Meditation relaxt im Flieger 
Dienstag, 30. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Für Menschen mit Flugangst muss das Reisen in der Luft einem Höllentrip gleichen. Doch je nachdem, welche Orte man bereisen muss, ist es unumgänglich. Immer mehr Fluglinien bieten ihren Passagieren inzwischen an Bord Meditationsprogramme, die dabei helfen sollen, die Flugangst zu lindern - und die auch Menschen ohne solche Ängste durchaus entspannen. Virgin Australia etwa kooperiert mit einem Unternehmen für Wohlbefinden und Achtsamkeitsmeditation und entwickelt Audios und Videos, die Ängste mildern sollen. Auch American Airlines und Quantas bieten an Bord bereits Entspannungsprogramme.
Bei dieser Airline meditieren Passagiere gegen Flugangst, reisereporter 18.10.18

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Die existenzielle Dimension des Scheiterns 
Montag, 29. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Scheitern als Chance ist ein beliebtes Thema, das in Job-Ratgebern alle paar Monate abgefeiert wird. Da geht es dann darum, was man alles aus Fehlschlägen lernen kann oder wie innovativ Unternehmen sein könnten, wenn sie sich bzw. ihren Mitarbeitern nur ein bisschen mehr Freiraum zum Scheitern gewähren würden. An manchen dieser Gedanken mag etwas dran sein, doch blenden sie aus, dass Scheitern auch eine existenzielle Dimension haben. Wer wirklich am Boden liegt, steht nicht so leicht wieder auf. Und oft belasten die Folgen des Scheiterns Menschen noch viele Jahre später. "Lasst euch nichts erzählen: Scheitern ist nicht die Zitrone des Schicksals, aus der man Limonade macht. Scheitern ist scheiße. Und kann einem auch das Genick brechen. Selbst wenn man den Willen hat, immer wieder aufzustehen: Optimismus und Durchhaltevermögen allein reichen oft nicht aus. Vor allem, wenn man aus einer Familie kommt, die einen finanziell nicht auffangen kann. Nicht jeder kann es sich leisten, eine Firmenpleite als Lernerfahrung zu verbuchen", sagt etwa Martina Leisten in einem Beitrag in der Zeit. Sie setzte ein von ihr gegründetes Café in den Sand. An den Schulden zahlte sie, später in privater Insolvenz, viele Jahre. Und der große Fehlschlag ließ sie depressiv werden. Sie hat sich wieder aufgerappelt. Aber sie gehört nicht zu jenen, die in der Kneipe vollmundig und mit Humor über das eigene Scheitern munter Geschichten erzählen. Für sie hat sich das Leben deutlich verändert durch ihren Fehlschlag: "Manchmal denke ich, meine Pleite hat mich mehr Pragmatismus gelehrt. Aber es hat auch ein Stück Lebensfreude genommen. Die Begeisterung, mit der ich früher an Dinge herangegangen bin, ist gedimmt. Ich denke inzwischen: Je weniger Erwartungen und Hoffnung ich in eine Sache stecke, desto weniger kann ich enttäuscht werden." In einer Kultur, in der Scheitern die eigene Existenz nicht nur treffen kann, sondern sie vielleicht sogar verschlingt, ist es leicht, über Fehlertoleranz zu reden oder den Mut zum Risiko. Mir imponiert Martina Leisten, weil sie dem hippen Gequatsche etwas entgegensetzt - Lebenserfahrung, die demütig werden lässt.
"Lasst euch nichts erzählen: Scheitern ist scheiße", zeit.de 17.10.18


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Zu viele Möglichkeiten können kontraproduktiv sein 
Freitag, 26. Oktober 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
In Zeiten des Individualismus sind wir geneigt, unserer Wahlfreiheit einen besonderen Stellenwert zuzumessen. Wir möchten aus verschiedenen Optionen auswählen können, doch wenn wir vor zu viele Alternativen gestellt sind, wird es uns auch zu viel. Eine neue Studie zeigt nun, wo ein gesundes Maß liegen könnte. Versuchtsteilnehmer sollten eine Auswahl treffen und hatten in verschiedenen Settings die Möglichkeit, zwischen sechs, zwölf oder 24 Alternativen zu wählen. Während des Auswahlprozesses wurden ihre Hirnfunktionen gemessen. Die Hirnmessungen zeigten, dass insbesondere bei einer Auswahl von zwölf Optionen die an Entscheidungsprozessen beteiligten Hirnareale besonders aktiv wurden. Bei weniger Optionen schien das Interesse der Versuchtsteilnehmer genau so zu erlahmen wie wenn ihnen zu viele Optionen geboten wurden.
Wenn Entscheidungen quälend werden, sueddeutsche.de 16.10.18

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Lieber vertuschen als das Gesicht zu verlieren 
Donnerstag, 25. Oktober 2018 - Studien, Arbeit, Management
Aus Fehlern lernt man, das geben Eltern schon ihren Kindern mit auf den Weg. Im Unternehmensalltag sieht die Welt hingegen anders aus. Hier gilt eher: Fehler vertuscht man besser, wenn man seine Karriere nicht ruinieren möchte. Die Unternehmensberatung Ernst & Young befragte 800 Angestellte und 218 Führungskräfte zur Fehlerkultur in ihren Unternehmen. 66 Prozent der Manager glaubten, in ihrem Unternehmen herrsche eine offene Diskussionskultur, was allerdings nur von 42 Prozent der Mitarbeiter bestätigt wurde. 18 Prozent der Angestellten sagten auch, dass in ihrer Firma Fehler nicht angesprochen wurden. Das sahen nur 7 Prozent der Führungskräfte gleichermaßen. 57 Prozent der Mitarbeiter glauben, dass Fehler vertuscht werden, weil die Angst bestehe, Karrierenachteile zu erleiden oder zum Bauernopfer gemacht zu werden. Für 54 Prozent der Manager ist es vor allem die Angst vor Gesichtsverlust, die zum Verschweigen veranlasse.
Fehlerkultur ist in vielen Unternehmen ausbaubar, FAZ 14.10.18

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Führungsfrauen bringen Teams einen Schub 
Mittwoch, 24. Oktober 2018 - Studien, Arbeit, Management
Es gibt bereits verschiedene Studien, die zeigen, dass Unternehmen oder Teams, in denen eine nennenswerte Zahl von Frauen Führungsrollen innehat, bessere Ergebnisse erzielen als eher männlich dominierte Gruppen. Wissenschaftlich lässt sich in solchen Konstellationen aber nie zweifelsfrei nachweisen, ob die bessere Performance nur der Anwesenheit der Frauen geschuldet ist oder ob nicht auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Eine Studie aus Italien bringt nun mehr Licht in diese Konstellation, denn sie untersuchte die Führungs- und Leistungskapazitäten von gemischten Teams im Zuge der Prüfungsvorbereitung, so dass für alle Beteiligten die Rahmenbedingungen gleich waren. Es zeigte sich: Die von Frauen geführten Teams erzielten deutlich bessere Abschlussnoten. Und Frauen als Teamleiterinnen scheinen insbesondere Frauen in Höchstform zu bringen. Die Studie zeigt allerdings auch, dass die Männer die Führungsfrauen tendenziell schlechter bewerteten als die Männer, die Teams führten, was an eher grundsätzlichen Vorbehalten gegenüber Frauen in Führungspositionen liegen könnte. In besagtem Experiment wurde auch deutlich, dass die Frauen, die Teams führten, sich besonders für das Wohl des Teams als Ganzem ins Zeug legten. Sie investierten besonders viel Zeit in ihre Führungsaufgaben und ihre eigenen Prüfungsergebnisse fielen, wahrscheinlich aufgrund dieses Aufwands, schlechter aus als die ihrer Team-KollegInnen.
Der Frauen-Effekt sorgt für signifikant bessere Ergebnisse, welt.de 13.10.18

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Nett sein, kann einiges kosten 
Dienstag, 23. Oktober 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Nette Menschen, die nicht üppig verdienen, laufen eher Gefahr, in Geldprobleme zu schliddern, als solche, denen die Mitmenschen eher gleichgültig sind oder die einfach genug verdienen. So die Erkenntnisse einer wissenschaftlichen Auswertung von mehr als drei Millionen Datensätzen aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Menschen, die zu Nettigkeit neigen, scheinen sich weniger aus Geld zu machen, was finanzielles Missmanagement begünstigt. Wer anderen gerne hilft, tut das bisweilen im wahrsten Sinne des Wortes auf eigene Kosten, insbesondere, wenn er oder sie es sich eigentlich finanziell besser nicht leisten sollte. Bei jenen, die nicht zu den Geringverdienern gehören, mag die Nettigkeit auch ihren Preis haben, doch führt sie dann zumindest nicht zu Geldproblemen.
Warum nette Menschen eher Geldprobleme haben, spiegel.de 12.10.18

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Altruismus kann man üben 
Montag, 22. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Unter den Vorzeichen des Neoliberalismus sind Wettbewerbsdenken und Selbstbezug im Hinblick auf eigene Vorteile fast schon Teil der kulturellen DNA. Doch das Geflecht aus Konkurrenz und Egoismus lässt sich vielleicht leichter entwirren, als viele meinen. Eine neue Studie zeigt, dass bereits drei Monate des Übens von meditativen Methoden, die sozioaffektive Fähigkeiten wie Mitgefühl, Dankbarkeit und prosoziale Motivation schulen, bei den Teilnehmenden zu nachhaltigen Veränderungen in ihrer altruistischen Haltung wie auch in ihrem Handeln führen. Die Studienteilnehmer verhielten sich nach den Trainingseinheiten großzügiger, waren zu mehr spontaner Hilfe bereit und spendeten höhere Beiträge an gemeinnützige Organisationen. Die Wissenschaftler verglichen die Wirkung dieser Altruismus-Übungen außerdem mit anderen Meditationsmethoden, die beispielsweise die körperliche Wahrnehmung förderten oder die Fähigkeiten, die Betrachtungsperspektive zu wechseln. Dabei wurde deutlich, dass diese Übungen keine altruistischen Effekte mit sich brachten - was wiederum verdeutlicht, dass Meditation nicht per se soziale Verhaltensweisen fördert.
Altruismus lässt sich trainieren, idw 10.10.18

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Studenten zwischen Druck und Depression 
Freitag, 19. Oktober 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Studieren, das war früher eine Phase des Ausprobierens, des sich Erkundens und des langsamen Hineinwachsens in eine Zukunft als Erwachsener. Heute scheint für Studierende von den Freiheiten in der Phase vor dem eigentlichen Berufsleben nicht mehr viel übrig zu sein. Schon jeder vierte Studierende fühlt sich stark gestresst, ebenso viele sind erschöpft. Das sind die Erkenntnisse einer Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), der FU Berlin und der Techniker Krankenkasse (TK), für die 6.200 Studierende befragt worden waren. Frauen scheinen besonders von psychischen Belastungen betroffen zu sein. Jede fünfte Studentin etwa zeigte in der Befragung Symptome einer generalisierten Angststörung. Jede sechste Studentin zeigte der Studie zufolge Anzeichen eines depressiven Syndroms, darunter Niedergeschlagenheit, Schwermut und Hoffnungslosigkeit. Die Wissenschaftler führen diese Befindlichkeit einerseits auf eine Orientierungslosigkeit am Beginn eines neuen Lebensabschnitts zurück, erkennen aber auch grundlegende Zukunftsängste. Wenn die Belastungen bereits vor dem Eintritt ins Berufsleben so ausgeprägt sind, fragt man sich natürlich, was aus den jungen Menschen wird, wenn sie erst einmal im Berufsleben stehen. In meiner Wahrnehmung deuten Studien wie diese darauf hin, dass sich unsere kulturelle und gesellschaftliche Situation in den letzten Jahren sehr stark ins Negative verändert hat. Das Gefühl von Verschleiß, das hier zum Ausdruck kommt, scheint nicht nur mit persönlichen Befindlichkeiten zu tun zu haben. Es deutet darauf, dass hier im größeren Kontext etwas in die falsche Richtung läuft.
Vor allem Studentinnen leiden unter Ängsten und Depressionen, FAZ 10.10.18

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