Stress: Neun von zehn Firmen sind betroffen 
Mittwoch, 31. Oktober 2007 - Studien
Eine Umfrage des Instituts für Werden und Wandel von Mensch und Organisation in Hamburg offenbart, wie hoch der Stresspegel in deutschen Unternehmen ist. 89 Prozent der befragten 107 Firmen sind der Ansicht, dass ihre Mitarbeiter mittel bis schwer gestresst sind. 97 Prozent glauben, dass dieser Stress in erster Linie die Führungskräfte betrifft. Zu den wichtigsten Stressursachen gehören personelle Unterbesetzung, Zeit- und Termindruck, häufige Veränderungsprozesse und ungünstige Führung. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen sieht durch den Stress hervorgerufene Qualitätsverluste. Weitere Folgen sind eine angespannte Atmosphäre, Hektik, aggressives Kommunikationsverhalten und höhere Fehlzeiten. So gehen denn auch 39 Prozent der Befragten davon aus, dass der Stress ihr Ergebnis mittel bis stark beeinträchtige.
Kurzübersicht über die Studie

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Protestantische Arbeitsethik hilft der Wirtschaft 
Dienstag, 30. Oktober 2007 - Studien
Protestantisch geprägte Länder weisen eine deutlich höhere Beschäftigungsquote aus als katholische, so das Ergebnis einer Untersuchung des Ökonomen Hors Feldmann von der Universität Bath. Er betrachtete für 80 Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer den Faktor Religion im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Ergebnis: In protestantischen Ländern liegt die Beschäftigungsquote durchschnittlich sechs Prozentpunkte höher als in katholischen. Die kulturell vermittelte protestantische Arbeitsethik scheint dabei ein über die Zeit gesehen sehr stabiler Antriebsfaktor zu sein, denn obwohl in vielen Ländern die Zahlen der Kirchgänger und aktiv praktizierenden religiösen Menschen rückläufig sind, bleibt die engagierte Arbeitshaltung stabil.
"Wie Protestanten die Wirtschaft ankurbeln", wissenschaft.de 1.10.2007

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Nachhaltigkeit: Virtuelle Luftverschmutzung 
Montag, 29. Oktober 2007 - Success Stories
Wer glaubt, dass das virtuelle Leben frei ist von so unschönen Begleiterscheinungen wie CO2-Ausstoß, der wird von Spiegel Online eines besseren belehrt. In einem Beitrag über Nachhaltigkeit in der IT-Welt rechnet das Magazin vor, dass allein die 32.000 Server von Google täglich 150 Megawattstunden Energie verbrauchen. Auf eine einzelne Abfrage entfallen etwa acht Wattstunden Strom. Nicht besser steht es um die Emissionen der Avatare in Second Life. Ein einziger davon verbraucht in der virtuellen Realität etwa 195 Kilowattstunden pro Jahr, was einem CO2-Ausstoß von 120 Kilogramm entspricht. Ein realer Mensch atmet diese Menge in rund drei Monaten aus. Das Problem der IT-Emissionen rückt immer mehr ins Blickfeld der Experten, denn die weltweiten technologischen Infrastrukturen sollen für zwei bis sechs Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich sein - genau so viel beim Luftverkehr. Der Internetanbieter netroom.de geht schon mit gutem Beispiel voran und hat sein Angebot zumindest auf Ökostrom umgestellt. Im Rahmen eines Umzugs in ein neues Rechenzentrum stellte das Unternehmen zudem auf energieffizientere Server um und spart so außerdem noch 55 Prozent des bisherigen Strombedarfs.
"Wie viel CO2 Avatare ausatment", Spiegel Online 18.10.2007

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Angst vor Arbeitslosigkeit und geringer Wechselwille 
Freitag, 26. Oktober 2007 - Studien
In einer Untersuchung aus dem Sommer 2007 hat die GfK gezeigt, dass das Thema Arbeitslosigkeit in Europa nach wie vor die Bevölkerung massiv beschäftigt. Immer noch 30 Prozent aller Europäer (minus sieben Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr) fürchten sich davor. Ganz besonders augeprägt sind die diesbezüglichen Ängste in Deutschland. Hier betrachten rund zwei Drittel der Befragten Arbeitslosigkeit als wichtigstes zu lösendes Problem. Diese Grundstimmung scheint sich auch auf die Wechselwilligkeit von Führungskräften auszuwirken. Zwar stieg der Jobware-Karriereindex, der Aussagen über die Wechselbereitschaft von Fach- und Führungskräften macht, im Mai von zehn auf 25 Punkte, doch folgte bereits im August wieder ein Abschwung auf 15 Punkte.
Ergebnisse der GfK-Studie
Jobware Karriereindex Mai 2007 und August 2007

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Swarovski setzt auf "produktive Diskurse"  
Donnerstag, 25. Oktober 2007 - Success Stories
Rigides Top-Down-Management hat bei dem Anbieter von Schmuckkristallen Swarovski keine Chance. Das Unternehmen pflegt lieber eine Kultur des "produktiven Diskurses", berichtet das Handelsblatt. "Erst wenn man die Sichweisen und Erfahrungen aller Beteiligten kennt, lassen sich qualitativ hochwertige und wirklich gewinnträchtige Geschäftsentscheidungen fällen", zitiert die Zeitung Unternehmenssprecher Markus Langes-Swarovski. Vor wichtigen Entscheidungen ist es für die Manager des Unternehmens ganz selbstverständlich, sich dem Hin und Her von Argumenten zu widmen und sich anzuhören, was ihre Leute zu sagen haben. Der Erfolg, ein Jahresumsatz von über zwei Milliarden Euro, gibt ihnen dabei recht.
"Wer diktiert, verliert", HB 14.10.2007

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"Das offizielle Getränk einer besseren Welt" 
Mittwoch, 24. Oktober 2007 - Success Stories
Das Manager Magazin widmet der Erfolgsgeschichte von Bionade einen Bericht. Die kleine Brauerei Peter aus der Rhön stand vor gut zehn Jahren kurz vor dem Aus, doch dann gelang es Braumeister Dieter Leipold, das neue Kultgerät der Jahrtausendwende zu erfinden. Mit der Bionade, traf er den Nerv der Zeit. Das fermentierte Erfrischungsgetränk gibt es in exotischen Geschmacksrichtungen wie Holunder, Orange-Ingwer, Litschi oder Kräuter. Da die Zutaten komplett aus biologischem Anbau stammen und dem Getränk keine künstlichen Aromen zugefügt werden, stößt Bionade vor allem bei der so genannten Lohas-Zielgruppe auf enorme Resonanz. Inzwischen werden pro Jahr etwa 250 Millionen Flaschen produziert und man ist bei den Limonaden nach Fanta und Sprite auf dem Markt die Nr. 3. Selbstbewusst wirbt die Brauerei inzwischen damit, "Das offizielle Getränk einer besseren Welt" anzubieten.
"Ringen um die Holunder-Herrschaft", Manager Magazin 18.10.2007

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Selbstausbeutung auch bei Arbeitnehmern ein Phänomen 
Dienstag, 23. Oktober 2007 - Arbeit
Selbstausbeutung im Job scheint nicht mehr nur für Selbstständige und Unternehmer, sondern auch für immer mehr Angestellte zum Problem zu werden. Der Soziologe Jakob Schrenk, der bereits ein Buch über das Phänomen schrieb, weist in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung darauf hin, dass in vielen Unternehmen nicht mehr die geleistete Arbeitszeit, sondern das zu erbringende Ergebnis zähle - was immer mehr Arbeitnehmer dazu veranlasst, mehr Arbeitsstunden im Unternehmen zu verbringen, um den Anforderungen gerecht zu werden. "Das ist einerseits freiwillig, weil es unter Umständen Spaß macht, andererseits entstehen ganz neue Zwänge", sagt Schrenk. Einer davon: Wenn viele Kollegen länger am Schreibtisch bleiben, traut man selbst sich nicht, zu angemessener Stunde nach Hause zu gehen.
"Die Kunst der Selbstausbeutung", SZ 16.10.2007

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Erschreckende Entwicklung: Suizid im Job 
Montag, 22. Oktober 2007 - Arbeit
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmet einer erschreckenden Tendenz, dem Suizid aus beruflichen Gründen, einen Artikel. Dieses Jahr erschütterten die Selbstmorde verschiedener Mitarbeiter von Renault und Peugeot die Wirtschaftswelt. So weit sich nachvollziehen ließ, kapitulierten zumindest einige von ihnen vor den drastisch gestiegenen Anforderungen ihrer Arbeitgeber. So steigerte das Entwicklungszentrum von Renault die Zahl neuer Modelle bei anscheinend gleich bleibender Mitarbeiterzahl von drei bis vier pro Jahr auf acht. Das Phänomen extremer Arbeitsüberlastung ist längst in der Arbeitswelt deutlich wahrnehmbar. So registrierte die Techniker Krankenkasse im Jahr 2006 bei 33.000 ihrer 2,5 Millionen versicherten Arbeitnehmer Krankschreibungen aufgrund Müdigkeit, Unwohlsein oder beruflicher Überforderung. Zwar werden Unternehmen immer sensibler im Hinblick auf die Gefahren von Mobbing und Burnout, die Folgen einer strukturbedingten Überforderung der Mitarbeiter sind für viele indes immer noch schwer zu fassen. Renault hat aus den Entwicklungen nun Konsequenzen gezogen. Ab ersten November sollen die Entwicklungszentren nur noch von 7 bis 20.30 Uhr statt bisher von 5.30 bis 22.30 Uhr geöffnet sein. Außerdem gilt die Direktive, Meetings künftig nur noch zwischen 8 und 18 Uhr abzuhalten, eine Stunde Mittagspause zu berücksichtigen und Heimarbeit nur noch in begründeten Ausnahmefällen zu erlauben.
"Von Selbstmord erschüttert", FAZ 13.10.2007

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