Ausgebremst und gelangweilt 
Montag, 8. Oktober 2012 - Studien
Das trendence Young Professionals Barometer 2012 zeigt: Viele Berufsanfänger sind mit ihrer Arbeitssituation unzufrieden.Ein Viertel der 6.300 befragten jungen Berufstätigen fühlt sich unterfordert, 35 Prozent fühlen sich durch starre Hierarchien ausgebremst. Ein Viertel der Frauen sagen sogar, sie langweilen sich im Job. Jede vierte Frau und jeder fünfte Mann klagen zudem über fehlende Anerkennung. Jeder sechste Befragte findet die eigenen Arbeitsaufgaben uninteressant und jeder siebte hält sie zudem für wenig sinnvoll. Etwa ein Drittel der Befragten stört sich daran, dass die eigenen Potentiale vom Arbeitgeber kaum genutzt werden. Vor diesem Hintergrund geben mehr als 30 Prozent an, in den kommenden zwei Jahren nach einem neuen Job Ausschau zu halten.
Studie: Berufsanfänger - unzufrieden und unterfordert, FTD 28.9.12


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Gesundheit beginnt bei der Selbstwirksamkeit 
Freitag, 5. Oktober 2012 - Management
Im Kontext der gerade wieder einmal aufflammenden Burn-out-Diskussion hat die Unternehmensberatung Saaman AG gemeinsam mit der Universität Freiburg untersucht, wie eine ganzheitliche Burn-out-Prävention aussehen könnte. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es zu kurz greife, allein äußere Arbeitsbedingungen zu betrachten, denn letztlich entscheiden auch die persönlichen Ressourcen des Einzelnen darüber, wie gut oder schlecht er mit Stress zurecht kommt. Wirkungsvolle Prävention müsse deshalb sowohl die organisationalen als auch die personalen Ressourcen stärken. Zentrale Faktoren auf der Organisationsebene sind laut Untersuchung regelmäßige, konstruktive Rückmeldungen durch Führungskräfte, Rollenklarheit, zeitliche und räumliche Flexibilität, Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte, eine ausreichende Qualifizierung der Mitarbeiter und Zuverlässigkeit im Hinblick auf getroffene Absprachen. Auf der persönlichen Seite sind es die Selbstwirksamkeit der Mitarbeiter, die Fähigkeit zu effizientem Handeln, der bewusste Umgang mit der eigenen Gesundheit, die Fähigkeit zur Distanz von der Arbeit als Basis für Erholung und eine klare Kommunikation, die es erlaube, auch einmal nein zu sagen. Die Studie geht davon aus, dass wirksame Prävention Optimierungen in beiden Feldern erfordert.
Gefahr Burn-out: Wie Unternehmen gezielt gegensteuern können


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In der Nachhaltigkeitsfalle 
Donnerstag, 4. Oktober 2012 - Arbeit
In einem Interview mit dem Freitag spricht Ulrich Brand, Mitglied der Enquete-Kommission zu Wachstum und Wohlstand, über das Dilemma der Nachhaltigkeit. Obwohl Themen wie die Schonung der natürlichen Ressourcen, Energieeffizienz und Recycling längst Hochkonjunktur haben, entfalten sie in den Augen von Brand nicht die wünschenswerte Wirkung, weil letztlich so genannte Rebound-Effekte die eigentlichen Erfolge aufzehren. Wo ein alter Kühlschrank durch einen neuen, energieeffizienteren ersetzt werde, verpuffe der Einspareffekt, wenn der neue Kühlschrank dafür umso größer sei und letztlich genau so viel Energie wie vorher verbrauche, so Brand. Der Sachverständige fordert von der Politik mehr Konsequenz, notfalls auch gegen die Interessen von Unternehmen und Verbrauchern. Brands Credo: "Der Staat ist darauf getrimmt, dass die kapitalistische Ökonomie wächst, dass sie wettbewerbsfähig bleibt, dass sie Steuern abwirft und Arbeitsplätze schafft. Was aber ausgeblendet wird: Wohlstand entsteht auch durch gesellschaftliche Tätigkeiten, die nicht marktförmig sind: Sorgearbeit, Freiwilligenarbeit, Erziehungsarbeit. ... Wachstum hat einen herrschaftlichen Charakter. Wachstum bedeutet, dass die Mehrheit der Bevölkerung in die kapitalistische Modernisierung reingerissen wird, etwa der Arbeiter in der Weltmarktfabrik in China. ... Die gesamte Stimmung unserer Gesellschaft hängt an der Wachstumsfrage. ... Wir müssen uns sowieso auf abnehmende Wachstumsraten einstellen, Wohlstand anders verstehen. Aber das muss man gegen den Willen der Vermögensbesitzer durchkämpfen, die Rendite wollen. Auch der Staat muss eine andere Steuer- und Sozialversicherungspolitik betreiben und weg von der Wachstumsnadel kommen." Brand kritisiert, dass es derzeit keinen erkennbaren politischen Willen gebe, etwas an den Rahmenbedingungen zu verändern. Seine Vision: Bessere Recyclingsysteme, ein Arbeitsverständnis, das sich nicht nur auf Lohnarbeit beruft, aber auch eine Selbstbeschränkung der Bevölkerung, die abwägt, welche Folgen ihr eigenes (Konsum-)Verhalten haben wird.
"Wohlstand geht bald anders", Der Freitag 25.9.12


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Handlungsfreiheit reduziert Stress 
Dienstag, 2. Oktober 2012 - Studien
Der Stress von Führungskräften ist höchst relativ, wie eine aktuelle Studie der Harvard-Universität zeigt, denn verglichen mit den Durchschnittssarbeitnehmern scheint das Stressniveau der Chefs deutlich geringer zu sein. Im Zuge der Untersuchung wurden bei 148 Mitarbeitern höherer Positionen der US-Regierung und des Militärs sowie bei 65 einfachen Angestellten verschiedener Berufe die Werte des Stresshormons Cortisol untersucht. Bei den Führungskräften zeigten sich dabei deutlich geringere Stresswerte als bei den Untergebenen. Insgesamt zeigte sich, dass die Menge an Stresshormonen umso niedriger ausfiel, je besser die Probanden ihren Arbeitsbereich im Griff hatten. Die Forscher begründen das damit, dass ein Gefühl der Handlungsfreiheit und Kontrolle über Situationen den Stress senke, was erfahrungsgemäß vor allem in höheren Positionen, in denen Mitarbeiter mehr Gestaltungsspielräume haben, der Fall ist.
Entspannte Chefs - gestresste Angestellte, FTD 24.9.12


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Gehalt soll gesellschaftliche Wirkung berücksichtigen 
Montag, 1. Oktober 2012 - Management
Bei der britischen Barclays Bank weht ein frischer Wind. Nachdem das Institut wegen Manipulation des Interbanken-Zinses in den USA mit einer Geldbuße belegt worden war, kündigte der neue Vorstandschef Antony Jenkins an, in den kommenden Monaten neue Instrumentarien entwickeln zu wollen, die künftige Gehaltszahlungen an Mitarbeiter abgleicht mit den gesellschaftlichen Wirkungen, die deren Aktivitäten haben. Ziel sei es, die Einflüsse der Tätigkeiten der Banker auf die Umwelt und die Gesellschaft, auf Kunden und Aktionäre, zu berücksichtigen. Auch bürgerschaftliches Engagement solle künftig in die Gehaltsfindung einfließen.
Barclays will Gehalt auch nach Sozialverhalten bemessen, HB 24.9.12


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Mittelmanagement hat wenig Einfluss 
Freitag, 28. September 2012 - Studien
Manager der mittleren Ebene haben wenig Einfluss auf die Unternehmensstrategie und verbringen zu wenig Zeit damit, ihre Mitarbeiter zu führen - so das Ergebnis einer Umfrage unter 103 Unternehmen im Auftrag der Personalberatung Penning Consulting. Im Schnitt wendet das Mittelmanagement nur 20 Prozent seiner Zeit für Führungsaufgaben auf, was sich auf den Unternehmenserfolg auswirke, denn bei den Firmen, die steigende Erträge erwirtschaften, werden laut Penning drei Viertel der Mittelmanager ihren Führungsaufgaben gerecht. Ein wunder Punkt: 40 Prozent der Zeit, die für Führung aufgewendet wird, wird mit reaktiver Führung verbracht, also mit dem Lösen von Problemen. Hier sehen die Personalexperten extremen Nachholbedarf, denn nur wer in Eigenverantwortung proaktiv vorgehen könne, könne auch gute Ergebnisse erzielen. Der Verantwortungsbereich des Mittelmanagement indes ist in vielen Firmen sehr klar begrenzt. 67 Prozent räumen ein, dass die Führungskräfte nur einen geringen bis maximal mittleren Einfluss auf die Unternehmensstrategie haben. Bei den Firmen mit steigenden Erträgen sieht das anders aus - hier haben die zweite und dritte Führungsebene in 85 Prozent der Unternehmen die Möglichkeit, an der Gesamtstrategie mitzuwirken.
Manager führen zu wenig, WiWo 21.9.12


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Arbeitslosigkeit schafft Frust 
Donnerstag, 27. September 2012 - Studien
Das Klischee, dass viele Arbeitslose eigentlich Drückeberger seien, hält sich - nicht zuletzt seit durch die Hartz-IV-Reformen das Fordern und Sanktionieren verschärft wurde. Eine Studie der Universität Lausanne und des Swiss Centre of Expertise in Social Sciences indes zeigt, dass Arbeitslose extrem unter ihrer Situation leiden. Der Verlust des Jobs setze Menschen mehr zu als die Trennung von einem Partner, so eine Erkenntnis der Untersuchung, die auf Daten aus dem Sozioökonomischen Panel und dem Swiss Household Panel basiert. Über die Dauer der Arbeitslosigkeit hinweg trete hier auch kein Gewöhnungseffekt an das eigene Schicksal ein. Und Menschen, die in Regionen mit vergleichsweise hoher Arbeitslosigkeit leben, also ihre persönliche Situation als eine erleben, die sie mit vielen anderen in ihrer Umgebung teilen, leiden nicht weniger als Menschen, die in Regionen mit hoher Beschäftigung ihre Stelle verlieren. "Es ist ein Trugschluss, dass eine kluge Arbeitsmarktpolitik die Leute noch härter anfassen und sanktionieren muss. Sie sind ganz offensichtlich schon äußerst frustriert durch den Zustand der Arbeitslosigkeit an sich", so Studienautor Oliver Lipps.
"Die Zeit heilt keine Wunden", FAZ 20.9.12


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Bizarre Vergütungs-Debatte 
Mittwoch, 26. September 2012 - Studien
Einer Umfrage der Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner zufolge, schlägt der Unmut der Deutschen über eine zu hohe Managervergütung wieder einmal Wellen. 69 Prozent der Deutschen betrachten überzogene Bonuszahlungen als grundlegendes Problem des Vergütungssystems. Gegen das Prinzip der leistungsorientierten Bezahlung hat die Mehrheit indes grundsätzlich nichts - 52 Prozent würden dieses Modell für sich bevorzugen. Für die Autoren der Studie ist der Unmut über die Managerhonorare eher einem Kommunikationsproblem geschuldet. So würden die führenden börsennotierten Unternehmen alle die Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex im Hinblick auf eine Bezahlobergrenze erfüllen. Das Problem liege also eher darin, dass die Unternehmen dies nicht kommunizieren. Andererseits: 64 Prozent der Befragten sind auch der Meinung, dass der bisherige gesetzliche Rahmen für die Vergütung von Dax-Vorständen nicht geeignet sei. Welche "Wahrheit" steckt hier zwischen den Zeilen? Unternehmen orientieren sich an einem Kodex und sind auch rechtlich auf der sicheren Seite. Die Bevölkerung kann sich dennoch mehrheitlich nicht des Eindrucks erwehren, dass viel zu viele Manager viel zu viel verdienen. Das ist letztlich keine Frage der Kommunikation - wohl aber eine des Gerechtigkeitsempfindens. Und das lässt sich auch durch den Verweis auf Regelwerke, die eingehalten werden, nicht nivellieren.
Deutsche kritisieren hohe Manager-Vergütung, WiWo 20.9.12


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