Jung-Manager schwören aufs Allgemeinwohl 
Mittwoch, 23. September 2009 - Management
Ein neuer Eid für Wirtschaftsstudenten soll dazu beitragen, dass die Führungselite von morgen nicht ein neues Kapitel im Buch des Raubtierkapitalismus aufschlägt. Der "Global Business Oath", ein Eid für Wirtschaftsstudenten, den eine vom World Economic Forum ernannte Gruppe junger Führungskräfte aus aller Welt entwickelt hat, verpflichtet die Nachwuchsmanager auf eine Orientierung des Unternehmenshandelns am Allgemeinwohl, die Achtung der Menschenrechte und der Würde jedes Menschen sowie darauf, sich für soziale und umweltorientierte Themen zu engagieren. An der European Business School, die bei der Entwicklung des Eids beteiligt war, werden die diesjährigen Studienanfänger die ersten sein, die den Eid ablegen. EBS-Präsident Christopher Jahns sieht in dem Eid Chancen, aber kein Allheilmittel. "Der Eid kann richtiges Verhalten noch einmal verdeutlichen und die Problematik im Bewusstsein verankern. Wir können aber nicht Gutmenschen schaffen", sagt Jahns selbstkritisch. An der EBS soll die Standhaftigkeit der späteren Manager durch entsprechende Vorlesungen und Seminare von Ethikdozenten gefördert werden. Ziel ist es, die Einstellungen der Leader von morgen positiv zu verändern. "Gerade die Krise hat gezeigt, dass es in erster Linie um eine Haltung geht, um Einstellungen, nicht um Gesetze", sagt Jahns.
Ein Eid gegen die Gier, FTD 18.9.2009

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Man muss nicht perfekt sein 
Dienstag, 22. September 2009 - Arbeit
Wie wird man erfolgreich? Diese Frage stellte die Autorin Andrea Sixt zwölf Prominenten wie der Schwimmerin Franziska von Almsick oder dem Schauspieler Michael Mendl und fand Verblüffendes heraus. "Alle Gesprächspartner hatten eines gemeinsam: Sie lieben das, was sie tun. Und kein Weg führt kerzengerade zum Erfolg. Auch erfolgreiche Leute haben mal einen falschen Weg eingeschlagen. Sie haben sich ausprobiert, bis sie gefunden haben, was sie wirklich glücklich macht - und darin sind sie nun gut", sagt Sixt. Ein wichtiger Aspekt auf diesem Weg zur Selbstverwirklichung: Immer noch besser werden wollen und nicht aufzugeben, sondern, wenn man eine falsche Entscheidung getroffen hat, sich dies einzugestehen und sich zu ändern. Sixt betrachtet es als Fehler, Erfolg mit Geld gleichzusetzen. Wichtiger sei es, dem inneren Ruf zu folgen und dadurch einen positiven Beitrag für die Welt zu leisten. Auch warnt die Autorin vor übertriebenen Perfektionsansprüchen und davor, Fehler als Niederlagen zu betrachten. "Man muss nicht perfekt sein, um Erfolg zu haben", so ihre Erkenntnis.
"Viele machen sich den Druck, perfekt zu sein", SZ 15.9.2009

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Drei Frauen im Vorstand und der Erfolg ist gewiss 
Montag, 21. September 2009 - Studien
Was brauchen Unternehmen, um erfolgreich zu sein? Mindestens drei Frauen im Vorstand, lautet die verblüffende Antwort, die von mehreren Studien unterlegt wird. So zeigt die Studie "Women Matter" der Unternehmensberatung McKinsey, dass Firmen mit einem hohen Frauenanteil im Vorstand um 48 Prozent höhere Gewinne vor Steuern und Zinsen erwirtschaften als der Branchendurchschnitt. Das amerikanische Beratungsinstitut Catalyst fand bei einer Analyse der 500 größten börsennotierten Unternehmen in den USA heraus, dass Firmen mit Frauen an der Führungsspitze eine bis zu 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite aufweisen. Die magische Zahl bei diesen Gleichungen lautet drei, denn die Wissenschaft geht davon aus, dass es mindestens drei Frauen zusammen braucht, damit diese sich allein unter Männern auch wirklich Geltung verschaffen können.
Frauen können alles - außer Karriere, HBM 18.9.2009

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Wir sind die Wirtschaft 
Freitag, 18. September 2009 - Bücher
Der Unternehmensberater Kai Romhardt zeigt in seinem neuen Buch "Wir sind die Wirtschaft", welche Perspektiven es für den Einzelnen gibt, die Ökonomie zu beeinflussen. Aus Achtsamkeit wird Sinn - so könnte man das Credo des Buches beschreiben, denn es zeigt, wie Denkweisen aus dem Buddhismus unser Denken und Handeln im wirtschaftlichen Kontext positiv beeinflussen können. Es geht dem Autor nicht darum, "das System" zu ändern oder zu kritisieren, sondern er verdeutlicht, wie beispielsweise unser persönliches Mangeldenken, Kompensationsstrategien wie Konsum, der vorgibt, eine innere Leere zu füllen, oder auch unsere Ängste bestimmen, wie wir leben und arbeiten, was wir konsumieren und wir meinen zu brauchen. Ein sehr tiefgründiges Buch, das sich nicht in Kritik verliert, sondern Wege aufzeigt zu einem Leben und damit Wirtschaften in Balance.
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit

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Wertschätzende Maßnahmen sind besser als Boni 
Donnerstag, 17. September 2009 - Studien
In der Diskussion um Managervergütungen und Boni zeigen immer mehr Studien, dass Geld keinen wirklichen Motivationsfaktor darstellt und vor allem nicht leistungssteigernd wirkt. Der Ökonom Bruno Frey von der Universität Zürich untersuchte entsprechende Wirkungszusammenhänge und kommt zu dem Schluss, dass ideelle Belohnungen viel eher konkrete Anreize schaffen. Im IBM-Forschungslabor in Rüschlikon, dessen Mitarbeiter bereits zwei Nobelpreise erhielten und das auch intern die Leistungen der Forscher durch ehrende Auszeichnungen, die nicht mit finanziellen Anreizen verbunden sind, würdigt, zeigten sich Leistungssteigerungen, nachdem die Mitarbeiter diese Anerkennungen erhalten hatten. Im Callcenter eines Schweizer Finanzdienstleisters werden Mitarbeiter für Anstrengungen, die über ihre gewöhnliche Tätigkeit hinaus gehen, mit einer Plakette geehrt. Ergebnis: Die Ausgezeichneten erhöhten nach der Ehrung ihre Leistung um 7,5 Prozent gegenüber den anderen Mitarbeitern. Unter dem Strich scheint also Wertschätzung die beste Währung zu sein, um nicht nur zu motivieren, sondern auch greifbare Ergebnisse zu erzielen.
Orden statt Boni für Manager, FAZ 11.9.2009

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Präsentismus-Phänomen lässt nicht nach 
Mittwoch, 16. September 2009 - Studien
Krank zur Arbeit zu gehen, wird immer mehr zum Business as usual. So zeigt der von der Bertelsmann Stiftung veröffentliche Gesundheitsmonitor, dass 42 Prozent der 1.500 Befragten im letzten Jahr zweimal oder öfter krank zur Arbeit gegangen sind. Für zwei Drittel ist ihr Pflichtgefühl - weil die Arbeit sonst liegen bleibt - der Auslöser. Interessant ist der Vergleich zwischen Angestellten und Selbstständigen. So arbeiten von den abhängig Beschäftigten ganze 74 Prozent gelegentlich trotz einer Erkrankung, bei den Selbstständigen sind es "lediglich" 52 Prozent. Stefan Empter, Senior Director der Bertelsmann Stiftung, schließt daraus, dass sich die Selbstständigen der Kostenrelevanz des krank Arbeitens bewusster seien, denn oft sei es unter dem Strich sinnvoller, eine Krankheit zu kurieren anstatt durch eine verschlechterte Leistungsfähigkeit im Zweifel sogar Kosten zu verursachen. Mir geht jedoch noch eine andere Deutung durch den Kopf: Selbstständige haben zwar den Druck, selbst immer wieder für ihr Einkommen zu sorgen, aber sie sind eben nicht dem permanenten Leistungsdruck von Arbeitgebern ausgesetzt. Wenn Vorgesetzte und Kollegen schief gucken, weil man mit einer Erkältung zu Hause bleibt, wird augenscheinlich, woher das in der Studie angeführte Pflichtgefühl kommt.
Jeder Zweite geht krank zur Arbeit, SZ 9.9.2009

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Das Lohas-Fieber lässt nach 
Dienstag, 15. September 2009 - Studien
Mit dem eigenen Konsumverhalten die Welt verändern - diese Devise feierte in den letzten zwei Jahren Hochkonjunktur. Gesunde und nachhaltige Lebensstile (Lifestyles of Health and Sustainability = Lohas) sollten viele Verbraucher dazu antreiben, durch die Wahl der gekauften Produkte auch politische Zeichen zu setzen: für weniger CO2-Verbrauch, für nachhaltigere Produktionsprozesse. Eine noch unveröffentlichte Studie des Instituts für Zukunfts-Energie-Systeme der Universität Saarland, die von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben wurde, deutet nun den großen Backlash an. So kritisiert Bärbel Höhn, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, dass die bestehenden Verbrauchskennzeichnungen längst nicht hinreichend seien, damit die Verbraucher verantwortungsvolle Entscheidungen treffen könnten. Trendforscher Peter Wippermann macht gerade bei typischen Lohas-Klientel, den 16- bis 27-Jährigen, eine gewisse Karmakonsum-Müdigkeit aus. In seiner Studie für die Otto-Group stellte er fest, dass das Interesse für Bio- und Fair-Trade-Produkte nachlasse und die Konsumenten die Verantwortung wieder zunehmend an die Politik und Unternehmen delegieren, ohne Weltverbesserungsabsichten durch ihr eigenes Kaufverhalten zu unterstützen.
Guter Wille reicht nicht, Die Zeit 10.9.2009

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Wertschätzung als Währung guter Führung 
Montag, 14. September 2009 - Management
Manager müssen ihre Mitarbeiter motivieren - das ist eine weit verbreitete Erwartung. Der Managementberater Rüdiger Klepsch hängt die Latte niedriger und sagt im Gespräch mit dem Manager Magazin: "Mitarbeiter müssen sich letztendlich selbst motivieren. Die Aufgabe von Führungskräften ist es eher, ihre Mitarbeiter nicht zu demotivieren." Laut Klepsch richten viele Führungenkräfte aber Schaden an, indem sie beispielsweise nicht zufriedenstellende Arbeitsergebnisse mit bloßen Sprüchen kommentieren, anstatt ihren Mitarbeitern klar und deutlich Fehler und Verbesserungswünsche zu signalisieren. Loben allein reiche ebenso wenig, denn Mitarbeiter müssten nachvollziehen können, welche Aufgaben sie warum zu aller Zufriedenheit erfüllt hätten. Glaubt man dem Managementberater, ist gute Führung eigentlich ganz einfach. "Zielorientierung, Kommunikationsfähigkeit, Respekt, Achtung und Wertschätzung des Gegenübers", nennt Klepsch als wichtigste Ingredienzen eines wirkungsvollen Führungsstils.
"Für Ihre Verhältnisse war das ja schon ganz gut", Manager Magazin 3.9.2009

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