Erleichtert Social Media den Jobwechsel? 
Dienstag, 25. September 2018 - Studien, Arbeit
Ständiges Surfen im Internet ist bei Arbeitgebern nicht gerne gesehen. Doch manche Berufsgruppen arbeiten im Social-Media-Bereich und knüpfen von Berufswegen immer wieder neue Kontakte im Virtuellen. Eine Studie zeigt nun, dass sich dies für die Arbeitgeber kontraproduktiv auswirken könnte, denn wer ständig in den Netzwerken unterwegs, erfährt natürlich auch häufiger von spannenden Jobangeboten. Die Untersuchung des Social-Media-Nutzungsverhaltens von 269 Angestellten eines kanadischen Gesundheitsdienstleisters zeigt: Jeder Zweite, der Social Media beruflich nutzt, sucht über diese Kanäle auch nach neuen Jobs. Bei jenen, die nur privat in den Netzwerken unterwegs sind, ist es lediglich jeder Vierte. Zwei Drittel der beruflichen Netzwerknutzer knüpfen über diese Kanäle auch neue berufliche Kontakte, bei den Privatnutzern ist es nur ein Drittel. Über andere Unternehmen informieren sich 64 Prozent der beruflichen Nutzer und 43 Prozent der Privatnutzer.
Lockruf der Konkurrenz, HBM 13.9.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Misstrauen macht die Seele müde 
Montag, 24. September 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Wer ständig Misstrauen ausgesetzt, leidet darunter, das erscheint nur logisch. In einer Studie mit 60 Probanden, die knapp 800 Tage lang regelmäßig verschiedene Fragen zu dem ihnen entgegengebrachten Misstrauen, Gerechtigkeitsempfinden und ihrer emotionalen Verfassung beantworteten, zeigte sich: Misstrauen im Arbeitsumfeld schafft auf Dauer Distanz. Jene, denen nicht vertraut wird, wenden sich innerlich von ihrer Arbeit ab und entwickeln auch im privaten Umfeld Probleme. Die Befragten, denen von Kollegen oder Chefs misstraut wurde, gaben an, wie sehr dies an ihren Kräften zehrt, und sie fühlten sich auch seelisch erschöpft.
Erschöpft vor Misstrauen, Psychologie heute 12.9.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Kranke Arbeitswelt 
Montag, 17. September 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Macht Arbeit krank? Ein Blick auf den Fehlzeitenreport, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK, der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik Berlin anhand der Daten von 2.000 Beschäftigten erstellt wurde, ist alarmierend. 45 Prozent der Befragten klagen über Erschöpfung, 32 Prozent über Nervosität und Reizbarkeit, 30 Prozent sind lustlos und fühlen sich ausgebrannt. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und diverse körperliche Beschwerden kommen noch hinzu. Ein Großteil der Befragten führt all diese Beeinträchtigungen wesentlich auf die eigenen Arbeitsbedingungen zurück. Mehr als 90 Prozent würden sich sichere und gesunde Arbeitsbedingungen wünschen, das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, und den Job mit Familie und Privatleben gut vereinbaren zu können. Die Studie zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen dem Leiden der Arbeitenden und den Rahmenbedingungen ihrer Jobs besteht. Von jenen, die ihre Arbeit als sinnhaft erleben, klagen "lediglich" 33 Prozent über Erschöpfung, bei Menschen, die keinen Sinn in ihrer Arbeit sehen, sind es 57 Prozent. Hier scheint sich seit Jahren kulturell etwas zusammenzubrauen. Leistungskultur hin oder her - die Arbeitswelt scheint immer mehr die menschliche Lebendigkeit aufzufressen.
Arbeit ohne Sinn macht krank, Zeit online 4.9.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Pragmatisches Verhältnis zur Arbeit ist nicht verkehrt 
Freitag, 14. September 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Arbeit, Management
"Dienst nach Vorschrift", das klingt in einer Leistungsgesellschaft leicht nach Drückebergerei. Der Arbeitssoziologe Falk Eckert sieht das anders. "Dienst nach Vorschrift hat einen schlechten Ruf, aber ich erkenne nichts Negatives darin, Arbeit als Pflichterfüllung zu sehen. Ich finde es gut, dass Menschen eine klare Grenze zwischen Arbeit und ihrem Leben ziehen. In diesem Sinn ist Dienst nach Vorschrift sogar gesund", sagt er in einem Interview mit Zeit online. Die Erwartungen an eine tiefere Identifikation der Arbeitnehmer mit ihrem Job und Arbeitgeber sei ein vergleichsweise neues Phänomen. "Ich würde sagen, dass die Erwartung, dass man am Arbeitsplatz gut drauf und motiviert sein soll, gestiegen ist. Vor 100 Jahren wäre man eher nicht auf die Idee gekommen, zu fragen, ob sich Arbeitnehmer emotional an den Arbeitgeber gebunden fühlen", so Eckert. Er warnt auch davor, dass hohe emotionale Erwartungen im Arbeitskontext individuellen Druck schüren: "Die Nachricht ist häufig: Sei glücklicher und erfüllter bei der Arbeit. Und wenn du es nicht bist, hast du etwas falsch gemacht. Dann musst du deine Einstellung wechseln oder den Job. Die Verantwortung wird auf die Einzelperson abgewälzt. Dabei liegt sie häufig bei den Organisationen."
"Dienst nach Vorschrift ist gesund", Zeit online 3.9.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Jeder Fünfte fühlt sich motiviert geführt 
Dienstag, 11. September 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wann ist eine Meldung eine wirkliche Nachricht? Spiegel.de etwa titelte kürzlich: "Mehr als fünf Millionen Arbeitnehmer haben innerlich gekündigt". Die Information war frisch, sie stammt aus dem neuesten Engagement-Index, denn Gallup jedes Jahr veröffentlicht. Die Ergebnisse dieser Erhebung sind indes fast immer die gleichen. Etwa 14 Prozent der Beschäftigten fahren allenfalls Dienst nach Vorschrift und sind nicht wirklich bei der Sache. Am anderen Ende der Skala zeigen sich 15 Prozent hochmotiviert. Und der Rest bewegt sich irgendwo dazwischen. Vielleicht sollten wir anfangen zu erkennen, dass das, was Studien uns als höchste Motivation verkaufen, auch ein Wunschgebilde der wohl meisten Arbeitgeber darstellt. Der Befindlichkeit der Arbeitnehmerschaft scheint es jedenfalls nicht zu entsprechen. Man könnte auch sagen: Wie schön, dass jeder siebte Arbeitnehmer sich so über die Maßen im Job reinkniet. Und wie schön, dass etwas weniger Menschen wenig Lust auf Arbeit haben. Die Gallup-Studie legt immer wieder mit Zusatzfragen nahe, wie sehr es die Unternehmen in der Hand haben, das Klima zu verbessern. Laut Studie findet nur jeder fünfte Befragte, dass er sich in seinem Unternehmen auch ausprobieren könne und Fehler toleriert würden. Jeder Fünfte sagt: "Die Führung, die ich bei der Arbeit erlebe, motiviert mich, hervorragende Arbeit zu leisten." Allerdings scheint sich das nicht 1:1 in Höchstleistung zu übersetzen, denn, haben Sie mitgerechnet? - Gallup misst nur 15 Prozent Super-Power-Arbeitnehmer. Studien wie diese suggerieren, dass Firmen nur an ein paar Stellschrauben drehen müssen und schon läuft der Laden. So einfach scheint es indes nicht zu sein …
Mehr als fünf Millionen Arbeitnehmer haben innerlich gekündigt, Spiegel.de 29.8.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Waldbaden, Kungfu oder Meditation - wie Manager abschalten 
Freitag, 7. September 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Das Handelsblatt zeigt in einem Beitrag, welche Methoden Führungskräfte nutzen, um heute im turbulenten Job-Alltag Kraft zu tanken und zur Ruhe zu kommen. Achtsamkeit, Yoga und Meditation scheinen da schon fast zu Klassikern zu avancieren - manche der über ihre Erfahrungen berichtenden Manager praktizieren sie schon seit vielen Jahren. Ein IT-Geschäftsführer hat es mit Waldbaden versucht und findet in der Natur wieder Erdung und dabei auch zu sich selbst. An Bürotagen gönnt er sich mittags, um nicht in den alten Trott zu fallen, 20 Minuten für sich zum Meditieren. Auch Kungfu scheint für Führungskräfte interessant zu sein. Hier können einerseits mentale Kraft und Stärke kultiviert werden, aber auch Entspannung in Aktion.
Zum Relaxen in den Wald, HB 23.8.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Karriere-Ambitionen der jungen Generation lassen nach 
Mittwoch, 5. September 2018 - Studien, Arbeit
Lust auf Karriere? Viele Studierende beantworten diese Frage längst nicht mehr mit einem klaren Ja. Eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfer der Ernst & Young Unternehmensberatung (EY) mit 2.000 Studenten zeigt: Für eine Mehrheit steht der Erfolg im Job nicht unbedingt an erster Stelle ihrer Erwartungen ans Leben. Für immerhin 41 Prozent hat die Karriere in ihrem Leben eine sehr hohe Bedeutung - bei der letzten EY-Untersuchung zwei Jahre zuvor traf dies noch auf 57 Prozent zu. 70 Prozent der Befragten messe hingegen der Familie einen besonders hohen Stellenwert zu. Sich mehr nach den persönlichen Vorlieben auszurichten als auf möglichst gute Verdienstchancen zu schielen, ist vor allem für Kultur- und Geisteswissenschaftler ein Thema. Sie wählen ihr Studienfach hauptsächlich aus Neigung. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern sagt hingegen eine Mehrheit, dass die guten Einkommenschancen für sie wichtiger seien als ihr persönliches Interesse am Studienfach.
Immer weniger Studenten streben eine Karriere an, WiWo 16.8.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Machen können, was man will 
Montag, 3. September 2018 - Lebensart, Arbeit
Die Süddeutsche Zeitung rückt mit einem interessanten Artikel ein neues Phänomen ins Licht - den Wunsch vieler Berufstätiger, deutlich vor dem üblichen Rentenalter oder dem Alter typischer Frühverrentung Abschied zu nehmen von der Arbeitswelt. Am Beispiel mehrerer solcher 50+-KandidatInnen zeigt der Bericht, dass es den jungen Rentnern meist gar nicht darum geht, überhaupt nicht mehr zu arbeiten und nur noch ihr Privatleben zu pflegen. Für viele steht anscheinend eher im Vordergrund, die Zwänge einer Vollzeitbeschäftigung hinter sich zu lassen, das Rund-um-die-Uhr-Rackern und Immer-verfügbar-sein-Müssen. Einige der vorgestellten Menschen suchen sich nach kurzer Pause wieder eine Teilzeitbeschäftigung (und das nicht nur aus finanziellen Gründen) oder arbeiten ehrenamtlich. Sie wollen etwas und dennoch Zeitsouveränität genießen. Es mag ein Nischenphänomen sein, denn nur wenige können es sich leisten, früh einfach hinzuschmeißen. Aber es wirft ein Licht auf die Vorzeichen unserer heutigen Lebens- und Arbeitswelt. Wo immer mehr Menschen die Norm-Arbeitsverhältnisse als Korsett empfinden und sich verschlissen oder aufgefressen fühlen, stellt sich die Frage nach neuen Lebensformen, die das Menschsein nicht auf den Job reduzieren.
"Mit 50 Jahren höre ich auf", SZ 30.7.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter