(Cyber-)Mobbing nimmt zu 
Freitag, 28. September 2018 - Psychologie, Studien
Jeder dritte Erwachsene wird einmal Opfer von Mobbing, so die traurige Erkenntnis einer Studie „Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen – die allgegenwärtige Gefahr“, die vom Bündnis gegen Cybermobbing in Auftrag gegeben wurde. 57 Prozent der Mobbing-Fälle geschehen dabei am Arbeitsplatz. Seit der letzten Erhebung 2014 seien die gemessenen Fallzahlen weiter gestiegen. Für die Arbeitgeber bringe dies Folgekosten von rund fünf Milliarden Euro mit sich. Das Bündnis setzt sich dafür ein, dass die gesetzlichen Grundlagen, mit denen Mobbing geahndet werden kann, verbessert werden.
Jeder dritte deutsche Erwachsene wird gemobbt, FAZ 20.9.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wer bin ich? Und was hilft es, wenn ich das weiß? 
Mittwoch, 26. September 2018 - Psychologie, Studien
Persönlichkeitstests sind in der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken, denn im Recruiting bemühen sich viele Unternehmen, nicht nur Bewerber zu finden, die die benötigten fachlichen Qualifikationen mitbringen, sie sollen auch menschlich in das ihnen zugedachte Arbeitsfeld passen. Ein amerikanisches Forscherteam hat nun in einem Großversuch eine neue Typologie ans Licht gebracht. Zunächst durchliefen 145.000 Personen einen Online-Persönlichkeitstest mit 300 Fragen. Das so gesammelte Datenmaterial wurde dann an drei weiteren Probandengruppen getestet, so dass schließlich die Daten von rund 1,5 Millionen Menschen in die Auswertung einflossen. Inhaltlich erfassten die Wissenschaftler dabei die "Big Five"-Persönlichkeitseigenschaften Neurotizismus (versus emotionale Stabilität), Extraversion (versus Introversion), Offenheit für Neues, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Ihre Auswertungen führten sie zu vier Persönlichkeitstypen, deren Label nicht unbedingt motivierend klingen. Positiv besetzt ist das "Vorbild" (engl. role model), ein verträglicher, gewissenhafter, extravertierter und emotional stabiler Mensch, der offen für Neues ist. Am anderen Ende der Skala findet man die "Selbstzentrierten", die zwar extravertiert sind, aber bei denen alle anderen Persönlichkeitseigenschaften eher unterdurchschnittlich ausgeprägt sind. Dann sind da noch die "Reservierten", introvertierte Menschen mit wenig Offenheit für Neues und ansonsten eher durchschnittlich. Der "Durchschnittstyp" wiederum ist eher extravertiert, emotional stabil, gewissenhaft und verträglich, bringt aber ebensowenig Offenheit mit wie die Reservierten. Kritiker stören sich nicht nur an der seltsamen Benennung der Typen, sie kritisieren auch, dass diese in der Praxis nicht ausreichend validiert wurden und man die Vorhersagekraft auf das Verhalten von Menschen nicht genügend geprüft habe. Ich frage mich, warum man überhaupt versucht, immer wieder neue Typen zu entwickeln. Ich versuche mir vorzustellen, wie Personaler sich bemühen, auf Basis der hier genannten Cluster ein arbeitsfähiges Team auf die Beine zu stellen.
Typologie mit Macken, spektrum.de 19.9.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Erleichtert Social Media den Jobwechsel? 
Dienstag, 25. September 2018 - Studien, Arbeit
Ständiges Surfen im Internet ist bei Arbeitgebern nicht gerne gesehen. Doch manche Berufsgruppen arbeiten im Social-Media-Bereich und knüpfen von Berufswegen immer wieder neue Kontakte im Virtuellen. Eine Studie zeigt nun, dass sich dies für die Arbeitgeber kontraproduktiv auswirken könnte, denn wer ständig in den Netzwerken unterwegs, erfährt natürlich auch häufiger von spannenden Jobangeboten. Die Untersuchung des Social-Media-Nutzungsverhaltens von 269 Angestellten eines kanadischen Gesundheitsdienstleisters zeigt: Jeder Zweite, der Social Media beruflich nutzt, sucht über diese Kanäle auch nach neuen Jobs. Bei jenen, die nur privat in den Netzwerken unterwegs sind, ist es lediglich jeder Vierte. Zwei Drittel der beruflichen Netzwerknutzer knüpfen über diese Kanäle auch neue berufliche Kontakte, bei den Privatnutzern ist es nur ein Drittel. Über andere Unternehmen informieren sich 64 Prozent der beruflichen Nutzer und 43 Prozent der Privatnutzer.
Lockruf der Konkurrenz, HBM 13.9.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Die Anderen sind meist geistig unsere Gegner 
Freitag, 21. September 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wenn es darum geht, Aussagen zu bewerten, lassen wir bei weitem nicht immer allein den gesunden Menschenverstand walten. Eine britische Studie zeigt eindrücklich, wie stark unsere Bewertung davon abhängig ist, was wir vom Urheber eines Statements halten. Die Wissenschaftler legten verschiedenen Personengruppen Statements und Aphorismen vor und fragten danach, ob diese richtig oder falsch, zustimmungswürdig oder eher ablehnenswert seien. Gleich, um welches Themenfeld es ging, beispielsweise Politik oder Religion, die Zustimmung oder Ablehnung der Probanden hing wesentlich damit zusammen, ob die Person, der eine Äußerung zugeschrieben wurde, dem "eigenen Lager" entstammte oder nicht. Atheisten widersprachen vehement vermeintlichen Bibelaussagen, während sie diesen, sobald sie ihnen als Aphorismen griechischer Philosophen verkauft wurden, wesentlich öfter zustimmten. Bei politischen Themen bestimmte die politische Ausrichtung des Thesengebers das Urteil mehr als der Inhalt des Gesagten. "Es geht also vor allem darum, wie die Zitate gelabelt sind, und nicht darum, was sie aussagen", so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler.
Die andere Seite hat niemals recht, SZ 11.9.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Kranke Arbeitswelt 
Montag, 17. September 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Macht Arbeit krank? Ein Blick auf den Fehlzeitenreport, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK, der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik Berlin anhand der Daten von 2.000 Beschäftigten erstellt wurde, ist alarmierend. 45 Prozent der Befragten klagen über Erschöpfung, 32 Prozent über Nervosität und Reizbarkeit, 30 Prozent sind lustlos und fühlen sich ausgebrannt. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und diverse körperliche Beschwerden kommen noch hinzu. Ein Großteil der Befragten führt all diese Beeinträchtigungen wesentlich auf die eigenen Arbeitsbedingungen zurück. Mehr als 90 Prozent würden sich sichere und gesunde Arbeitsbedingungen wünschen, das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, und den Job mit Familie und Privatleben gut vereinbaren zu können. Die Studie zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen dem Leiden der Arbeitenden und den Rahmenbedingungen ihrer Jobs besteht. Von jenen, die ihre Arbeit als sinnhaft erleben, klagen "lediglich" 33 Prozent über Erschöpfung, bei Menschen, die keinen Sinn in ihrer Arbeit sehen, sind es 57 Prozent. Hier scheint sich seit Jahren kulturell etwas zusammenzubrauen. Leistungskultur hin oder her - die Arbeitswelt scheint immer mehr die menschliche Lebendigkeit aufzufressen.
Arbeit ohne Sinn macht krank, Zeit online 4.9.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Jeder Fünfte fühlt sich motiviert geführt 
Dienstag, 11. September 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wann ist eine Meldung eine wirkliche Nachricht? Spiegel.de etwa titelte kürzlich: "Mehr als fünf Millionen Arbeitnehmer haben innerlich gekündigt". Die Information war frisch, sie stammt aus dem neuesten Engagement-Index, denn Gallup jedes Jahr veröffentlicht. Die Ergebnisse dieser Erhebung sind indes fast immer die gleichen. Etwa 14 Prozent der Beschäftigten fahren allenfalls Dienst nach Vorschrift und sind nicht wirklich bei der Sache. Am anderen Ende der Skala zeigen sich 15 Prozent hochmotiviert. Und der Rest bewegt sich irgendwo dazwischen. Vielleicht sollten wir anfangen zu erkennen, dass das, was Studien uns als höchste Motivation verkaufen, auch ein Wunschgebilde der wohl meisten Arbeitgeber darstellt. Der Befindlichkeit der Arbeitnehmerschaft scheint es jedenfalls nicht zu entsprechen. Man könnte auch sagen: Wie schön, dass jeder siebte Arbeitnehmer sich so über die Maßen im Job reinkniet. Und wie schön, dass etwas weniger Menschen wenig Lust auf Arbeit haben. Die Gallup-Studie legt immer wieder mit Zusatzfragen nahe, wie sehr es die Unternehmen in der Hand haben, das Klima zu verbessern. Laut Studie findet nur jeder fünfte Befragte, dass er sich in seinem Unternehmen auch ausprobieren könne und Fehler toleriert würden. Jeder Fünfte sagt: "Die Führung, die ich bei der Arbeit erlebe, motiviert mich, hervorragende Arbeit zu leisten." Allerdings scheint sich das nicht 1:1 in Höchstleistung zu übersetzen, denn, haben Sie mitgerechnet? - Gallup misst nur 15 Prozent Super-Power-Arbeitnehmer. Studien wie diese suggerieren, dass Firmen nur an ein paar Stellschrauben drehen müssen und schon läuft der Laden. So einfach scheint es indes nicht zu sein …
Mehr als fünf Millionen Arbeitnehmer haben innerlich gekündigt, Spiegel.de 29.8.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Zwischen Wut und Selbstüberschätzung 
Montag, 10. September 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wut ist nicht nur eine Reaktion, die sich bei Angst oder auch Frustration einstellt, sie kann auch auf eine gehörige Portion Narzissmus hinweisen und durch die damit verbundene Selbstüberschätzung ausgelöst werden. In einer Studie mit knapp 530 Studierenden zeigte sich, dass Menschen, bei denen Tests eine Neigung zu narzisstischen Charakterzügen und Wut offenbart hatten, ihre Intelligenz für überdurchschnittlich hoch hielten - und sich dabei gehörig überschätzten. (Sie hatten auch einen klassischen Intelligenztest durchlaufen, so dass entsprechende Werte vorlagen.) Die Forscher fragen sich nun, ob die Wut möglicherweise über Bande eine Folge dieser Selbstüberschätzung ist. Ihre These, die sie in künftigen Studien prüfen wollen: Vielleicht tritt die Diskrepanz zwischen überhöhter Selbstwahrnehmung und tatsächlicher Leistung in die Wahrnehmung und führt dann zur Wut.
Sind Choleriker besonders intelligent?, wissenschaft.de 24.8.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Die Isolation der Unausgeschlafenen 
Donnerstag, 6. September 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Zu wenig Schlaf macht einsam. Diese Schlussfolgerung legt eine neue Studie der Universität in Berkeley nahe. In einer Teiluntersuchung mit 140 Probanden zeigte sich, dass schon eine Nacht mit deutlichem Schlafdefizit ausreichte, dass die Versuchspersonen das Gefühl hatten, isoliert zu sein und niemanden zum Reden zu haben. In einem weiteren Versuch sollten die Probanden nach einer durchwachten Nacht und nach einer Nacht, in der sie ausreichend geschlafen hatten, angeben, wie nahe ihnen andere Personen kommen dürfen. Die Unausgeschlafenen hielten dabei eine um 15 Prozent größere Distanz aufrecht als die Ausgeschlafenen. Der Schlafmangel scheint zudem eine Art von Ansteckungsgefahr mit sich zu bringen. Menschen, denen Videos von müden Menschen gezeigt worden waren, fühlten sich selbst plötzlich einsamer.
Gestörte Nachtruhe macht einsam, spektrum.de 15.8.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter