Abschied von der Generation Y 
Mittwoch, 28. September 2016 - Studien
Eine lässige Arbeitsumgebung, Entfaltung ist wichtig, Geld dagegen eher weniger - so wurde in den letzten Jahren immer wieder die Generation Y, das sind die jungen Berufseinsteiger, beschrieben. Doch gab es immer auch Einzelstudien, die diesen Einschätzungen widersprachen, zum Beispiel wenn in Umfragen auch in der jüngeren Altersgruppe viele angaben, ein hohes Gehalt sei ihnen wichtig. Eine neue Auswertung der Studie "Arbeit in Deutschland", die auf Daten des Mikrozensus 2013 basiert, legt nun nahe, dass die Generation Y eher Ergebnis zahlreicher Deutungen denn eine Realität ist. Die Auswertung hat sieben Wertewelten eruiert, die sich über alle soziodemographischen Merkmale hinweg ergeben. Da gibt es die, die glauben, alles erreichen zu können. Andere finden, dass selbst größte Anstrengungen nicht unbedingt zum Erfolg führen. Manche schätzen eine hohe Individualisierung bei der Arbeit, andere vermissen eher familiäre Teams. Für manche ist Arbeit Selbstverwirklichung, andere suchen den Sinn des Lebens lieber außerhalb des Jobs. Wer hätte gedacht, dass es in einer durch Individualisierung geprägte Gesellschaft tatsächlich auch individuelle Lebensentwürfe gibt?
Generation Y - ach Quatsch! FAZ 21.9.16

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Führen bedeutet, etwas zu entwickeln 
Dienstag, 27. September 2016 - Management
Menschlichkeit im Business - für den Unternehmer Stephan Brockhoff ist das eine klassische Führungstugend. "Ich meine mit Menschlichkeit einen Führungsstil, der etwas entwickelt und zugleich verhindert, dass es Kollateralschäden gibt. Wenn das Leadership darauf abzielt, eine Kultur zu entwickeln, in der sich alle gegenseitig unterstützen und weiterentwickeln, hat das großes Potenzial", sagt er im Interview mit Zeit online. Er kritisiert zu starke Hierarchien, Leistungskontrolle und das Pochen auf Normerfüllung. So würden eher Entfaltungsmöglichkeiten behindert statt gefördert. "Mit etwas mehr Menschlichkeit kommt aber ein Veränderungsprozess in Gang, der gerade in der Marktwirtschaft gut funktioniert. Denn mithilfe von Vertrauen und Empathie kann man das ungenutzte Potenzial von vielen Mitarbeitern in Unternehmen bergen – und letztlich auch monetarisieren. Menschlichkeit rechnet sich insofern", so Brockhoff, der zum Thema gerade ein Buch veröffentlicht hat.
"Menschlichkeit rechnet sich", Zeit online 20.9.16

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Unmut erhöht Ausfälle wegen Krankheit 
Montag, 26. September 2016 - Studien
Sind die Mitarbeiter zufrieden, ist das Unternehmen gesund - so könnte man den aktuellen Fehlzeitenreport der Krankenkasse AOK deuten. "Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Beschäftigte ihre Arbeit erleben, und ihrer Gesundheit", sagte Helmut Schröder, einer der Herausgeber des Fehlzeitenreports, gegenüber der SZ. Angestellte, die ihr Arbeitsumfeld als eher schlecht einstufen, beklagen doppelt so häufig im Zusammenhang mit dem Job körperliche und psychische Probleme als zufriedene Mitarbeiter. Jeder Dritte, der das Arbeitsklima bemängelt, hat im vergangenen Jahr mehr als zwei Wochen aufgrund von Krankheit im Job gefehlt. Äußerer Druck durch das Arbeitsklima scheint auch dazu zu führen, dass Mitarbeiter öfter krank arbeiten gehen - jedenfalls taten dies unter den zufriedenen Mitarbeitern nur 12 Prozent, unter denen mit eher schlechtem Arbeitsklima 17 Prozent.
Wer im Job unzufrieden ist, wird häufiger krank, SZ 12.9.16

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Für die Mitte wird es immer enger 
Freitag, 23. September 2016 - Studien
Das Gefühl der Einkommensmitte, immer mehr abgehängt zu werden, hat gute Gründe. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass in den letzten Jahren sowohl die niedrigen Einkommen als auch die hohen Einkommen moderat stiegen. Die Lohnspreizung selbst hat also nicht zugenommen, doch nähern sich die Geringverdiener der Mittelschicht an, während die Besserverdiener sich weiter nach oben absetzen. Effekte durch den Mindestlohn sind dabei noch nicht erfasst. Auch die Bedeutung von Kapital spielt eine große Rolle. 2014 lag der Anteil der Arbeitnehmer am Volkseinkommen bei 69,1 Prozent. Kurz nach Ausbruch der Finanzkrise waren es 65 Prozent, in den 1970er Jahren noch mehr als 70 Prozent. Laut Bundesbank besitzen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung 59,8 Prozent des gesamten Vermögens - das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als 2010.
Die Lohnverlierer sitzen in der Mitte der Gesellschaft, Die Welt 15.9.16

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Mehr Arbeit, öfter am Wochenende 
Donnerstag, 22. September 2016 - Studien
In den letzten 20 Jahren ist die Arbeitszeit in Deutschland etwas gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt arbeiten Menschen mit Vollzeitbeschäftigung heute im Schnitt 40,5 Stunden pro Woche - eine halbe Stunde mehr als 1996. Auch Teilzeitbeschäftigte müssen etwas länger ran - 19,3 Stunden pro Woche. Bei den Freiberuflern ist die Wochenarbeitszeit hingegen um sechs auf 48,9 Stunden pro Woche gesunken. Woran dieser Rückgang liegt, sagt der Beitrag nicht. Die Arbeit verlagert sich außerdem immer mehr ins Wochenende. 2015 mussten 26,5 Prozent der Erwerbstätigen ständig oder regelmäßig an Samstagen oder Sonntagen arbeiten, 1996 waren es noch 23,5 Prozent.
Arbeitszeit steigt um eine halbe Stunde, Karrierespiegel 15.9.16

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Abkehr von der "marktradikalen Ideologie" 
Mittwoch, 21. September 2016 - sonstiges
"Ein Prozent ist genug", sagt der Club of Rome in seinem jüngsten Bericht und fordert einmal mehr eine Begrenzung von Wirtschaftswachstum, gepaart mit niedrigerem Konsum und Anreizen zur langfristigen Senkung des Bevölkerungswachstums. Der Club schlägt beispielsweise eine schrittweise Anhebung der Erbschaftsteuer auf bis zu 100 Prozent vor sowie eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Höhere Steuern auf ungesunde Produkte und fossile Brennstoffe stehen ebenfalls auf der Agenda. Darüber hinaus möchte der Club of Rome auch das Verständnis von Arbeit verändern - nicht nur typische Jobs sollten darunter fallen, sondern beispielsweise auch soziale Tätigkeiten wie die Pflege von Angehörigen. Das Bevölkerungswachstum, das den Planeten vor immer neue Herausforderungen stellt, könnte gesenkt werden, indem es Anreize für Familien gebe, die nur ein Kind haben.
Mehr Kinder? "Falsch und dumm", FAZ 13.9.16

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Der Mensch will's einfach herausfinden 
Dienstag, 20. September 2016 - Studien
Neugier scheint zutiefst in uns verwurzelt zu sein. Wir probieren Dinge aus, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass wir uns damit kalkulierten Risiken aussetzen. In einer amerikanischen Studie wurden Probanden in ein Wartezimmer gebeten. Auf dem Tisch hatten sie verschiedene Kugelschreiber zur Auswahl. Grüne waren ungefährlich, beim Betätigen der roten erwartete den Benutzer ein Stromschlag, bei gelben war es eine Überraschung, ob der Stift einen Schlag auslöst oder nicht. Im Test zeigte sich, dass die Kugelschreiber, von denen nicht klar war, wie sie auf die Benutzung reagieren, bei den Probanden auf die größte Resonanz stießen. Es ging ihnen also nicht, wie in anderen bereits durchgeführten Experimenten, darum, sich einfach durch Stromschläge die Langeweile des Wartens abwechslungsreicher zu gestalten. Vielmehr wollten viele der Probanden einfach immer wieder herausfinden, wie ein Kugelschreiber reagiert. Die Neugier scheint also größer als die Sorge vor einem erwartbaren Schmerz.
Der Fluch der Neugier, Zeit online 12.9.16

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Zugewandtheit hilft beim Führen 
Montag, 19. September 2016 - Management
Befehlen und Kontrollieren als Führungsinstrumente scheinen immer mehr zum Auslaufmodell zu werden. Heute zählt vor allem ein guter Draht zu den Mitarbeitern - und der entwickelt sich am besten durch aufrichtige Zugewandtheit. "Menschen haben drei psychologische Grundbedürfnisse: Zusammengehörigkeit, Kompetenz und Autonomie. Erst wenn diese befriedigt sind, kann so etwas wie intrinsische Motivation entstehen", erklärt Managementprofessor Niels Van Quaquebeke. Offene Fragen zu stellen, die Mitarbeiter in ihrer Kompetenz und Autonomie ansprechen, sei dabei genauso wichtig wie wirklich zuzuhören. Ein Zuhören, dass manche Führungskräfte erst lernen müssen: "Zuhören ist das Zünglein an der Waage. Wenn der Chef eine Frage stellt und dann bei der Antwort auf dem Smartphone herumspielt oder aus dem Fenster schaut, dann geht der Schuss nach hinten los. Dann pervertiere ich den Zweck der Frage. Das ist so, als würde ich sie zu einer Party einladen, und wenn sie kommen, schlage ich ihnen die Tür vor der Nase zu. Erst erweckt man Erwartungen, und dann werden diese brutal enttäuscht."
"Wer öfter fragt, hat motiviertere Mitarbeiter", FAZ 8.9.16

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