Wertschätzende Maßnahmen sind besser als Boni 
Donnerstag, 17. September 2009 - Studien
In der Diskussion um Managervergütungen und Boni zeigen immer mehr Studien, dass Geld keinen wirklichen Motivationsfaktor darstellt und vor allem nicht leistungssteigernd wirkt. Der Ökonom Bruno Frey von der Universität Zürich untersuchte entsprechende Wirkungszusammenhänge und kommt zu dem Schluss, dass ideelle Belohnungen viel eher konkrete Anreize schaffen. Im IBM-Forschungslabor in Rüschlikon, dessen Mitarbeiter bereits zwei Nobelpreise erhielten und das auch intern die Leistungen der Forscher durch ehrende Auszeichnungen, die nicht mit finanziellen Anreizen verbunden sind, würdigt, zeigten sich Leistungssteigerungen, nachdem die Mitarbeiter diese Anerkennungen erhalten hatten. Im Callcenter eines Schweizer Finanzdienstleisters werden Mitarbeiter für Anstrengungen, die über ihre gewöhnliche Tätigkeit hinaus gehen, mit einer Plakette geehrt. Ergebnis: Die Ausgezeichneten erhöhten nach der Ehrung ihre Leistung um 7,5 Prozent gegenüber den anderen Mitarbeitern. Unter dem Strich scheint also Wertschätzung die beste Währung zu sein, um nicht nur zu motivieren, sondern auch greifbare Ergebnisse zu erzielen.
Orden statt Boni für Manager, FAZ 11.9.2009

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Präsentismus-Phänomen lässt nicht nach 
Mittwoch, 16. September 2009 - Studien
Krank zur Arbeit zu gehen, wird immer mehr zum Business as usual. So zeigt der von der Bertelsmann Stiftung veröffentliche Gesundheitsmonitor, dass 42 Prozent der 1.500 Befragten im letzten Jahr zweimal oder öfter krank zur Arbeit gegangen sind. Für zwei Drittel ist ihr Pflichtgefühl - weil die Arbeit sonst liegen bleibt - der Auslöser. Interessant ist der Vergleich zwischen Angestellten und Selbstständigen. So arbeiten von den abhängig Beschäftigten ganze 74 Prozent gelegentlich trotz einer Erkrankung, bei den Selbstständigen sind es "lediglich" 52 Prozent. Stefan Empter, Senior Director der Bertelsmann Stiftung, schließt daraus, dass sich die Selbstständigen der Kostenrelevanz des krank Arbeitens bewusster seien, denn oft sei es unter dem Strich sinnvoller, eine Krankheit zu kurieren anstatt durch eine verschlechterte Leistungsfähigkeit im Zweifel sogar Kosten zu verursachen. Mir geht jedoch noch eine andere Deutung durch den Kopf: Selbstständige haben zwar den Druck, selbst immer wieder für ihr Einkommen zu sorgen, aber sie sind eben nicht dem permanenten Leistungsdruck von Arbeitgebern ausgesetzt. Wenn Vorgesetzte und Kollegen schief gucken, weil man mit einer Erkältung zu Hause bleibt, wird augenscheinlich, woher das in der Studie angeführte Pflichtgefühl kommt.
Jeder Zweite geht krank zur Arbeit, SZ 9.9.2009

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Das Lohas-Fieber lässt nach 
Dienstag, 15. September 2009 - Studien
Mit dem eigenen Konsumverhalten die Welt verändern - diese Devise feierte in den letzten zwei Jahren Hochkonjunktur. Gesunde und nachhaltige Lebensstile (Lifestyles of Health and Sustainability = Lohas) sollten viele Verbraucher dazu antreiben, durch die Wahl der gekauften Produkte auch politische Zeichen zu setzen: für weniger CO2-Verbrauch, für nachhaltigere Produktionsprozesse. Eine noch unveröffentlichte Studie des Instituts für Zukunfts-Energie-Systeme der Universität Saarland, die von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben wurde, deutet nun den großen Backlash an. So kritisiert Bärbel Höhn, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, dass die bestehenden Verbrauchskennzeichnungen längst nicht hinreichend seien, damit die Verbraucher verantwortungsvolle Entscheidungen treffen könnten. Trendforscher Peter Wippermann macht gerade bei typischen Lohas-Klientel, den 16- bis 27-Jährigen, eine gewisse Karmakonsum-Müdigkeit aus. In seiner Studie für die Otto-Group stellte er fest, dass das Interesse für Bio- und Fair-Trade-Produkte nachlasse und die Konsumenten die Verantwortung wieder zunehmend an die Politik und Unternehmen delegieren, ohne Weltverbesserungsabsichten durch ihr eigenes Kaufverhalten zu unterstützen.
Guter Wille reicht nicht, Die Zeit 10.9.2009

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Wertschätzung als Währung guter Führung 
Montag, 14. September 2009 - Management
Manager müssen ihre Mitarbeiter motivieren - das ist eine weit verbreitete Erwartung. Der Managementberater Rüdiger Klepsch hängt die Latte niedriger und sagt im Gespräch mit dem Manager Magazin: "Mitarbeiter müssen sich letztendlich selbst motivieren. Die Aufgabe von Führungskräften ist es eher, ihre Mitarbeiter nicht zu demotivieren." Laut Klepsch richten viele Führungenkräfte aber Schaden an, indem sie beispielsweise nicht zufriedenstellende Arbeitsergebnisse mit bloßen Sprüchen kommentieren, anstatt ihren Mitarbeitern klar und deutlich Fehler und Verbesserungswünsche zu signalisieren. Loben allein reiche ebenso wenig, denn Mitarbeiter müssten nachvollziehen können, welche Aufgaben sie warum zu aller Zufriedenheit erfüllt hätten. Glaubt man dem Managementberater, ist gute Führung eigentlich ganz einfach. "Zielorientierung, Kommunikationsfähigkeit, Respekt, Achtung und Wertschätzung des Gegenübers", nennt Klepsch als wichtigste Ingredienzen eines wirkungsvollen Führungsstils.
"Für Ihre Verhältnisse war das ja schon ganz gut", Manager Magazin 3.9.2009

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Testosteron beflügelt Risikoverhalten 
Freitag, 11. September 2009 - Studien
Über die Frage, ob nicht eine höhere Managementbeteiligung von Frauen zu einer Vermeidung der Wirtschafts- und Finanzkrise hätte beitragen können, wurde in den vergangenen Monaten viel diskutiert und spekuliert, legen doch zahlreiche Studien nahe, dass Unternehmen mit höherer Frauenquote im Top-Management von der Krise deutlich weniger betroffen sind. Eine neue Studie aus den USA wirft nun ein neues Licht auf diese Einschätzung. Die Forscher hatten die Risikoneigung von Männern und Frauen untersucht und mit deren Testosteronwerten verglichen. Testosteron gilt als Hormon, dass das Konkurrenzdenken verstärkt, Ängste mindert und zu riskantem Verhalten verleitet. In der Untersuchung zeigte sich denn auch ein enger Zusammenhang zwischen der Risikoneigung der Testpersonen und ihrem Testosteronspiegel - bei Männern wie bei Frauen. Frauen mit ähnlich hohem Testosteronspiegel wie Männer legten ein vergleichbares Risikoverhalten an den Tag. Frauen sind also nur dann in ihrem Verhalten weniger riskant, wenn ihr Testosteronspiegel niedrig ist.
Risikofaktor Testosteron, FTD 1.9.2009

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Backlash - Verbraucher strafen Bionade ab 
Donnerstag, 10. September 2009 - Management
Vor rund einem Jahr hatte es großen Wirbel gegeben, als der Biobrause-Anbieter Bionade mit markigen Sprüchen eine satte Preiserhöhung ankündigte. Nun zeigt sich: Die Bionade-Kunden haben aus dem Vorpreschen des Bio-Aufsteigers ihre Konsequenzen gezogen. So meldet die taz, dass in der Folge die Bionade-Verkäufe um ca. 20 Prozent eingebrochen sind. Firmengründer Peter Kowalsky rudert nun zurück und erklärt, dass Bionade selbst die notwendige Preiserhöhung gerne längerfristig umgesetzt hätte und das Unternehmen die Kunden nicht habe düpieren wollen: "Es tut uns unendlich leid, dass wir von manchen als raffgierig angesehen werden." Grund für die Erhöhung um 30 Prozent sei der Druck des Investors RhönSprudel gewesen. Seinerzeit hatte Kowalsky die Erhöhung noch in eher arrogantem Tonfall begründet. Ein Preis von 80 Cent pro Flasche ist sicherlich immer noch gerechtfertigt und im Zweifel gar nicht das vordergründige Problem. Eher hat Bionade zu spüren bekommen, dass ihre typische Lohas-Kundschaft es nicht zu schätzen weiß, wenn ein sympathischer Aufsteiger plötzlich mit großkapitalistischen Gesten aufwartet. Transparenz heißt hier das Zauberwort, denn wenn es für eine Preiserhöhung gute (!) Gründe gibt, sind verantwortliche Verbraucher auch bereit, diesen Preis zu zahlen - nicht jedoch, wenn sie mit selbstherrlichem Habitus verkündet werden.
Verbraucher strafen Bionade ab, taz 1.9.2009

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Angst vor Arbeitslosigkeit sitzt den Deutschen im Nacken 
Mittwoch, 9. September 2009 - Studien
Die schlechte Wirtschaftslage und die Furcht vor höherer Arbeitslosigkeit zählen zu den größten Angstmachern der Deutschen - zwei Drittel der Bevölkerung plagen sich bei diesen Themen mit Ängsten. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie der R+V Versicherung, die seit 1991 jedes Jahr 2.400 Personen ab 14 Jahren zu ihren Ängsten befragt. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat bei den Ergebnissen für 2009 deutliche Spuren hinterlassen. So stieg die Angst aufgrund der schlechten Wirtschaftslage in der Bevölkerung um acht Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr auf 66 Prozent. Sogar um 18 Prozentpunkte auf 65 Prozent stieg die Furcht vor einer höheren Arbeitslosigkeit in Deutschland. 48 Prozent der Befragten befürchten dabei, selbst ihren Arbeitsplatz verlieren zu können. 53 Prozent finden dabei, dass die Politiker überfordert sind - ein Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Persönliche Ängste rangieren auf der Angstskala der Deutschen weit niedriger als die Furcht vor den großen Meta-Entwicklungen. So haben 37 Prozent der Befragten Angst vor einem sinkenden Lebensstandard im Alter, 34 Prozent vor einer Drogensucht der eigenen Kinder, 30 Prozent vor einer Vereinsamung im Alter und 16 Prozent vor dem Zerbrechen ihrer Partnerschaft.
Die Ängste der Deutschen 2009, R+V

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Der ganz alltägliche Verschleiß, der krank macht 
Dienstag, 8. September 2009 - Studien
Nachdem bereits verschiedene Studien von Krankenkassen immer deutlicher werden lassen, dass Arbeit immer mehr Menschen krank macht, bestätigt nun auch das Statistische Bundesamt diese Entwicklungen. Die Statistiker hatten eine Arbeitskräftestichprobe von 80.000 Personen aus dem Jahr 2007 zu Arbeitsunfällen, erwerbsbedingten Gesundheitsbeschwerden und psychisch belastenden Faktoren befragt. Bereits jeder achte Erwerbstätige (12,3 Prozent) empfindet seine Arbeit unabhängig von akuten Erkrankungen als sehr belastend. Allein 11,2 Prozent der Befragten nennen Zeitdruck und Arbeitsüberlastung als Gründe. 215.000 leiden unter Stress und Beklemmungen. Besonders betroffen von arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen sind über 50-Jährige mit 8,8 Prozent. Bei den 35- bis 49-Jährigen sind es erst 6,6 Prozent, bei den unter 35-Jährigen lediglich 3,6 Prozent. Das hat auch wirtschaftliche Konsequenzen, denn 56,6 Prozent der Betroffnen fehlen im Jahr durch ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen zwei oder mehr Arbeitstage, 21,7 Prozent sogar bis zu neun Tage. 21,7 Prozent der angeschlagenen Arbeitnehmer bleiben dem Job beschwerdebedingt sogar zehn und mehr Tage fern.
Krumm gebuckelt, SZ 1.9.2009

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