Social Entrepreneurship - mit anderem Bewusstsein wirtschaften 
Dienstag, 22. September 2015 - Management
In der Wirtschaftswoche erklärt Julian Müller-Schwefe, Geschäftsführer des Social Business On Purpose in Berlin, was Social Entrepreneurship von anderen Businessformen unterscheidet. On Purpose bietet Leadership-Programme für Sozialunternehmer an. "Ich glaube, es ist zumeist eine bewusste Entscheidung[, ein Sozial Business zu gründen]. Der Antrieb ist eben ein anderer. Bei jedem Unternehmer steht eine Problemlösung im Vordergrund und beim Social Entrepreneur ist das immer ein gesellschaftliches Problem", so Müller-Schwefe. Während in Ländern mit geringer ausgeprägten Sozialsystemen soziale und unternehmerische Welten und Kulturen deutlich stärker miteinander in Berührung sind, stehe Deutschland hier noch eher am Anfang: "Deutschland braucht mehr Social Entrepreneure, weil wir klassischerweise ein Land sind, bei dem gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen erst einmal getrennt scheinen von der wirtschaftlichen Welt. Sprich, wenn es hier jemandem nicht gut geht oder wir auf ein gesellschaftliches Problem treffen, ist der erste Reflex zumeist, der Staat muss sich darum kümmern." Interessant könnte es sein, diese kulturellen Voraussetzungen einmal von einer anderen Seite aus zu betrachten. Starke soziale Systeme bedeuten ja letztlich auch, dass es in diesem Feld bereits hohe Kompetenzen gibt. Und in diesem Sinne könnten Social Businesses dieses Potential schlicht auf eine noch breitere Basis stellen.
Social Entrepreneure: Warum Deutschland viele braucht, WiWo 14.9.15

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Ausgepowert als Normalfall 
Montag, 21. September 2015 - Management
Wie sehr das Ausgepowert-Sein im Top-Management schon der Normalfall zu sein scheint, zeigte der Schwächeanfall des BMW-Vorstandsvorsitzenden Harald Krüger in der vergangenen Woche bei der IAA. BMW ließ postwendend verkünden, dass Krüger aufgrund von Auslandsreisen und der damit verbundenen Belastungen bei seinem Messeauftritt schlicht nicht auf der Höhe gewesen sei, es ihm aber grundsätzlich gesundheitlich gut gehe. Immerhin kam der BMW-Chef so zu einer anscheinend dringend benötigten kleinen Erholungspause. Sein Verhalten wie auch das Umgehen des Unternehmens mit dem Zwischenfall zeigt schlicht, wie normal es heute ist, ständig aufgrund äußerer Erfordernisse über die eigenen Kräfte zu gehen. Eine Umfrage der Max Grundig Klinik mit 1.000 Führungskräften zeigte beispielsweise kürzlich, dass 70 Prozent sich zwar gesund oder sehr gesund fühlen, aber 61 Prozent sich auch stark unter Druck fühlen und weder ausreichend noch gut schlafen können.
Das gefährliche Leben der Manager, FAZ 15.9.15

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Generation 60plus ist hochmotiviert 
Freitag, 18. September 2015 - Studien
Eine Studie der Beratungsgesellschaft EY zeigt, dass hierzulande vor allem die älteren Arbeitnehmer besonders motiviert sind im Job und auch die höchste Zufriedenheit mit ihrer Arbeit bekunden. Eine Ressource, die von der Wirtschaft noch viel zu wenig aktiv genutzt werde. In der Befragung von 2.200 Arbeitnehmern gaben 40 Prozent der über 60-Jährigen an, hoch motiviert zu sein, bei den bis zu 20-Jährigen ist es indes gerade einmal jeder Vierte. 68 Prozent der Älteren sind zudem uneingeschränkt zufrieden mit ihrer Arbeit - das sind mehr als in jeder anderen Altersgruppe. Die Berater warnen bereits davor, dass Firmen sich künftig anstrengen müssten, stärker auf die Bedürfnisse der jungen Arbeitnehmer einzugehen.
Warum alte Arbeitnehmer engagierter sind als junge, Welt 9.9.15

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Alles eine Frage der Organisation 
Donnerstag, 17. September 2015 - Management
Führung in Teilzeit? In Deutschland ein noch exotisches Modell, denn nur 1,2 Prozent der männlichen und 14,6 Prozent der weiblichen Führungskräfte sind hierzulande in Teilzeit beschäftigt. Die Managementexpertin Brigitte Abrell erklärt in einem Interview mit der Zeit, dass Unternehmen gut daran tun, in Zukunft auch die Arbeit in Führungspositionen zu flexibilisieren. Letztlich sei Teilzeit-Führung nur eine Frage der Organisation, die sich durchaus bewerkstelligen lasse. Mit klaren Aufgabendefinitionen, einer Fokussierung auf Kernaufgaben und dem Mut zum Delegieren, brauche es für funktionierende Führung keine Vollzeit-Präsenz. Hinzu komme, dass Flexibilität bei Führungspositionen für Firmen immer mehr ein Vorteil im Kampf um knapper werdende High Potentials werde. "Vor allem macht es Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv und ist insofern ein Wettbewerbsvorteil. In Zeiten knapper Arbeitskräfte kein unbedeutender Faktor. Außerdem sind Führungskräfte in Teilzeit gezwungen, sehr effektiv zu arbeiten und erbringen mit ihrem Team in ihrer verkürzten Arbeitszeit und mit weniger Gehalt dasselbe Ergebnis wie ihre vollzeitbeschäftigten Kollegen. Eine Win-win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer", erklärt Abrell.
"Jeden Job kann man in Teilzeit ausüben", Zeit online 7.9.15

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Zweifel am Chef 
Mittwoch, 16. September 2015 - Studien
Das Vertrauen der Deutschen in die Wirtschaftsentwicklung ist groß. Geht es indes um die Chefs, werden immer mehr Menschen skeptisch. Laut Edenred-Ipsos-Barometer 2015 bekunden 62 Prozent der Bevölkerung grundsätzliches Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und sogar 70 Prozent haben Vertrauen in das Unternehmen, in dem sie arbeiten. 78 Prozent der Befragten glauben, sie arbeiten konstant motiviert und bewerten die Qualität ihres Arbeitslebens auf einer Skala von 1 bis 10 mit 7 Punkten. Kritischer ist hingegen ihre Betrachtung ihrer Chefs. Nur noch 58 Prozent haben Vertrauen in die Entscheidungen ihrer Geschäftsführung - das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 13 Prozentpunkte. Zudem gehen 39 Prozent davon aus, dass die hohe wirtschaftliche Leistung, die ihr Vertrauen schützt, dazu führt, dass sie künftig noch mehr werden arbeiten müssen (ein Anstieg um neun Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr).
Deutsche trauen ihren Chefs nicht, WiWo 7.9.15

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Ziele müssen Sinn machen 
Dienstag, 15. September 2015 - Arbeit
Ziele zu erreichen, erfordert nicht nur Willenskraft. Wenn Menschen auf tiefere Weise von einer Aufgabe berührt sind, setzen sie ungeahnte Kräfte frei. Im Interview mit der Zeit erklärt der Triathlet Christian Troger, wie Unternehmen diese Ebene der Motivation besser integrieren können. Troger weiß, wovon er spricht. Geboren ohne linkes Bein und linke Hüftpfanne hat er seine Vision, einmal einen Triathlon zu schaffen, in die Tat umgesetzt. Was es dazu braucht, vermittelt er nun auch Unternehmen. "Viele verwechseln Träume mit Zielen. Und wundern sich dann, warum sie diese nie erreichen. Wer als Unternehmer nur Träumen hinterherjagt, wird nicht dauerhaft erfolgreich sein oder am Markt bestehen können. Und wer als Chef versucht, mit Träumen seine Mitarbeiter zu motivieren, der wird sein Team nicht dazu bringen, ihm zu folgen. Aus einem Traum wird erst dann ein Ziel, wenn man einen konkreten Sinn dahinter erkennt. Und dieser Sinn muss einen Wert nicht nur für mich selbst haben, sondern auch für diejenigen, die mir dabei helfen, es zu erreichen. Darum sind bloße Unternehmenskennziffern kein gutes Ziel. Warum sollten sich Mitarbeiter dafür ins Zeug legen, nur damit die Bilanz stimmt? Sie sind hingegen motivierter, den Gewinn zu steigern, wenn sie wissen, dass sie daran beteiligt werden, beispielsweise direkt durch ihr Gehalt. Und neben Geld kommt es auf ideelle Werte an", so Troger. Es sei der konkrete Mehrwert, der aus Ideen und Träumen Ziele werden lassen, für die Menschen bereit sind, sich zu engagieren. Seien es gesellschaftliche Ziele oder einzigartige Projekte, was zählt, ist laut Troger, eine ideelle Motivation zu wecken.
"Ein Traum ist kein Ziel", Zeit online 4.9.15

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Bessere Arbeit fängt beim Schlafen an 
Montag, 14. September 2015 - Arbeit
Wach und erholt in den Arbeitstag zu starten, wird für immer mehr Deutsche zum Problem. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin leiden bereits 37,6 Prozent der männlichen und 41,8 Prozent der weiblichen Erwerbstätigen unter Müdigkeit und allgemeiner Erschöpfung am Arbeitsplatz. Nahezu sechs Prozent der Männer und knapp 13 Prozent der Frauen sind deshalb sogar in Behandlung. Aus Sicht von Schlafmedizinern tangieren die Anforderungen am Arbeitsplatz selbst wie auch lange Pendelzeit immer mehr die Erholung. Die Menschen schlafen zu wenig, zu schlecht oder zur falschen Zeit. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung kämpfen auf die ein oder andere Weise mit Schlafproblemen. Die Auswirkungen sind erheblich, denn Schlafmangel wirkt sich negativ auf das Denk- und Lernvermögen aus, die Problemlösungskompetenz und die Entscheidungsfähigkeit leiden darunter.
Schlaflos in der Arbeitswelt, FAZ 2.9.15

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Angst vor Katastrophen und Terror 
Freitag, 11. September 2015 - Studien
War über Jahrzehnte eine der größten Ängste der Deutschen die vor Inflation, hat sich das Blatt aktuell deutlich gewendet, wie eine regelmäßig erhobene repräsentative Befragung der R+V Versicherung zeigt. Inzwischen sind die Angst vor Naturkatastrophen (53 Prozent) und vor Terrorismus (52 Prozent) die am stärksten ausgeprägten Ängste innerhalb der deutschen Bevölkerung. Auch die Sorge, im Alter ein Pflegefall zu werden (49 Prozent), Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (49 Prozent) und eine Überforderung von Politikern (48 Prozent) beschäftigen die Deutschen in besonderem Maße. Die Inflationsangst ist für 48 Prozent nach wie vor relevant. Weniger Sorgen machen sich die Deutschen um Arbeitslosigkeit (32 Prozent), Straftaten (26 Prozent) oder das Zerbrechen der Partnerschaft (15 Prozent).
Den Deutschen ist ihre Urangst abhanden gekommen, Welt 3.9.15

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