Kritisch diskutieren beflügelt die Ideenfindung 
Montag, 30. September 2013 - Management
Es scheint ein klassischer Business-Irrtum zu sein, dass Menschen vor allem dann die besten und meisten Ideen entwickeln, wenn sie sich in einem kritikfreien Raum bewegen. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie zum Thema Konflikte und Entscheidungsfindung, die der Harvard Business Manager vorstellt. Untersucht wurden drei Gruppen, die zu einer Fragestellung Lösungsideen entwickeln sollten, unter zwar unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Die Brainstormer sollten im Ideenfindungsprozess nicht urteilen, die Ideen anderer nicht kritisieren und auch nicht diskutieren. Die Diskussionsteams hingegen bekamen die Maßgabe mit auf den Weg, alle Vorschläge auch kritisch zu besprechen. Den Kontrollgruppenteams wurden gar keine Arbeitsanweisungen für den gemeinsamen Prozess gegeben. Die Brainstorming-Teams generierten erwartungsgemäß deutlich mehr Vorschläge als die Teams ohne besondere Vorgaben. Überraschenderweise lieferten die Teams mit expliziter Kritikkultur im Schnitt im gleichen Zeitraum 25 Prozent mehr Ideen. Dieser positive Effekt setzte sich auch nach Abschluss der Gruppenarbeit fort. Während die Mitglieder der Brainstorming-Teams und der Teams ohne Vorgaben im Nachgang pro Person noch ein bis zwei weitere Ideen einbrachten, lieferten die Teilnehmer der Diskussions-Teams im Anschluss im Schnitte pro Person sieben weitere Vorschläge. Damit zeigt sich, dass eine funktionierende Kritikkultur sehr stimulierend auf die Ideenfindung wirken kann.
Inspirierende Kritik, HBM 18.9.13


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Mächtige Finanzmanager meditieren 
Freitag, 27. September 2013 - Management
Wer hätte das gedacht: Einige der mächtigsten Manager an den Weltfinanzmärkten schöpfen Kraft und Stärke aus der Sille. So stellt die Financial Times in einem Beitrag bekannte Männer aus dem Finanzwesen vor, die zum Teil seit Jahrzehnten regelmäßig meditieren. "Meditation ist mehr als alles andere für all die Erfolge, die ich hatte, verantwortlich. Wenn ich meditiere, habe ich Zugang zu einer Gelassenheit, die es mir ermöglicht, eine höhere Perspektive einzunehmen und bewusste Entscheidungen zu treffen", sagt etwa Ray Dalio, der Gründer des Hedgefonds Bridgewater. Lord Myners, früherer Chairman von Marks und Spencer sieht das ähnlich: "Meditation lässt mich das größere Bild erkennen. Ich bin dadurch wahrscheinlich effektiver, aber damit will ich nicht sagen, dass ich ein besserer Mensch bin." Sean Hagan, Chef der juristischen Abteilung des Internationalen Währungsfonds, sitzt seit 30 Jahren regelmäßig in der Stille. Er schätzt an der Innenschau die Fokussierung des Geistes, die es erleichtert, im Chaos des Tagesgeschäfts einen klaren Kopf zu behalten. Auf eine gewisse Weise berührt es zu lesen, dass Meditation in den Machtzentren des Finanzbusiness angekommen zu sein scheint. Und sicherlich verhilft sie vielen der praktizierenden High Professionals zu einem klareren Kopf, der bessere Entscheidungen trifft als all diejenigen, die sich allein von den vermeintlichen Erfordernissen der Märkte getrieben fühlen. Und dennoch bleibt auch ein leichtes Unbehagen, denn die Lobeshymnen, die die Finanz-Ikonen auf ihre Meditationspraxis singen, beziehen sich vordergründig vor allem auf ihr persönliches Wohlergehen oder die Verbesserung ihrer individuellen Fähigkeiten. Man könnte auch sagen, meditieren hilft ihnen, besser im System zu funktionieren. Was aber wäre damit, das System selbst - oder zumindest Teile davon - auch offensiv zu hinterfragen oder gar konstruktiv zu verändern?
Zen and the art of management, Financial Times 16.9.13


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Harter Hund oder weise Führungskraft? 
Donnerstag, 26. September 2013 - Studien
Die Berliner Management-Beraterin Ursula Wagner hat in einer Dissertation untersucht, im Rahmen welcher Wertekontexte sich Führungskräfte positionieren. Dazu befragte sie 267 Manager aus verschiedenen Branchen im Mittelstand und in Großunternehmen. Der mögliche Radius der Selbstverortung dieser Leader wird von zwei Polen eingerahmt. Auf der einen Seite sind die "harten Hunde", die etwa auf 33 Prozent der Chefsessel sitzen. Sie ziehen meist eine Grenze zwischen den Werten, die sie im Berufsleben für angemessen halten, und persönlichen Wertvorstellungen, die in ihren Augen reine Privatsache sind. Achtsamkeit gehört eher nicht zu ihren Stärken und auch eine Balance zwischen "weiblichen" und "männlichen" Anteilen ist ihrem Führungsstil eher fremd. Vor allem unter den Aufsteigern unter 44 Jahren ist dieser Typus sehr verbreitet. Ein für ihn typisches Statement: "Die Diskussion um ethische Richtlinien im globalen Wettbewerb ist unrealistisch." Den anderen Pol bilden die Führungskräfte mit integrierendem Führungsstil, die etwa 35 Prozent der deutschen Chefs stellen. Sie sind achtsam, emotional intelligent, am langfristigen Erfolg des Unternehmens ausgerichtet und leben ihre Werte sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Bereich ungeteilt. Sie reflektieren über sich selbst und das Leben und schöpfen aus Sinnquellen wie Religion oder Philosophie", so Ursula Wagner. Diese weise Form der Leadership führe auch zufriedeneren Mitarbeitern.
Jeder dritte Chef ist ein harter Hund, Die Welt 7.9.13


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Persönlichkeit schützt vor existenziellen Frontalangriffen 
Mittwoch, 25. September 2013 - Management
Zwei Selbstmorde von Schweizer Top-Managern haben in den vergangenen Wochen zu einer verstärkten öffentlichen Diskussion über die zum Teil enormen Zwänge angestoßen, denen Top-Führungskräfte bisweilen ausgesetzt zu sein scheinen. In einem Interview mit Focus Money spricht der Kölner Personalberater Maik Lehmann über die Fallstricke, die ein hauptsächlich auf den Beruf ausgerichtetes Selbstverständnis mit sich bringen kann. "Ausgangspunkt ist die mitunter starke Verknüpfung des Berufes oder besser der beruflichen Stellung mit dem eigenen Selbstwert, bis hin zur Identifikation. 'Wenn ich mein Beruf bin', wird jede Bedrohung meines beruflichen Status als ein emotional stark belastender Frontalangriff wahrgenommen. Dramatisch wird es dann, wenn der Konflikt im Unternehmen als Existenz bedrohend erlebt wird. In der Regel geht es bei den Managern nicht um eine finanzielle Notlage, wohl aber um ihr Selbstwertgefühl, das fast ausschließlich mit der beruflichen Position verbunden ist. Dass dann eine als dramatisch empfundene Situation mit etwas Abstand ganz anders bewertet würde und vielleicht sogar als Wendepunkt verstanden werden könnte, ist dem Betroffen in der aktuellen Lage nicht bewusst", erklärt Lehmann. Genau diese Verengung, die Wahrnehmung, dass die Berufsrolle die einzige Basis der persönlichen Selbstverortung bildet, kann berufliche Konflikte dramatisch werden lassen, denn dann schöpfen Führungskräfte nicht mehr aus ihrem inneren Feuer, können nicht mehr authentisch ihrer eigenen Sinnperspektive Ausdruck verleihen, sondern erleben eine Bedrohung, die die gesamte eigene Existenz in Frage stellt. Lehmann rät dazu, die nur allzu verbreiteten Stereotype, die das Top-Management leider immer stärker zu prägen scheinen, konstruktiv zu hinterfragen: "Ich wünsche uns allen mehr Mut, uns in allen Facette zu zeigen. Dazu gehören natürlich die individuellen Stärken, aber man muss auch einmal Schwächen zulassen können. Es braucht Mut, im Zweifel unkonventionell zu sein und sich von überholten Rollen-Klischees für Manager zu lösen. Je mehr Persönlichkeit ich einbringe, desto mehr hat mein Tun mit mir zu tun und nährt mein inneres Feuer. Wer in einem guten Sinne an sich glaubt, ist weniger abhängig von beruflichen Positionen oder den vermeintlichen Angriffen anderer. Führungspersönlichkeiten aus diesem Holz finden Akzeptanz, sind echte Leader und führen ein erfüllteres Leben."
"Manager stehen unter enormen Zwängen", Focus Money 31.8.13

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Geben macht erfolgreich 
Dienstag, 24. September 2013 - Management
Freigebigkeit und die Unterstützung anderer Menschen sind in den Augen des Management-Professors Adam Grant, der an der renommierten Wharton Business School der Universität Pennsylvania lehrt. "Die guten Typen schaffen es überdurchschnittlich oft bis ganz nach oben - Menschen, die ohne Gegenleistung geben, die Freunden helfen und Fremden Ratschläge anbieten. Sie schauen darauf, was andere brauchen und wie sie ihnen helfen können. Sie teilen ihr Wissen, ihre Energie, ihre Verbindungen mit anderen. Und sie sind gerade deswegen erfolgreich", schreibt Spiegel online über seine Forschungserkenntnisse. Grant zeigte beispielsweise, dass bei einer Optiker-Kette die Verkäufer, die nicht einfach versuchten, ihren Kunden möglichst hochpreisige Produkte unterzujubeln, sondern gezielt deren wirkliche Bedürfnisse adressierten, höhere Umsätze erzielten. In einer Studie in einem Callcenter zeigte sich ähnliches. Die Mitarbeiter hatten den Auftrag, Anzeigenkunden für einen Reiseführer zu akquirieren, wobei die Erlöse aus dem Verkauf bedürftigen Studenten zukommen sollten. Die Hälfte der Mitarbeiter machte Grant mit diesen Stipendiaten bekannt, die erzählten, wie sehr ihnen die finanzielle Unterstützung helfen würde. Nach einem Monat zeigte sich, dass die Verkaufsgruppe, die im Bewusstsein, den Studierenden zu helfen, ihrer Tätigkeit nachgegangen war, nicht nur motivierter, sondern auch erfolgreicher bei der Akquise war.
Gute Typen, Spiegel online 20.8.13


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Studienvorstellung zur Wirkung von Meditation in Unternehmen 
Montag, 23. September 2013 - Veranstaltungen
Die Beratergruppe Neuwaldegg aus Wien stellt am 24. Oktober eine von der Ludwig-Maximilians-Universität München in Kooperation mit der Kalapa Academy erstellte Studie zur Wirkung von Achtsamkeitsmethoden in Unternehmen vor. An diesem Praxis-Forschungsprojekt haben eine Reihe von Firmen teilgenommen, von weltweit agierenden Technologiefirmen mit über 200.000 MitarbeiterInnen bis zu jungen Start-Up Unternehmen.
In jeder Organisation wurden jeweils bis zu 25 MitarbeiterInnen über mehrere Wochen in Achtsamkeitsmethoden trainiert und die Erfahrungen und Wirkungen wissenschaftlich ausgewertet. Die Beratergruppe Neuwaldegg selbst beschäftigt sich seit 2004 im Rahmen des Innovationscenters "Sissy" - Spiritualität in sozialen Systemen - mit der Frage, was Achtsamkeit im Unternehmensalltag bewirken kann. Dabei zeigen sich neben den positiven Wirkungen auf die Personen und deren eigene Führungspraxis (u.a. Gelassenheit, mehr Übersicht in komplexen Situationen, Entscheidungsstärke, Vision, ...) auch positive Effekte auf die Führungskultur der Organisation.
Weitere Informationen und Anmeldung


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Millionär sein ist Männersache 
Freitag, 20. September 2013 - Studien
Dem Reichtum scheint die anhaltende Krise nichts anzuhaben. Weltweit stieg die Zahl der Multi-Millionäre im vergangenen Jahr um sechs Prozent. Ihr Vermögen erhöhte sich sogar um knapp acht Prozent auf 27,8 Billionen - was 40 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung entspricht. Die von der Schweizer Großbank UBS erhobenen Daten zeigen auch: Millionär zu sein, ist zumeist Männersache. 88 Prozent aller Superreichen sind männlich, nur 12 Prozent weiblich. Weltweit gibt es insgesamt 200.000 solche 30-fachen Millionäre. Während bei den Männern laut Studie 70 Prozent ihren Reichtum selbst geschaffen und nur 14 Prozent geerbt haben, sind unter den Millionärinnen 53 Prozent Erbinnen und 33 Prozent Self-made-Women.
Was Sie schon immer über Superreiche wissen wollten, Die Welt 10.9.13


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Erfolg von Frauen nagt an den Männern 
Donnerstag, 19. September 2013 - Studien
Der Erfolg von Frauen untergräbt das Selbstwertgefühl ihrer Männer - so die Erkenntnisse einer amerikanischen Studie. Zunächst wurden 900 Personen danach gefragt, wie glücklich sie mit ihrer Partnerschaft sind. Danach absolvierten die Männer und Frauen verschiedene Tests, bei denen ihnen gesagt wurde, dass der Partner oder die Partnerin besser bzw. schlechter abgeschnitten hätte. Auch sollten sich alle Testpersonen an Situationen erinnern, in denen die Lebensgefährten Erfolg hatten und solche mit Misserfolgen. Anschließend wurde mit einem Assoziationstest das Selbstwertgefühl aller Teilnehmer getestet. Während sich bei den Männern, deren Frauen erfolgreicher waren, ein niedrigeres Selbstwertgefühl zeigte und sie auch unglücklicher mit ihrer Beziehung waren, reagierten die Frauen umgekehrt. Sie freuten sich einerseits über die Erfolge ihrer Partner und waren glücklicher mit ihrer Beziehung. Die Forscher schließen daraus, dass Männer stärker konkurrenzorientiert sind und sich deshalb auch von starken Partnerinnen unterschwellig bedroht fühlen. Hinzu komme, dass Überlegenheit und Stärke immer noch zentrale männliche Werte seien. Und es könnte sein, dass Männer sich als Partner weniger attraktiv fühlen, wenn sie Schwäche zeigen (müssen).
Männer sind eifersüchtig auf erfolgreiche Frauen, WiWo 6.9.13


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