Ungleiche Bezahlung auch Resultat von Diskriminierung 
Freitag, 30. September 2011 - Studien
Frauen verdienen in Deutschland etwa 23 Prozent weniger als Männer. In verschiedenen Studien wird diese Diskrepanz auf die häufig schlechter zahlenden Branchen, in denen Frauen beschäftigt sind, auf ihre geringere Arbeitszeit oder auch auf Erwerbsbiographien mit Lücken zurückgeführt. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut hat diese Faktoren nun herausgerechnet und kommt zu dem Schluss, dass bei gleicher Ausbildung, gleichem Alter und Beruf immer noch eine Gehaltslücke von etwa zwölf Prozent bleibe, die auf Diskriminierung zurückgeführt werde. Um diesen "Gender Pay Gap" zu überwinden, hat das Bundesfamilienministerium nun ein Programm für Lohngleichheit im Betrieb entwickelt, mit dem sich Lohnstrukturen in Unternehmen analysieren lassen, um Entgeltunterschiede transparent zu machen. Bei den ersten Unternehmen, die die Software getestet haben, traten Gehaltsunterschiede von zwei bis neun Prozent zutage. In der Schweiz wird das Verfahren bereits seit 2006 genutzt und Firmen müssen bei der Bewerbung um öffentliche Aufträge nachweisen, dass es bei ihnen keine Ungleichheit bei der Bezahlung gibt.
Kampf der Lohnlücke, SZ 16.9.11

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Industrienationen im Motivationsloch 
Donnerstag, 29. September 2011 - Studien
Im weltweiten Motivationsvergleich bleiben die klassischen Industrienationen deutlich hinter den aufstrebenden Volkswirtschaften zurück. Die Management-Beratung Kienbaum erstellte gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen ORC International einen Mitarbeiter-Engagement-Index. Am höchsten motiviert sind demzufolge die Inder mit 74 Punkten, gefolgt von China mit 67 und Brasilien mit 64 Punkten. Die Deutschen liegen mit einem Wert von 57 auf Platz 9 und damit im Mittelfeld. Schlusslicht bildet Japan mit lediglich 41 Punkten. Wichtige Kritikpunkte der Deutschen: ein zu geringes Gehalt, fehlende Anerkennung und Unterstützung vom Chef und zu wenig Fairness und Respekt.
Fleißige Inder, faule Japaner, WiWo 16.9.11

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Null Bock 
Mittwoch, 28. September 2011 - Studien
Wenn die Tage kürzer werden, scheint ein nicht unerheblicher Teil der Deutschen in eine Null-Bock-Haltung zu verfallen. Dies suggeriert zumindest eine Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag des Portals boersennews.de. Rund drei Prozent der Befragten, hochgerechnet entspräche dies etwa einer Million Arbeitnehmern, haben laut der Erhebung den festen Vorsatz, sich krank schreiben zu lassen. Weitere zwei Prozent sind noch im Erwägungsstadium. Gründe gibt es für die Krankfeierer zur Genüge. Ein Drittel will dadurch Konflikten am Arbeitsplatz aus dem Weg gehen, etwa ebenso viele Umfrageteilnehmer wollen "Depressionen vorbeugen" und ein Fünftel will im Fahrwasser des für die Jahreszeit üblicherweise höheren Krankenstandes unbemerkt eine Auszeit nehmen. Etwa jeder Zehnte gab an, dem Arbeitgeber "eins auswischen" zu wollen. Statistisch betrachtet könnte das massenhafte Blaumachen zu einem volkswirtschaftlichen Schaden in Höhe von bis zu 1,24 Milliarden Euro führen.
Im Herbst erst mal krank feiern, FTD 16.9.11

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Stress essen Arbeitskraft auf 
Dienstag, 27. September 2011 - Studien
Erwerbsunfähigkeit wird immer mehr zum Thema und nicht zuletzt verschiedene Stressfaktoren sind es, die zu einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben führen. Vor allem gering Qualifizierte sind besonders betroffen. Jede fünfte Verrentung ist heute bereits einer Berufsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen geschuldet, so eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts. Häufige Ursachen sind Muskel-Skelett-Erkrankungen aufgrund schwerer körperlicher Arbeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Leiden, die durch Arbeitsverdichtung ausgelöst werden. Wie stark sich die Qualifikation auf die Gefahr einer Berufsunfähigkeit auswirkt, zeigt folgendes Beispiel: Das Risiko ostdeutscher Männer ohne Berufsausbildung liegt hier gut zehn Mal so hoch wie bei einem männlichen Akademiker aus den alten Bundesländern. Dass Arbeitsbedingungen krank machen können, ist längst augenscheinlich. Die Folgen werden nach wie vor - zum Teil über das Krankenversicherungs- und Rentensystem - sozialisiert.
Fast jeder Fünfte wird berufsunfähig, Zeit online 13.9.11

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Zu wenig Bildung? 
Montag, 26. September 2011 - Studien
Eine neue OECD-Studie legt nahe, dass Deutschland in Sachen Bildung immer mehr im internationalen Vergleich hinterher hinkt. Nur 26 Prozent der jungen Erwachsenen erreichen hierzulande einen Hochschulabschluss oder Meisterbrief, während der OECD-Schnitt bei 37 Prozent liegt. Zwar liegt die Studienanfängerquote inzwischen bei 46 Prozent, doch auch hier liegt der OECD-Schnitt mit 59 Prozent deutlich höher. Die Qualifikation ist in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. so liegt die Arbeitslosenquote unter Hochqualifizierten mit 3,4 Prozent vergleichsweise niedrig. Akademiker verdienen zudem bis zu 68 Prozent mehr als Absolventen mit Hochschulreife oder Berufsausbildung ohne Studium. Ein höherer Bildungsabschluss soll auch glücklicher machen - jedenfalls bezeichnen sich 77 Prozent der Akademiker als mit ihrem Leben zufrieden, verglichen mit etwa der Hälfte bei denen, die weder Hochschulreife noch Berufsausbildung haben. Auch die gesellschaftliche Partizipation erhöht sich mit dem Bildungsgrad. So liegt die Wahlbeteiligung bei Hochqualifizierten bei 95 Prozent, bei Menschen ohne Hochschulreife oder Ausbildung hingegen bei 77 Prozent.
Zu kleine Elite, SZ 13.9.11

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Wandel braucht Einfühlungsvermögen 
Freitag, 23. September 2011 - Management
Die Zahl der Change-Projekte, die im Sande verlaufen oder grandios scheitern, ist Legende. Während die Zeiten von Unternehmen immer mehr Wandlungsfähigkeit fordern, scheinen sie immer noch nicht darauf vorbereitet zu sein, wie man Veränderungen so anstößt, dass die Mitarbeiter auch mitziehen. Die Berliner School of Faciliating propagiert nun einen neuen Ansatz, der Führungskräfte in die Lage versetzen soll, konstruktiver mit dem Wandel umzugehen. Ihnen soll eine "Integrative Leadership" vermittelt werden, die auf gezielter Motivation und konstruktivem Feedback basiert. Wichtiger Aspekt auf der Agenda: Selbstreflektion. Denn Chefs, die die eigenen Gefühle - und nicht zuletzt Unsicherheiten - auf dem Radar haben, können sich auch besser in die Emotionen ihrer Mitarbeiter hineinversetzen und diese gezielt adressieren. Wertschätzung in Prozessen, der Blick auf innere Blockaden und die Berücksichtigung vorhandener Gefühlslagen sind es nach Meinung der Faciliating-Berater, die Wandel möglich und erfolgreich machen.
Wie man störrische Angestellte versöhnlich stimmt, SZ 10.9.11

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Ich kann das besser! 
Donnerstag, 22. September 2011 - Studien
Eine Umfrage des Jobportals Monster.de zeigt einmal mehr, dass in Unternehmen das "Ich kann das besser"-Syndrom grassiert. An der Abstimmung beteiligten sich weltweit rund 9.500 Beschäftigte. 33 Prozent der Befragten halten ihre Chefs für absolut inkompetent. 34 Prozent finden die Fähigkeiten in der Führungsetage ganz o.k., sind aber der Ansicht, den Job selbst besser bewältigen zu können. 18 Prozent meinen, dass ihr Chef seinen Job zu Recht hat, weil er im Hinblick auf seine Fähigkeiten besser dafür geeignet sei als sie selbst. Und immerhin 15 Prozent verteilen Bestnoten - sie finden ihren Chef brillant.
Jeder Dritte hält seinen Chef für inkompetent, FTD 6.9.11

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Machen traditionelle Rollenmuster zufriedener? 
Mittwoch, 21. September 2011 - Studien
Eine Studie des Roman-Herzog-Instituts wirft ein neues Licht auf die Themen Gleichberechtigung im Berufsleben und Teilung der Familienarbeit. Die Wissenschaftler hatten Daten des Soziooekonomischen Panels ausgewertet und kamen zu dem Schluss, dass Paare, die beide arbeiten und sich um Kind und Haushalt kümmern, unzufriedener sind als solche, die das klassische Rollenmodell des männlichen Hauptverdieners praktizieren. Die Ansprüche heutiger Eltern an sich selbst sind hoch. So wünscht sich etwa jede fünfte Mutter mit Kindern unter fünf Jahren, dass beide Partner Vollzeit arbeiten. Die Realität ist jedoch ernüchternd, denn Doppelbelastung und Organisationsstress zehren der Studie zufolge an der Lebensqualität - vor allem bei den Frauen. Drei Viertel aller Mütter übernehmen den größeren Teil der Erziehung und Hausarbeit, bei den Vollzeitberufstätigen immer noch mehr als die Hälfte. Sie leisten also sehr viel, schneiden jedoch beim Einkommensvergleich mit Männern immer noch schlechter ab. Und obwohl Politik und Wirtschaft sich um immer mehr familienfreundliche Arbeitsmodelle bemühen, sind es immer noch tendenziell die Frauen, die Zugeständnisse machen. Ob Elternzeit oder Teilzeitjob - beides ist meist noch Frauensache. Und Männer, die Teilzeit arbeiten, sind deutlich unzufriedener als Frauen, die keiner Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Gesellschaftliche Akzeptanz, aber auch Rahmenbedingungen, die Männer und Frauen gleichermaßen adressieren, scheinen nach wie vor Mangelware zu sein.
Überforderte Doppelverdiener, SZ 12.9.11

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