Burnout-Prävention: Sei ganz du selbst 
Freitag, 30. Oktober 2015 - Arbeit
Burnout ist nach wie vor ein Thema, dass regelmäßig auf den Karriereseiten der Medien verhandelt wird. Häufig formulieren Experten methodische Tipps, wie sich Berufstätige besser und gesünder durch den Arbeitsalltag bewegen können. In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung richtet die Ärztin und Beraterin Mirriam Prieß den Blick erst einmal in eine andere Richtung, nämlich auf die Frage unserer Identität. Für sie ist augenscheinlich, dass Menschen, die unter Burnout leiden, häufig die Beziehung zu sich selbst verloren haben - oder noch nie eine hatten. "Es ist wichtig zu erkennen, ob die Prägung, die ich in meinem Elternhaus erhalten habe, mit dem übereinstimmt, was meinem eigenen Wesen und meiner Identität entsprich. Ist das nicht der Fall, arbeitet man permanent gegen sich an, unterdrückt die eigenen Bedürfnisse und verliert sich häufig in einem grenzenlosen Perfektionsanspruch", so Prieß. Man möchte ergänzen: Auch all die Impulse, die in Schule und Berufsausbildung, in Freundeskreisen und der Mainstream-Kultur auf uns einprasseln, tun ihr übriges, uns immer wieder mit Weltbildern und Lebensentwürfen zu konfrontieren, die - gemessen an einer imaginären Mehrheitsmeinung - erstrebenswert sein sollen. Vielleicht sollten wir einfach öfter mal darüber nachdenken, wer wir sind - und wer wir sein wollen. Wer weiß, was dann möglich ist ...
Wie kann ich einen Burn-out verhindern? SZ 22.10.15

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Wie glücklich Geld macht 
Donnerstag, 29. Oktober 2015 - Studien
Ein erfülltes Leben kann man mit Geld zwar nicht kaufen, doch zu behaupten, Geld mache nicht glücklich, verfehlt ebenso die Realität. Erhebungen aus den USA beispielsweise zeigen sehr deutlich, dass zu wenig Geld anscheinend unglücklich macht. Gefragt nach der allgemeinen Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, zeigten sich 57 Prozent der Befragten, die weniger als 10.000 Dollar pro Jahr zur Verfügung hatten, als unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden. Lediglich 24 Prozent bezeichneten sich als glücklich. Schon bei einem bis zu doppelt so hohen Einkommen steigt die Zahl der Zufriedenen auf 47 Prozent. Unter den US-Bürgern, die 150.000 bis 250.000 Dollar verdienen, sind immerhin noch drei Prozent unzufrieden. Bei Einkommen ab 500.000 Dollar ist das Glück dann keine Frage mehr.
Zufriedenheit und Gehalt - die Wahrheit über Glück, Welt 22.10.15

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Zappos sagt den Chefs Adé 
Mittwoch, 28. Oktober 2015 - Management
Der amerikanische Online-Schuhversender Zappos macht ernst - seit Mai gibt es in dem Unternehmen offiziell keine Chefs mehr. 269 Führungskräfte verloren durch diese Aktion ihre Posten. Gründer Tony Hsieh gehört mit seinen 1.500 Mitarbeitern zu den größten Anwendern von Holacracy, einem Managementsystem, dass häufig übliche Top-Down-Hierarchien durch funktionale Rollen- und Feedbacksysteme ersetzt. "Holacracy ist der Garant für konstante Veränderung", begründet Hsieh diesen Schritt, der nicht allen Mitarbeitern gefallen hat. 210 Angestellte kündigten aufgrund des Umbaus. Kritiker bemängeln, dass der Verzicht auf klare Hierarchien zu endlosen Meetings und Entscheidungsstaus führen könne. Hsieh selbst gibt sich gelassen und räumt den sich nun vollziehenden Veränderungsprozessen fünf Jahre ein.
Zappos wagt das Unternehmen ohne Chef, WiWo 19.10.15

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Hansgrohe bietet Mitarbeitern Sozialberatung 
Dienstag, 27. Oktober 2015 - Success Stories
Der Sanitärhersteller Hansgrohe tut einiges, damit die Mitarbeiter des Unternehmens nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gesund sind. Gesundheitskurse, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Kinderbetreuung in den Ferien sind nur einige der Maßnahmen, die den Angestellten das Arbeitsleben leichter machen sollen. Jüngste Errungenschaft ist eine interne Sozialberatung. Jede Woche kommt ein Sozialpädagoge ins Unternehmen, bei dem sich die Mitarbeiter Rat holen können. "Um Mitarbeiter, aber auch Führungskräfte in kritischen Situationen frühzeitig und umfassend unterstützen zu können, haben wir diese Plattform geschaffen. Der Sozialpädagoge bietet der Belegschaft Hilfe bei der Bewältigung ihrer beruflichen und privaten Herausforderungen an. Dazu gehört die Beratung zur Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen ebenso wie die Begleitung bei familiären und finanziellen Schwierigkeiten oder behördlichen Angelegenheiten. Aber auch bei innerbetrieblichen Problemen oder Überlastung steht er unseren Mitarbeitern zur Seite", erklärt Personalchef Thomas Egenter. Die Rückmeldung des Beraters an das Unternehmen erfolgt anonym - er informiert lediglich über die Art der Beratungsthemen.
"Die psychische Gesundheit wird sehr wichtig", Zeit online 19.10.15

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Acht Stunden sind genug 
Montag, 26. Oktober 2015 - Studien
Die Arbeitgeber hätten gerne flexiblere Arbeitszeiten, denn gegenwärtig sieht das Arbeitszeitgesetz vor, dass die werktägliche Arbeitszeit bis auf Ausnahmefälle auf acht Stunden pro Tag begrenzt ist. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge ist das den Deutschen auch genug. 56 Prozent der Befragten erachten einen Arbeitstag von sechs bis acht Stunden als optimal, 18 Prozent würden gerne auch zehn Stunden pro Tag arbeiten. 38 Prozent der Befragten fänden es darüber hinaus prima, wenn sie nur an vier Tagen in der Woche ins Unternehmen müssten - die übrigen 52 Prozent hingegen finden die Fünf-Tage-Woche völlig o.k.
Die Deutschen lieben ihren Acht-Stunden-Tag, WiWo 17.10.15

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Testlauf für 6-Stunden-Tag in Schweden 
Freitag, 23. Oktober 2015
Das Göteborger Altenheim Svartedalens testet gegenwärtig, was es bringt, wenn Krankenschwestern und Pfleger statt der bisher üblichen acht Stunden nur noch sechs Stunden täglich im Einsatz sind. Für das Experiment, das auf einen Vorstoß der Linkspartei im Stadtrat zurückgeht, wurden 14 neue Mitarbeiter eingestellt, bei Kosten von 860.000 Euro. Ende 2016 sollen die Erkenntnisse dann ausgewertet werden. Schon jetzt gegen die Mitarbeiter an, deutlich ausgeruhter und zufriedener bei der Arbeit zu sein. Die Krankmeldungen gingen im Sommer zurück. Erkenntnisse des Stockholm-Projekts, bei dem Mitarbeiter, die Senioren, Kinder oder geistig Behinderte betreuten, hatten bereits vor 20 Jahren mit 6-Stunden-Tagen experimentiert. Damals zeigte sich, dass durch geschickte Organisation nur jede zweite Stunde, die das Stammpersonal weniger arbeitete, durch zusätzliche Arbeitskräfte ausgeglichen werden musste. Das Projekt wurde allerdings vom konservativen Stadtrat wieder eingestellt. Eine Toyota-Werkstatt in Göteborg, die ebenfalls auf 6-Stunden-Tage reduzierte, steigert im ersten Jahr ihren Profit um 25 Prozent. Vielversprechende Beispiele, die zeigen, dass es lohnenswert sein kann, langjährig festgefahrene Gewohnheiten zu überdenken.
Sechs Stunden sind genug, SZ 10.10.15

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"Eine Welt im Dialog" - die neue Ausgabe von evolve ist am Kiosk 
Donnerstag, 22. Oktober 2015 - Medien
Heute mal wieder eine Nachricht in eigener Sache: Die neue Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur ist ab sofort erhältlich, dieses Mal mit dem Titel "Eine Welt im Dialog - Begegnungen mit uns selbst". Wenn ich versuche zu erklären, was evolve für ein Magazin ist, nenne ich es gerne das "GEO des Bewusstseins". Dieses Mal ist der Vergleich auch, was das Design des Hefts angeht, sehr naheliegend, denn Dank der Unterstützung des Ethnologen und Fotografen Wade Davis von der National Geographic Society, der uns zahlreiche seiner Bilder zur Verfügung stellte, ist das Bildmaterial einfach unglaublich. Unser Anliegen mit dieser Ausgabe ist es, neue Wege aufzuzeigen, wie fruchtbare Dialoge über kulturelle Grenzen hinweg entstehen können. Gert Scobel betrachtet im Interview die jüngeren Entwicklungen im Westen. Der Berater und Aktivist Raul Quiñones-Rosado erklärt, wie wir Fremdheit konstruieren, was die politischen und gesellschaftlichen Folgen sind und wie wir nicht zuletzt in unserem Geiste neue Perspektiven für ein Miteinander auf Augenhöhe entwickeln können. Ein integraler Blick auf Entwicklungszusammenarbeit des Projekts Integral without Borders sensibilisiert dafür, wie kulturelle Verschiedenheit in Entwicklungsprozessen angemessen eingebettet werden kann. Die bei den Vereinten Nationen tätige Beraterin Monica Sharma und die spirituelle Lehrerin Annette Kaiser gehen in einem Gespräch der Frage nach, wie radikaler Respekt, der aus dem Bewusstsein von Verbundenheit schöpft, für ein globales Miteinander öffnen kann. Mein Redaktions-Kollege Mike Kauschke hat bei einer Reise durch Griechenland hinter die Vorurteile, mit denen gängige Betrachtungen der Krise behaftet sind, geblickt. Und ich selbst ergründe in meinem Artikel, wie wir uns kulturell wie individuell für ein Zusammensein in größeren Kulturzusammenhängen öffnen können. Wirklich sensationell sind unsere Stimmen aus aller Welt, bei der Aktivisten und spirituelle Vorreiter aller Kontinente ihre Visionen für ein globales Miteinander teilen. Alles in allem ist das Heft wieder mal ein Must-Read! ;-)

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Hauptsache groß 
Mittwoch, 21. Oktober 2015 - Management
Wahrscheinlich war es schon immer ein Mythos, dass in der Start-up-Szene vor allem spritzige neue Ideen zählen. In einem Bericht auf die Gründerkonferenz IdeaLab der Hochschule WHU in Vallendar jedenfalls wird deutlich, dass heute mehr denn je Größe gefragt ist bei Gründungen - und zwar nicht im Hinblick auf den Gehalt der Idee, sondern schlicht was die Skalierbarkeit angeht. "Denke groß und vergeude deine Zeit nicht mit einer kleinen Idee", gab der Chef der Start-up-Schmiede Rocket Internet Oliver Samwer den anwesenden Gründungswilligen mit auf den Weg. Seine wesentliche Frage bei den Pitches: "Wie werde ich mit deiner Idee groß?" 450 Studierende der Privatuniversität lauschten ihm, der Leidenschaft für das Business zwar durchaus als hilfreich betrachtet, aber letztlich ganz auf Rationalität setzt. Am Ende des Tages zählt dann halt doch nur eines - der mögliche finanzielle Gewinn.
Oliver Samwer: "Ist die Idee groß genug?" WiWo 9.10.15

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