Hauptsache groß 
Mittwoch, 21. Oktober 2015 - Management
Wahrscheinlich war es schon immer ein Mythos, dass in der Start-up-Szene vor allem spritzige neue Ideen zählen. In einem Bericht auf die Gründerkonferenz IdeaLab der Hochschule WHU in Vallendar jedenfalls wird deutlich, dass heute mehr denn je Größe gefragt ist bei Gründungen - und zwar nicht im Hinblick auf den Gehalt der Idee, sondern schlicht was die Skalierbarkeit angeht. "Denke groß und vergeude deine Zeit nicht mit einer kleinen Idee", gab der Chef der Start-up-Schmiede Rocket Internet Oliver Samwer den anwesenden Gründungswilligen mit auf den Weg. Seine wesentliche Frage bei den Pitches: "Wie werde ich mit deiner Idee groß?" 450 Studierende der Privatuniversität lauschten ihm, der Leidenschaft für das Business zwar durchaus als hilfreich betrachtet, aber letztlich ganz auf Rationalität setzt. Am Ende des Tages zählt dann halt doch nur eines - der mögliche finanzielle Gewinn.
Oliver Samwer: "Ist die Idee groß genug?" WiWo 9.10.15

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Blinder Fleck emotionale Intelligenz 
Dienstag, 20. Oktober 2015 - Management
Was bringt Top-Manager zum Scheitern? Neben fachlichen Schwächen sind es oft die Soft Skills, die zu Stolpersteinen werden, beschreibt der Unternehmensberater Ulrich Jordan in einem Beitrag für die Zeit. Eitelkeit, mangelnde Kritikfähigkeit, Ignoranz - eine zwischenmenschliche Beziehung zu ihren Mitarbeitern aufzubauen, scheint vielen Führungskräften schwer zu fallen. "'Ich kann mich nicht verbiegen.' – 'Ich will meine Ecken und Kanten nicht verlieren.' – 'Ich möchte authentisch bleiben.' So oder ähnlich formulieren Führungskräfte, die nicht lernen wollen. Sie weigern sich auch deshalb, weil es nicht selten wehtut, liebgewonnene Werte und Verhaltensweisen infrage zu stellen und zu verändern", stellt Jordan fest. Der Berater plädiert dafür, emotionale Intelligenz in Führungsjobs ernster zu nehmen. Er rät zu mehr Selbstreflexion, zu einem Selbstmanagement, das Führende nicht zu Gefangenen der eigenen Gefühle werden lässt, zu gelebter Hingabe, die andere motiviert, zu Empathie, die bedeute, sich wirklich für andere zu interessieren, und zum Aufbau von Bindungen, die gerade in Krisensituationen wirklich belastbar sind.
Woran scheitern Manager? Zeit online 9.10.15

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Preiswürdige Kooperation 
Montag, 19. Oktober 2015 - sonstiges
Kooperation und Ko-Kreation sind gegenwärtig gerne bemühte Begriffe, wenn es darum geht, Lösungswege für die immer komplexer werdenden Fragestellungen unserer Zeit zu entwickeln. Die Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreises zeigt, was durch eine solche Gemeinsamkeit möglich wird. Das Nobelpreis-Komitee zeichnete eine tunesische Dialoggruppe aus, die im Demokratisierungsprozess des Landes eine tragende Rolle gespielt hat. Das Quartett, bestehend aus einer Gewerkschaft, einem Verband für Industrie, Handel und Handwerk, der Liga für Menschenrechte und dem Nationalen Anwaltsverein, hatte sich 2013 in Zeiten sozialer Unruhen und Mordanschläge gebildet. Dem Quartett sei es gelungen, da es verschiedene Bereiche und Werte der tunesischen Gesellschaft vertrete, eine entscheidende Rolle als Mediator im Demokratisierungsprozess einzunehmen, so die Begründung des Nobelpreis-Komitees.
Friedensnobelpreis geht an Dialoggruppe in Tunesien, Spiegel online 9.10.15

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Betriebsklima wichtiger als Geld 
Freitag, 16. Oktober 2015 - Studien
Die Hochschule Niederrhein ging in einer Untersuchung mit 475 Berufstätigen der Frage nach, was für die Beschäftigten die Attraktivität eines Arbeitgebers ausmacht. An der Spitze rangiert eindeutig das Betriebsklima, wobei dies den Arbeitnehmern bis 30 Jahren noch etwas wichtiger ist als den Älteren. Aspekte wie Unternehmensgröße, Gesundheitsförderung oder Internationalität sind den Befragten indes weniger wichtig. Die Forscher untersuchten auch, in welchem Verhältnis der Anspruch der Arbeitnehmer zur Wirklichkeit steht. Die größte Lücke zeigte sich hier beim Thema "angemessenes Gehalt" - ein Unterschied von beinahe eineinhalb Schulnoten lag zwischen dem, was die Befragten verdienen, und dem, was sie gerne bekommen würden. Auch im Hinblick auf Aufstiegsmöglichkeiten, Arbeitsabläufe und die Unternehmensleitung zeigten sich größere Diskrepanzen. Doch insgesamt ist die Zufriedenheit groß - 86,9 Prozent der Befragten sahen ihre Ansprüche an die Attraktivität des Unternehmens mit der Realität in Einklang.
Harmonie ist wichtiger als Geld, FAZ 7.10.15

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Achtsam Wirtschaften als Weg 
Donnerstag, 15. Oktober 2015 - sonstiges
Das buddhistisch orientierte Netzwerk Achtsame Wirtschaft hat einen kleinen Leitfaden herausgegeben, der "Grundlagen einer angewandten, buddhistisch inspirierten Wirtschaftsethik" vermittelt. Das kostenlos zum Download zur Verfügung stehende Büchlein erklärt, was Achtsamkeit bedeutet, formuliert Leitsätze und ein Menschenbild achtsamer Wirtschaft und beleuchtet, wie sich achtsamer arbeiten, mit Geld umgehen und konsumieren lässt. In der zur Zeit hochkochenden McMindfulness-Diskussion liefert die Broschüre wohltuend geerdete Impulse, die zum Nachdenken und Ausprobieren einladen. Auf der Webseite des Netzwerkes stehen außerdem zahlreiche weitere Texte und auch Anleitungen für Achtsamkeitsübungen zur Verfügung.
Download "Achtsam Wirtschaften als Weg"

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Einfach mal abschalten 
Mittwoch, 14. Oktober 2015 - Arbeit
Vielleicht ist der Kampf gegen Burnout leichter, als wir es uns vorzustellen wagen. Die FAZ sprach in einem Interview mit dem Medizin-Nobelpreisträger und Neurowissenschaftler Thomas Südhof, wie wir der permanenten Erreichbarkeit und Rund-um-die-Uhr-Kommunikation konstruktiv begegnen können. Südhof selbst hat für sich eine sehr einfache Methode gefunden: Einfach mal abschalten. Seine elektronischen Geräte haben von 20 Uhr bis nach dem Frühstück Sendepause. Ende der Durchsage. Interessant an dem Gespräch ist, dass Südhof sich nicht in komplexen Erklärungen und daraus abgeleiteten Lösungsvorschlägen ergeht, sondern einfach mal den gesunden Menschenverstand bemüht: "Mein normaler Menschenverstand sagt mir: Es kann auf Dauer nicht gut sein, so zu arbeiten, wie viele es heute tun. Wir sind über die Smartphones nie mehr unerreichbar, nie außer Dienst. Wir stehen per Mail quasi minütlich im Kontakt zu unserer Arbeit, zu unserer Familie. Diese Dauerbelastung führt zu chronischem Stress, der den Menschen und sein Gehirn verändert. Dauerhaftes Leben auf der Überholspur kann nicht gutgehen." Ja, so ist es. Und wir wissen es. Fragt sich also nur, wann wir anfangen, nach dieser Erkenntnis auch zu leben.
"Dauerstress schädigt das Gehirn", FAZ 3.10.15

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Achtsamkeitforum am 6./7. November bei Köln 
Dienstag, 13. Oktober 2015 - Veranstaltungen
Am 6./7. November 2015 bietet die Kalapa Leadership Academy in Bensberg bei Köln ein Achtsamkeitsforum, das sich an Personalverantwortliche, Organisationsentwickler, Führungskräfte, Trainer und Berater richtet. Auf der Agenda stehen neben Meditation Themen wie "Wege bahnen zur achtsamen Organisation: Das Wechselspiel von Struktur und Kultur", "Achtsamkeit als Corporate Identity" und "Mindful Leadership".
Weitere Informationen

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Das Produkt-ive-Versprechen der Achtsamkeit 
Montag, 12. Oktober 2015 - Management
Achtsamkeit als Produkt kommt immer mehr in Mode. So beschreibt Zeit online in einem Beitrag, wie vor allem in den USA immer mehr Beratungsgesellschaften entstehen, die Firmen in der Fähigkeit zur Innenschau und Selbsterkenntnis schulen. Unternehmen wie L'Oreal oder Novartis zahlen laut dem Artikel schon einmal 15.000 Dollar, damit ihre Mitarbeiter ein bisschen entstressen. "Für die relativ neue Variante der kommerziell produktiven Achtsamkeit hat sich jetzt in Rekordzeit der Begriff McMindfulness eingebürgert. Er beschreibt das Phänomen, dass Achtsamkeit heute allzu oft aus serieller Fertigung stammt und in leicht verdaulichen Portionen zum unmittelbaren Verzehr angeboten wird", so die Zeit. Und nicht nur das. Indem ein Erkenntnisprozess, der von jedem Menschen - zumindest in der Theorie - ohne Kosten jederzeit durchlaufen werden könnte, zur Ware gemacht wird, fügt er sich perfekt in die kapitalistische Logik ein: "Eine Gegenwart, die sich sogar den Abnabelungsprozess von der Konsumgesellschaft als Produkt vorstellt, befindet sich in einem perfekten Kreislauf: Jede Lösung schafft ein Problem, das die nächste Lösung überhaupt erst ermöglicht, und immer so fort. Im buddhistischen Weltbild ist dieser Kreislauf allerdings ziemlich genau das, was in der christlichen Lehre die Hölle ist." An Kritik wie dieser ist natürlich viel dran. Andererseits: Wer weiß, welche langfristigen Nebenwirkungen der Achtsamkeits-Trend noch haben wird? Vielleicht erleben wir noch so manche positive Überraschung ...
Reguliere dich selbst, Zeit online 22.9.15

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