsweise günstigere Ausgangsbedingungen als solche, die einen hohen Rohstoffbedarf aufweisen. So landete Automobilbauer BMW mit einem EKV von 3,9:1 (was bedeutet, dass das Unternehmen die untersuchten Ressourcen vier Mal effizienter einsetzte als der EU15-Durchschnitt) auf dem vierten Platz, während der Energiekonzern BP, der sich in der letzten Zeit sehr über das Thema Nachhaltigkeit zu positionieren versucht, mit einem negativen EKV von 1:5,4 es lediglich auf Platz 47 schaffte. Unter den in Europa untersuchten Autoherstellern ist BMW Spitzenreiter, während beispielsweise Fiat mit einem EKV von 1:1,8 eine deutlich geringere Wertschöpfung aufzuweisen hat als die Konkurrenz (Volkswagen: EKV von 1,5:1, Platz 25). Anhand der Zukunftsszenarien für das Jahr 2010 zeigt die Studie auf, welche Unternehmen unter Maßgabe der dann wesentlich strengeren Umweltrichtlinien mit deutlichen Problemen rechnen müssen.
Kurzfassung der Advance Project-Ergebnisse

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Erfolgsstrategie: Business als Marathon - Puma macht's vor 
Freitag, 22. September 2006 - Success Stories
Von kurzfristigen Strategien und hektischen Anpassungen an die Wünsche der Investoren hält Puma-Vorstandsvorsitzender Jochen Zeitz wenig. Bei ihm gibt es strikte Fünfjahrespläne und auch von der Geiz-ist-geil-Mentalität vieler Konkurrenten hat sich das Unternehmen erfolgreich verabschiedet. Der Lohn: 30 Quartale in Folge steigende Umsätze - durchschnittlich von knapp 23 Prozent - und ein Mitarbeiteranstieg um 30 Prozent. Für diese Ergebnisse wurde Jochen Zeitz zum dritten Mal in Folge mit dem Preis "Stratege des Jahres", der von der Financial Times Deutschland, der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung und der Unternehmensberatung Bain & Company vergeben wird, ausgezeichnet - und ist damit das erste Mitglied des so genannten "Center of Strategic Excellence". Zeitz machte aus den Sportartikeln mit Billigimage eine erfolgreiche Lifestylemarke. Dabei setzte er nicht auf schnelle, oberflächliche Erfolge, sondern auf einen langen Atem - eine Haltung, die nicht ganz von ungefähr kommt, denn der Puma-Vorstand ist privat begeisterter Läufer und nimmt auch schon mal an Marathons teil.
"Klassentreffen der Hartnäckigen", FTD 15.9.06

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Sokrates für die Führungsetage 
Donnerstag, 21. September 2006 - Management
Woran können und sollen sich Manager bei Entscheidungen orientieren? An Daten und Fakten? Am Gefühl? Oder an höheren Werten? Das Handelsblatt empfiehlt in einem Beitrag den Blick auf den Philosophen Sokrates, der für das Business der Moderne so manche Anregung parat hat. Kritisches Denkvermögen und Weitblick entwickeln, lautet einer der Ratschläge - frei nach dem "Erkenne Dich selbst" des Orakels von Delphi. Nicht die beschränkte unternehmerische Sicht, sondern ein Blick auf die übergeordneten Zusammenhänge wird damit zum Impuls für Managemententscheidungen: "Die sokratische Methode untersucht nicht das konkrete Einzelproblem, sondern fragt nach der Einstellung dahinter." Tragfähige Entscheidungen entstehen vor diesem Hintergrund, wenn Führungskräfte zu einem stimmigen Verhalten finden, das eine Balance zwischen Gefühl und Vernunft schafft.
"Wahrheit statt Fassade", HB 6.9.06

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20 Jahre future e.V.: Workshops für nachhaltiges Business 
Mittwoch, 20. September 2006 - Veranstaltungen
Zu seinem 20-jährigen Bestehen lädt der Verein future e.V. Münster, der einst von einer Reihe mittelständischer Unternehmen gegründet wurde, um das Thema Nachhaltigkeit im Business zu etablieren, zu einer Jubiläumsfeier mit Workshops sowie dem Verleih des Future Award 2006 ein. Die Veranstaltung findet am 30. November 2006 in Hannover statt. Auf der Agenda stehen Workshops zur Prüfung der eigenen Zukunftsfähigkeit für Unternehmen, zu Nachhaltigkeitskommunikation und Sustainable Excellence.
Agenda der future e.V.-Workshops

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Hipp: Rundum öko und ethisch 
Dienstag, 19. September 2006 - Success Stories
In Zeiten von Gammelfleischskandalen und illegal importiertem Genreis suchen Verbraucher nur eines: Unternehmen, die fair und ehrlich am Markt agieren und erstklassige Ware anbieten. Der Babykosthersteller Hipp wirbt schon seit Jahren mit seinen Produkten aus ökologischem Anbau. Und auch an alle darüber hinausgehenden wirtschaftlichen Entscheidungen innerhalb des Unternehmens wird immer die ökologische Messlatte angelegt. So verordnete Hipp sich bereits 1995 eine Umwelterklärung und begann mit der Etablierung eines Umweltmanagementsystems nach der europäischen Öko-Audit-Verordnung. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. So senkte das Unternehmen in den letzten Jahren kontinuierlich und überaus erfolgreich seinen Verbrauch an Wasser, Energie, Rohstoffen und reduzierte auch seine Emissionen und Abfallmengen. Heute stammen 96 Prozent der für die Produktionsprozesse benötigten Energien aus erneuerbaren Quellen. Im Betriebsrestaurant liegt der Anteil biologischer Lebensmittel inzwischen bei rund 50 Prozent. Und in ökologischen Fahrtrainings für die Mitarbeiter lernen diese, wie sie den Kraftstoffverbrauch um 20 Prozent senken können. Im Mai wurde Firmenchef Prof. Dr. Claus Hipp für sein Umweltengagement mit dem B.A.U.M. Umweltpreis ausgezeichnet.
Umweltbilanz von Hipp

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Gesellschaftlicher Bedarf nach ganzheitlicher Gesundheit wächst 
Montag, 18. September 2006 - Wissenschaft
In der aktuellen Wellness-Beilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 15.9.06 setzt der Zukunftsforscher Matthias Horx zu einer Erklärung des von seinem Zukunftinstitut maßgeblich geprägten Begriff der Selfness an. Dabei bezieht er sich auf die Arbeiten des Sozialökonomen Leo A. Nefiodow, der in seinem Schlüsselwerk "Der sechste Kondratieff" den Aspekt der psychosozialen Gesundheit als ausschlaggebend für die künftige wirtschaftliche Entwicklung beschreibt. Laut Horx fallen darunter: "ein stabiles Selbstwertgefühl, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper, die Fähigkeit zu Freundschaft und sozialen Beziehungen, eine intakte Umwelt, eine sinnvolle Arbeit und gute Arbeitsbedingungen sowie eine lebenswerte Gegenwart und die begündete Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft". Nefiodow selbst äußerte bereits 1999 in einem Interview mit dem Online-Magazin Morgenwelt: "Ich bin der festen Überzeugung, dass der nächste Innovationsschub im wesentlichen davon abhängt, dass wir künftig die weichen Faktoren besser nutzen. Damit meine ich Kompetenzen im Umgang mit Menschen, Kreativität, Motivation, Verantwortungsgefühl und vor allem die Bereitschaft, sich für eine Sache einzusetzen."
"Es gibt keinen Stillstand", Morgenwelt 6.99
Der sechste Kondratieff


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