Aufstieg hat seinen Preis 
Dienstag, 28. September 2010 - Studien
Wer beruflich aufsteigt, hofft meistens auf eine Verbesserung seiner Job-Perspektiven, doch aktuelle Studien zeigen, dass viele Aufsteiger auch einen hohen Preis zahlen. Im Rahmen des Forschungsprojektes DIWA-IT untersuchte das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen 331 Beschäftige aus sieben Unternehmen der IT- und Kommunikationsbranche. Die branchentypischen Beschleunigungsprozesse sind mit enormen persönlichen Belastungen der Arbeitnehmer verbunden. So können nur 29 Prozent der Befragten nach der Arbeit problemlos abschalten. Nur 37 Prozent der IT-Verantwortlichen glauben, dass sie den mit ihrer Arbeit verbundenen Belastungen auf Dauer gewachsen sein werden. Im Vergleich zu Untersuchungen aus den Jahren 2001 und 2005 haben sich diese Werte deutlich verschlechtert. So war das Abschalten nach der Arbeit 2001 noch für jeden zweiten Befragten kein Problem.
Wenn die Beförderung krank macht, SZ 19.9.10

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Das Business dreht sich immer schneller 
Montag, 27. September 2010 - Studien
Schneller, komplexer, fordernder - das sind die Attribute der Arbeitswelt, die sich nach Ansicht von Personalexperten in den kommenden Jahren in ihrer Ausprägung noch steigern werden. Das Institut für Beschäftigung und Employability eruierte in einer Langzeitstudie mit 396 Befragten aus Unternehmen die wichtigsten Trends der Personalpolitik. Das Ergebnis: Die Beschleunigungsspirale dreht sich munter weiter und ein Ende ist nicht abzusehen. So sehen 76,3 Prozent der Befragten eine weitere Steigerung der Komplexität in der Arbeitswelt, 73,2 Prozent gehen von einer wachsenden Veränderungsgeschwindigkeit aus. Eine zunehmende Beschleunigung von Abläufen konstatieren 71,7 Prozent und 69,9 Prozent rechnen mit einer Verdichtung von Arbeit. Legt man den bereits heute bestehenden Stresspegel zugrunde, dem sich viele Arbeitnehmer ausgesetzt fühlen, und vergegenwärtigt sich die stetig wachsende Zahl an psychischen Erkrankungen im Arbeitskontext, so wird augenscheinlich, dass diese Entwicklungen nicht alleine die Strukturen der Arbeitswelt von Grund auf verändern, sondern auch die Anforderungen an Arbeitnehmer zum Teil drastisch erhöhen werden.
Problem erkannt, aber nicht gelöst, FAZ 19.9.10

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Körperliche Fitness ist gut fürs Gehirn 
Freitag, 24. September 2010 - Studien
Zehn oder mehr Stunden am Tag am Schreibtisch sitzen und sich durch die täglichen To-Dos quälen, kann schnell kontraproduktiv werden, denn wer mehr Zeit in seine körperliche Fitness investiert, denkt oft leichter und besser. Eine Studie belegt den Zusammenhang zwischen Gedächtnisleistung und körperlicher Leistungsfähigkeit. Sowohl bei Kindern als auch bei älteren Erwachsenen konnte nachgewiesen werden, dass Durchtrainierte über einen größeren Hippocampus verfügen und bei Gedächtnistests besser abschneiden als Fitness-Vermeider. Zwar haben auch Veranlagung, Erfahrung, Umweltfaktoren und sozioökonomische Parameter Einfluss auf die Gehirnentwicklung, jedoch gehört körperliche Fitness zu den am leichtesten veränderbaren Parametern, weshalb hier die individuellen Steuerungsmöglichkeiten enorm sind. Also lieber mal am Wochenende Wandern gehen und abends regelmäßig zum Sport, als stets bis tief in die Nacht über Aktenbergen zu brüten!
Fit macht clever, wissenschaft.de 17.9.10

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Kirche setzt auf wertezentrierte Beratung 
Donnerstag, 23. September 2010 - Management
Die katholische Kirche will mit der Gründung einer Unternehmensberatung verhindern, dass die Wirtschaft "kaputt säkularisiert" wird. Die von der katholischen Diözese Rotenburg-Stuttgart gegründete "Kirche und Wirtschaft Aktiengesellschaft" will dazu beitragen, dass Werte- und Sinnfragen stärker bei wirtschaftlichen Entscheidungen berücksichtigt werden. "Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat schockartig deutlich werden lassen, wohin es führt, wenn das bloße Prinzip der Profitmaximierung sich verselbstständigt und alles zu dominieren beginnt", zitiert die Welt Generalvikar Clemens Stroppel. Die kirchlichen Berater verweisen dagegen auf einen engen Zusammenhang zwischen Sinnstiftung und Profit/Produktivität. Ihr Anliegen ist es, die Beratungsgesellschaft zu einer wichtigen Adresse zu machen in Fragen des sinn- und wertezentrierten Wirtschaftens.
Katholische Kirche gründet Unternehmensberatung, Welt 17.9.10

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Achtung Lippenbekenntnisse! 
Mittwoch, 22. September 2010 - Wissenschaft
Mal wieder über den Chef gelästert oder über Kollegen getratscht? Die Psychologie gewinnt aus der Art und Weise, wie wir über andere reden, wesentliche Erkenntnisse über unsere eigene Verfassung. Ein Experiment der amerikanischen Wake Forest University zeigt: Wer schlecht über andere spricht, verfügt meist selbst über eine Vielzahl der als negativ bewerteten Eigenschaften. Wer hingegen positiv über seine Mitmenschen redet, ist meist selbst begeisterungsfähig, gutherzig, höflich, ausgeglichen und leistungsfähig. Die negative Wahrnehmung von Mitmenschen ist häufig ein Indikator für eigene negative Persönlichkeitseigenschaften, darunter auch eine stärkere Neigung zu Narzissmus und antisozialem Verhalten, aber auch Depressionen. Versucht man dagegen gezielt, andere mit Wohlwollen zu betrachten, können die eigenen negativen Verhaltensmuster sich verringern. Allerdings sind unsere Wahrnehmungen relativ stabil, denn die Forscher stellten auch fest, dass die Einschätzungen anderer sich, als der Test ein Jahr später wiederholt wurde, kaum verändern - wenn man es nicht gezielt versucht.
Was einer über andere spricht ..., Psychologie heute 16.8.10

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Arm, aber gläubig 
Dienstag, 21. September 2010 - Studien
Der Glaube versetzt Berge - oder tröstet zumindest darüber hinweg, wenn dies nicht gelingt. Diesen Schluss legt eine Studie des Gallup-Intistute nahe, die den Zusammenhang zwischen Einkommen und Religiosität untersuchte. Das Ergebnis: Je ärmer Menschen sind, umso größer ist ihr Glaube ausgeprägt. Untersucht wurden 114 Länder. Besonders ausgeprägt ist der Zusammenhang in den ärmsten Ländern. So sagten mindestens 99 Prozent der Einwohner von Bangladesch, Niger, Jemen, Indonesien, Malawi und Sri Lanka, dass der Glaube in ihrem Leben eine bedeutsame Rolle spiele. In den reichen Nationen waren es deutlich weniger: 17 Prozent in Schweden, 24 Prozent in Japan und Hongkong und 27 Prozent in Großbritannien. Deutschland (40 Prozent) und die Schweiz (41 Prozent) liegen im Mittelfeld. Einen Ausreißer stellen die Vereinigten Staaten dar, denn hier spielt der Glaube für 65 Prozent der Bürger eine große Rolle. Im weltweiten Durchschnitt spielt der Glaube im Alltag für 84 Prozent aller Menschen eine große Rolle. Bei den Personen mit einem Jahreseinkommen von weniger als 2.000 US-Dollar sind es 95 Prozent, bei Menschen, die mehr als 25.000 US-Dollar verdienen, hingegen lediglich 47 Prozent.
Je ärmer, desto frömmer, CiW

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Willenskraft wird häufig unterschätzt 
Montag, 20. September 2010 - Arbeit
Wer im Flow ist, einer Tätigkeit mit voller Leidenschaft nachgeht und völlig von ihr absorbiert ist, ist meistens auch erfolgreich. Das Problem: Nicht in jeder beruflichen Situation gelingt uns das. Wer dennoch seine Ziele erreichen möchte, ohne sich zu verschleißen, sollte ein Augenmerk auf die Willenskraft richten - Neudeutsch Volition. Sie erleichtert es uns nämlich, am Ball zu bleiben, auch wenn die Dinge mal nicht rund laufen, und das, was wir eigentlich wollen, auch umzusetzen. Der Psychologe Julius Kuhl nennt fünf Fähigkeiten, die für Volition ausschlaggebend sind: Die Aufmerksamkeitskontrolle (sich also nicht von seinen Zielen durch Nebensächlichkeiten ablenken zu lassen), die Emotionskontrolle (sich nicht vom Frust überwältigen zu lassen, sondern seine Gefühle im Griff zu behalten), die Misserfolgsbewältigung (Rückschläge zu akzeptieren, sich aber von ihnen nicht aus der Bahn werfen zu lassen), Motivationskontrolle (sich selbst Anreize zu setzen, wenn die eigentliche Motivation nachlässt) und Umweltkontrolle (Störreize auszuschalten, um die Konzentration auf das Ziel beizubehalten). Willenskraft braucht Training, denn wenn wir es nicht gewohnt sind, am Ball zu bleiben, müssen wir häufig sehr viel Energie aufwenden und verschleißen uns darüber.
Wie man Tatendrang trainiert, WiWo 15.9.10

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Blackberry-Sklaven und die Freiheit 
Freitag, 17. September 2010 - Management
Wie frei können Führungskräfte sein, wenn sie nur ein Tastendruck von ihren E-Mails trennt? Nach Feierabend, in der Freizeit, im Urlaub. Unternehmensberater Wolfgang Zieren, Vorstand der KPMG, meint: Alles Kopfsache. Der Berater checkt im Urlaub alle zwei Tage seine Mails - weil er auf dem Laufenden bleiben möchte. Und fühlt sich dadurch in einer Entspannung nicht gestört, eher im Gegenteil. Er weiß aber auch, dass jeder Mitarbeiter hier seinen eigenen Weg gehen muss: "Die einen können nur dann wirklich abschalten, wenn sie auch mal eine Phase haben, in der sie keine Mails lesen. Wenn es wirklich brennt, kann man die Kollegen ja immer noch anrufen. Andere können sich gerade dann gut entspannen, wenn sie ihre Mails checken und feststellen: alles in Ordnung." Wo Zieren kein Problem mit allzeitiger Präsenz hat, geht es vielen Führungskräften indes längst anders. Und mit dafür verantwortlich ist der permanente, implizite Druck, der im Business längst allerorts ausgeübt wird. Zieren beispielsweise meint: "Wir erwarten gerade von Führungskräften, dass sie ihre Jobs erstklassig erledigen. Wie sie das machen, muss jeder für sich entscheiden." Erstklassig meint aber auch, für die Kunden immer da zu sein. Wer nach zwei Wochen urlaubsbedingter Mail-Abstinenz im Büro auftaucht, um dort von den Krisen der letzten Tage zu erfahren, kann wahrscheinlich sicher sein, dass "erstklassig" für ihn vorbei ist. Und so warnen Experten immer deutlicher vor Strukturen dieser Art, bei der Forderungen unausgesprochen bleiben, aber dafür umso mehr Druck erzeugen.
Berufliche E-Mails im Urlaub? Selbstverständlich, SZ 10.9.10

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