Führung ist auch Verbundenheit 
Donnerstag, 31. Oktober 2013 - Management
Manchmal hilft es, sich aus dem Tagesgeschäft ein wenig zurückzulehnen und mit Muse darüber nachzudenken, was gute Führung wirklich bedeuten kann. Claus Hipp, Gründer des gleichnamigen Herstellers von Babykost, hat genau dies getan und ein Buch darüber geschrieben, aus dem das Handelsblatt einen Auszug abgedruckt hat. Die Erkenntnisse, zu denen Hipp kommt, mögen nicht sonderlich revolutionär klingen - doch die Tatsache, dass sie im Business leider nur allzu oft aus dem Blick geraten, macht sie so bedenkenswert. Hipps großes Thema ist die Frage der Verbundenheit. So warnt er davor, dass Führungskräfte sich aufgrund der Vielzahl ihrer Aufgaben nur allzu leicht von dem, was das Unternehmen im Kern ausmacht, abkoppeln: ""er die Arbeit aus eigener Erfahrung kennt, die andere verrichten, weiß erst richtig einzuschätzen, was sie leisten. Und wer die Leistung anerkennt, die andere zum Erfolg beitragen, der gewinnt eine durch nichts zu ersetzende Verbindung zu seinen Mitarbeitern." Gerade in dieser Form des ganz praktischen Miteinanders erschließen sich für Hipp die realen Beziehungen innerhalb eines Unternehmens und die bestehenden Abhängigkeiten. Aus der Vogelperspektive der Führungsetage werden all die Betriebsabläufe und vor allem die Menschen, die sie möglich machen, leicht zu einem Abstraktum. Um dieser Falle zu entgehen, empfiehlt Hipp Managern, eine offene Gesprächskultur zu pflegen, denn sie sei die Basis für Engagement, Kreativität und überraschende Lösungen - und animiere die Mitarbeiter dazu, ihr volles Potential auch einzubringen: "Nur wo Menschen frei denken und reden dürfen, können sie sich auch sicher sein, dass Nachdenken sich lohnt. Nur wo sie das Gefühl haben, dass andere ihren Ideen und Meinungen gegenüber aufgeschlossen sind, werden sie ermutigt, sich über alles Mögliche, also auch über Unternehmensbelange, den Kopf zu zerbrechen."
"Lob ist eine Bringschuld", HB 22.10.13


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Großer Frust bei Verlust 
Mittwoch, 30. Oktober 2013 - Studien
Es liegt nahe, dass Menschen sich über Gehaltserhöhungen freuen, während ihre Stimmung bei Kürzungen leidet. Der Verlustfrust ist jedoch deutlich höher als das Stimmungshoch, das sich durch ein Gehaltsplus einstellt. Dies stellte der britische Psychologe Christopher Bouyce im Rahmen einer Studie an der Universität Stirling fest. Er verglich dazu die Daten einer britischen und einer deutschen Langzeituntersuchung, die neben objektiven Daten zum Einkommen auch verschiedene Stimmungsparameter erfassten. Dabei fand er heraus, dass die emotionale Wirkung des Einkommensgewinns bei den Betroffenen deutlich geringer ausfiel als die einer Einkommensreduzierung. Die Wirtschaftswissenschaften erklären diesen Unterschied im Wirkungsgrad mit der Verlustaversion des Menschen. Was man besitzt, will man eben nicht mehr hergeben, weil sich die eigene Situation dadurch verschlechtert. Das berührt uns in einer Tiefendimension unseres Menschseins und hat etwas sehr Existenzielles. Etwas zu gewinnen, wenn es einem bereits vergleichsweise gut geht, scheint da sehr nachvollziehbar weniger Gewicht zu entfalten.
Geringes Gehalt erhöht den Frust im Job, WiWo 21.10.13


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Über Verantwortung wird in Unternehmen kaum gesprochen 
Dienstag, 29. Oktober 2013 - Management
Im Rahmen seiner Dissertation hat der Soziologe Nikolas Gebhard mit 30 Vorständen aus Dax- und MDax-Konzernen über deren Verhältnis zum Thema Verantwortung gesprochen - und ist dabei zu ernüchternden Erkenntnissen gekommen. In den meisten Führungsetagen scheint das Thema kaum diskutiert zu werden, sondern die CSR-Abteilungen sind dafür zuständig, den Schein zu wahren. So wundert es nicht, dass in den Gesprächen nur gut ein Drittel der Befragten erkennen ließ, sich ernsthaft mit ihrer eigenen Verantwortung im Business auseinanderzusetzen. Vielen Top-Managern fehlen schlicht die richtigen Sparringpartner für Erkundungen dieser Art, denn ab einer gewissen Führungsebene scheint Zurückhaltung oberstes Gebot zu sein. So können die Top-Manager nur über ihr Selbstverständnis nachdenken, ohne dieses an anderen Perspektiven zu brechen oder es gar aktiv zu hinterfragen. Da, sieht man einmal von den in der jüngsten Zeit an Universitäten entwickelten Programmen, das Thema Ethik in der Business-Ausbildung bisher kaum vorkam, greifen viele der heutigen Top-Manager allein auf das Verantwortungsverständnis zurück, das ihnen in der Kindheit von den Eltern vermittelt wurde - und sprechen bestenfalls einmal in ihrer Familie über entsprechende Herausforderungen. Die immer stromlinienförmiger werdenden Karrierewege tun ihr übriges, um die Vereinzelung, das auf sich selbst Zurückgeworfensein zu forcieren. Nikolas Gebhard plädiert im Interview mit dem Handelsblatt dafür, ethische Perspektiven viel stärker in die Berufsausbildung zu integrieren, um die künftigen Führungsrkäfte besser für ihre Aufgaben zu rüsten.
"Vorstände sind keine Monster", HB 22.10.13


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Nur wenige Unternehmen haben Burn-out auf dem Radar  
Montag, 28. Oktober 2013 - Studien
Eine Umfrage des Hernstein Instituts unter 300 Führungskräften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz legt nahe, dass die Burn-out-Prävention in vielen Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt. 54 Prozent der Befragten berichten über entsprechende Erkrankungen in ihrem Unternehmen, aber in lediglich 37 Prozent der Firmen wird das Thema Prävention bereits aktiv angegangen, wobei dies vor allem auf die großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern zutrifft (hier ist die Hälfte schon aktiv) und weniger auf kleine Firmen mit bis zu 250 Mitarbeitern (18 Prozent). Ein Großteil der Befragten geht davon, dass eine gute Kommunikationskultur ein verlässliches Indiz für gesunde Teams ist. Den Deutschen ist besonders ein großer Gestaltungsspielraum wichtig. Krankheitstage (47 Prozent) und Produktivität (46 Prozent) sind ebenfalls Indikatoren, die Hinweise auf die Verfassung innerhalb des Unternehmens geben. 61 Prozent glauben, dass eine Schulung von Führungskräften und Mitarbeitern wichtig ist, um die Burn-out-Gefahr zu senken, 40 Prozent gehen davon aus, dass ein Überdenken der Arbeitsorganisation hilfreich ist. 35 Prozent setzen auf das Führen von Anerkennungsgesprächen, 22 Prozent finden, dass das Arbeitspensum und Überstunden reduziert werden müssten.
Unternehmen tun nicht genug gegen Burnout, WiWo 18.10.13


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Ich schau' dir in die Augen - und setze dich damit unter Druck ... 
Freitag, 25. Oktober 2013 - Studien
Augenkontakt ist wichtig, um die soziale Beziehung zum Gegenüber zu stärken - eine Annahme, die sich als Grundlage gelingender Kommunikation längst eingebürgert hat, aber nicht immer zutreffen muss, wie eine Studie der Universität British Columbia zeigt. Die Forscher hatten untersucht, ob ein andauernder Augenkontakt dazu beiträgt, Menschen in einem Gespräch dazu zu bewegen, ihre Meinung zu verändern. Die Ergebnisse sind eindeutig: Während in der Versuchsgruppe, in der ein intensiver Blickkontakt gehalten wurde, die Angestarrten ihre Perspektive vergleichsweise selten änderten, zeigte sich bei den Gesprächsgruppen, in denen der Blick auf dem Mund des Gegenübers ruhte, eine deutlich höhere Veränderungsbereitschaft. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in westlichen Kulturen der intensive Blickkontakt als Zeichen der Dominanz wahrgenommen werde, was den Widerstand, sich auf die Argumente des Gegenübers einzulassen, erhöhe.
Vorsicht vor zu viel Augenkontakt, HBM 14.10.13

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Die Generation der Überangepassten 
Donnerstag, 24. Oktober 2013 - Studien
In einem Beitrag über die "Generation brav" geht die Wirtschaftswoche der Frage nach, wie es um die heutige Jugend bestellt ist. Die Zeiten eines aufmüpfigen Tom Sawyer, der sich den Ansprüchen seiner Tante Polly immer wieder mit Raffinesse entzog, scheinen jedenfalls vorbei zu sein. Auswertungen des Sozioökonomischen Panels zeigen beispielsweise: Während 2001 noch 40 Prozent der 16- bis 17-Jährigen in ihrer freien Zeit täglich ihre Freunde trafen, sind es heute nur noch 25 Prozent. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hat einen Grund dafür gefunden, denn Jugendliche verbringen heute immer mehr auch ihre Freizeit "bildungsorientiert". Der nicht zuletzt durch die Anpassungen im Bildungssystem in den letzten Jahren verstärkte Druck, sich schon in der Jugend stark auf spätere Berufsperspektiven zu fokussieren, scheint zu wirken. Doch dies hat seine Kehrseiten. Denn viel zu lernen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch fürs Leben gelernt wird. Schon jetzt kritisieren Bildungsforscher und Psychologen, dass die Jugendlichen von heute allzu strebsam und angepasst seien und sich zu stark auf die Anforderungen einer durchökonomisierten Gesellschaft ausrichteten. Da bleibt gesunder Widerspruchsgeist, man könnte auch sagen Charakterstärke, nur allzu leicht auf der Strecke. Vielleicht täte ein wenig mehr Lebendigkeit à la Tom Sawyer ganz gut - nicht nur den Jugendlichen, sondern auch der Gesellschaft, die sie später einmal maßgeblich gestalten werden.
Zu viel Harmonie, zu wenig Persönlichkeit, WiWo 16.10.13

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Frauen haben eine ganzheitlichere Vorstellung von Karriere 
Mittwoch, 23. Oktober 2013 - Management
Die Studie "Karrierechancen von Frauen erfolgreich gestalten" zeigt, dass die Vorstellungen zur Ausgestaltung einer Berufskarriere bei Frauen grundsätzlich anderen Kriterien folgen als die von Männern. Im Interview mit dem Karrierespiegel erklären Andreas Boes und Anja Bultemeier, zwei der Studienautoren, wo die wesentlichen Unterschiede liegen. Männer entwickeln meist schon früh eine vergleichsweise lange Karriereperspektive - fragt man sie, wo sie in zehn Jahren stehen möchten, haben sie häufig schon eine Antwort parat. Frauen hingegen machen Schritt für Schritt Karriere - sie überlegen immer wieder neu, welche Entwicklung als nächstes dran sein könnte. Daraus werde häufig abgeleitet, dass Frauen überhaupt nicht Karriere machen wollten. Die Studienautoren schreiben diese Schlussfolgerung den vorherrschenden Paradigmen der Arbeitswelt, die bis heute stark an männlichen Perspektiven orientiert sind, zu. Dabei werde die besondere Situation von Frauen - dass diese stärker auch in Tätigkeiten innerhalb der Familie und der Fürsorge für andere eingebunden seien - weitgehend ausgeblendet. Für Boes und Bultemeier ist augenscheinlich, dass Firmen gut daran tun, ihre Standard-Karrierewege zu überdenken. Sie sprechen sogar davon, dass sich, gefördert durch die sich verändernden politischen Rahmenbedingungen und die immer lauter werdende öffentliche Gender-Debatte, gegenwärtig ein "historischer Möglichkeitsraum" zeige, um Frauenkarrieren neu zu definieren. Geringere Verfügbarkeitserwartungen und das Fördern von Führung in Teilzeit könnte neue Weg eröffnen, dass auch immer mehr Frauen eine Karriere nach eigenen Wünschen umsetzen können.
Frauen wollen anders Karriere machen als Männer, Karrierespiegel 11.10.13

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Meditations-Marathon: Die Welt von innen heraus ändern 
Dienstag, 22. Oktober 2013 - Veranstaltungen
Meditation ist nicht nur eine Methode, die zu Entspannung und innerer Balance führen kann (mit zahlreichen Beiträgen zur Meditationsforschung habe ich dies in den letzten Jahren hier immer wieder illustriert), sondern die Innenschau kreiert auch ein Momentum viel grundlegenderer Transformation. Sie verändert die im Gehirn ablaufenden Vorgänge und damit unsere durch die neurologische "Hardware" beeinflusste Wahrnehmungsfähigkeit. Dieser Prozess kann es begünstigen, dass wir die Welt und uns selbst nicht nur anders wahrnehmen, sondern auch in die Lage versetzt werden, anders - bestenfalls konstruktiver - zu handeln. Und das wiederum verändert die Welt. Ich hatte letztes Jahr die Gelegenheit, zum ersten Mal bei einem Meditations-Marathon teilzunehmen, bei dem wir 24 Stunden am Stück meditiert haben. Das klingt zunächst einmal vielleicht verrückt, denn wenn man so etwas noch nie gemacht hat, kann man sich nur schwer vorstellen, einen so langen Zeitraum überhaupt durchzuhalten. Für mich war besonders faszinierend zu merken, wie zwar mein Körper über die Zeit immer müder wurde, aber dafür eine andere Instanz in mir immer mehr Klarheit entwickelt hat. Und dieses Bewusstseinsphänomen ist nicht nur an und für sich interessant, sondern hinterlässt Wirkungen, denn wenn man diese so grundsätzliche Freiheit einmal wahrgenommen hat, erinnert man sich auch im Alltag immer wieder an sie und fühlt sich inspiriert, sein Leben aus ihr heraus zu gestalten. Im Lesen lässt sich das nur schwer nachvollziehen, es braucht das Tun. Dieses Jahr findet wieder ein Meditations-Marathon statt, und zwar am 14./15. Dezember. Ich kann nur empfehlen, diese Herausforderung einmal anzunehmen. Organisiert wird das Event von der Organisation für Bewusstseins- und Kulturentwicklung EnlightenNext e.V. Mich fasziniert an der Arbeit des Vereins die Tatsache, dass Meditation hier nicht als Selbstzweck verstanden wird, sondern in einem größeren Kontext steht - sie fragt uns immer auch danach, wie wir selbst in der Welt einen Unterschied machen können. Für Firmen und Organisationen besteht die Möglichkeit, dieses Event durch ein Sponsoring zu unterstützen, das der Kulturarbeit von EnlightenNext zugute kommt. Auf der Webseite zum Marathon finden sich alle Informationen zur Teilnahme am Marathon und ein Kontakt zur Beratung interessierter Sponsoren. Ich kann Sie nur ermutigen, diesen spannenden, gesellschaftsgestaltenden Vorstoß auch finanziell zu unterstützen, denn eine bessere Welt beginnt mit einem weiteren Bewusstsein - und die Sponsoring-Optionen bieten interessante Möglichkeiten der Präsentation.
Meditations-Marathon: Infos zu Teilnahme und Sponsoring

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