Familienfreundlichkeit oft Fehlanzeige 
Freitag, 9. September 2011 - Studien
Zwei Studien der IG Metall unter 4.000 Betriebsräten und 1.000 jungen Arbeitnehmern stellen vielen Arbeitgebern ein schlechtes Zeugnis aus, was deren Beitrag zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht. Bereits jeder zweite Berufstätige unter 35 Jahren hat nur einen befristeten Arbeitsvertrag, was viele dazu verleitet, Kinderwünsche aufzuschieben. Nur 38 Prozent der Betriebe bieten Betriebskindergärten oder eine Kinderbetreuung in den Ferien. Familienfreundlichkeit als Teil der Unternehmenskultur ist nur für 23 Prozent der Firmen ein Thema. So wunder es auch wenig, dass nur 62 Prozent aller jungen Väter und Müller bei ihren Arbeitgebern nach der Familienphase an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurückkehren können. Auch flexible Arbeitszeitregelungen sind eher Mangelware. Nur 10 Prozent der untersuchten Betriebe verfügen über eine Betriebsvereinbarung zum Thema Vereinbarkeit von Job und Familie.
Junge Arbeitnehmer fühlen sich alleingelassen, Zeit online 30.8.11

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Karrierefrauen rechnen ab 
Donnerstag, 8. September 2011 - Studien
Eine soziologische Studie der TU Berlin im Auftrag des Bundesfrauenministeriums und auf Initiative des Women's Management Development Network kommt zu einer ernüchternden Bilanz, was die Karrierechancen von Frauen angeht. Befragt wurden 30 Managerinnen im Alter zwischen 45 und 55 Jahren, die sich in Top-Positionen hochgearbeitet haben. Viele von ihnen ziehen eine bitte Bilanz, denn sie haben zwar im Laufe ihres beruflichen Aufstiegs viele Opfer gebracht, jedoch steht für viele das durch diesen Einsatz Erreichte in keinem Verhältnis zu den notwendigen Entbehrungen, oder, in Business-Sprech ausgedrückt: no return on investment. Diese Enttäuschungsfalle kann auch volkswirtschaftliche Konsequenzen haben, denn ein Drittel der Befragten hat innerlich bereits gekündigt und ein weiteres Drittel strebt nach neuen Aufgaben in Ehrenamt oder drittem Sektor.
Nicht wie raus, Spiegel online 29.8.11

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Manager sahnen ab, der Staat schaut in die Röhre 
Mittwoch, 7. September 2011 - Arbeit
Eine US-Studie heizt die Diskussion um die Gehälter von Top-Managern erneut an. Das Washingtoner Institute for Policy Studies stellt ins einer Untersuchung fest, dass 25 der 100 höchbezahlten Manager in den USA ein höheres Gehalt erhalten, als ihre Arbeitgeber Steuern an den Bund zahlen. Betrachtet wurden lediglich die laufenden Ertragssteuern, die Steuern im Ausland, die an den Bundesstaat zu zahlen sind und an die Kommunen, wurden bei der Berechnung ausgeklammert. So flossen an den Boeing-Chef 13,8 Millionen Dollar Salär, während der Staat sich lediglich über 13 Millionen Dollar freuen konnte. Besonders drastisch fiel das Beispiel General Electric aus: Der CEO erhielt 15,2 Millionen Dollar, während GE zugleich eine Steuerrückzahlung von mehr als 3,3 Milliarden Euro verbuchte. Schuld an solchen Schieflagen sind die zahlreichen Schlupflöcher in der Steuergesetzgebung, die es vor allem Großkonzernen erleichtern, Bundessteuern zu vermeiden.
US-Firmen zahlen Chefs mehr als dem Staat, HB 31.8.11

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Scheuklappen vorprogrammiert 
Dienstag, 6. September 2011 - Arbeit
Die Süddeutsche Zeitung kritisiert in einem Kommentar, wie der "Tempowahn" des deutschen Bildungssystems die heutige Studentengeneration zu einer "Generation der Lebenslauf-Optimierer" mache. Turbo-Abi und Bachelor-Studium seien so eng getaktet, dass für Erfahrungen außerhalb der Lehrpläne, beispielsweise für längere Auslandsaufenthalte, kaum noch Raum bleibe. Und viele angehende Arbeitnehmer nehmen während ihrer Ausbildung die angenommenen Anforderungen ihrer späteren Arbeitgeber bereits vorweg, folgen strengen Bahnen und passen sich an. Scheuklappen sind da schon vorprogrammiert.
Generation der Lebenslauf-Optimierer, SZ 26.8.11

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Öfter mal improvisieren 
Montag, 5. September 2011 - Management
Der Schauspiler und Trainer Frederik Malsy rät Führungskräften und Mitarbeiter, im Joballtag öfter einmal zu improvisieren, um ihre Kreativität zu wecken, ihre Schlagfertigkeit zu fördern und zu besserem Teamwork zu finden. "Improvisation bedeutet, Spontanes entstehen zu lassen und der Kreativität Raum zu geben. Man folgt dabei bestimmten Regeln, die den respektvollen Umgang miteinander fördern: Beim Improvisieren muss man aufeinander achten und auf das eingehen, was der andere sagt", erklärt Malsy und es augenscheinlich, dass die von ihm genannten Qualitäten im business as usual häufig zu kurz kommen. Offenheit ist dabei nicht nur der Schlüssel, um in den Workshops des Schauspielers in den Flow zu kommen, sondern die durch Unvoreingenommenheit gewonnenen Erfahrungen lassen sich später auch auf das Arbeitsleben übertragen: "Es geht darum, offen zu kommunizieren, die Kollegen wertzuschätzen und neugierig auf ihre Ideen zu sein. Wenn wir immer Nein zu allem sagen, kann sich daraus nichts Neues ergeben. Improvisation hilft, sich auf Menschen und Situationen einzustellen und leichter miteinander ins Gespräch zu kommen."
Aus dem Ärmel geschüttelt, Zeit Online 24.8.11

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Junge Arbeitnehmer haben das Nachsehen 
Freitag, 2. September 2011 - Arbeit
Seit dem erneuten Anschwellen der Finanzkrise rückt der Blick immer stärker auf die Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Spanien und Griechenland sind mit einer Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen von 45,7 bzw. 38,5 Prozent besonders stark betroffen, aber auch in Italien (27,8 Prozent), Irland (26,9 Prozent), Frankreich (22,8 Prozent) oder Großbritannien (19,6 Prozent) scheint der Nachwuchs auf dem Arbeitsmarkt hinten runterzufallen. Dass sich in Ländern wie Spanien die Jugendarbeitslosigkeit seit 2005 mehr als verdoppelt hat, liegt unter anderem daran, dass ältere Arbeitnehmer meist besseren Kündigungsschutz genießen, die jungen also in der Krise zuerst vor die gesetzt werden (müssen). In Deutschland ist die Jugendarbeitslosigkeit seit 2005 von 15,5 auf 9,1 Prozent gesunken, doch ist dies kein Grund zur Entwarnung. Fast 37 Prozent der jungen Erwerbstätigen sind hierzulande "atypisch" beschäftigt - meist befristet, in Teilzeitverhältnissen oder in Leiharbeit. Und wenn hier die Krise wieder aufflammt, sind auch diese Arbeitsplätze akut gefährdet.
Jung, gut ausgebildet, schnell kündbar, SZ 25.8.11

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Werte und Unwerte sind gleichermaßen wichtig 
Donnerstag, 1. September 2011 - Studien
Eine Studie der Kühne Logistics University in Hamburg geht der Frage nach, welche Wirkungen Werte und Unwerte im Unternehmen haben und wie sie sich auf die Akzeptanz von Führungskräften auswirken. Die Betrachtung von Unwerten bleibt in der Forschung meist außen vor, so dass die gewonnenen Erkenntnisse sehr aufschlussreich sind. Unwerte und Werte bedingen einander nicht, sondern können ganz unterschiedliche Aspekte betreffen. So kann ein Manager von seinen Untergebenen Entscheidungsstärke fordern, aber auch Wert darauf legen, dass dabei kein Konkurrenzdruck ausgeübt werde. Beispiel für einen Unwert ist auch das Google-Statement: "Don't be evil!" - es verpflichtet die Mitarbeiter des Konzerns nicht zum Gutmenschen-Tum, setzt aber klar einen moralischen Impuls. Die Akzeptanz von Führungskräften ist laut Studie dann am größten, wenn nicht nur deren Werte, sondern auch ihre Ablehnung von Unwerten in großen Teilen mit denen der Mitarbeiter übereinstimmen.
Nicht nur Werte, auch Unwerte der Chefs zählen, FTD 25.8.11

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Leiharbeit macht nicht immer Sinn 
Mittwoch, 31. August 2011 - Arbeit
Leiharbeit kann wirtschaftlich betrachtet für Unternehmen kontraproduktiv sein, so die Erkenntnisse einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Zwar erlaube sie Firmen, Auftragsspitzen abzufedern, doch wenn Leiharbeit zur Dauerlösung wird, fehlt die Bilanz schlechter aus als wenn ein Unternehmen selbst Mitarbeiter anstellt. Die Gründe: Leiharbeitern mangelt es an unternehmensspezifischem Wissen und ihnen fehlt aufgrund ihrer unterprivilegierten Lage häufig die Motivation. Das kann zu Qualitätsverlusten führen. Nur rund ein Drittel aller Leiharbeiter wird laut DIW für einfache Hilfstätigkeiten eingesetzt. Gerade in Bereichen, in denen qualifizierte Fachkräfte gefragt sind, dürfte sich der Wissensmangel der externen Kräfte deutlich zeigen. Die Umwandlung in Festanstellungen steht jedoch bei vielen Firmen nicht auf der Agenda - nur sieben Prozent der Leiharbeiter kommen in den Genuss dieses "Klebeeffekts".
Zu viele Zeitarbeiter schaden dem Wettbewerb, HB 20.8.11

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