Harter Hund oder weise Führungskraft? 
Donnerstag, 26. September 2013 - Studien
Die Berliner Management-Beraterin Ursula Wagner hat in einer Dissertation untersucht, im Rahmen welcher Wertekontexte sich Führungskräfte positionieren. Dazu befragte sie 267 Manager aus verschiedenen Branchen im Mittelstand und in Großunternehmen. Der mögliche Radius der Selbstverortung dieser Leader wird von zwei Polen eingerahmt. Auf der einen Seite sind die "harten Hunde", die etwa auf 33 Prozent der Chefsessel sitzen. Sie ziehen meist eine Grenze zwischen den Werten, die sie im Berufsleben für angemessen halten, und persönlichen Wertvorstellungen, die in ihren Augen reine Privatsache sind. Achtsamkeit gehört eher nicht zu ihren Stärken und auch eine Balance zwischen "weiblichen" und "männlichen" Anteilen ist ihrem Führungsstil eher fremd. Vor allem unter den Aufsteigern unter 44 Jahren ist dieser Typus sehr verbreitet. Ein für ihn typisches Statement: "Die Diskussion um ethische Richtlinien im globalen Wettbewerb ist unrealistisch." Den anderen Pol bilden die Führungskräfte mit integrierendem Führungsstil, die etwa 35 Prozent der deutschen Chefs stellen. Sie sind achtsam, emotional intelligent, am langfristigen Erfolg des Unternehmens ausgerichtet und leben ihre Werte sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Bereich ungeteilt. Sie reflektieren über sich selbst und das Leben und schöpfen aus Sinnquellen wie Religion oder Philosophie", so Ursula Wagner. Diese weise Form der Leadership führe auch zufriedeneren Mitarbeitern.
Jeder dritte Chef ist ein harter Hund, Die Welt 7.9.13


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Persönlichkeit schützt vor existenziellen Frontalangriffen 
Mittwoch, 25. September 2013 - Management
Zwei Selbstmorde von Schweizer Top-Managern haben in den vergangenen Wochen zu einer verstärkten öffentlichen Diskussion über die zum Teil enormen Zwänge angestoßen, denen Top-Führungskräfte bisweilen ausgesetzt zu sein scheinen. In einem Interview mit Focus Money spricht der Kölner Personalberater Maik Lehmann über die Fallstricke, die ein hauptsächlich auf den Beruf ausgerichtetes Selbstverständnis mit sich bringen kann. "Ausgangspunkt ist die mitunter starke Verknüpfung des Berufes oder besser der beruflichen Stellung mit dem eigenen Selbstwert, bis hin zur Identifikation. 'Wenn ich mein Beruf bin', wird jede Bedrohung meines beruflichen Status als ein emotional stark belastender Frontalangriff wahrgenommen. Dramatisch wird es dann, wenn der Konflikt im Unternehmen als Existenz bedrohend erlebt wird. In der Regel geht es bei den Managern nicht um eine finanzielle Notlage, wohl aber um ihr Selbstwertgefühl, das fast ausschließlich mit der beruflichen Position verbunden ist. Dass dann eine als dramatisch empfundene Situation mit etwas Abstand ganz anders bewertet würde und vielleicht sogar als Wendepunkt verstanden werden könnte, ist dem Betroffen in der aktuellen Lage nicht bewusst", erklärt Lehmann. Genau diese Verengung, die Wahrnehmung, dass die Berufsrolle die einzige Basis der persönlichen Selbstverortung bildet, kann berufliche Konflikte dramatisch werden lassen, denn dann schöpfen Führungskräfte nicht mehr aus ihrem inneren Feuer, können nicht mehr authentisch ihrer eigenen Sinnperspektive Ausdruck verleihen, sondern erleben eine Bedrohung, die die gesamte eigene Existenz in Frage stellt. Lehmann rät dazu, die nur allzu verbreiteten Stereotype, die das Top-Management leider immer stärker zu prägen scheinen, konstruktiv zu hinterfragen: "Ich wünsche uns allen mehr Mut, uns in allen Facette zu zeigen. Dazu gehören natürlich die individuellen Stärken, aber man muss auch einmal Schwächen zulassen können. Es braucht Mut, im Zweifel unkonventionell zu sein und sich von überholten Rollen-Klischees für Manager zu lösen. Je mehr Persönlichkeit ich einbringe, desto mehr hat mein Tun mit mir zu tun und nährt mein inneres Feuer. Wer in einem guten Sinne an sich glaubt, ist weniger abhängig von beruflichen Positionen oder den vermeintlichen Angriffen anderer. Führungspersönlichkeiten aus diesem Holz finden Akzeptanz, sind echte Leader und führen ein erfüllteres Leben."
"Manager stehen unter enormen Zwängen", Focus Money 31.8.13

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Geben macht erfolgreich 
Dienstag, 24. September 2013 - Management
Freigebigkeit und die Unterstützung anderer Menschen sind in den Augen des Management-Professors Adam Grant, der an der renommierten Wharton Business School der Universität Pennsylvania lehrt. "Die guten Typen schaffen es überdurchschnittlich oft bis ganz nach oben - Menschen, die ohne Gegenleistung geben, die Freunden helfen und Fremden Ratschläge anbieten. Sie schauen darauf, was andere brauchen und wie sie ihnen helfen können. Sie teilen ihr Wissen, ihre Energie, ihre Verbindungen mit anderen. Und sie sind gerade deswegen erfolgreich", schreibt Spiegel online über seine Forschungserkenntnisse. Grant zeigte beispielsweise, dass bei einer Optiker-Kette die Verkäufer, die nicht einfach versuchten, ihren Kunden möglichst hochpreisige Produkte unterzujubeln, sondern gezielt deren wirkliche Bedürfnisse adressierten, höhere Umsätze erzielten. In einer Studie in einem Callcenter zeigte sich ähnliches. Die Mitarbeiter hatten den Auftrag, Anzeigenkunden für einen Reiseführer zu akquirieren, wobei die Erlöse aus dem Verkauf bedürftigen Studenten zukommen sollten. Die Hälfte der Mitarbeiter machte Grant mit diesen Stipendiaten bekannt, die erzählten, wie sehr ihnen die finanzielle Unterstützung helfen würde. Nach einem Monat zeigte sich, dass die Verkaufsgruppe, die im Bewusstsein, den Studierenden zu helfen, ihrer Tätigkeit nachgegangen war, nicht nur motivierter, sondern auch erfolgreicher bei der Akquise war.
Gute Typen, Spiegel online 20.8.13


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Studienvorstellung zur Wirkung von Meditation in Unternehmen 
Montag, 23. September 2013 - Veranstaltungen
Die Beratergruppe Neuwaldegg aus Wien stellt am 24. Oktober eine von der Ludwig-Maximilians-Universität München in Kooperation mit der Kalapa Academy erstellte Studie zur Wirkung von Achtsamkeitsmethoden in Unternehmen vor. An diesem Praxis-Forschungsprojekt haben eine Reihe von Firmen teilgenommen, von weltweit agierenden Technologiefirmen mit über 200.000 MitarbeiterInnen bis zu jungen Start-Up Unternehmen.
In jeder Organisation wurden jeweils bis zu 25 MitarbeiterInnen über mehrere Wochen in Achtsamkeitsmethoden trainiert und die Erfahrungen und Wirkungen wissenschaftlich ausgewertet. Die Beratergruppe Neuwaldegg selbst beschäftigt sich seit 2004 im Rahmen des Innovationscenters "Sissy" - Spiritualität in sozialen Systemen - mit der Frage, was Achtsamkeit im Unternehmensalltag bewirken kann. Dabei zeigen sich neben den positiven Wirkungen auf die Personen und deren eigene Führungspraxis (u.a. Gelassenheit, mehr Übersicht in komplexen Situationen, Entscheidungsstärke, Vision, ...) auch positive Effekte auf die Führungskultur der Organisation.
Weitere Informationen und Anmeldung


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Millionär sein ist Männersache 
Freitag, 20. September 2013 - Studien
Dem Reichtum scheint die anhaltende Krise nichts anzuhaben. Weltweit stieg die Zahl der Multi-Millionäre im vergangenen Jahr um sechs Prozent. Ihr Vermögen erhöhte sich sogar um knapp acht Prozent auf 27,8 Billionen - was 40 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung entspricht. Die von der Schweizer Großbank UBS erhobenen Daten zeigen auch: Millionär zu sein, ist zumeist Männersache. 88 Prozent aller Superreichen sind männlich, nur 12 Prozent weiblich. Weltweit gibt es insgesamt 200.000 solche 30-fachen Millionäre. Während bei den Männern laut Studie 70 Prozent ihren Reichtum selbst geschaffen und nur 14 Prozent geerbt haben, sind unter den Millionärinnen 53 Prozent Erbinnen und 33 Prozent Self-made-Women.
Was Sie schon immer über Superreiche wissen wollten, Die Welt 10.9.13


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Erfolg von Frauen nagt an den Männern 
Donnerstag, 19. September 2013 - Studien
Der Erfolg von Frauen untergräbt das Selbstwertgefühl ihrer Männer - so die Erkenntnisse einer amerikanischen Studie. Zunächst wurden 900 Personen danach gefragt, wie glücklich sie mit ihrer Partnerschaft sind. Danach absolvierten die Männer und Frauen verschiedene Tests, bei denen ihnen gesagt wurde, dass der Partner oder die Partnerin besser bzw. schlechter abgeschnitten hätte. Auch sollten sich alle Testpersonen an Situationen erinnern, in denen die Lebensgefährten Erfolg hatten und solche mit Misserfolgen. Anschließend wurde mit einem Assoziationstest das Selbstwertgefühl aller Teilnehmer getestet. Während sich bei den Männern, deren Frauen erfolgreicher waren, ein niedrigeres Selbstwertgefühl zeigte und sie auch unglücklicher mit ihrer Beziehung waren, reagierten die Frauen umgekehrt. Sie freuten sich einerseits über die Erfolge ihrer Partner und waren glücklicher mit ihrer Beziehung. Die Forscher schließen daraus, dass Männer stärker konkurrenzorientiert sind und sich deshalb auch von starken Partnerinnen unterschwellig bedroht fühlen. Hinzu komme, dass Überlegenheit und Stärke immer noch zentrale männliche Werte seien. Und es könnte sein, dass Männer sich als Partner weniger attraktiv fühlen, wenn sie Schwäche zeigen (müssen).
Männer sind eifersüchtig auf erfolgreiche Frauen, WiWo 6.9.13


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Was das Business von der Philosophie lernen kann 
Mittwoch, 18. September 2013 - Management
Die Süddeutsche macht mit einer Kolumne zum Thema Arbeitsethik einen interessanten Vorstoß und betrachtet, was Führungskräfte von den großen Philosophen im Hinblick auf ethisches Verhalten lernen können. Als eine Messlatte schlagen die Autoren Kants kategorischen Imperativ vor. Und schon der verlangt Führenden - gemessen an der alltäglichen Businesspraxis - einiges ab. Das Eigeninteresse zurückstellen, persönliche Neigungen hintanstellen, die Würde aller von einer Entscheidung Betroffenen achten - was man für sich selbst gerne in Anspruch nimmt, gewährt man anderen wahrscheinlich deutlich schwerer. Auch John Stuart Mills Nützlichkeitsprinzip verspricht einen gewissen ethischen Impact. Wo bei Kant das eigene Handeln auch als allgemeinverbindliches Gesetz tragen können muss, fragt Mill danach, welche Handlungen maximales Glück für alle (!) Handelnden und Betroffenen verheißen. Im Business macht der Abwägungsprozess leider nur allzu oft vor letzteren Halt. Spannend an dem Beitrag sind weniger seine inhaltlichen Vorschläge als die Tatsache, dass der öffentliche Diskurs zumeist nach einer "neuen" Ethik für die Wirtschaft verlangt. Auf den ersten Blick würde es sicherlich völlig reichen, sich erst einmal um die Umsetzung der schon in unserer Geistesgeschichte etablierten zu bemühen.
Was Chefs von Kant lernen können, SZ 1.9.13


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Mit Anlauf scheitern hilft 
Dienstag, 17. September 2013 - Management
Scheitern ist im Business etwa so beliebt wie die rote Karte im Fußball. Der Wirtschaftspsychologe Heinrich Wottawa kritisiert bei Führungskräften eine "selbstwertschonende Tendenz", Fehlschläge eher äußeren Umständen oder anderen Menschen zuzuschreiben, als nach eigenen Fehlern zu suchen. Die "hedonistische Verzerrung" beraube die Betroffenen jedoch eines wichtigen Lerneffekts, denn: "Nur stark erlebte Dissonanzen führen zu affektiven Veränderungen." Wer den eigenen Anteil an Misserfolgen nicht auf den Grund gehe, beraube sich damit hilfreicher Lernerfahrungen. Deshalb rät Wottawa vom Wegducken ab und sieht in der Offensive den einzig konstruktiven Weg zum Umgang mit Katastrophen: Zugeben, dass etwas schief gelaufen ist; den Fehlschlag auch in seiner emotionalen Bedeutung spüren. "Wenn Sie ganz unten sind und sich ausgetobt haben, fangen Sie irgendwann an zu verhandeln. Sie denken weiter, überlegen Alternativen. ... Es folgt die Neuorientierung. Man muss überlegen: Was hat dieser Totalabsturz aus und mit mir gemacht? Wie geht es weiter? Wie geht es anders?", so Wottawa. Es sind eben häufig die Fragen und nicht vermeintliche Antworten, die uns weiter bringen ...
"Schreien Sie, toben Sie!" Karrierespiegel 19.7.13

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