Führen bedeutet, etwas zu entwickeln 
Dienstag, 27. September 2016 - Management
Menschlichkeit im Business - für den Unternehmer Stephan Brockhoff ist das eine klassische Führungstugend. "Ich meine mit Menschlichkeit einen Führungsstil, der etwas entwickelt und zugleich verhindert, dass es Kollateralschäden gibt. Wenn das Leadership darauf abzielt, eine Kultur zu entwickeln, in der sich alle gegenseitig unterstützen und weiterentwickeln, hat das großes Potenzial", sagt er im Interview mit Zeit online. Er kritisiert zu starke Hierarchien, Leistungskontrolle und das Pochen auf Normerfüllung. So würden eher Entfaltungsmöglichkeiten behindert statt gefördert. "Mit etwas mehr Menschlichkeit kommt aber ein Veränderungsprozess in Gang, der gerade in der Marktwirtschaft gut funktioniert. Denn mithilfe von Vertrauen und Empathie kann man das ungenutzte Potenzial von vielen Mitarbeitern in Unternehmen bergen – und letztlich auch monetarisieren. Menschlichkeit rechnet sich insofern", so Brockhoff, der zum Thema gerade ein Buch veröffentlicht hat.
"Menschlichkeit rechnet sich", Zeit online 20.9.16

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Zugewandtheit hilft beim Führen 
Montag, 19. September 2016 - Management
Befehlen und Kontrollieren als Führungsinstrumente scheinen immer mehr zum Auslaufmodell zu werden. Heute zählt vor allem ein guter Draht zu den Mitarbeitern - und der entwickelt sich am besten durch aufrichtige Zugewandtheit. "Menschen haben drei psychologische Grundbedürfnisse: Zusammengehörigkeit, Kompetenz und Autonomie. Erst wenn diese befriedigt sind, kann so etwas wie intrinsische Motivation entstehen", erklärt Managementprofessor Niels Van Quaquebeke. Offene Fragen zu stellen, die Mitarbeiter in ihrer Kompetenz und Autonomie ansprechen, sei dabei genauso wichtig wie wirklich zuzuhören. Ein Zuhören, dass manche Führungskräfte erst lernen müssen: "Zuhören ist das Zünglein an der Waage. Wenn der Chef eine Frage stellt und dann bei der Antwort auf dem Smartphone herumspielt oder aus dem Fenster schaut, dann geht der Schuss nach hinten los. Dann pervertiere ich den Zweck der Frage. Das ist so, als würde ich sie zu einer Party einladen, und wenn sie kommen, schlage ich ihnen die Tür vor der Nase zu. Erst erweckt man Erwartungen, und dann werden diese brutal enttäuscht."
"Wer öfter fragt, hat motiviertere Mitarbeiter", FAZ 8.9.16

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Identitätspflege statt Marketing 
Dienstag, 13. September 2016 - Management
Ein Beitrag im Harvard Business Manager zeigt, wie sich die Welt der Werbung und des Marketings verändert. Kunden wollen sich nicht mehr einfach als umgarnte Käufer wissen, sondern leben durch den Kauf bestimmter Produkte ihre Identität. Damit reicht Marketing als Verkaufsmasche nicht mehr aus, und sei es noch so gut. Am Beispiel von Apple, der nachhaltig aufgestellten Fast-Food-Kette Chipotle und dem Mode-Anbieter J. Crew zeigt der Artikel, dass Marken und Produkte, die erfolgreich sind, in sich bereits ein Identitätsversprechen tragen, sei es schickes Design, der Gesundheitsaspekt des Essens oder gleich die Vermittlung eines ganzen Lebensgefühls. "Kunden erwarten von einer Transaktion Bequemlichkeit, doch tief im Herzen sehnen Sie sich nach Bedeutung. Ein reines Marketing-Geschrei, das im Brustton von Gottes Stimme vom Berg herab ruft, wird sofort als das erkannt, was es ist - ein unzusammenhängendes Wirrwarr leerer Worte, das von den Wänden des Tales widerhallt. Zum Aufbau von Loyalität gehört mehr: Es reicht nicht, die Kunden zu schätzen. Man muss sie so gern haben, dass man jeden Tag mit ihnen eine Konversation führen möchte. Wer diese Konversation mit Leidenschaft und Begeisterung führen will, sollte von den eigenen Produkten und der eigenen Mission überzeugt sein", so der Artikel.
Marketing ist tot und Loyalität hat es umgebracht, HBM 6.9.16

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Achtsamkeit als Leader-Qualität 
Freitag, 2. September 2016 - Management
Der Achtsamkeitstrend findet seinen Niederschlag zunehmend auch in den Fachmedien der Personal- und Führungskräfteentwicklung. So widmete der Human Resources Manager den jüngsten Entwicklungen in Unternehmen einen Beitrag. Neben dem prominenten Beispiel Google (das beispielsweise in Hamburg seinen Powernap-Raum zum Meditationsraum umfunktionierte) geht SAP mit einem globalen Achtsamkeitsprogramm an den Start. Auch bei der Sparda-Bank in München wird inzwischen meditiert und bei BASF steht neben internen Sportprogrammen nun auch Achtsamkeit auf der Agenda. "Selbstregulierung ist in der Achtsamkeit ein großes Thema. Es geht darum, das eigene Ich besser kennenzulernen, sein Fühlen und Verhalten zu reflektieren. Nur wer mit sich selbst verantwortlich umgeht, kann für andere offen sein, so die Logik", heißt es in dem Artikel. Die United Leaders Association (ULA) befragte 1.300 ihrer rund 60.000 Verbandsmitglieder nach den gegenwärtigen Trends im Business - neben dem Thema Digitalisierung nannten sie vor allem die Achtsamkeit als zentrale Zukunftsaufgabe. "Das ist eine starke Bewegung, man kann schon von einem Hype sprechen", so Ludger Ramme, Hauptgeschäftsführer der ULA. In gewisser Weise deute sich hier ein Paradigmenwechsel an: "Die Langstreckenläufer kommen ins Ziel, jene, die sich nicht verschleißen." Der Artikel verdeutlicht jedoch auch, dass Meditation kein Allheilmittel ist. Der Immobilienmakler und Achtsamkeitstrainer Günter Panke etwa bietet seine Programme in Unternehmen nur an, wenn die Belegschaft auch wirklich interessiert ist. Bei einer Biomarktkette aus Luxemburg etwa musste er kürzlich passen - die Führungskräfte zeigten Widerstand. "Viele fürchten sich vor der aktiven Mitarbeit, die so ein Training erfordert", sagt er.
Führen im Lotussitz, Human Resources Manager Juli 2016

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Was bedeutet eigentlich Scheitern? 
Dienstag, 9. August 2016 - Management
In regelmäßigen Abständen wird in den Wirtschaftsmedien die Diskussion aufgerollt, dass wir eine neue Kultur des Scheiterns brauchen. So auch jüngst im Handelsblatt. "Nur etwa jeder Zweite steht nach einer repräsentativen Umfrage der Universität Hohenheim dem unternehmerischen Scheitern positiv oder überwiegend positiv gegenüber. Geschäftliche Misserfolge werden dabei deutlich kritischer eingeschätzt als Fehlschläge im sonstigen Leben", so die Zeitung. Gerne wird dann mit dem Vorbild Amerika argumentiert - dort sehe man das Scheitern wesentlich entspannter, stehe einfach auf und mache weiter. Die Schlussfolgerung: Wir brauchen eine Kultur des Scheiterns, die Fehlschläge nicht verdammt. Ich würde lieber einmal fragen: Was bedeutet es eigentlich zu scheitern? Eine Firma in den Sand zu setzen, Ziele nicht zu erreichen, bei einer Aufgabe zu versagen? All diese Beispiele beinhalten etwas, dass wir nur schwer in den Blick nehmen: eine Vorstellung davon, wie die Dinge sein sollten. Einen Normalfall, an dem wir messen. Was aber, wenn wir das Leben einmal als das nehmen, was es ist? Als einen in großen Teilen unberechenbaren Prozess. Woran ließe sich hier noch ein Scheitern messen? Gar nicht! Es geht nicht darum, Ziele oder Ambitionen völlig aufzugeben. Eher darum zu erkennen, dass in dem Moment, wo etwas nicht funktioniert, das Leben zur weißen Leinwand wird. Dann grämen wir uns vielleicht weniger über das, was schief gelaufen ist - und richten unsere Energie ganz darauf, welches Bild auf der Leinwand als nächstes gemalt werden könnte ...
Neue Chance nach der Pleite, HB 30.7.16

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Wirtschaft muss wieder Werte schaffen 
Montag, 25. Juli 2016 - Management
Die Wirtschaftswoche hat in einem Interview mit dem Philosophen und Unternehmer Friedrich Glauner die Frage eruiert, ob Nachhaltigkeit gegenwärtig für Unternehmen nicht nur nice-to-have ist, sondern eher sogar die Basis für ihr künftiges überleben. "Die Gewinner, die wie Uber oder Amazon, komplette Märkte dominieren, treiben die Abwärtsspirale aus Konzentration, Preisdruck und Ressourcenraubbau voran. Es kommt zu immer größeren Chancen und Wohlstand – aber nur für einige Wenige. Nämlich den sogenannten Einhörnern, also den Milliarden schweren Start-ups. Gleichzeitig fällt eine breite Basis von bestehenden Unternehmensmodellen einfach weg. Folgen dieser Entwicklung sind eine Zunahme der Ungleichheit und gesellschaftliche Verwerfungen, wie wir sie im Amerika von Donald Trump oder bei den Brexitiers sehen können", beschreibt Glauner den disruptiven Ist-Zustand der Business-Welt. Eine Überlegensstrategie könne es sein, "Geschäftsmodelle zu entwickeln, die diese Abwärtsspirale durchbrechen, indem sie die Marktteilhabe vieler ermöglichen und Mehrwert für alle schaffen". Die Frage, welche Werte für eine nachhaltige Wirtschaft leitend sein könnten, hebt der Philosoph auf die Ebene "universeller Werte des Weltethos", beispielsweise Wahrhaftigkeit, Gewaltfreiheit, Fairness und Partnerschaftlichkeit. "Ich spreche in dem Zusammenhang von ethikologischen Geschäftsmodellen. Also Unternehmen, die diesen Ethos im Umgang mit Menschen achten und die im umfassenden Sinn natürlicher Ressourcenschöpfung ökonomischen, sozialen und ökologischen Mehrwert stiften", so Glauner.
"Unternehmen müssen Nutzen stiften", WiWo 14.7.16


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Was "Balance" für Investment Banker bedeutet 
Donnerstag, 9. Juni 2016 - Management
Das Investment Banking gilt seit jeher als Hochburg der Höchstleister. Arbeiten rund um die Uhr ist in der Branche Teil der Job Description. Doch immer mehr Arbeitgeber versuchen, der Dauerarbeit zumindest etwas Einhalt zu gebieten. So fordert die Credit Suisse jetzt ihre Investment Banker auf, freitags um 19 Uhr Feierabend zu machen. Durcharbeiten bis in den frühen Samstag und oft auch über das Wochenende war bisher eher an der Tagesordnung. Der Schritt zu etwas mehr Work-Life-Balance soll den Angestellten erlauben, Zeit für ihre Familien zu haben. Zuvor hatte bereits JP Morgan die Mitarbeiter animiert, an Wochenenden nicht mehr zu arbeiten. Bei UBS sollen sie sich pro Woche zwei Stunden freinehmen. Bei allen Arbeitgebern gilt dieser neue Blick auf mehr Freizeit allerdings nur, sofern gerade keine größeren Deals anstehen.
Credit Suisse schickt Investmentbanker freitagabends heim, Karrierespiegel 2.6.16

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Achtsamkeit als Management-Kompetenz 
Freitag, 3. Juni 2016 - Management
Achtsamkeit ist gegenwärtig in aller Munde. Der Harvard Business Manager widmet ihr sogar einen "Management-Tipp des Tages". So empfiehlt das Magazin, morgens nach dem Aufwachen noch zwei Minuten liegenzubleiben und auf den eigenen Atem zu achten. E-Mails beim Frühstück? Besser nicht. Auch am Arbeitsplatz sollte man es langsamer angehen lassen - mit zehn Minuten Entspannung und innerer Fokussierung, bevor man sich ans Tagewerk macht. Im Tagesverlauf wird stündlich eine einminütige Achtsamkeitspause empfohlen. Es ist faszinierend zu sehen, wie in den letzten Jahren der Bezug zur Achtsamkeit, der für viele lange einen eher esoterischen Beigemschmack hatte, immer salonfähiger geworden ist.
Gehen Sie achtsamer durch Ihren Arbeitsalltag, HBM 27.5.16

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