St. Gallen setzt auf spirituelle Intelligenz 
Donnerstag, 30. September 2010 - Management
Spiritualität und Business - bis vor wenigen Jahren eine Kombination, die für viele undenkbar war. Doch die Zeiten ändern sich und immer mehr Management-Kaderschmieden erkennen, dass Leadership mehr erfordert als fachliche - und bestenfalls zwischenmenschliche - Kompetenz. So initiiert die Universität St. Gallen einen neuen MBA-Studiengang, der sich speziell der persönlichen Entwicklung von Führungskräften verschrieben hat - und der das Thema Spiritualität explizit auf die Agenda setzt. "Die besten Leader verfügen nicht nur über intellektuelle und emotionale Intelligenz, sondern auch über spirituelle Intelligenz. Herausragende Führungskräfte schaffen eine Verbindung von Motivation und Leistung. Sie verstehen, respektieren und ermutigen unterschiedliche Führungsstile in ihren Teams - wenn sie über eine gefestigte spirituelle Intelligenz verfügen", so Rob Straw, Associate Director für die MBA-Programme der Universität. Der neue MBA-Studiengang wird sich deshalb auch Themen wie Selbstwahrnehmung, persönlichen Werten und Lebenszielen widmen und mach Coaching-Sitzungen zum festen Bestandteil des Programms.
MBA für die spirituelle Intelligenz, FTD 21.9.10

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Ein Hoch auf die Lebensqualität 
Mittwoch, 29. September 2010 - Arbeit
Das Bruttoinlandsprodukt ist als Maß für den Lebensstandard, das kritisieren Ökonomen seit Jahren, nur bedingt aussagekräftig. Legt man hingegen zusätzlich zum Pro-Kopf-Einkommen weitere Faktoren der Lebensqualität als Maßstab an, ergibt sich eine Rangliste, die teilweise deutlich von den bisherigen BIP-Rankings abweicht. Die Stanford-Ökonomen Charles Jones und Peter Klenow haben in ihrem Gedankenexperiment auch Aspekte wie Freizeit, Konsum, Armutsrisiko und Lebenserwartung einbezogen und für 134 Staaten eine Rangliste erstellt, die all diese Aspekte gewichtet. Es zeigt sich, dass in vielen Ländern eine nicht unerhebliche Divergenz zwischen Pro-Kopf-Einkommen und Lebensstandard besteht. So erreicht Deutschland beim Einkommen lediglich 74 Prozent, beim Lebensstandard hingegen 96,4 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit Frankreich (Pro-Kopf-Einkommen: 70,1 Prozent, Lebensstandard 94,1 Prozent). Bei den aufstrebenden Staaten mit hohem Wirtschaftswachstum hingegen fällt der Lebensstandard deutlich zurück. So weist Singapur beispielsweise ein Pro-Kopf-Einkommen von 82,9 Prozent auf, aber der Lebensstandard liegt bei lediglich 42,6 Prozent. Die neue Statistik belegt wieder einmal den Spruch aus dem Volksmund: Geld alleine macht nicht glücklich.
Besser als das BIP, Die Zeit 23.9.10

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Aufstieg hat seinen Preis 
Dienstag, 28. September 2010 - Studien
Wer beruflich aufsteigt, hofft meistens auf eine Verbesserung seiner Job-Perspektiven, doch aktuelle Studien zeigen, dass viele Aufsteiger auch einen hohen Preis zahlen. Im Rahmen des Forschungsprojektes DIWA-IT untersuchte das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen 331 Beschäftige aus sieben Unternehmen der IT- und Kommunikationsbranche. Die branchentypischen Beschleunigungsprozesse sind mit enormen persönlichen Belastungen der Arbeitnehmer verbunden. So können nur 29 Prozent der Befragten nach der Arbeit problemlos abschalten. Nur 37 Prozent der IT-Verantwortlichen glauben, dass sie den mit ihrer Arbeit verbundenen Belastungen auf Dauer gewachsen sein werden. Im Vergleich zu Untersuchungen aus den Jahren 2001 und 2005 haben sich diese Werte deutlich verschlechtert. So war das Abschalten nach der Arbeit 2001 noch für jeden zweiten Befragten kein Problem.
Wenn die Beförderung krank macht, SZ 19.9.10

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Das Business dreht sich immer schneller 
Montag, 27. September 2010 - Studien
Schneller, komplexer, fordernder - das sind die Attribute der Arbeitswelt, die sich nach Ansicht von Personalexperten in den kommenden Jahren in ihrer Ausprägung noch steigern werden. Das Institut für Beschäftigung und Employability eruierte in einer Langzeitstudie mit 396 Befragten aus Unternehmen die wichtigsten Trends der Personalpolitik. Das Ergebnis: Die Beschleunigungsspirale dreht sich munter weiter und ein Ende ist nicht abzusehen. So sehen 76,3 Prozent der Befragten eine weitere Steigerung der Komplexität in der Arbeitswelt, 73,2 Prozent gehen von einer wachsenden Veränderungsgeschwindigkeit aus. Eine zunehmende Beschleunigung von Abläufen konstatieren 71,7 Prozent und 69,9 Prozent rechnen mit einer Verdichtung von Arbeit. Legt man den bereits heute bestehenden Stresspegel zugrunde, dem sich viele Arbeitnehmer ausgesetzt fühlen, und vergegenwärtigt sich die stetig wachsende Zahl an psychischen Erkrankungen im Arbeitskontext, so wird augenscheinlich, dass diese Entwicklungen nicht alleine die Strukturen der Arbeitswelt von Grund auf verändern, sondern auch die Anforderungen an Arbeitnehmer zum Teil drastisch erhöhen werden.
Problem erkannt, aber nicht gelöst, FAZ 19.9.10

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Körperliche Fitness ist gut fürs Gehirn 
Freitag, 24. September 2010 - Studien
Zehn oder mehr Stunden am Tag am Schreibtisch sitzen und sich durch die täglichen To-Dos quälen, kann schnell kontraproduktiv werden, denn wer mehr Zeit in seine körperliche Fitness investiert, denkt oft leichter und besser. Eine Studie belegt den Zusammenhang zwischen Gedächtnisleistung und körperlicher Leistungsfähigkeit. Sowohl bei Kindern als auch bei älteren Erwachsenen konnte nachgewiesen werden, dass Durchtrainierte über einen größeren Hippocampus verfügen und bei Gedächtnistests besser abschneiden als Fitness-Vermeider. Zwar haben auch Veranlagung, Erfahrung, Umweltfaktoren und sozioökonomische Parameter Einfluss auf die Gehirnentwicklung, jedoch gehört körperliche Fitness zu den am leichtesten veränderbaren Parametern, weshalb hier die individuellen Steuerungsmöglichkeiten enorm sind. Also lieber mal am Wochenende Wandern gehen und abends regelmäßig zum Sport, als stets bis tief in die Nacht über Aktenbergen zu brüten!
Fit macht clever, wissenschaft.de 17.9.10

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Kirche setzt auf wertezentrierte Beratung 
Donnerstag, 23. September 2010 - Management
Die katholische Kirche will mit der Gründung einer Unternehmensberatung verhindern, dass die Wirtschaft "kaputt säkularisiert" wird. Die von der katholischen Diözese Rotenburg-Stuttgart gegründete "Kirche und Wirtschaft Aktiengesellschaft" will dazu beitragen, dass Werte- und Sinnfragen stärker bei wirtschaftlichen Entscheidungen berücksichtigt werden. "Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat schockartig deutlich werden lassen, wohin es führt, wenn das bloße Prinzip der Profitmaximierung sich verselbstständigt und alles zu dominieren beginnt", zitiert die Welt Generalvikar Clemens Stroppel. Die kirchlichen Berater verweisen dagegen auf einen engen Zusammenhang zwischen Sinnstiftung und Profit/Produktivität. Ihr Anliegen ist es, die Beratungsgesellschaft zu einer wichtigen Adresse zu machen in Fragen des sinn- und wertezentrierten Wirtschaftens.
Katholische Kirche gründet Unternehmensberatung, Welt 17.9.10

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Achtung Lippenbekenntnisse! 
Mittwoch, 22. September 2010 - Wissenschaft
Mal wieder über den Chef gelästert oder über Kollegen getratscht? Die Psychologie gewinnt aus der Art und Weise, wie wir über andere reden, wesentliche Erkenntnisse über unsere eigene Verfassung. Ein Experiment der amerikanischen Wake Forest University zeigt: Wer schlecht über andere spricht, verfügt meist selbst über eine Vielzahl der als negativ bewerteten Eigenschaften. Wer hingegen positiv über seine Mitmenschen redet, ist meist selbst begeisterungsfähig, gutherzig, höflich, ausgeglichen und leistungsfähig. Die negative Wahrnehmung von Mitmenschen ist häufig ein Indikator für eigene negative Persönlichkeitseigenschaften, darunter auch eine stärkere Neigung zu Narzissmus und antisozialem Verhalten, aber auch Depressionen. Versucht man dagegen gezielt, andere mit Wohlwollen zu betrachten, können die eigenen negativen Verhaltensmuster sich verringern. Allerdings sind unsere Wahrnehmungen relativ stabil, denn die Forscher stellten auch fest, dass die Einschätzungen anderer sich, als der Test ein Jahr später wiederholt wurde, kaum verändern - wenn man es nicht gezielt versucht.
Was einer über andere spricht ..., Psychologie heute 16.8.10

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Arm, aber gläubig 
Dienstag, 21. September 2010 - Studien
Der Glaube versetzt Berge - oder tröstet zumindest darüber hinweg, wenn dies nicht gelingt. Diesen Schluss legt eine Studie des Gallup-Intistute nahe, die den Zusammenhang zwischen Einkommen und Religiosität untersuchte. Das Ergebnis: Je ärmer Menschen sind, umso größer ist ihr Glaube ausgeprägt. Untersucht wurden 114 Länder. Besonders ausgeprägt ist der Zusammenhang in den ärmsten Ländern. So sagten mindestens 99 Prozent der Einwohner von Bangladesch, Niger, Jemen, Indonesien, Malawi und Sri Lanka, dass der Glaube in ihrem Leben eine bedeutsame Rolle spiele. In den reichen Nationen waren es deutlich weniger: 17 Prozent in Schweden, 24 Prozent in Japan und Hongkong und 27 Prozent in Großbritannien. Deutschland (40 Prozent) und die Schweiz (41 Prozent) liegen im Mittelfeld. Einen Ausreißer stellen die Vereinigten Staaten dar, denn hier spielt der Glaube für 65 Prozent der Bürger eine große Rolle. Im weltweiten Durchschnitt spielt der Glaube im Alltag für 84 Prozent aller Menschen eine große Rolle. Bei den Personen mit einem Jahreseinkommen von weniger als 2.000 US-Dollar sind es 95 Prozent, bei Menschen, die mehr als 25.000 US-Dollar verdienen, hingegen lediglich 47 Prozent.
Je ärmer, desto frömmer, CiW

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